Profilbild von Buchgespenst

Buchgespenst

Lesejury Star
offline

Buchgespenst ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buchgespenst über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2019

Träume werden wahr

Neuanfang in Briar Creek
0

Anna Madison ist mit ihrem Leben zufrieden. Mit dem Fireside Café und dem neuen Café in der Buchhandlung ihrer Schwester ist sie ihrem Traum nah. Doch dann brennt ihr Café nieder und sie steht fassungslos ...

Anna Madison ist mit ihrem Leben zufrieden. Mit dem Fireside Café und dem neuen Café in der Buchhandlung ihrer Schwester ist sie ihrem Traum nah. Doch dann brennt ihr Café nieder und sie steht fassungslos vor den Trümmern. Der einzige, der ihr jetzt helfend zur Seite stehen kann ist ausgerechnet Mark Hastings, der ihr das Herz gebrochen und tiefere Wunden geschlagen hat als er selbst weiß.

Der zweite Band erzählt eine wunderbare, zur Herzen gehende Geschichte. In Briar Creek fühlt sich der Leser gleich zu Hause. Hier kann mit hinter die spröde und im ersten Band sehr schroff wirkende Fassade von Anna schauen und beginnt endlich zu begreifen. Gerade die Vielschichtigkeit der Geschichte hat mich berührt. Es geht um mehr als eine alte Liebesgeschichte, die neu erzählt wird und das macht das Buch zu etwas besonderem. Ein bisschen stören mich hier die alten Damen der Stadt, die alle Details über das Liebesleben der Einwohnerinnen wissen und steuern wollen. Der Sinn der weiblichen Existenz ausschließlich in der Verpaarung zu sehen, wirkt abstoßend auf mich. Dazu dieses aufdringliche Einmischen und Rumschnüffeln, das ist nicht mein Fall.

Fazit: Ein wunderbar vielschichtiger Roman mit einer sehr sympathischen Geschichte, auch wenn mir einige Aspekte missfielen.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Die Geschichte von Susan und Henrik

Rocky Mountain Love
0

Henriks Tage als Profi-Snowboarder sind vorbei. Für seinen Neuanfang kehrt er nach Independence zurück, das kleine Städtchen in den Rocky Mountains, das er nicht vergessen konnte, genauso wenig wie die ...

Henriks Tage als Profi-Snowboarder sind vorbei. Für seinen Neuanfang kehrt er nach Independence zurück, das kleine Städtchen in den Rocky Mountains, das er nicht vergessen konnte, genauso wenig wie die hübsche Susan. Diese hat sich nach der Tragödie ein neues Leben ausgebaut, doch das Trauma sitzt noch tief. Ob sie Henrik tatsächlich vertrauen kann? Gerade als sie das Risiko eingehen will, werden sie beide von der Vergangenheit eingeholt.

Mit diesem Band lässt Virginia Fox die sympathische Atmosphäre wieder aufleben, die die Rocky Mountain-Reihe von Anfang an auszeichnete und die ich in den letzten Bänden so vermisst habe. Endlich stehen wieder die Charaktere und das verrückte Städtchen im Mittelpunkt und nicht mehr die ewig gleichen Bettgeschichten. So kann die Reihe weitergehen, denn es gibt noch viele sympathische Charaktere über die ich gerne mehr erfahren würde.

Sprachlich bin ich noch nicht ganz so zufrieden. Es ist nicht ganz rund. Manchmal würde ich es gerne lektorieren. Ich brauche die hormonell aufgeladenen Szenen nicht in derber Sprache. Es störte mich schon als sich das auf die Szenen mit den Schurken beschränkte, aber sie jetzt auch bei den sympathischen Charakteren zu finden passt für mich nicht ins Bild.

Das Kriminalelement ist für mich ebenfalls nicht mehr so überzeugend eingebaut wie noch in den ersten Bänden. Immer öfter wirkt es an den Haaren herbeigezogen, so auch hier. Vielleicht ist es Zeit, diesen Teil der Geschichten zu überdenken und neu aufzubauen. Irgendwann sind schizophrene Stalker mit mörderischen Ambitionen nicht mehr glaubwürdig.

Fazit: Trotz meiner Kritik finde ich das Buch toll! Independence ist bereits ein Stück Heimat für mich und ich möchte es in meinem Regal nicht mehr missen. Mit diesem Band hat die Autorin es geschafft, sich wieder dem ursprünglichen Flair der Serie zu nähern und ich kann es nicht erwarten im nächsten Band in die Rocky Mountains zurückzukehren.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Ein neues Abenteuer in Lichterhaven

Vier Pfoten am Strand
1

Christina hätte es sich nie träumen lassen, dass sie den erfolgreichen Künstler Ben je kennenlernen würde. Doch dann steht er vor ihr, mit dem sturen jungen Rüden Boss und der Absicht den ganzen Sommer ...

Christina hätte es sich nie träumen lassen, dass sie den erfolgreichen Künstler Ben je kennenlernen würde. Doch dann steht er vor ihr, mit dem sturen jungen Rüden Boss und der Absicht den ganzen Sommer zu bleiben.

Dieses Buch aufzuschlagen ist wie ein Nachhause kommen. Man ist sofort Teil von Lichterhaven. Die Charaktere sind wie gute Freunde und man möchte das Buch nie wieder schließen.

Besonders haben es mir Petra Schiers Hundeperspektiven angetan. In diesem Fall ist es der junge Boss, der auf gar keinen Fall ein Herrchen haben möchte und mit witzig-trotzigen Szenen Lichterhaven unsicher macht.
Sommerurlaub pur!

Ein weiteres Lieblingsbuch aus Petra Schiers Feder. Umwerfende Charaktere, eine herzerwärmende Geschichte und eine neue niedliche Fellnase, die sofort mein Herz erobert hat. Die Szenen, in denen er das Wort hat, seine urkomisch und zu Herzen gehend tragisch. Die Mischung alleine sorgt schon für Tränen. Die Liebesgeschichte zwischen Christina und Ben hat es allerdings auch in sich.

Von der ersten bis zur letzten Seite beste Unterhaltung! Ich liebe es den Charakteren aus dem vorherigen Band wieder zu begegnen. Als kleiner Bonus gibt es sogar eine Verbindung zu Petra Schiers Weihnachtsbüchern: die Glasbläserin vom Weihnachtsmarkt ist auch hier vertreten – bisher nur am Rande, aber es hat Potential.
Ich liebe Petra Schiers Liebesromane! Ich kann die nächste Lichterhaven-Geschichte nicht erwarten.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Enttäuschend

Die Wellington-Saga - Verlangen
0

Antonia kämpft als uneheliche Tochter Carlos de Campos immer noch um Anerkennung. Ihr größter Traum ist es, mit ihren Brüdern im Team „La Victoria“ Polotourniere zu bestreiten, doch hat sie immer noch ...

Antonia kämpft als uneheliche Tochter Carlos de Campos immer noch um Anerkennung. Ihr größter Traum ist es, mit ihren Brüdern im Team „La Victoria“ Polotourniere zu bestreiten, doch hat sie immer noch das Gefühl nicht dazuzugehören. Als Lord Henderson seinen Platz im Team aufgeben muss, könnte das ihre Chance sein. Ihre große Liebe Enzo soll ihr dabei helfen. Doch gerade als alles gut zu werden scheint, holt ihre Vergangenheit sie ein.

Nachdem die ersten beiden Bände jeweils eine schöne Geschichte erzählt haben, freute ich mich natürlich auch auf den dritten. Ich bin selten so enttäuscht worden. Viel zu vollgestopft, am Ende mit einer schlechten, banalen Krimieinlage, hat mich nur die Sympathie für die anderen Charaktere über die Seiten gerettet. Schade. Ich hatte das Gefühl, dass man hier zu viel erzählen wollte: Antonia hat eine schlimme Vergangenheit in mehrfacher Hinsicht, die allerdings erschreckend Klischeehaft gestaltet wurde, Enzos Vergangenheit ist ebenfalls Thema und sehr vorhersehbar, bis alles zu einem banalen, absehbaren, gewollt pseudo-spannenden Höhepunkt kommt. Die ausführlichen Erotikszenen machen die Geschichte nicht besser.

Fazit: Im dritten Band fehlten eindeutig Ideen. Es wurde auf Klischees zurückgegriffen, bei denen man sich für nichts zu schade war. Das Buch lohnt sich nur, um die liebgewonnen Charaktere der ersten Bücher wiederzusehen. Ich habe mehr erwartet.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Verstrickt

Ben Fletchers total geniale Maschen
0

Ben ist ein durchschnittlicher Siebzehnjähriger mit einem guten Urteilsvermögen. Seine Freunde sind eher impulsiv und nehmen es nicht so genau. So kommt es, dass Ben plötzlich eine Anzeige und Bewährungsauflagen ...

Ben ist ein durchschnittlicher Siebzehnjähriger mit einem guten Urteilsvermögen. Seine Freunde sind eher impulsiv und nehmen es nicht so genau. So kommt es, dass Ben plötzlich eine Anzeige und Bewährungsauflagen am Hals hat, obwohl er es doch besser wusste. Durch ein Missverständnis gerät er dann auch noch in den Strickkurs. Zu seinem Erstaunen entdeckt er hier sein großes Talent. Aber wie soll er das nur seinem Vater und seinen Freunden beibringen?

Erwartet habe ich ein witziges Buch, gefunden habe ich eine berührende und auch tiefsinnige Geschichte, die zwar Humor und auch urkomische Szenen hat, den Schwerpunkt aber völlig anders setzt. Das hat mich positiv überrascht. Damit nimmt das Buch einen besonderen Platz in meinem Regal ein.

Dass alles in Tagebuchform aus Bens Sicht geschrieben ist, macht die Geschichte einzigartig. So fühlt man nicht nur mit Ben, sondern erfährt alles auch aus seiner reflektierten Rückschau, die mal witzig, mal nachdenklich ist.
Außerdem wird mit den Strickmetaphern auf besondere Art gespielt. In vielerlei Hinsicht ist Ben „verstrickt“: in Missverständnisse und Lügen, die wahnwitzigen Pläne seiner Freunde und die turbulenten Ereignisse in der Welt der Erwachsenen. Ben darf keine Masche fallen lassen, ob er sie selbst geschlungen oder sich in ihr verfangen hat.

Die Geschichte erzählt von einem Jungen, der versucht alles unter einen Hut zu bringen und dabei nicht nur sein eigenes Leben ordnet. Bis er in der Lage ist, sich zu sich selbst zu bekennen, hat er einen weiten Weg vor sich, der auch seine Familie und Freunde zwingt sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Fazit: Witzig und tiefsinnig, ein bisschen zum Nachdenken und einiges zum Lachen – ein Jugendbuch, das es in sich hat ohne brutal oder ordinär zu sein. Es geht nicht um ausgefallene Probleme, sondern um eher alltägliches: die Rowdies, die ihre Mitschüler mobben, Freunde mit schlechten Ideen, Eltern, die zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind, erwachsen werden und Verantwortung für sich übernehmen, das Infrage-stellen klassischer Rollenbilder ohne gleich feministisch zu werden oder Homosexualität zu thematisieren. Ein Buch zum rundum Wohlfühlen, locker leicht ohne banal zu sein, mit einem sympathischen Protagonisten, einer ungewöhnlichen Erzählweise und einem außergewöhnlichen Setting. Absolut großartig!