Wenn sich eine Tür überraschend schließt, öffnet sich eine andere....
Zwischen Ende und AnfangDie Kunst besteht darin, sich diese auch anzuschauen, anstatt nur die verschlossene mit den Augen zu sehen
Jojo Moyes versteht es immer wieder grandios ihre Leserschar zu unterhalten, mit Geschichten, ...
Die Kunst besteht darin, sich diese auch anzuschauen, anstatt nur die verschlossene mit den Augen zu sehen
Jojo Moyes versteht es immer wieder grandios ihre Leserschar zu unterhalten, mit Geschichten, die nicht nur total authentisch und aus dem wahren Leben sein könnten, nein, sie schafft es auch immer wieder sämtliche Emotionen wie in einer Berg und Talbahn dabei so grandios auf den Leser zu übertragen, dass man beim Lesen Gänsehaut bekommt.
So erging es mir beim Lesen bei ihrem neusten Werk Zwischen Ende und Anfang, welches im Rowohlt Verlag erschienen ist.
Im Mittelpunkt steht die 42 jährige Lila, die eine erfolgreiche Sachbuch Autorin ist und sich eigentlich in einer glücklichen Ehe mit zwei Kindern dachte, als ihr Mann sie aus heiteren Himmel verlässt. Und als wenn das nicht schon schlimm genug ist, muss sie sich damit auseinandersetzen, dass ihr Ex noch einmal Vater wird und sie als Sahnehäubchen obendrauf noch fast jeden Tag damit konfrontiert wird, denn Hugo der Sohn der Neuen, geht auf die selbe Schule, wie die jüngeren Tochter. Als dann noch ihr leiblicher Vater, mit dem sie seit jahren keinen Kontakt hatte, vor der Tür steht, nimmt das Chaos noch einmal eine Schippe zu, denn das passt ihren Ziehvater überhaupt nicht, der immer noch in großer Trauer ist, seitdem die Mutter plötzlich vor kurzen verstorben ist.
Doch kann man so ein Chaos lichten, wenn die Nebelschwaden der Vergangenheit noch so tief hängen und die Sicht auf das wesentliche verschleiern?
Lila versucht jeden Tag aufs Neue, Frau über der Lage zu werden. Eine Situation und Erfahrung die viele Frauen schon erleben mussten. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die verschiedenen Stimmungen und die vielfältigen Emotionen hervorragend auf den Leser zu übertragen. Und dabei lässt sie auch die Kinder nicht außer Acht und so fließt auch das Thema Mobbing noch gekonnt mit ein und macht das Geschehen noch realer.
Und jeder einzelne Charakter macht im Laufe der Zeit eine Veränderung durch, der eine mehr, der andere weniger.
Leider bin ich nicht immer mit Lila einer Meinung gewesen. So manches Handeln fand ich befremdlich und unlogisch von ihrer Seite aus. Und dennoch zeigte es eine Seite an ihr, an der ihr seelisches Ungleichgewicht sehr gut zur Geltung kam.
Die große Message dahinter ist, einfach, dass auch, wenn sich eine Türe schließt man nie vergessen soll, dass sich oftmals dadurch eine neue Türe öffnet und sich dadurch auch neue Möglichkeiten ergeben. Die Kunst ist dann nur, dass man vor lauter Nebel und Trauer, diese oftmals erst viel später sieht.
Und auch die Vergebung spielt eine entscheidende und große Rolle um einen Neuanfang zu wagen.
Dieser Roman mit seiner Berg und Talbahn des Lebens, hat mich gefesselt und für unterhaltsame Lesestunden gesorgt, die mich das eine und andere Mal aber auch zum nachdenken bringen lassen hat.
Fazit:
4 Sterne für ein unterhaltsamen Roman über einen Neuanfang, der nicht so verläuft, wie erhofft