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Veröffentlicht am 03.04.2026

Ein erschütterndes Zeitzeugnis mit erschreckender Aktualität

Das Tränenhaus. Roman
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Cornelia Reimann ist eine erfolgreiche Schriftstellerin im wilhelminischen Kaiserreich, die für die Gleichberechtigung der Frau und ein selbstbestimmtes Leben eintritt. Doch jetzt steht sie selbst plötzlich ...

Cornelia Reimann ist eine erfolgreiche Schriftstellerin im wilhelminischen Kaiserreich, die für die Gleichberechtigung der Frau und ein selbstbestimmtes Leben eintritt. Doch jetzt steht sie selbst plötzlich im Abseits – schwanger und unverheiratet gehört sie zu den Verstoßenen, die einer grausamen Gesellschaft ausgeliefert sind. Sie findet in der schwäbischen Provinz eines der diskreten Frauenheime, in dem sie mit Hilfe einer patenten Hebamme ohne Aufsehen ihr Kind zur Welt bringen und einer Pflegefamilie übergeben könnte. Das ist der einzige Weg, um ihr eigenes Leben weiterführen zu können und ihren Ruf zu retten. Im Frauenheim wird sie allerdings mit einer unschönen Realität konfrontiert: Die Hebamme ist geldgierig, desinteressiert und wenig am Wohlergehen ihrer Schützlinge und der Kinder interessiert. Cornelias Leidensgenossinnen stammen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten: mal derb, ungebildet und gehässig, mal herzlich und hilfsbereit. Je weiter ihre Schwangerschaft fortschreitet desto mehr macht sich Cornelia Gedanken um die Situation lediger Mütter allgemein, junger Frauen grundsätzlich und nicht zuletzt um ihr eigenes Kind und was es für ihre Zukunft bedeuten kann.
Ein fesselnder Roman, der heute zu Unrecht vergessen ist. Das Buch gibt einen interessanten und auch schockierenden Einblick in die wenig bekannte Realität lediger Mütter im wilhelminischen Kaiserreich. Die meisten Romane begnügen sich die gesellschaftlichen Folgen für die Frauen in mehr oder weniger dramatischen Farben zu zeichnen. Hier wird der Fokus sehr viel intimer gelegt: Wie empfindet die Frau in der Situation? Zwischen welchen gesellschaftlichen Kräften und persönlichen Gefühlen steht sie?
Es ist wunderbar mit Cornelia selbst mitzuerleben wie sie sich von der sehr distanzierten Haltung gegenüber der Schwangerschaft als etwas Fremdes, Falsches wegentwickelt, immer andere Perspektiven einnimmt und sich quasi immer mehr der Rolle als Mutter annähert. Doch damit endet die Entwicklung nicht: Cornelia reflektiert ihre Situation und die ihrer Leidensgenossinnen und ist immer weniger gewillt sich den gesellschaftlichen Konventionen zu beugen.
Das Buch ist keine einfache Lektüre. Die gehobene Sprache hat mir gut gefallen. Viele Dialektpassagen haben die unterschiedlichen Charaktere sehr gut gesellschaftlich verortet. Das Thema ist hart. Zu wissen, dass das vor noch gar nicht so lange Zeit Alltag war, ist erschreckend. Das Nachwort unterfüttert die Geschichte dann noch mal, da klar wird, dass Gabriele Reuter hier aus persönlicher Erfahrung berichtet hat. Das erklärt die Intensität des Romans.
Ein Buch, das einen sehr wichtigen Aspekt unserer Geschichte vor dem Vergessen bewahrt. Wo die meisten Romane und Informationen enden, erzählt dieser hier weiter. Bei allem Schrecken und aller furchtbaren Details bleibt die Grundstimmung der Geschichte optimistisch und kämpferisch. Das macht die Botschaft und das Erleben des Buches noch einmal so intensiv.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Spannende Academy-Geschichte

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Penelope wusste schon immer wohin ihr Weg gehen wird – ihre Eltern hatten nie einen Zweifel daran gelassen: Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Paris würde sie in der bekannten Academy Aximander dem Athena ...

Penelope wusste schon immer wohin ihr Weg gehen wird – ihre Eltern hatten nie einen Zweifel daran gelassen: Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Paris würde sie in der bekannten Academy Aximander dem Athena Haus zugeteilt werden und dann würde sie unter Beweis stellen können, dass sie genauso brillant, durchorganisiert und fähig wie Paris und der Rest ihrer Familie ist. Doch an dem Tag, an dem das alles beginnen soll, verläuft nichts nach Plan. Nach einer wahren Odyssee schafft es Penelope zwar zur Aufnahmezeremonie – aber erwählt wird sie ausgerechnet von Aphrodite, der am wenigsten planvollen, unernstesten und verspieltesten Göttin, die es an der Aximander gibt. Das muss einfach ein Irrtum sein. Während Penelope alles daran setzt herauszufinden, was da schief gelaufen ist, muss sie feststellen, dass dieser erste Tag voller katastrophaler Ereignisse nur der Anfang war.

Ich bin verrückt nach Academy-Geschichten und so konnte ich dieser hier nicht widerstehen. Schon die ersten Seiten haben mich völlig gefesselt, sodass ich geradezu durch das Buch geflogen bin. Ein wunderschönes, witziges und spannendes Academy-Fantasy-Abenteuer, das mich begeistert hat. Basis ist die griechische Mythologie, von der man meint, dass sie mittlerweile in jeder Facette auserzählt wurde. Wie zeitlos, überraschend und komplex sie wieder-, weiter- und neu erzählt sie werden können, stellt Tracy Wolff brillant unter Beweis.
Das Grundgerüst der Geschichte ist absolut stimmig und macht auch Kenner der Materie auf leicht zu überlesene Aspekte der Mythen aufmerksam, sodass es für jeden Leser etwas zu entdecken gibt. Vorwissen ist nicht erforderlich, aber auch nicht schädlich.

Die Charaktere sind liebevoll und lebendig gezeichnet. Genau wie Penelope steht man den absolut überdrehten Aphroditen erst skeptisch gegenüber und taucht dann in eine Gemeinschaft ein, die warmherziger und empathischer gar nicht sein könnte.

Grundidee und diverse Motive sind nicht neu: unterschiedliche Häuser, Rivalitäten, Wettkämpfe, Götter – Standardelemente, die ich zu finden erwarte. Wichtig ist mir, was der Autor daraus macht und hier kommt Tracy Wolffs großartiges Talent zur Geltung aus Standard und Klischee mit einer gehörigen Portion Originalität und Humor ein unvergessliches Leseabenteuer zu kreieren.

Erfrischend ist, dass in dieser Geschichte – zumindest bisher – völlig auf Spice verzichtet wird. Keine seitenlangen Beschreibung von Bauchmuskeln und Hintern, kein Biologieunterricht zu Hormonen. Wahrscheinlich wird das Buch deswegen damit beworben, dass es sich an eine jüngere Zielgruppe richtet. Keine Sorge: Den gutaussehenden Bad-Boy gibt es immer noch – sonst würde es ja langweilig werden.

Ich kann den zweiten Band nicht erwarten. Diese Geschichte war bereits großartig und hat trotzdem noch Potential für mehr!

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Ein fesselndes Finale

Foxfighter - Rivalen des Waldes
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Finn, Fabelfell und die Nachtpfoten haben den Kampf gegen die Schattenwölfe gewonnen und das Siegel wieder geschlossen, aber zu einem sehr hohen Preis. Dem Frieden ist nicht zu trauen, denn der Verräter ...

Finn, Fabelfell und die Nachtpfoten haben den Kampf gegen die Schattenwölfe gewonnen und das Siegel wieder geschlossen, aber zu einem sehr hohen Preis. Dem Frieden ist nicht zu trauen, denn der Verräter Kralle holt zum nächsten Schlag aus, um die bösen Waldgeister zu befreien. Diesem Kampf wären die Nachtpfoten alleine nicht gewachsen, doch eine Allianz der Fuchsfamilien hat es seit Ewigkeiten nicht gegeben. Können Rivalitäten und Misstrauen überwunden werden? Finn will all seine Kräfte als Silberfuchs einsetzen, um seiner neuen Familie zu helfen, aber sein Kampf scheint ein anderer zu sein.

Das fesselnde Finale dieser phantastischen Animal-Fantasy-Dilogie hat mich begeistert und berührt. Akram El-Bahay hat eine ganz besondere Welt aufgebaut, in der Magie und Realität zu einem einzigartigen Abenteuer verwoben werden.

Die Charaktere sind unvergesslich. Finn, der aus so vielen Gründen zwischen den Welten steht; Fabelfell, die in diesem Band leider nicht ganz so viel Raum bekommt wie im ersten, aber als Bindeglied zwischen Finn und der Welt der Füchse unverzichtbar ist; Solo, der unwiderstehliche Streuner, der alleine dadurch, dass er nicht ohne weiteres eingeordnet werden kann schon Spannung erzeugt ohne Sympathie zu verlieren; und natürlich Stachel, der Igel mit dem Ego eines Löwen, der so viel mehr als ein Sidekick ist. Und noch viele, viele andere machen diese Geschichte zu einem großartigen Lesererlebnis.

Ein aufregendes, spannendes Finale mit einem überraschenden Ende. Ich kann das Buch jedem Leser von Animal-Fantasy wärmstens ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Das Finale ist gut gelungen

Marmalade Boy Little 07
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Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu und alle müssen sich für etwas entscheiden. Hat Aoi seine Liebe zu Rikka überwunden und ist zu seiner Ex-Freundin zurück? Hat die Fernbeziehung zwischen Rena und Shiga ...

Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu und alle müssen sich für etwas entscheiden. Hat Aoi seine Liebe zu Rikka überwunden und ist zu seiner Ex-Freundin zurück? Hat die Fernbeziehung zwischen Rena und Shiga gehalten? Und welche Entwicklungen gab es in der Generation davor bei Miki und Yuu. Außerdem müssen sich auch Rikka und Sau entscheiden, wohin es nach der Schule gehen soll.

Der siebte und finale Band deckt einen ziemlichen großen Zeitabschnitt ab. Der erste Teil des Bandes erzählt die Hauptgeschichte zu Ende. Mit einem Sprung von zwei Jahren werden dann viele Entwicklungen sehr kompakt zusammengefasst, sodass ich mir doch gewünscht habe, dass es noch ein oder zwei Bände mehr gegeben hätte. Auf der anderen Seite bleibt auch kein Erzählstrang offen.

Alles in allem ein gelungener Abschluss dieses niedlichen Sequels.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Der Manga zum Kultanime endlich auf Deutsch!

Königin der 1000 Jahre 1
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Bei einer Explosion verliert Hajime seine Eltern und muss zu seinem Onkel in die Sternwarte ziehen. Dort lernt er die bildhübsche und geheimnisvolle Yayoi kennen. Es bleibt ihm aber nicht viel Zeit sich ...

Bei einer Explosion verliert Hajime seine Eltern und muss zu seinem Onkel in die Sternwarte ziehen. Dort lernt er die bildhübsche und geheimnisvolle Yayoi kennen. Es bleibt ihm aber nicht viel Zeit sich auf sein neues Leben einzustellen, denn ein merkwürdiger zehnter Planet ist aufgetaucht und scheint auf Kollisionskurs zur Erde zu sein.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal das Glück haben würde den Manga zum Kultanime meiner Kindheit in Händen zu halten. Die Geschichte hat mir wie ich erwartet habe, den Atem geraubt. Die Einleitung ist weniger ausschweifend als im Anime, aber damit ist man sofort mitten im Geschehen.

Die Zeichnungen sind aus heutiger Sicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber man darf nicht vergessen, dass diese Geschichte von 1980 ist, Stil und Techniken sich also sehr gewandelt haben. Amüsant ist allerdings, dass der Stil, gerade bei den manchmal doch sehr obskur hingeworfenen Charakteren, wie Hajime oder auch Yayois Eltern, auf Textebene reflektiert und zum komischen Element gemacht werden. Während Hajime nehmen Yayois überschlanker, filigraner Schönheit geradezu zum Gartenzwerg wird, sind die Charaktere rund um Yayoi sonst durchaus gleichwertig gezeichnet, sodass schon am Zeichenstil zu erkennen ist, welcher Charakter zu welcher Seite gehört.

Die Buchausgabe vom Carlsen-Verlag setzt dem Kultstatus des Mangas einen gebührenden Rahmen. Eine hochwertige, großformatige Hardcover-Ausgabe, mit ausführlichen Hintergrundinformationen zu Leben und Werk des Autors im Allgemeinen und der „Königin der 1000 Jahre“ im speziellen, sowie tolle Farbseiten machen diesen Manga zu einem einzigartigen Erlebnis. Ich freue mich sehr auf den zweiten Band!

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