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Veröffentlicht am 10.12.2023

Einmal die Welt retten ist nicht genug

Sikander gegen die Götter, Band 2 - Der Zorn der Drachengöttin
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Sikander will nichts anderes als ein entspanntes Wochenende in England – mit seinen Freunden Daoud, Belet und einen Backstage-Erlebnis beim Lady Gaga-Konzert, das hat er sich verdient, nachdem er die Welt ...

Sikander will nichts anderes als ein entspanntes Wochenende in England – mit seinen Freunden Daoud, Belet und einen Backstage-Erlebnis beim Lady Gaga-Konzert, das hat er sich verdient, nachdem er die Welt gerettet hat. Stattdessen häufen sich Naturkatastrophen, er wird auf eine illegale Auktion mit Kriegsverbrechen und Drogenbaronen geschleppt – und steht schließlich auch noch seinem toten Bruder Mo gegenüber. Wenn Sikander glaubt, dass das schon alles war, wird er im nächsten Moment eines besseren belehrt, denn die Hölle bricht gerade erst los.

Schon der Tonfall hat mich sofort gepackt. Ironisch, sarkastisch, voller schwarzem Humor und Understatements kommt man trotz aller Dramatik aus dem Lachen kaum heraus. Ein absolut großartiges Fantasyspektakel mit mesopotamischer Mythologie. Eine hierzulande wenig bekannte Götterwelt, die gerade deswegen dem Buch einen ganz besonderen Reiz gibt, da sie den Leser immer wieder überrascht.

Wer jetzt meint, er müsste vor dem etwas exotisch anmutenden Setting zurückschrecken, der sei beruhigt: Es gibt einen kleinen Anhang, in dem Fremdwörter, mythologische Feinheiten und ähnliches erklärt wird. Diese speziellen Begrifflichkeiten sind dezent verwendet und geben der Geschichte ihr authentisches Flair.

Sikander ist ein großartiger Held, der neben seiner höchsteigenen sympathischen Zeichnung dem Leser auch einen kleinen Einblick in das moslemischen Denken und die arabische Kultur gibt. Ganz wunderbar ist es, dass dieses Element tief in die Geschichte eingewoben wurde und nicht einfach als Mainstream-Thema aufgeklebt, um aktuellen Vorgaben zu genügen.
Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und hoffe sehr, dass es auch noch einen dritten Band geben wird. Die Geschichte ist immer für eine Überraschung gut und Sik ist ein so cooler Charakter, dass ich gerne mehr von ihm lesen würde.

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Träume und Albträume

Nico und Will – Reise ins Dunkel
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An Albträume ist Nico di Angelo – der Sohn des Hades – gewöhnt, doch in letzter Zeit hört er immer wieder Hilferufe, die ihn quälen. Es kann nur der Titan Bob sein, den Percy bei seinem letzten Abenteuer ...

An Albträume ist Nico di Angelo – der Sohn des Hades – gewöhnt, doch in letzter Zeit hört er immer wieder Hilferufe, die ihn quälen. Es kann nur der Titan Bob sein, den Percy bei seinem letzten Abenteuer im Tartarus zurücklassen musste. Für Nico bedeutet das, dass er zum zweiten Mal in die Tiefen des Tartarus herabsteigen und sich dem Grauen stellen muss. Diesmal ist er aber nicht allein. Sein Freund Will lässt es sich nicht nehmen ihn zu begleiten, aber wie wird der Sohn des Apollo auf die Finsternis der Verzweiflung reagieren, die sogar den Sohn des Hades fast um den Verstand gebracht hat? Außerdem besteht immer noch die Möglichkeit, dass nicht Bob um Hilfe fleht, sondern ein ganz anderes Wesen die beiden Halbgötter in eine tödliche Falle locken will.

Ich habe mich riesig gefreut, dass es eine neue Geschichte aus dem Percy Jackson-Universum gibt und dann auch noch mit einem meiner Lieblingscharaktere: Nico di Angelo.
Das Buch hat mich nicht enttäuscht. Es ist wieder spannend, witzig, rasant und immer für eine Überraschung gut. Nico und Will sind ein so süßes Pärchen und ihre Reise stellt ihre Beziehung immer wieder auf die Probe.

Ein bisschen genervt hat mich die Genderthematik. Dass Nico und Will homosexuell sind, ist schon aus den Vorgängerbüchern klar gewesen und auch weiterhin sehr schön umgesetzt, mit all den Problemen, Selbstzweifeln und kritischer Außenwahrnehmung wie sie zu erwarten ist. Dass aber plötzlich zwei Drittel aller auftretenden Charaktere in die LGBTQIA+-Kategorie fällt, ob sie nun als handelnde Charaktere oder 2-Satz-Nebenfigur auftritt, fand ich sehr gewollt und der aktuellen Diskussion geschuldet. Es kam einfach nicht glaubwürdig rüber.

Dieses Buch lässt sich nur gut lesen und verstehen, wenn man die Vorgängerbände kennt. Es gibt viele Rückbezüge, einige Rückblicke und wer sich nicht spoilern will, sollte sich unbedingt vorher mit den Vorgänger-Serien vertraut machen. Es lohnt sich!
Ich liebe das neue Buch aus dem Percy Jackson-Universum und es sieht nach Folgebänden aus! Ich kann die Fortsetzung nicht erwarten!

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Ein Blick in eine andere Welt

Um 1500
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Romedio Schmitz-Esser nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Ausgangspunkt für den Blick auf die Zeit um 1500 ist Albrecht Dürer, von dem neben einem reichen Bildnachlass auch schriftliche ...

Romedio Schmitz-Esser nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Ausgangspunkt für den Blick auf die Zeit um 1500 ist Albrecht Dürer, von dem neben einem reichen Bildnachlass auch schriftliche Zeugnisse erhalten sind, die einen direkten und persönlichen Einblick in diese uns so fremde Zeit gewähren. In relativ kurzen Kapiteln werden unzählige Aspekte des damaligen Lebens beleuchtet. Dabei werden nicht nur die politischen, kulturellen und kunstgeschichtlichen Aspekte berücksichtigt, sondern auch ganz alltägliche Dinge: Wie sah der Alltag aus? Die Genderrollen? Der Haushalt? Oder auch wie wurde die Tierwelt wahrgenommen? Dürer hat phantastische Tier- und Pflanzenbilder gemalt, doch wie müssen wir uns die Wahrnehmung der damaligen Menschen wirklich vorstellen? Dabei hat Romedio Schmitzer-Esser gerne eine Überraschung für den Leser in der Hinterhand. Dinge, von denen wir glauben, darüber genau Bescheid zu wissen, stellen sich als tradierte Vorurteile heraus, die teilweise bewusst initiiert wurden. Gerade bei Genderrollen, Ehe- und Dorfleben kann sich der Leser auf einige neue Informationen gefasst machen.

Für mich ein äußerst gelungenes, breit gefächertes Geschichtsbuch, dem eine Verbindung zwischen Dürer Biographie, Kunst und Geschichte glückt. Der Stil ist sachlich, aber lesbar. Der Autor hat bewusst auf einen umfassenden Anmerkungsteil verzichtet und sich nur auf wesentliche Punkte beschränkt. Das Bibliographie-Kapitel lädt zu weiterer Lektüre ein. Da dieses Buch einen sehr umfassenden Blick auf unterschiedlichste Aspekte der Zeit bietet, bleiben manche Informationen rudimentär, teilweise Hypothese. Zu manchen Punkten hätte ich gerne mehr gelesen, bei manchen Stellen hätten schon ein/ zwei Sätze mehr genügt, um die Information abzurunden. Zwar wird jedes Kapitel mit einem Dürer-Bild eingeleitet, das auch Ausgangspunkt für das behandelte Thema wird, es werden aber auch immer wieder weitere Bilder erwähnt, die hier nicht abgedruckt sind. Das ist etwas schade, da sie zur Erläuterung weiterer Aspekte herangezogen werden und dem Leser nicht vor Augen sind. Da es sich hier allerdings weder um einen Kunstband noch eine Dürer-Biographie im engeren Sinn handelt, mussten hier wohl Abstriche gemacht werden.

Trotz dieses Kritikpunktes finde ich das Buch großartig! Zum interessanten Thema und Inhalt kommt eine hochwertige Ausstattung. Wertiges Papier und das große Format setzen die in Farbe abgedruckten Kunstwerke Dürers sehr schön in Szene. Ein Lesebändchen rundet dieses tolle Buch ab.

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Zeit um 1500, das Leben Dürers als Künstler und Privatmensch und führt in das Werk des Künstlergenies ein. Ein tolles Buch!

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Ein Weihnachten, das alles verändert

Kisses in the Snow
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Der Zufall führt sechs junge Menschen in einem verschneiten Bergdorf zusammen und eine Lawine, die das Dörfchen von der Außenwelt abschneidet verändert alles für sie, denn nun sind sie gezwungen sich der ...

Der Zufall führt sechs junge Menschen in einem verschneiten Bergdorf zusammen und eine Lawine, die das Dörfchen von der Außenwelt abschneidet verändert alles für sie, denn nun sind sie gezwungen sich der Realität und ihren Gefühlen zu stellen. Für Ava und Mason hätte dieser Urlaub der Neuanfang ihrer Beziehung sein sollen, Hunter ist nur in seine verhasste Heimat zurückgekehrt, um seiner besten Freundin Grace ein schönes Weihnachten zu bescheren, doch seine Vergangenheit holt ihn ein. Für alle ist es der falsche Zeitpunkt und der falsche Ort – doch vielleicht kann der Zauber der Weihnacht alles verändern.

Ein traumhaftes Weihnachts-Winter-Buch zum Einkuscheln und Träumen. Aus drei Perspektiven wird eine tolle Geschichte erzählt. Jeder der Charaktere muss sich mit seinen Dämonen und seinen Entscheidungen auseinandersetzen, loslassen, sich ein Herz fassen und vielleicht neu anfangen. Jeder Charakter erobert sofort das Herz des Lesers, auch wenn man es erst gar nicht glauben möchte.

Das Buch wurde zwar von drei Autorinnen geschrieben aber es liest sich wie aus einem Guss. Den dreien ist es geglückt eine traumhafte Weihnachtsgeschichte ohne Brüche zu erzählen. Einfach großartig.

Nicht ganz so gut gefiel mir, dass es auch hier wieder ausführliche Bettszenen gab – in meinen Augen völlig unnötig in dieser Detailgenauigkeit – trotzdem kann ich dem Buch dafür keine Sterne abziehen.

Ein ganz tolles Weihnachtsbuch, das ich gerne wieder zur Hand nehmen werde.

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Veröffentlicht am 01.10.2023

Beeindruckendes Politikgenie, umstrittener Staatsmann

Bismarck
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Otto von Bismarck ist aus der deutschen Geschichte nicht wegzudenken. Er hat das Wahlrecht eingeführt, er hat die Sozialversicherung durchgesetzt, aber er ist auch wesentlich dafür verantwortlich, dass ...

Otto von Bismarck ist aus der deutschen Geschichte nicht wegzudenken. Er hat das Wahlrecht eingeführt, er hat die Sozialversicherung durchgesetzt, aber er ist auch wesentlich dafür verantwortlich, dass sich der Konservativismus in Deutschland durchsetzte, der Fortschritt aufgehalten wurde und sich die Monarchie verfestigte. Wer war dieser Politiker, der in der deutschen Geschichte mal als Held und mal als Teufel gezeichnet wird, wirklich?

Jonathan Steinberg gelingt mit seiner umfassenden Biographie ein beeindruckendes, sehr facettenreiches Bild dieses umstrittenen Politikers, bei dem sich die Geschichtsschreibung nicht einigen kann. Wie der Autor selber sagt, ist er als Biograf in einer einzigartigen Position: Steinberg stehen unzählige, digitalisierte Dokumente zur Verfügung, die weder von Staatsgrenzen noch von politischen Faktoren limitiert sind und er muss kein bestimmtes politisches Bild bedienen. Das führt dazu, dass er die schwer zu fassende Gestalt Bismarcks auf vielen Ebenen zeigen kann. Als genialen Politiker, als maßlosen Choleriker, als jähzornigen, pubertierend-verwöhnten Junker, als brillanten Taktiker und als gnadenlosen Egozentriker, dem für seine persönlichen Ziele nichts heilig war.
Die Biographie gibt einen umfassenden Einblick in die vielschichtige Persönlichkeit Bismarcks, aber auch in die Welt des 19. Jahrhunderts selbst. Das Junkertum, Preußens Aufstieg, in die vielen kleinen Zufälligkeiten der Geschichte, die den Leser immer wieder vor die Frage „Was wäre gewesen, wenn…?“ stellen. Nicht zuletzt gibt es viele Abschnitte, die gerade auch im Hinblick auf heutige Ereignisse, Gänsehaut verursachen und nachdenklich machen. Dazu kommen gesellschaftliche Ereignissen, die einen schmunzelnd an Soap Operas erinnern mit ihren Liebschaften, Duellen und Spötteleien. Andere ernsthafte Aspekte wie Homosexualität im 19. Jahrhundert geben kulturelle Einblicke, die man in dieser Biografie nicht erwartet hätte.

Wer sich näher mit dem 19. Jahrhundert an sich und Bismarck im speziellen beschäftigen will, sollte unbedingt zu dieser Biografie greifen. Brillant geschrieben, sehr ausgewogen in seiner sachlich-fundierten Art und lesbarem Sachbuch, bekommt der Leser einen umfassenden, sehr differenzierten Blick auf Bismarck und das 19. Jahrhundert selbst. Außerdem wird gezeigt wie viele Grundlagen für die Ereignisse im 20. Jahrhundert hier bereits, unbewusst, gelegt wurden. Beeindruckend, fesselnd und sehr informativ.

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