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BrigittesitztinderMitte

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Miss Marple war gestern

Der Tag, an dem Barbara starb
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Margaret Winterbottom ist 89 und verwitwet. Sie lebt alleine in einem beschaulichen Wohnquartier irgendwo in Nordengland und redet täglich mit ihrem verstorbenen Mann. Der Körper und das Gedächtnis lassen ...

Margaret Winterbottom ist 89 und verwitwet. Sie lebt alleine in einem beschaulichen Wohnquartier irgendwo in Nordengland und redet täglich mit ihrem verstorbenen Mann. Der Körper und das Gedächtnis lassen sie immer mehr im Stich, was seitens der Angehörigen zu zunehmender Überwachung und Bevormundung führt. Alt werden ist eben nichts für Schwächlinge!
Dann passiert das Unvorstellbare: Ihre 10 Jahre jüngere Nachbarin Barbara wird tot aufgefunden und es stellt sich heraus, dass sie ermordet eurde. Wer kann dieser herzensguten Frau so etwas angetan haben? Zusammen mit ihrem pubertierenden Enkel James, will Margaret den Mord aufklären. Schon bald wird dem Leser aber klar, dass auch Margaret ihre dunklen Geheimnisse verbirgt.
Inspiriert von seiner Grossmutter, die an Alzheimer starb, präsentiert Richard Hooton mit seinem Debüt einen erstklassigen Cozy-Krimi. Nebst der von der ersten Seite an aufgebauten Spannung, sind es aber vor allem die Zwischentöne, die so berühren. Die Kostbarkeit von Erinnerungen, was es bedeutet, alt und gebrechlich zu werden und immer einsamer zu sein. Die Wichtigkeit von Eigenständigeit, Würde und Selbstbestimmung im Alter werden wunderbar beschrieben und die liebevollen inneren Dialoge, die die Protagonistin täglich mit ihrem verstorbenen Mann führt, haben mich zutiefst bewegt.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Hinter der Idylle

Heimat
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Jana ist schwanger mit dem dritten Kind. Sie ist mit ihrer Familie in ein ländliches Neubaugebiet gezogen und trägt noch die rosarote Brille, durch die sie vom heilen, idyllischen Landleben träumt. Doch ...

Jana ist schwanger mit dem dritten Kind. Sie ist mit ihrer Familie in ein ländliches Neubaugebiet gezogen und trägt noch die rosarote Brille, durch die sie vom heilen, idyllischen Landleben träumt. Doch schon bald wird sie mit der Tatsache konfrontiert, dass gerade in den ländlichen Gebieten ein grosser Rechtsrutsch passiert. Da sie ohne Absprache mit ihrem Mann ihren Job gekündigt hat, kriselt zudem die Ehe und es kommt zur zunehmenden Entfremdung in der Beziehung.
Wie anders scheint das Leben von Karoline und deren Mann Clemens! Jana freundet sich mit Karoline an und idealisiert bald alles an ihr. Karoline führt ein ausgeglichenes Leben in Einklang mit sich selber, dem Ehemann und den fünf Kindern. Sie ist zudem eine Instagram Influencerin und preist das einfache und nachhaltige Landleben an. Bald muss Jana aber erkennen, dass hinter der glücklichen Fassade Abgründe lauern.
Wenn Faszination zur Besessenheit wird, der Tradwife-Hype, die zunehmende Radikalisierung unserer Gesellschaft sowie die ständige Frage, was das Richtige für unsere Kinder ist: Die Autorin schafft es auf vergleichsweise wenig Seiten, diese aktuellen Themen spannend und immer wieder kritisch aufzubereiten. Das einzige, was mich enttäuscht hat, war das Ende.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Hinter der Idylle

Heimat
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Jana ist schwanger mit dem dritten Kind. Sie ist mit ihrer Familie in ein ländliches Neubaugebiet gezogen und trägt noch die rosarote Brille, durch die sie vom heilen, idyllischen Landleben träumt. Doch ...

Jana ist schwanger mit dem dritten Kind. Sie ist mit ihrer Familie in ein ländliches Neubaugebiet gezogen und trägt noch die rosarote Brille, durch die sie vom heilen, idyllischen Landleben träumt. Doch schon bald wird sie mit der Tatsache konfrontiert, dass gerade in den ländlichen Gebieten ein grosser Rechtsrutsch passiert. Da sie ohne Absprache mit ihrem Mann ihren Job gekündigt hat, kriselt zudem die Ehe und es kommt zur zunehmenden Entfremdung in der Beziehung.
Wie anders scheint das Leben von Karoline und deren Mann Clemens! Jana freundet sich mit Karoline an und idealisiert bald alles an ihr. Karoline führt ein ausgeglichenes Leben in Einklang mit sich selber, dem Ehemann und den fünf Kindern. Sie ist zudem eine Instagram Influencerin und preist das einfache und nachhaltige Landleben an. Bald muss Jana aber erkennen, dass hinter der glücklichen Fassade Abgründe lauern.
Wenn Faszination zur Besessenheit wird, der Tradwife-Hype, die zunehmende Radikalisierung unserer Gesellschaft sowie die ständige Frage, was das Richtige für unsere Kinder ist: Die Autorin schafft es auf vergleichsweise wenig Seiten, diese aktuellen Themen spannend und immer wieder kritisch aufzubereiten. Das einzige, was mich enttäuscht hat, war das Ende.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Der Tod verzeiht nichts

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen führt ein beschauliches Leben als Trauerredner und wohnt zusammen mit seinem schrulligen, verwitweten Vater. In seinem Job versteht er es, die Lebensgeschichten der - nicht immer so netten ...

Mads Madsen führt ein beschauliches Leben als Trauerredner und wohnt zusammen mit seinem schrulligen, verwitweten Vater. In seinem Job versteht er es, die Lebensgeschichten der - nicht immer so netten - verstorbenen Kundschaft bei Bedarf elegant aufzuhübschen und den Toten posthum das richtige Image zu verleihen. Eines Tages erfährt er, dass sein früherer Freund Patrick gestorben ist. Mads erinnert sich, als Kind eine tiefe Freundschaft zu Patrick gelebt zu haben, die jedoch abrupt endete, als Patricks Familie über Nacht verschwand. Der plötzliche Tod von Patrick, aber auch dessen mysteröses Leben geben Mads Rätsel auf. Er entschliesst sich, dem auf den Grund zu gehen und wird als Hobbydetektiv schon bald von Unbekannten bedroht. Es wird richtig gefährlich für ihn und seinen Vater.

Ein unterhaltsamer Cozy-Krimi, der er schafft, oft auch einen humorvollen Einblick zu gewähren hinter die Kulissen von Trauerfeiern und Bestattungswesen. Er beleuchtet die Thematik um Verluste, Liebe und Vermissen und man muss gleich auf die nächste Seite blättern um zu erfahren, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 16.10.2025

Subversion

Wir dachten, das Leben kommt noch
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London 1998: BBC-Redakteurin Gwen stösst bei der Regelung des Nachlasses ihrer verstorbenen Grossmutter auf ein Stück Familiengeschte, das bislang verborgen lag. Ihre Grossmutter stand offenbar im zweiten ...

London 1998: BBC-Redakteurin Gwen stösst bei der Regelung des Nachlasses ihrer verstorbenen Grossmutter auf ein Stück Familiengeschte, das bislang verborgen lag. Ihre Grossmutter stand offenbar im zweiten Weltkrieg einer britischen Agentin sehr nahe.

1942: Pat Conway, eine junge Engländerin, deren Mutter aus der Normandie stammt, spricht fliessend Französisch und löst blitzschnell jedes Kreuzworträtsel. Eines Tages werden sie und ihre Schwester von der "Special Operations Executive" (SOE) angeworben. Es handelt sich dabei um eine geheime britische Spezialeinheit, die in von den Deutschen besetzten Gebieten verdeckt Sabotageakte ausführt, Nachrichten oder Dinge übermittelt, Morsecodes knackt und den Feind unterwandern soll. Unterstützt werden die Agenten von den örtlichen Widerstandskämpfern. Pat wird als Funkerin ausgebildet und springt mit dem Fallschirm über dem besetzten Frankreich ab. Auf sich allein gestellt, muss sie ihre lebensgefährliche Mission erfüllen. Sie darf unter keinen Umständen auffallen und schon bald wird die wichtigste Entscheidung sein, wem sie vertrauen soll.

Sorgfältig recherchiert, serviert die Autorin nicht nur einen spannenden Agentinnenroman in einem brennenden Europa, sondern auch viel historisches Hintergrundwissen. Das Figurenverzeichnis im Anhang erweist sich als hilfreich, da die Zeitsprünge zwischen 1998 und 1942 teilweise recht abrupt erfolgen. Als Buchtitel hätte ich mir einen etwas weniger sentimental klingenden Titel gewünscht, denn er wird meines Erachtens dem hochspannenden und rasanten Inhalt nicht ganz gerecht.