Interessantes Gedankenexperiment mit Längen
VorsehungWorum geht es?
Ein gewöhnlicher Flug nach Sydney wird zum Albtraum, als eine ältere Dame – die "Death Lady" – durch die Reihen geht und jedem Passagier sein Sterbealter sowie die Todesursache prophezeit. ...
Worum geht es?
Ein gewöhnlicher Flug nach Sydney wird zum Albtraum, als eine ältere Dame – die "Death Lady" – durch die Reihen geht und jedem Passagier sein Sterbealter sowie die Todesursache prophezeit. Was als verrückter Zwischenfall beginnt, wird für die Betroffenen zur existenziellen Zerreißprobe.
Sind diese Vorhersagen Spielereien oder unausweichliches Schicksal?
Meine Meinung
"Vorsehung" besticht durch ein faszinierendes Szenario, welches durch den Klappentext vermittelt wird. Und auch die philosophische Grundfrage – Wie würde man selbst handeln, wenn man sein Schicksal kennt? – haben mich absolut begeistert.
Doch leider konnte die Umsetzung dieses starken Plots mich nicht durchweg überzeugen. Der Roman weist für mich einige deutliche Schwächen auf.
Die durchaus zähe Erzählweise der Autorin sowie die Hauptprotagonistin Cherry waren für mich große Negativpunkte. Mit der Protagonistin Cherry habe ich mich sehr schwergetan, sie war für mich nicht greifbar.
Informationen vom Anfang werden erst zum Schluss wieder aufgegriffen und weiter erzählt und aufgeklärt, nur leider hatte ich bis dahin die Zusammenhänge größtenteils wieder vergessen.
Auf den 512 Seiten werden zu viele Charaktere eingeführt. Mir fiel es schwer alle auseinander zu halten. Zudem wirken die Handlungsstränge der anderen Charaktere oft wie eine belanglose Aneinanderreihung von Szenen ohne echten Kern.
Während Klappentext und Leseprobe noch „fiebriges“ Warten verspricht, verliert die Story nach dem ersten Viertel an Dynamik und wird ausschweifend mit all den Alltagsbeobachtungen.
Der Schluss konnte meine Erwartungen nicht komplett erfüllen, aber immerhin war dieser in Ordnung.
Das Cover hingegen gefällt mir gut.
Fazit
Liane Moriarty stellt spannende existenzielle Fragen. Wer sich gerne mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzt, findet hier einen interessanten Ansatz. Für mich persönlich war der Weg zum Ende jedoch zu langatmig und die Erzählweise zum teil unbefriedigend. Ein gutes Buch für geduldige Leser, aber für mich leider kein Highlight.