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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Wenn Nebencharaktere der Geschichte schaden

Play of Hearts
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Play of Hearts hat mich am Anfang insbesondere dadurch überzeugt, dass Evies Einsamkeit für mich als Leserin unfassbar gut fühlbar wurde. Die Autorin hat es innerhalb weniger Seiten geschafft, die Verzweiflung ...

Play of Hearts hat mich am Anfang insbesondere dadurch überzeugt, dass Evies Einsamkeit für mich als Leserin unfassbar gut fühlbar wurde. Die Autorin hat es innerhalb weniger Seiten geschafft, die Verzweiflung der Protagonistin derart nahbar darzustellen, dass ich regelrecht mitgelitten habe. Dementsprechend hatte ich erwartet, dass diese emotionale Nähe gerade das sein wird, was dieses Buch am Ende für mich ausmacht, was letztendlich aber leider nicht der Fall war.

Ab dem Zeitpunkt, als Arthur in Erscheinung trat, hat mich das Buch ein wenig verloren. Ich konnte mit ihm als Charakter rein gar nichts anfangen, die Beziehung zwischen den Protagonisten schritt zu schnell voran und hatte kein Hintergrundleben – ich konnte nicht nachvollziehen, wo diese übermächtigen Gefühle plötzlich herkamen und wieso sich Evie im Fortgang der Geschichte so obsessiv verhielt, wenn es um Arthur ging. Gerade das fand ich auch so traurig, nachdem der Anfang ihr Gefühlschaos derart gut darstellen konnte.

Ich war mir während des Lesens auch bewusst, dass die Autorin das vermutlich gerade so gewollt geschrieben hat, aber es hat mir den Mittelteil trotzdem etwas „versalzen“.

Das hat sich etwas gebessert, sobald die Geschichte in den mystischen Zirkus mit zauberhaften, aber gleichzeitig geheimnisvoll-düsteren Nebencharaktere überwechselte. Man hat das Gefühl, keinem wirklich trauen zu können, weil irgendwie jeder seine Geheimnisse hat. Allem voran Rémi, der im Laufe des Buches immer mehr an Charakter gewann – im Gegensatz zu einem gewissen anderen Herren.

Auch nach Ende von Band 1 sind viele Fragen ungeklärt und viele Geheimnisse noch ungelüftet, sodass ich denke, auch noch nach dem zweiten Band zu greifen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, an einigen Stellen hat er ob seiner emotionalen Tiefe sogar geglänzt.

Fazit:
Eine toll umgesetzte magische Welt – wenn auch nicht ganz greifbar, aber vielleicht auch deshalb umso magischer – und viele, viele magische Personen, von denen man nicht so recht weiß, ob sie nun zu den Guten oder Bösen gehören.
Mein einziger Kritikpunkt ist und bleibt tatsächlich Arthur – als Charakter, als Love Interest und als Teil einer nicht nachvollziehbaren Liebesgeschichte; nachdem das allerdings einen relativ großen Teil des Buches einnahm bzw. er die treibende Kraft hinter vielen von Evies Aktionen war, hat es mir den Lesespaß leider doch etwas verdorben: Die Unglaubwürdigkeit dieser Vernarrtheit hat mich immer wieder unsanft aus der Geschichte herausgerissen, der Mittelteil wurde dadurch etwas zäh und ich war irgendwann nur noch genervt, wenn ich den Namen „Arthur“ lesen musste.

3*

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Spannende Romantasy mit eindrücklichen Charakteren

The Serpent and the Wolf
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„The Serpent and the Wolf“ entwickelt von der ersten Seite an einen fast magischen Sog, der mich sofort in die Geschichte hat eintauchen lassen. Das Buch beginnt unglaublich spannend und verliert von dieser ...

„The Serpent and the Wolf“ entwickelt von der ersten Seite an einen fast magischen Sog, der mich sofort in die Geschichte hat eintauchen lassen. Das Buch beginnt unglaublich spannend und verliert von dieser Spannung bis zum Ende hin kaum jemals etwas.

Nach meinem Eindruck war dieses Buch trotz seines doch recht ausgeprägten Worldbuildings im Kern auf die Protagonisten und deren Beziehung fokussiert. Die Chemie zwischen Vaasa und Reid stimmte schon zu einem Zeitpunkt, als sie sich eigentlich noch hassten (auch wenn dieser Hass von Anfang an ganz eindeutig nur einseitig war). Ich für meinen Teil hätte das Geplänkel zwischen den beiden gerne noch etwas länger verfolgt, nichtsdestotrotz wurde die Entwicklung hin zu einer harmonischeren Liebesgeschichte wirklich gut dargestellt. Gerade Vaasas Charakterentwicklung in dieser Zeit hinsichtlich der neuen Hoffnung, des Vertrauens und auch ihr neu gefasster Mut waren hier in meinen Augen unfassbar gut verwebt.
Reid ist auf ganzer Linie eine Green Flag. Er respektiert Vaasas Grenzen, will sie aus ihrem Schneckenhaus holen und gleichzeitig auch das bestmögliche für sein Volk tun. Ich fand – es ehrlich gesagt – erfrischend, endlich einmal wieder über einen Protagonisten zu lesen, der sich nicht im moralischen Grau-Schwarz-Bereich bewegt.

Daneben bietet das Buch allerdings auch noch einiges an Fantasy, meines Erachtens überdurchschnittlich viel für ein Romantasy-Buch, was mich positiv überrascht hat. Vaasa muss ihren „Fluch“ unter Kontrolle bekommen, der sie langsam tötet, und alte Geheimnisse aufdecken, während von allen Seiten Krieg und Intrige droht. Was ich vom Antagonisten halten soll, weiß ich noch nicht so recht, das wird sich wohl erst im Folgeband so richtig herauskristallisieren, aber der Aufbau der ganzen Auseinandersetzungen in diesem Band lässt auf Großes hoffen. Insgesamt wirkte der Plot an der ein oder anderen Stelle trotzdem noch etwas sperrig und unausgereift, ohne dass ich sagen könnte, woran ich mich gestört habe, denn innere Widersprüche o.Ä. sind mir nicht aufgefallen.

Fazit:
Ein spannendes, schnell lesbares Romantasy-Buch mit tollen Charakteren und einer wunderbar aufgebauten Liebesgeschichte. Der Fantasy-Anteil hat die Story vorangetrieben, ohne allerdings überladen zu wirken, sodass das Buch m.E. durchaus auch für Fantasy-Einsteiger funktionieren kann.
Ich muss außerdem gestehen, dass ich schon sehr auf den nächsten Band hinfiebere, nachdem der Cliffhanger doch relativ brutal war.

4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Süße Werwolf Romance

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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The Fake Mate enttäuscht nicht, denn das Buch hält genau das, was es auch verspricht: eine Fake Dating, Grumpy x Sunshine Werwolf Romanze mit etwas (mehr) Spice und genau der richtigen Menge an Kitsch.

1.
Der ...

The Fake Mate enttäuscht nicht, denn das Buch hält genau das, was es auch verspricht: eine Fake Dating, Grumpy x Sunshine Werwolf Romanze mit etwas (mehr) Spice und genau der richtigen Menge an Kitsch.

1.
Der Roman kann ganz klar durch seine wunderbar dreidimensionalen Protagonisten punkten: Mackenzie ist lebendig, lebensbejahend und rundum einfach ein Sonnenschein. Noah scheint auf den ersten Blick das genaue Gegenteil davon zu sein; zurückgezogen, streng, zielorientiert und abweisend. Dass sich hinter der harten Schale aber ein weicher Kern befindet, kristallisiert sich sehr schnell heraus. Die beiden interagieren zu sehen, war eine wahre Freude. Man wurde regelrecht in ihre Wortduelle hineingezogen und ich für meinen Teil fand die Chemie zwischen den beiden von Anfang an authentisch und faszinierend.

2.
Der Plot hält keine besonderen Wendungen bereit, auch das Worldbuilding ist auf ein absolutes Minimum beschränkt. Aber von einer Werwolf Romance habe ich auch nicht erwartet oder erhofft, dass es komplex wird. The Fake Mate ist das perfekte Buch für Zwischendurch zum Abschalten und Genießen.
Der Spice nahm meines Erachtens auch keine allzu große Rolle ein – lediglich im Mittelteil war es mir etwas zu überladen, ansonsten fand die Autorin da eine recht gute Balance.

3.
Der Schreibstil war so flüssig, dass ich nicht einmal ein Kapitel brauchte, bis ich völlig in der Geschichte versunken war. Hier also auch ein Lob an die Übersetzung, da gerade solche Bücher im Deutschen oft eher unangenehm zu lesen sind, ich hier aber nie über die Wortwahl o.Ä. gestolpert bin.

FAZIT:
Alles in allem eine absolut runde süße, heitere, spicy Werwolf Romanze. Klar gab es hin und wieder ein paar fragwürdige Szenen (mit der Werwolf Szene konnte ich z.B. gar nichts anfangen), aber insgesamt war es das perfekte Buch für Zwischendurch und hat seine Thematik einwandfrei umgesetzt.
Romanzen schaffen es bei mir eigentlich kaum je auf glatte 5 Sterne, aber an The Fake Mate habe ich praktisch nichts auszusetzen, sodass es zumindest in seinem Genre nun 5 Sterne erhält, denn das Buch liefert für mich genau das ab, was es auch versprochen hat.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Zu viel verschenktes Potenzial

The Stars are Dying
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Ich habe selten ein so schön aufgemachtes Buch gesehen, die Gestaltung ist innen wie außen ein einziger Augenschmaus. Und auch die Inhaltsangabe versprach eine turbulente, Action-geladene Romantasy-Geschichte. ...

Ich habe selten ein so schön aufgemachtes Buch gesehen, die Gestaltung ist innen wie außen ein einziger Augenschmaus. Und auch die Inhaltsangabe versprach eine turbulente, Action-geladene Romantasy-Geschichte. Ich bin immer noch zwiegespalten, ob ich „The Stars Are Dying“ eher gut oder eher schlecht finde, weil es einige wirklich tolle Aspekte hatte, aber insgesamt waren auch sehr viele Details unstimmig.

1.
Die Liebesgeschichte in diesem Buch hat leider überhaupt nicht gefunkt und das lag meines Erachtens an den zwei viel zu unausgereiften Hauptcharakteren:
Gerade mit Astraeas Hintergrundgeschichte hätte man sie als Protagonistin so wunderbar vielschichtig aufbauen können. Sie hätte eine starke und trotzdem sanftmütige Protagonistin sein können, stattdessen wirkte sie stur, wechselhaft und – obwohl sie das eigentlich nicht war – passiv, ohne aber dabei wirklich als Charakter greifbar zu werden.
Nyte war sogar noch unnahbarer. Eigentlich weiß man von ihm am Ende des Buches noch ungefähr genauso viel wie am Anfang: nämlich dass er eine Obsession für Astraea hat.

Nachdem schon die Charaktere selbst keinerlei wirkliche Charakterzüge aufwiesen, blieb es schwer, zwischen den Protagonisten irgendeine Art von Chemie zu spüren. Die Romantik wirkte völlig erzwungen und unnatürlich, weil die Figuren nie ein wirkliches Gespräch geführt geschweige denn eine Beziehung aufgebaut haben.
Dieses Hin und Her zwischen Hass und Anziehung wurde irgendwann nur noch nervig.

2.
Der Schreibstil wäre eigentlich wirklich angenehm zu lesen gewesen, hätte es nicht dazwischen immer wieder Szenen- und Gedankensprünge gegeben. Das hat das Verständnis und den Lesefluss teilweise so sehr gestört, dass ich die Szenen nochmals lesen musste.

3.
Das Buch hätte gekürzt werden müssen, teilweise zog es sich echt ewig. Der im Klappentext beworbene Wettkampf war ein bloßer Nebenplot, der teilweise einfallslos wirkte und gleichzeitig die wirrsten Szenen im Buch hervorbrachte. Mir hat die erste Hälfte ohne Wettkampf tatsächlich sogar besser gefallen. Und das Traurige daran ist tatsächlich, dass die „Auflösung“ am Ende des Wettkampfs echt überraschend und gut umgesetzt war; der Wettkampf selbst fühlte sich aber als bloßes Mittel zum Zweck an.

Fazit:
Durch die emotionale Abkapselung von den Protagonisten wirkte das Buch während des Lesens mehr wie ein Bericht denn ein Roman. Ich musste mich stellenweise richtig durchquälen. Traumatische Erlebnisse wurden mir zu schnell unter den Teppich gekehrt, emotional kamen die Geschehnisse nicht bei mir als Leserin an.

Das Ende mit der Auflösung hat mir hingegen sehr gut gefallen. Auch mit etwas zeitlichem Abstand nach Beenden des Buchs finde ich, dass der Plot im Gesamten einige sehr gute Ideen enthält. Leider scheitert es an der Detailumsetzung. Ohne die emotionale Bindung zu den Charakteren hätte ich genauso gut eine Zusammenfassung lesen können: Das hätte Zeit gespart und ich hätte kaum etwas verpasst.

ABER: Trotz allem bin ich am Überlegen, Band 2 noch eine Chance zu geben. Ich fand den Konflikt am Ende und das gesamte Worldbuilding richtig toll und habe die Hoffnung, dass die Autorin nun mit einem Verlag, der ihr den Rücken stärkt und ggf. Hilfestellung gibt (meines Wissens wurde The Stars are Dying ja ursprünglich noch als Selfpublisher Ausgabe veröffentlicht), die Probleme bezüglich der Umsetzung in den Griff bekommt.

2,5 Sterne (Tendenz zu 3)

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Emotionaler Second-Chance-Liebesroman, wunderbare Umsetzung

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Kleiner Hinweis zu Anfang: Dies ist der zweite Band einer Reihe. Zwar handelt es sich nun um andere Protagonisten, allerdings hilft es meines Erachtens sehr, den ersten Band gelesen zu haben, um die emotionale ...

Kleiner Hinweis zu Anfang: Dies ist der zweite Band einer Reihe. Zwar handelt es sich nun um andere Protagonisten, allerdings hilft es meines Erachtens sehr, den ersten Band gelesen zu haben, um die emotionale Tiefe und gewisse Themen richtig zu verstehen.

Ich mochte Damian schon im ersten Band total gerne als Nebencharakter. Als Hauptcharakter ist er sogar noch interessanter: einerseits – den Umständen entsprechend – launisch und fast schon etwas bitter, andererseits aber so aufmerksam und auf eine stille Weise liebenswert. Die Autorin hat mit ihm einen wirklich wunderbar vielschichtigen, authentisch wirkenden Charakter erschaffen, der die perfekte Mischung liefert.

Hazel hingegen bliebt vor allem am Anfang sehr blass: Sie wirkte gebrochen, aber durch ihre Geheimnistuerei war es nicht wirklich möglich, einen Zugang zu ihr zu bekommen. Ich mochte es, aus ihrer Sicht zu lesen (obwohl Damians Kopf schon interessanter war), allerdings ist ihr Charakter auch nach Beenden des Buches noch immer nicht ganz greifbar.

Ich denke, dass die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Damian gerade deswegen so gut funktioniert und die Chemie gestimmt hat, weil man sich in Damian so gut hineinversetzen kann. Denn dieser Mann ist absolut und bis über beide Ohren in Hazel verknallt und verliebt. Man weiß es von der ersten Seite an und bezweifelt es auch nie. Das macht die Zerrissenheit in ihm, nachdem Hazel ihn so sehr verletzt hat, umso spürbarer und schmerzhafter. Seine Gefühle wurden so gut beschrieben und dargestellt, dass sie sich praktisch von der Seite auf mich übertragen haben, bis ich mit ihm jede verwirrende Emotion miterlebt habe. Es war interessant mitzuerleben, wie die beiden sich abstoßen und gleichzeitig anziehen und sich dabei nach und nach wieder näherkommen.

Einzig die fehlende Kommunikation von Hazels Seite wurde nach einer Weile etwas nervig – hat aber in die Geschichte gepasst; frustrierend war es trotzdem.

Fazit:
Ein wirklich tolles, ernstes Romance-Buch mit emotionaler Tiefe und einem wunderbaren männlichen Hauptcharakter, aber auch ein Buch darüber, sich selbst zu finden und insbesondere den eigenen Wert zu erkennen und für sich selbst einzustehen.
Die Autorin hat mich mit dieser Reihe vollends überzeugt und ich freue mich auf weitere Bücher von ihr!

4,5*

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