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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

Zwischen Partys und Politik

Moscow Mule
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Eine Tante von Karina nennt die Protagonistin wegen ihrer Eile und der vielen Bücher, die sie mit sich herumträgt, ein "Moskauer Maultier" – eine Anspielung auf den Titel "Moscow Mule", der übrigens auch ...

Eine Tante von Karina nennt die Protagonistin wegen ihrer Eile und der vielen Bücher, die sie mit sich herumträgt, ein "Moskauer Maultier" – eine Anspielung auf den Titel "Moscow Mule", der übrigens auch ein würziger Cocktail ist.

Worum geht es?
Moskau in den frühen 2000er Jahren. Im Mittelpunkt stehen zwei befreundete Studentinnen: Karina und Tonya. Sie versuchen ihren Alltag zwischen Partys, Studium, Geldnot und der russischen Politik zu meistern. Und haben das Leben in Russland dabei ziemlich satt. Haben aber auch ein gemeinsames, ambitioniertes Ziel: Sie wollen nach Europa auswandern, insbesondere nach Berlin, um dort ein freies und selbstbestimmtes Leben fernab der politischen und gesellschaftlichen Zwänge ihrer Heimat zu beginnen. Dieser große Freiheitsdrang und welche Versuche Tonya und Karina dabei unternehmen wird im Buch auf eine spezielle Art beschrieben.

Meine Meinung
Meine Hauptkritikpunkte sind die mangelnde Tiefe und der fehlende Spannungsbogen. Die Handlung ist eintönig und wirkt wie eine Aneinanderreihung von Geschehnissen ohne wirkliche Highlights. Karina und Tonya, bleiben blass. Obwohl die Erzählperspektive die Ich-Form wählt, gelang es der Autorin nicht, eine Bindung zu mir als Leser aufzubauen. Lediglich im Hintergrund waren vereinzelt Gefühle, wie Wut oder Mitgefühl spürbar, jedoch ohne tiefere Berührung.
Der Schreibstil ist leicht, aber sprachlich eher durchschnittlich. Die Geschichte verliert sich zu oft in belanglosen Beschreibungen, ohne die angeschnittenen interessanten Ansätze ausreichend auszuarbeiten.
Das Cover ist sehr schön gestaltet und verspricht mehr, als es halten kann.

Fazit
"Moscow Mule" konnte meine Erwartungen inhaltlich leider nicht erfüllen und wirkte größtenteils emotionslos und distanziert. Ich hatte mir mehr vom Klappentext versprochen, sehr schade. Es ist eine ziemlich lockere Geschichte für zwischendurch, wenn man definitiv keine tiefgründige Handlung erwartet.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Scharfsinnig, schwarzhumorig, brillant

Hustle
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Worum geht's?
Leonie ist eine junge Frau, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Moral hat. Sie lebt in einer kleinen Stadt und will, nachdem sie dort ihren Job verloren hat, in München neu durchstarten.
Leonie ...

Worum geht's?
Leonie ist eine junge Frau, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Moral hat. Sie lebt in einer kleinen Stadt und will, nachdem sie dort ihren Job verloren hat, in München neu durchstarten.
Leonie merkt sehr schnell, dass ihr normales Gehalt in der teuren Stadt nicht ausreicht. Sie lernt drei junge Frauen kennen, die ihren Lebensstil mit "zweifelhaften Methoden" finanzieren. Daraufhin dauert es nicht lange und Leonie findet bald ihr eigenes lukratives Geschäftsfeld, indem sie auf ihre Art enttäuschten Menschen gegen Bezahlung weiterhelfen wird ...

Meine Meinung
Julia Bährs Schreibstil ist modern, direkt und voller schwarzem Humor.
Leonie wird schlagfertig, moralisch flexibel und brillant in ihrer Kreativität gezeichnet. Ihre Entwicklung von der genervten Ex-Angestellten zur Gründerin eines inoffiziellen Business für enttäuschte Seelen ist rasant und fesselnd. Die Dialoge sind pointiert, die Beobachtungen messerscharf, und die Autorin schafft es mühelos, eine leichte und kurzweilige Erzählung mit tiefgründiger Kapitalismuskritik zu verbinden. Sie zeigt, wie dekadent unsere Gesellschaft ist! Zeigt aber auch, anhand der 4 jungen Frauen, wie schwer es ist, sich aus dem Konsumsystem befreien zu können. Und mir kommen Fragen in den Sinn wie: Wollen wir überhaupt aus unserer Wohlfühl-Bubble raus? Jeder schimpft über solche überteuerten Städte, wie München. Aber keiner boykottiert dieses Getue. Im Gegenteil, das beste Beispiel dafür ist ein Fest, welches als weltbekanntes Volksfest dargestellt wird, aber nur noch für Besserverdienende erschwinglich ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt hervorragend zur Story.

Fazit
Julia Bährs Roman "Hustle" ist ein absoluter Volltreffer und eine bissige, hochaktuelle Gesellschaftssatire, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ebenso witzig wie unterhaltsam und eine unglaublich kluge und ehrliche Auseinandersetzung mit dem prekären Leben junger Frauen in einer hyperteuren Stadt wie München und der Frage, wie man im Kapitalismus überhaupt überleben soll, wenn man sich an alle Regeln hält.
Dieses Buch ist eine bittersüße und zugleich hochkomische Lektüre. Wer Lust auf eine clevere Geschichte über weibliche Rache und Selbstermächtigung hat sollte dieses Buch lesen. Von mir gibts eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Cozy Crime Meisterwerk

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Worum geht es?
Im Mittelpunkt steht die 76-jährige Rosemary "Mimi" MacLaine, deren ruhiges Leben jäh gestört wird. Ihre reiche Nachbarin Jane schickt ihr eine Einladung zu einer Party im Herrenhaus – verbunden ...

Worum geht es?
Im Mittelpunkt steht die 76-jährige Rosemary "Mimi" MacLaine, deren ruhiges Leben jäh gestört wird. Ihre reiche Nachbarin Jane schickt ihr eine Einladung zu einer Party im Herrenhaus – verbunden mit einer unmissverständlichen Erpressung: Entweder Mimi erscheint, oder ihr größtes, seit Jahrzehnten gehütetes Geheimnis wird enthüllt.
Da eine Absage keine Option ist, bittet Mimi ihre Enkelin Addie, die einen Faible für Rätsel hat, um Unterstützung. Im Herrenhaus wartet bereits eine illustre Gesellschaft: sieben weitere Gäste, die alle ebenfalls mit einem dunklen Geheimnis erpresst wurden.
Als ein heftiger Schneesturm das Herrenhaus von der Außenwelt abschneidet und die Gastgeberin ermordet aufgefunden wird, beginnt das Spiel: Der Mörder muss unter den Eingeschlossenen sein. Mimi, mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe und Addie, mit ihrem logischen, an Escape Games geschulten Verstand, werden zu einem unschlagbaren Ermittler-Duo. Um den Täter zu entlarven, müssen sie die Fassaden der Gäste einreißen und das dunkle Geheimnis hinter der eigentlichen Erpressung aufdecken, bevor der Killer erneut zuschlägt.

Meine Meinung
Kelly Mullen liefert mit "Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste" einen brillanten Krimi, der modernen Charme versprüht.
Was dieses Buch so herausragend macht, ist das Ermittler-Duo. Mimi ist herrlich exzentrisch, elegant und besitzt eine menschliche Weisheit, die Menschen zum Reden bringt. Addie ist das perfekte Gegenstück: pragmatisch, witzig und nutzt ihre Gaming-Erfahrung, um den Mordfall als ein "Live-Action-Escape-Room" zu betrachten. Die Dynamik zwischen Oma und Enkelin ist dabei unglaublich warmherzig und sorgt für viele Lacher.
Dank des flüssigen Schreibstils liest sich dieses Buch wie im Flug und hält die Auflösung bis zur letzten Minute geheim.
Die Handlung ist ein Fest für Fans des Locked-Room-Mystery: Jeder Gast hat ein verborgenes Motiv, die Hinweise sind klug gestreut und die Spannung baut sich stetig auf, ohne jemals zu blutig oder düster zu werden. Kelly Mullen schafft eine Atmosphäre, als wäre man im Kino.
Auch das Cover passt wunderbar zur Story.

Fazit
"Die Einladung" ist das perfekte Beispiel für einen Cozy Crime, der die besten Elemente seiner Vorbilder feiert und sie gleichzeitig erfrischend modern interpretiert.
Ich sag nur : süchtig machend.
Für mich ist dies ein absolutes Lese-Highlight. Ich kann es kaum erwarten, dieses wunderbare Duo in einem hoffentlich folgenden Band wieder in Aktion zu erleben. Eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Girls Trip : "Pretty Little Liars" trifft "Gone Girl" auf hoher See

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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Worum geht es?
Giselle, Vivi und Emi kennen sich schon Jahre und sind befreundet. Als letzte im Bunde stößt Maggie dazu. Alle vier wollen nach ihrem Highschool-Abschluss einen glamourösen Mädels-Trip ...

Worum geht es?
Giselle, Vivi und Emi kennen sich schon Jahre und sind befreundet. Als letzte im Bunde stößt Maggie dazu. Alle vier wollen nach ihrem Highschool-Abschluss einen glamourösen Mädels-Trip auf der luxuriösen Yacht, von Giselle's Familie unternehmen. Was als perfekter Urlaub beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum, denn Giselle verschwindet in der letzten Nacht spurlos.
Allerdings gibt es auf der Überwachungskamera der Yacht eine schockierende Aufnahme. Darauf zu sehen ist die Täterin, ausgerechnet Maggie. Und sie zeigt, wie sie ihre Freundin über Bord stößt. Das Problem dabei : Maggie kann sich an nichts erinnern, sie weiß nicht, was in dieser Nacht geschehen ist. Als die Polizei im Zielhafen wartet, muss sie dringend herausfinden, was wirklich passiert war.

Meine Meinung
Die Besonderheit des Buches ist die Erzählweise: Die Geschichte wird größtenteils rückwärts erzählt, beginnend mit dem Moment des Verschwindens und zurück bis zum Start der Reise.
Ergänzend durch Verhörprotokolle, die in der Gegenwart spielen und Tagebucheinträge wird die Spannung hervorragend aufrechterhalten.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und atmosphärisch. Die vier Freundinnen sind nicht alle sympathisch, aber jede für sich ist glaubhaft gezeichnet. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Maggie, somit wird die Story besonders intensiv. Die Leser erleben ihre Verwirrung, ihre Angst und ihr verzweifeltes Bemühen, die Wahrheit herauszufinden, hautnah mit. Durch ihre Erinnerungslücken ist Maggie allerdings eine unzuverlässige Erzählerin, was dem Thriller noch zusätzliche Spannung verleiht.
Das Cover und den Farbschnitt finde ich hervorragend.

Fazit
"Girls' Trip" ist ein geschickt konstruierter, fesselnder Jugendthriller, der auch für Erwachsene lohnenswert ist. Jan Gangsei spielt gekonnt mit der unzuverlässigen Erzählerin und hält die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht.
Die Erzählstruktur, die meist rückwärts verläuft, verleiht der Handlung eine zusätzliche, clevere Ebene, die man nicht oft findet und ist daher ein Pluspunkt.
Die Charaktere - die Anführerin, die Mitläuferin, die Eifersüchtige – erfüllen ihren Zweck innerhalb der Geschichte. Auch wenn einige Wendungen vorhersehbar sind, ändert es nichts daran, dass das Buch ein hohes Tempo beibehält und bis zum Schluss spannend bleibt. Eine Lektüre, die den Kopf fordert, aber nicht überfordert.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Gesellschaftssatire

I Know Where You Buried Your Husband
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Worum geht es?
Die Story dreht sich um eine Gruppe von fünf Frauen, die seit der Schulzeit miteinander befreundet sind.
Sophia, Safa, Ella, Ajola und Caoimhe.
Sie verbringen einen schönen Mädelsabend ...

Worum geht es?
Die Story dreht sich um eine Gruppe von fünf Frauen, die seit der Schulzeit miteinander befreundet sind.
Sophia, Safa, Ella, Ajola und Caoimhe.
Sie verbringen einen schönen Mädelsabend zusammen und danach gehen sie noch zu Sophia nach Hause. Dort entdecken sie die Leiche von Sophias Ehemann. Nun ist guter Rat teuer und sie stehen vor der Entscheidung, entweder die Polizei zu rufen oder ihn heimlich zu vergraben. Sie beschließen, Letzteres zu tun. Nachdem sie ihn gemeinsam begraben haben, trennen sich ihre Wege.
Doch sieben Jahre später müssen sie wieder ein gemeinsames Treffen organisieren, denn sie werden erpresst und wollen herausfinden, wer sie damals beobachtet hat.

Meine Meinung
Das Buch untersucht die Dynamik der Freundschaft, die Macht von Geheimnissen und die Grenzen, wie weit man gehen würde, um seine Freunde zu schützen. Auch werden interessante Themen aus der heutigen Gesellschaft aufgegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und zum Teil spannend. Die Kapitel sind nach den jeweiligen Frauen unterteilt, wodurch die Entwicklung der Charaktere und ihr Leben in Vergangenheit und Gegenwart beleuchtet werden.
Da der Roman mit schwarzen Humor beworben wird, wirkte dieser allerdings oft überzogen, anstatt die makabere Handlung auf eine unterhaltsame Art und Weise zu verpacken. Vielleicht ist das ein Markenzeichen des britischen Humors? Ich weiß es nicht. Jedenfalls gelingt es den Charakteren nicht, mich zu überzeugen.
Zusätzlich verliert die Handlung öfter den roten Faden. Während einige Szenen fesselnd sind, gibt es andere, die in die Länge gezogen wirken. Manchmal fragt man sich, was die Autorin eigentlich erzählen möchte. Es sind mir einfach zu viele kritische Themen aus der heutigen Gesellschaft aufgegriffen.
Das Cover wiederum passt meiner Meinung nach zur Story, durch die dunklen Farben wirkt es düster und geheimnisvoll.

Fazit
Marie O'Hares Debütroman „I Know Where You Buried Your Husband“ verspricht eine düstere, humorvolle Geschichte über weiblichen Zusammenhalt gepaart mit viel Kritik an der heutigen Gesellschaft. Und damit hat die Story für mich ein gutes Grundgerüst, welches mitunter spannend ist, doch leider konnte das gesamte Buch meine Erwartungen nur bedingt erfüllen. Es gab gute Ansätze, die aber nicht konsequent genug umgesetzt wurden. Dadurch entstanden immer wieder Längen.
Wer sich an überzogenen Charakteren und einem sehr unlustigen schwarzen Humor stört, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen. Dennoch ist die Geschichte für einen regnerischen Nachmittag eine solide Unterhaltung.
Von mir gibt es wegen der angeführten Kritikpunkte 3 Sterne.

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