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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2017

Der Schein trügt

Inspector Swanson und der Magische Zirkel
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So hatte sich Inspector Swanson seinen Urlaub nicht vorgestellt: statt entspannt mit seiner Frau Annie eine Zaubershow zu genießen, muss er dem Zauberer auf der Bühne das Leben retten. Dass der schiefgelaufene ...

So hatte sich Inspector Swanson seinen Urlaub nicht vorgestellt: statt entspannt mit seiner Frau Annie eine Zaubershow zu genießen, muss er dem Zauberer auf der Bühne das Leben retten. Dass der schiefgelaufene Trick tatsächlich nur ein Unfall war, kann Swanson nicht glauben. Er befürchtet, dass sich der Mordanschlag wiederholen wird und spannt kurzerhand seinen Freund Frederick Greenland ein, um das Theater im Auge zu behalten. Kann er wirklich einen Mord verhindern?
Der dritte Inspector Swanson-Krimi und er entführt einen wieder augenblicklich ins London Ende des 19. Jahrhunderts. Dicker Nebel, Kopfsteinpflaster und klamme Kälte, rumpelnde Kutschen und düstere Gassen – alles steht einem sofort vor Augen. Mit vielen Details, vom Lokalkolorit über Kriminal- wie Forensikgeschichte bis zu historischen und literarischen Zitaten bietet dieses Buch so viel mehr als einen spannenden Kriminalroman. Besonders hat mir die ausführliche Szene mit Oscar Wilde gefallen. Die letzten Seiten des Buches runden dann mit kurzen Fakten, die sich optimal in die fiktive Geschichte einfügen, dieses einzigartige Buch ab.
Fazit: Inspector Swanson zählt zu meinen liebsten Buchreihen. Jeder Band bietet einen einzigartigen Einblick ins historische London, amüsiert mit originellen Zitaten und Anekdoten, vermittelt nebenbei Wissen und hat Charaktere, die sofort das Leserherz erobern. Eine tolle Reihe, bei der jeder Band beste Unterhaltung bietet!

Veröffentlicht am 10.09.2017

Angst in London

Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper
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Die finsteren, verkommenen Gassen White Chappels waren schon in den guten Zeiten der Schrecken von ganz London. Doch neuerdings bergen sie für die heruntergekommenen Bewohner einen namenloses Entsetzen: ...

Die finsteren, verkommenen Gassen White Chappels waren schon in den guten Zeiten der Schrecken von ganz London. Doch neuerdings bergen sie für die heruntergekommenen Bewohner einen namenloses Entsetzen: Prostituierte sterben in den Gassen eines grauenhaften Todes und der Mörder ist nicht zu fassen.

Scotland Yards Chief Inspector Donald Swanson und sein Team stehen vor einem großen Rätsel. Alle Spuren führen ins Leere. Kommt der Mörder vielleicht aus den eigenen Reihen? Warum sonst scheinen gewisse Leute die Ermittlungen behindern zu wollen? Dann geraten sogar Oscar Wilde und Lewis Carroll unter Verdacht.

Augenblicklich wird der Leser ins viktorianische London versetzt. Die dunklen Gassen, die verkommenen Häuser, die kalte Hoffnungslosigkeit schleicht sich sofort ins Blut. Man meint den Nebel zu spüren und Jack the Ripper hinter jeder Figur vermuten zu können. Marley schafft es die Atmosphäre des viktorianischen Londons perfekt zu spinnen. Die Charaktere sind großartig aufgebaut. Glaubhaft konstruiert er die bekannte Geschichte um einen der brutalsten Verbrecher. Man spürt in jeder Zeile die große Sachkenntnis des Autors. 25 Jahre hat er zu diesem Roman recherchiert und das merkt man. Er hat es geschafft aus seinem Faktenwissen und seiner Begeisterung eine Geschichte zu spinnen, die sich nicht in Einzelheiten verliert, sondern alles zu einem spannenden, glaubhaften und unvergesslichen Kriminalroman verdichtet.

Eine besondere Überraschung findet der Leser im Nachwort. Persönlich verfasst vom Urenkel des Inspector Swanson!

Marley hat mich auch mit seinem zweiten Roman um Chief Inspector Swanson, der chronologisch vor dem ersten spielt, restlos begeistert! Das fast alle Charaktere historisch belegt sind, ist eigentlich nur noch das i-Tüpfelchen. Jede Zeile atmet die viktorianische Zeit. Man ist als Leser versucht, sich umzuschauen. Lauert nicht doch was hinter der dunklen Mauer?

Leider hat meine Lieblingsfigur, Oscar Wilde, hier keinen großen Auftritt gehabt, aber das ist auch alles, was ich zu bemängeln habe. Da hoffe ich auf das nächste Buch. Titelfigur ist aber nun mal Inspector Swanson. Ich kann den dritten Band nicht erwarten!

Veröffentlicht am 10.09.2017

Gefährliches Gold

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten
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Ein brutaler Mord an einem Goldschmied ruft Inspector Swanson auf den Plan. Gestohlen wurde nichts, warum also musste der Schmied sterben? Steckt der reiche Teilhaber Sir Greenland dahinter? Oder die geheimnisvolle ...

Ein brutaler Mord an einem Goldschmied ruft Inspector Swanson auf den Plan. Gestohlen wurde nichts, warum also musste der Schmied sterben? Steckt der reiche Teilhaber Sir Greenland dahinter? Oder die geheimnisvolle Frau, die vor dem Angestellten des Goldschmieds geflohen war? Dann geschieht ein zweiter, noch brutalerer, Mord. Swanson gerät unter Druck.

Ein sorgfältig konstruierter Kriminalroman mit viel Hintergrundwissen über die Anfänge der Forensik, der Goldschmiedkunst und Zeitgeschichte. Es bleibt viel Spielraum für Spekulationen. Interessante, vielschichtige Charaktere und Witz lassen einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Als Höhepunkt treten Gaststars wie Oscar Wilde und Arthur Conan Doyle auf. Sprachlich ist die Geschichte ausgefeilt und historisch fundiert. Dass das Buch außerdem äußerlich wirklich phantastisch aufgemacht ist, mit blau gefärbten Schnitt, macht es auch optisch zu einem tollen Erlebnis.

Ein wirklich großartiger Kriminalroman, den ich in einem Zug durchgelesen habe. Kreative Morde, sehr sympathische Figuren und überraschende Wendungen, dazu Oscar Wilde – damit hat dieses Buch 5 Sterne verdient. Ich fieber dem zweiten Band entgegen!

Veröffentlicht am 03.09.2017

Eine Geschichte der Menschheit

Berge Meere und Giganten
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Nach dem Weltkrieg entwickelt die Menschheit zwei große Machtblöcke, die unaufhaltsam einem neuen Krieg entgegentreiben, der alles andere in den Schatten stellen wird: der Uralische Krieg. Megacities entstehen, ...

Nach dem Weltkrieg entwickelt die Menschheit zwei große Machtblöcke, die unaufhaltsam einem neuen Krieg entgegentreiben, der alles andere in den Schatten stellen wird: der Uralische Krieg. Megacities entstehen, landwirtschaftliche Gegenentwürfe zur künstlichen Großstadt führen zu Konflikten und immer wieder prallt die Menschheit in ihrem Streben nach Macht und Reichtum aufeinander. Apokalyptische Ausmaße nehmen die Entwicklungen an als die Gletscher abgeschmolzen werden.
Döblin hat mit seinem Zukunftsroman aus dem Jahr 1924 fast prophetisch Themen vorweggenommen, die heute Realität sind. Gentechnik und Fastfood, Klimaerwärmung und Zivilisationskrankheiten und das ewige Auf und Ab von Krieg und Frieden. In diesem Roman gibt es keinen Helden. Protagonist ist niemand anders als die Menschheit selbst. Bis ins 27. Jahrhundert zeichnet Döblin ein bildgewaltiges, apokalyptisches Epos! Von erschütterndem Realismus und ganz sicher nicht politisch korrekt wird in 9 enzyklopädischen Blöcken ein Schicksal der Menschheit gezeichnet, das den Leser bis ins Mark trifft. Das Buch ist sehr anspruchsvoll geschrieben. Da die einzelnen Charaktere nie als Hauptfigur zu verstehen sind, folgt man den Szenen, deren Sinn man erst viel später versteht. Dass Döblin selbst die Arbeit an diesem Buch ausgelaugt und an den Rand des Zusammenbruchs getrieben hat, wundert nicht. Der Leser wird hier an seine Grenzen gebracht, Döblin ging darüber hinaus. Ein eindrucksvolles, erschütterndes Werk, das den Aufwand lohnt. Man muss sich darauf einlassen, doch dann wird man von einer Geschichte gefesselt, die ihresgleichen sucht! Für jeden, der anspruchsvolle Literatur und Zukunftsszenarien mag eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.09.2017

Auf der Flucht

Der Krieger und der Prinz
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Als einziger Überlebender des Massakers an seinem Lehnsherren, ist der Söldner Brys Tarnell auf der Flucht vor den Mördern. In seinen Armen trägt er dabei den Kronprinzen Wistan, doch der ist krank. Die ...

Als einziger Überlebender des Massakers an seinem Lehnsherren, ist der Söldner Brys Tarnell auf der Flucht vor den Mördern. In seinen Armen trägt er dabei den Kronprinzen Wistan, doch der ist krank. Die grausame Hexe, die für den Mord verantwortlich ist, ist auch auf das Baby angesetzt. Leferic, der Onkel Wistans und Mörder seines Bruders übernimmt währenddessen den Thron und fragt sich, welchen Preis er eigentlich für seinen Traum bezahlt.
Das Buch beginnt sehr spannend flacht dann jedoch ab. Nach mehr als 300 Seiten Flucht fängt die Geschichte an sich im Kreis zu drehen und der Schluss stellt dann noch mal alles in Frage, worum es bisher ging. Sehr schade, denn die Idee ist sehr gut, die Charaktere faszinierend und der Weltaufbau vielversprechend. Leider konnte mich der Verlauf der Geschichte dann doch nicht überzeugen.