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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Unterhaltsames „Fast Food“ für den Kopf

Jünger geht immer!
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Worum geht es?
In „Jünger geht immer“ nimmt Ellen Berg den modernen Jugendwahn und die Tücken des Älterwerdens aufs Korn. Die 48-jährige Hauptfigur Anne findet sich in einem turbulenten Gefühlschaos zwischen ...

Worum geht es?
In „Jünger geht immer“ nimmt Ellen Berg den modernen Jugendwahn und die Tücken des Älterwerdens aufs Korn. Die 48-jährige Hauptfigur Anne findet sich in einem turbulenten Gefühlschaos zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, ihrem (Ex-)Mann und einem deutlich jüngeren, attraktiven Mann wieder. Umrahmt wird das Ganze von einem lebhaften Familiengefüge und den typischen Stolperfallen des Alltags.

Meine Meinung
Das Buch passt gut für zwischendurch. Es liest sich zwar flüssig, aber es fehlt deutlich an Substanz und hat mich nicht wirklich abgeholt. Der Schreibstil ist zwar pointiert, wirkt aber oft sehr bemüht humorvoll. Die Charaktere agieren eher wie überzeichnete Karikaturen, nicht wie echte Menschen, wodurch viele Witze vorhersehbar bleiben. Von dem anstrengenden Mutter-Tochter-Gespann über die betont coolen Teenager bis hin zu den unglaublich attraktiven Männern bedient die Autorin jedes erdenkliche Klischee und viele Stereotypen.
Für meinen Geschmack war das Gesamtpaket schlicht „too much“.
Außerdem verlässt sich die Story hier zu sehr auf unmögliche Zufälle statt auf eine stimmige Handlung.
Das Cover hingegen finde ich sehr gut gelungen und passend zur Story gestaltet.

Fazit
Ein netter Roman für den Moment, der aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Man wird nur kurzzeitig unterhalten. Wer eine leichte und anspruchslose Unterhaltung sucht, wird hier fündig – mehr aber auch nicht.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2026

Düster, magisch und meisterhaft gelesen

Schattengold – Ach, wie gut, dass niemand weiß ...
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Ich bewerte hiermit das Hörbuch:

Worum geht es?
Farah ist mit den düsteren Legenden über das „Dunkle Volk“ aufgewachsen. Um ihre Familie zu schützen, muss sie drei goldene Regeln brechen: Iss nie, was ...

Ich bewerte hiermit das Hörbuch:

Worum geht es?
Farah ist mit den düsteren Legenden über das „Dunkle Volk“ aufgewachsen. Um ihre Familie zu schützen, muss sie drei goldene Regeln brechen: Iss nie, was Feen anbieten, verrate ihnen niemals deinen Namen und lass dich unter keinen Umständen auf einen Handel mit ihnen ein. In diesem Sommer bricht sie alle drei – und begibt sich damit in ein finsteres Spiel um Identität, Erinnerungen und den hohen Preis der Magie.
Eine tiefgründige, düstere Neuerzählung des Rumpelstilzchen-Märchens.

Meine Meinung / Mein Hörerlebnis
Schon das Cover fängt die märchenhaft-gefährliche Atmosphäre perfekt ein und wirkt wie ein Versprechen auf die finstere Welt, in die man hineingezogen wird.
Christian Handel nimmt das bekannte Märchen und verwandelt es in eine atmosphärisch dichte Dark-Fantasy-Story, die an Tiefe weit über das Original hinausgeht.
Farah ist eine wunderbare, mutige Protagonistin, deren Leidensweg und Entscheidungen mich emotional mitgenommen haben. Besonders spannend fand ich die Schilderungen der Feenwelt, die schaurig-schön ausgearbeitet sind, sowie die sich langsam entwickelnde, authentische Lovestory.
Was das Hörbuch für mich zu einem absoluten Genuss gemacht hat, ist die Sprecherin Sabine Menne. Ihre Stimme passt perfekt zu dem märchenhaften und zugleich bedrohlichen Flair der Story. Sie betont so lebendig, dass ich den Wald regelrecht riechen und die Kälte im Schloss spüren konnte – man bekommt an vielen Stellen eine kleine Gänsehaut. Sie haucht den Charakteren und der düsteren Atmosphäre Leben ein und macht das Zuhören zu einer intensiven Erfahrung.

Fazit
Eine absolut meisterhafte Neuinterpretation, die mich total begeistert hat. Die Kombination aus der finsteren, tiefgründigen Story und der fabelhaften Vertonung durch Sabine Menne macht dieses Hörbuch zu einem Highlight. Wer Märchen-Retellings liebt, die erwachsener und schauriger sind, wird dieses Werk lieben.
Von mir gibt es volle 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mehr Familienroman als Gesellschaftskritik

Hazel sagt Nein
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Worum es geht?
Die Familie Blum – Vater Gus, Mutter Claire sowie die Kinder Hazel und Wolf – zieht für eine neue berufliche Chance des Vaters von New York in die Kleinstadt Riverburg, Maine. Doch der Neuanfang ...

Worum es geht?
Die Familie Blum – Vater Gus, Mutter Claire sowie die Kinder Hazel und Wolf – zieht für eine neue berufliche Chance des Vaters von New York in die Kleinstadt Riverburg, Maine. Doch der Neuanfang verwandelt sich am ersten Schultag in einen Albtraum: Der Schuldirektor offenbart der 18-jährigen Hazel, dass er traditionell jedes Jahr eine Schülerin für sexuelle Gefälligkeiten auswählt und nun sie an der Reihe sei. Hazel weigert sich jedoch, das Spiel mitzuspielen, und sagt Nein. Dieser mutige Entschluss erschüttert nicht nur ihr Leben, sondern zwingt die gesamte Familie dazu, sich den sozialen Dynamiken und der bedrückenden Wahrheit innerhalb der Kleinstadt zu stellen.

Meine Meinung
Der Einstieg in das Buch ist Jessica Berger Gross hervorragend gelungen. Ohne Umschweife wird der Leser mit dem Machtmissbrauch konfrontiert. Durch die knappe, direkte Sprache wirkt der Vorfall besonders kühl und verletzend, was einen sofort in das Geschehen hineinzieht.
Leider konnte dieses hohe Niveau nicht über das gesamte Buch gehalten werden. Während die unmittelbaren Auswirkungen auf die Familie noch eindringlich geschildert werden, verliert sich der Roman im weiteren Verlauf in zu vielen Nebensträngen, die so viel Raum einnehmen, dass das eigentliche, brisante Kernthema – der Machtmissbrauch und die systemischen Konsequenzen – zunehmend in den Hintergrund rückt.
Zudem wirkte die Entwicklung der Story auf mich zunehmend konstruiert durch die große mediale Aufmerksamkeit Hazel gegenüber. Das lässt die Bedrohung durch den Täter und die Ernsthaftigkeit der Situation ziemlich verblassen.
Die Charaktere der Eltern sind zu distanziert. Der kleine Bruder dagegen hat Tiefe und Sympathie.
Da der Schreibstil eher analytisch und distanziert bleibt, fehlt dem Roman leider die nötige emotionale Wucht, die er verdient hätte.
Das Cover, finde ich, ist wiederum zur Story passend. Zeigt es doch metaphorisch das Bild einer idyllischen Kleinstadt. Von der Falschheit, die im Buch zum Vorschein kommt, keine Spur.

Fazit
„Hazel sagt Nein“ ist ein wichtiges Buch mit einer starken Botschaft über Selbstbestimmung und den Mut, sich gegen Machtmissbrauch zu wehren. Es liest sich flüssig. Wer aber eine tiefgreifende, bedrückende Auseinandersetzung mit dem Thema sucht, könnte enttäuscht werden, da der Roman sich eher zu einem Familienroman entwickelt. Insgesamt ein Debüt mit leider verschenktem Potenzial.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Historisches Hamburg-Flair mit kleinen Schwächen im Erzähltempo

Elbnächte. Schatten über St. Pauli
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Worum geht es?
Hamburg, 1913. Louise glaubt endlich, zur Ruhe kommen zu können: Ihre Bar „Fatal“ floriert und ihr gewalttätiger Ex-Mann Victor sitzt hinter Gittern. Auch zwischen Ella und Paul bahnt sich ...

Worum geht es?
Hamburg, 1913. Louise glaubt endlich, zur Ruhe kommen zu können: Ihre Bar „Fatal“ floriert und ihr gewalttätiger Ex-Mann Victor sitzt hinter Gittern. Auch zwischen Ella und Paul bahnt sich endlich eine zarte Verbindung an. Doch die Sicherheit ist trügerisch, als Victor kurz vor seiner Hinrichtung aus dem Gefängnis entkommt. Louise erkennt, dass er hinter einem wertvollen Objekt her ist, das sich unwissentlich in ihrem Besitz befindet. Anstatt zu fliehen, beschließt sie, Victor mit Hilfe ihrer engsten Vertrauten ein für alle Mal zur Strecke zu bringen.

Meine Meinung
Henrike Engel fängt das düstere Flair des historischen Hamburgs auch im zweiten Teil der Dilogie wieder gut ein. Wunderbar hervorheben kann ich, wie die Autorin die drei Hauptcharaktere weiterentwickelt. Sie wirken durchweg lebendig und vielschichtig. Die Story lebt zudem von den zahlreichen neuen Entwicklungen, die die Handlung immer wieder geschickt beleben.
Dennoch gibt es ein paar Abstriche. Während der Erzählstil angenehm flüssig bleibt, gab es für mich im Mittelteil durchaus einige Längen, die den Lesefluss etwas gebremst haben. Das Ende hingegen wirkt im direkten Kontrast dazu fast ein wenig überhastet, da sich die Ereignisse dort überschlagen.
Das Cover gefällt mir sehr. Es ist sehr gut gelungen und passt hervorragend zur Story.

Fazit
Ein atmosphärisch starker Abschluss der Dilogie, der offene Fragen gekonnt beantwortet. Allerdings sollte man unbedingt den ersten Teil gelesen haben, um die Dynamik zwischen Louise, Ella und Paul zu verstehen und genießen zu können. Trotz kleiner Schwächen im Erzähltempo gibts von mir eine Leseempfehlung für Fans historischer Krimis.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein ungleiches Trio und eine Prise Krimi

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Worum geht es?
Hamburg 1913, Louise führt ein privilegiertes Leben an der Seite eines reichen Mannes zwischen Pferderennbahnen und noblen Bars – bis ihr Gatte plötzlich spurlos verschwindet. Parallel dazu ...

Worum geht es?
Hamburg 1913, Louise führt ein privilegiertes Leben an der Seite eines reichen Mannes zwischen Pferderennbahnen und noblen Bars – bis ihr Gatte plötzlich spurlos verschwindet. Parallel dazu verschlägt es Ella, eine ehemalige Prostituierte auf der Suche nach einem Neuanfang, eher zufällig nach Hamburg. Als die beiden aufeinandertreffen, beginnt ein unvorhersehbares Abenteuer. Zusammen mit Paul, der nach einer schweren Verletzung und dem Verlust seiner Arbeit mit seinem Schicksal hadert, bildet sich ein ungewöhnliches Trio. Was als historische Story beginnt, entwickelt sich schnell zu einem spannenden Krimi und zu der Suche nach der Wahrheit.

Meine Meinung
Der Einstieg in den Roman ist durch die unterschiedlichen Handlungsstränge sehr abwechslungsreich. Besonders gut hat mir gefallen, wie Henrike Engel die Perspektivwechsel nutzt, um die Leser tief in die Gedankenwelt von Louise, Ella und Paul blicken zu lassen.
Louise wandelt sich von der anfangs naiven Dame zu einer Frau, die ihr Schicksal in die Hand nimmt.
Ella besticht durch ihre Stärke und Zielstrebigkeit.
Paul ist eine sehr greifbare Figur, dessen Weg vom puren Hass zurück zu neuem Lebensmut sehr berührend ist.
Die Atmosphäre Hamburgs um 1900 mit der extremen Schere zwischen Arm und Reich ist toll eingefangen. Im letzten Drittel bringen kriminelle Elemente ordentlich Spannung rein, auch wenn in der Handlung an manchen Stellen die Authentizität ein wenig leidet. Trotz kleinerer Längen zwischendurch hat mich die Entwicklung der drei Protagonisten, die vom Schicksal zusammengewürfelt wurden, begeistert.
Das Cover ist für meinen Geschmack sehr gut gelungen und passt zur Story.

Fazit
Der erste Band der Elbnächtereihe ist ein unterhaltsamer historischer Roman mit starken Charakteren und einer spannenden Krimi-Note. Ein gelungener Auftakt. Wie es mit den drei Protagonisten weiter geht, wird hoffentlich der Folgeband der Dilogie verraten.
Eine klare Leseempfehlung, vor allem für Fans von Hamburg-Sagas.

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