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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2018

Ein mitreißendes Spin-Off

Das Erbe der Macht - Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus
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Die Ruinen von Iria Kon geben ein verstörendes Geheimnis preis: ein Mentiglobus gefüllt mit Erinnerung von Leonardo da Vinci und Johanna von Orleans. Die beiden Unsterblichen müssen sich einem Teil ihrer ...

Die Ruinen von Iria Kon geben ein verstörendes Geheimnis preis: ein Mentiglobus gefüllt mit Erinnerung von Leonardo da Vinci und Johanna von Orleans. Die beiden Unsterblichen müssen sich einem Teil ihrer Vergangenheit stellen, den sie bewusst aus ihren Erinnerungen gestrichen haben. Erneut werden die grauenhaften Ereignisse sie beide verändern – und die Zukunft!

Der Auftakt der Spin-Off-Reihe zu „Das Erbe der Macht“ ist düster, phantastisch und fesselnd. Man täuscht sich, wenn man hier einen Sonderband erwartet, der mit der Hauptgeschichte nur die Charaktere gemein hat. Andreas Suchanek spinnt hier das Netz noch feiner, die Geschichte wird noch komplexer und für jede Frage, die sich klärt werden unzählige neue aufgeworfen.
Mit Johanna und Leonardo taucht man hier in die Vergangenheit ein – nicht nur ihre persönliche, sondern auch die der Lichtkämpfer selbst.

Dieses Buch gibt dem Leser ein Versprechen: Es verspricht viele neue Abenteuer der großen Unsterblichen – ihre Hintergrundgeschichten werden Kleinigkeiten und große Fragen der Hauptgeschichte klären, aber auch Verwicklungen aufweisen, die wesentlicher Teil der Haupthandlung werden. Dazu lernt man die Unsterblichen näher kennen mit ihren Stärken und Schwächen sowie die Geschichte des Magierordens an sich.

Andreas Suchanek hat auch mit seinem Spin-Off ein brillantes Meisterwerk vorgelegt, das sich nicht aus der Hand legen lässt. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite erfährt der Leser viel hat aber auch reichlich Gelegenheit für Spekulationen. Neue Feinde alte Freunde, neue Perspektiven auf bekanntes und unbekanntes, historische Wahrheiten und phantastische Ausspinnungen – ein Fantasyroman der Sonderklasse! Dieser Band ist düsterer als die Hauptgeschichte. Immer noch humorvoll, doch werden hier die Schattenseiten des Daseins der Unsterblichen betrachtet und das mit dem gebührenden Ernst und allen verheerenden Konsequenzen.

Die Geschichte selbst ist im Großen und Ganzen in sich abgeschlossen, doch die engen Verknüpfungen mit der Hauptgeschichte lassen sofort zu weiteren Bänden greifen. Für Neueinsteiger gibt es eine kurze Zusammenfassung des ersten Zyklus‘ zu Beginn, somit eignet sich dieser Band auch für Neuentdecker.

Fazit: Ein neues Meisterwerk von Andreas Suchanek! Er beherrscht sein Metier virtuos, wird nie langweilig und lockt den Leser mit jedem Satz weiter in seine Netze. Suchtgefahr!

Veröffentlicht am 22.08.2018

Zwei Seelenspiegel zum Preis von einem

Calling Crystal, Die Macht der Seelen 3
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Crystal ist das schwarze Schaf der Familie. Ihre Eltern und Geschwister sind klug, begabt, wunderschön und Savants. Sie ist zu groß, zu hässlich und schon bei der Telepathie wird ihr übel, von anderen ...

Crystal ist das schwarze Schaf der Familie. Ihre Eltern und Geschwister sind klug, begabt, wunderschön und Savants. Sie ist zu groß, zu hässlich und schon bei der Telepathie wird ihr übel, von anderen Begabungen keine Spur. Als sie ihre Schwester Diamond nach Denver zu einer Savant-Konferenz begleitet trifft diese unverhofft in Trace Benedict ihren Seelenspiegel. Zwei Familien jubeln, die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf vollen Touren und Crystal wird nicht mal Brautjungfer. Zur Entschädigung darf sie Diamond einen Junggesellinnenabschied ausrichten, der prompt in einer Katastrophe endet.

Nachdem ich vom zweiten Band nicht so überzeugt war konnte mich der dritte wieder mitreißen! Tolle Charaktere, eine geniale Geschichte und einfach nicht aus der Hand zu legen. Mit Trace und Yves finden hier gleich zwei Benedict-Brüder ihre Partnerinnen und obwohl sich alles ausschließlich darum dreht, empfinde ich die Geschichte nicht als kitschig. Viel Humor und spannende Kriminalelemente machen das Buch zusammen mit den durch die Bank sympathischen Charakteren zu einem Schatz im Regal. Jede Geschichte wartet mit einem völlig eigenen Charme und originellen Elementen auf, die den Leser immer wieder fesseln.

Während man es schon nicht erwarten kann den aktuellen Band zu verschlingen, will man gleichzeitig gleich zum nächsten greifen.

Wunderbare romantische und dabei spannende Romantasy, von der man nicht genug bekommen kann. Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.08.2018

Ein düsteres Märchen

Quendel (Quendel, Bd. 1)
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Bullrich Schattenbart hat sein ganzes Leben den Karten und der Kartographie gewidmet. Von seiner Erforschung des Waldes Finster kehrt er aber nicht zurück. Seine Nachbarn sind besorgt und brechen zu einer ...

Bullrich Schattenbart hat sein ganzes Leben den Karten und der Kartographie gewidmet. Von seiner Erforschung des Waldes Finster kehrt er aber nicht zurück. Seine Nachbarn sind besorgt und brechen zu einer Suchaktion auf. Der alte Pfiffer befürchtet, dass Bullrich unwissentlich uralte, grausame Kräfte geweckt hat und treibt zur Eile. Doch während die Quendel noch suchen, treffen die ersten unheimlichen Ausläufer der vergessenen Mächte das Dorf und versetzen die Quendel in Angst und Schrecken.

Ein düsteres, unwiderstehliches Märchen, das einen nicht wieder loslässt. Mit den Quendeln wird das „Kleine Volk“ in einer neuen Geschichte zum Leben erweckt. In einigen Zügen erinnert es an die Hobbits, doch sind sie weit davon entfernt einfach eine Kopie eines bekannten Motives zu sein. Komplexe Charaktere erwarten den Leser mit einem Abenteuer, das voller Originalität und unheimlicher Magie steckt. Märchen- und Sagenelemente werden hier angedeutet, doch zu einer völlig neuen Geschichte verwoben, die jedwede Spekulation unmöglich macht.

Überraschenderweise scheint es sich hierbei um einen ersten Band zu handeln, was mich einerseits etwas enttäuscht aber dann wieder begeistert hat. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! Die Geschichte hat sich noch lange nicht erschöpft!

Ich konnte leider nicht mit allen Hauptcharakteren warm werden. Das hat die Lektüre manchmal etwas anstrengend gemacht. Vom feigen Bitterling, dem besten Freund Bullrichs, bis zur dominanten, selbstgerechten Hortensia, Bullrichs Nachbarin und ihren Klatschschwestern, musste ich mich manchmal zum Weiterlesen überwinden. Mit dem alten Pfiffer, Bullrich und anderen Quendeln kam aber wieder Schwung in die Sache, sodass Durststrecken zu überstehen waren.

Fazit: Ein großartiger Märchenroman, düster, magisch und originell! Für alle Leser von Fantasy ein wahrer Lesegenuss!

Veröffentlicht am 22.08.2018

Magische Fantasy mit Witz und originellen Wendungen

Die Prophezeiung des magischen Steins
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Der singende Stein ist das mächtigste Artefakt, das vom untergegangenen Volk derElfen geschaffen wurde. Jetzt hängt das Schicksal der Welt von ihm ab. Ausgerechnet im jungen Dafydd hat er seinen neuen ...

Der singende Stein ist das mächtigste Artefakt, das vom untergegangenen Volk derElfen geschaffen wurde. Jetzt hängt das Schicksal der Welt von ihm ab. Ausgerechnet im jungen Dafydd hat er seinen neuen Herren gefunden. Gemeinsam mit seinem Mentor, dem Barden Palatin, der kauzigen Hexe Morgat, einem verfressenen Gnom sowie einem merkwürdigen Zwerg stellt sich Dafydd der Bedrohung. Alte Magie und ein vergessener Fluch drohen das Land ins Verderben zu stürzen.

Ein erfrischend origineller und sehr humorvoller Fantasyroman, der zur Abwechslung mal ein Einzelband zu sein scheint. Zu Beginn glaubt man noch, es mit bekannten Motiven und üblichen Abläufen zu tun zu haben, doch dann tritt Morgat auf und alles wird anders. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass zu viel erzählt werden soll und dabei wesentliche Dinge zu kurz kommen, doch der Eindruck verwischt sich schnell. Unerwartete Wendungen machen die Geschichte spannend, Morgats Sprüche lockern sie auf und mit den Elfen kommt der krönende Zauber der Fantasy dazu.

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Mit den Barden als Hauptcharakteren bekommt die Erzählung einen völligen neuen Reiz. Genial, witzig und beste Fantasy-Unterhaltung. Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 11.08.2018

Krankenhäuser als Todesurteil

Der Horror der frühen Medizin
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Jahrhundertelang haben Ärzte sich bei ihren Behandlungen auf ihr Glück verlassen müssen. Die Betäubung gab es nicht und so war Schnelligkeit alles, was ihnen zumindest das erste Gelingen einer OP garantierte. ...

Jahrhundertelang haben Ärzte sich bei ihren Behandlungen auf ihr Glück verlassen müssen. Die Betäubung gab es nicht und so war Schnelligkeit alles, was ihnen zumindest das erste Gelingen einer OP garantierte. Als dann der Äther eingeführt wurde, erleichterte das zwar ihre Arbeit, aber trotzdem starb ein Großteil der Patienten hinterher an Wundbrand. Warum? Joseph Lister lässt diese Frage nicht los. Belächelt und verhöhnt gibt er nicht auf und mit neuesten, ebenfalls verlachten, Methoden kommt er dem Grund des Massensterbens auf die Spur, doch das ist erst der Anfang.

Der Beginn der Medizin und Krankenhäuser wie wir sie heute kennen. Hochspannend hat Lindsay Fitzharris eine mitreißende Biografie eines großen Arztes und Wissenschaftlers geschrieben, aber auch ein Stück Medizingeschichte aufgearbeitet. Joseph Lister mag die entscheidende Wende in der Chirurgie geschafft haben, aber er war nicht allein. Er stand mit bekannten Wissenschaftlern wie Pasteur in Kontakt, profitierte von unzähligen wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften seiner Zeit, zuallererst von seinem Vater, der aus der Spielerei des Mikroskops ein unverzichtbares Instrument für die Forschung entwickelte. Viele geniale Geister trafen hier – wissentlich oder unwissentlich – zusammen und wurden von Lister zum entscheidenden Durchbruch katalysiert. Die Ignoranz und Selbstherrlichkeit der Kollegen war das zweite entscheidende Hindernis, das zu überwinden er die zweite Hälfte seines Lebens brauchte.

Der reißerische Titel und das Cover, das an einen billigen Kriminalroman erinnert – rücken das Buch in ein völlig falsches Licht. Hier liegt eine brillante, fundierte Biografie vor, die man nicht aus der Hand legen will. Ein ausführlicher Anmerkungsapparat gibt noch viele weitere Hintergrundinformationen und verlockt zu weiterer Lektüre.

Der einzige Wermutstropfen sind die fehlenden Bilder. Es ist wirklich schade, dass völlig auf Bildmaterial verzichtet wurde. Lister in verschiedenen Lebensstadien, seine Frau, seine Lehrer, Bilder von alten Krankenhäusern oder ähnliches hätten das Buch noch einmal aufgewertet.

Fazit: Eine spannende Biografie, die sich nicht aus der Hand legen lässt! Ein Stück Medizingeschichte und ein großartiges Zeitporträt! Eine klare Leseempfehlung.