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Veröffentlicht am 13.03.2026

Sieben Jugendliche, ein Spiel – und viele Geheimnisse.

Darkly
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Der Jugend-Psychothriller "Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich." von Marisha Pessl richtet sich an Leserinnen und Leser ab etwa zwölf Jahren. Ich habe mir die Hörbuchfassung ...

Der Jugend-Psychothriller "Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich." von Marisha Pessl richtet sich an Leserinnen und Leser ab etwa zwölf Jahren. Ich habe mir die Hörbuchfassung angehört und mich dabei in ein Abenteuer voller Rätsel, Geheimnisse und gefährlicher Spiele entführen lassen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 17-jährige Dia. Sie hat das Glück, einen von nur sieben begehrten Praktikumsplätzen bei der legendären Louisiana Veda Foundation in London zu ergattern. Die inzwischen verstorbene Spieledesignerin Veda hat mit ihren sogenannten Darkly-Spielen Kultstatus erreicht – geheimnisvolle, komplexe Spiele, deren erhaltene Exemplare heute Millionen wert sind. Als die sieben ausgewählten Jugendlichen in London eintreffen, entwickelt sich jedoch alles anders als erwartet. Statt eines gewöhnlichen Praktikums werden sie auf eine abgelegene Insel gebracht – das geheimnisvolle Zentrum von Vedas Imperium. Dort beginnt ein rätselhaftes Spiel voller versteckter Hinweise, psychologischer Prüfungen und gefährlicher Entscheidungen. Schnell wird klar: Hier geht es nicht nur um Rätsel, sondern um Vertrauen, Manipulation und möglicherweise sogar um Leben und Tod. ...
Die Geschichte erinnert stellenweise an den Film Jumanji, da die Figuren selbst Teil eines Spiels werden, dessen Regeln sie zunächst nicht vollständig verstehen. Gleichzeitig entwickelt die Handlung eine ganz eigene, geheimnisvolle Atmosphäre. Besonders spannend ist die Frage, wer im Hintergrund die Fäden zieht – und welche Verbindung Dia selbst zu diesem rätselhaften Spiel haben könnte.
Die Sprecherin Nina Reithmeier verleiht dem Hörbuch eine intensive und dichte Atmosphäre. Sie liest abwechslungsreich und schafft es, die unterschiedlichen Figuren lebendig wirken zu lassen. Dadurch bleibt die Handlung gut nachvollziehbar. Allerdings fiel es mir bei manchen Szenen und Spielmechaniken etwas schwer, mir alles genau vorzustellen – hier hätte ich mir teilweise noch detailliertere Beschreibungen gewünscht. Trotzdem sorgt gerade die Mischung aus geheimnisvollem Setting, kniffligen Rätseln und überraschenden Wendungen dafür, dass das Hörbuch durchgehend spannend bleibt. Die Geschichte entwickelt ein regelrechtes Labyrinth aus Hinweisen und Geheimnissen, das die Hörerinnen und Hörer gemeinsam mit Dia Stück für Stück entschlüsseln.
"Darkly" ist ein spannender Jugendthriller mit vielen Twists und einer originellen Idee rund um gefährliche Spiele. Auch wenn manche Szenen im Hörbuch für mich etwas schwer greifbar waren, hat die dichte Atmosphäre dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie dieses rätselhafte Spiel ausgeht. Für alle, die Rätselgeschichten, geheimnisvolle Schauplätze und psychologische Spannung mögen, ist dieses Hörbuch auf jeden Fall eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Vom Wollrest zum Lieblingsaccessoire.

Ein Wollknäuel - so viele Möglichkeiten.
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Das Buch "Ein Wollknäuel – so viele Möglichkeiten" enthält 30 stilvolle Strickanleitungen für Tücher, Mützen, Socken & mehr von Marie Greene. Viele Strickbegeisterte kennen das Problem: Im Laufe der Zeit ...

Das Buch "Ein Wollknäuel – so viele Möglichkeiten" enthält 30 stilvolle Strickanleitungen für Tücher, Mützen, Socken & mehr von Marie Greene. Viele Strickbegeisterte kennen das Problem: Im Laufe der Zeit sammeln sich einzelne Knäuel an, die für größere Projekte nicht mehr ausreichen. Genau hier setzt dieses Buch an und zeigt, wie man mit nur einem Knäuel Garn stilvolle Accessoires stricken kann. Die Strickanleitungen sind nach Garnstärken sortiert. Jedes Projekt ist so konzipiert, dass etwa 100 g Garn ausreichen. Auch praktische Tipps sind enthalten, etwa was man tun kann, wenn das Garn während eines Projekts doch nicht ausreicht – beispielsweise ein Stück kürzer stricken oder eine zweite Farbe integrieren.
Beim Durchblättern fallen die ansprechenden und modernen Designs sofort positiv auf. Viele der Projekte wirken sehr stilvoll und tragbar und eignen sich auch als kleines Geschenk. Besonders interessant fand ich den Cowl im Flechtmuster, für den ich mich entschieden habe. Da ich bisher noch kein Zopfmuster gestrickt habe, war es zunächst eine kleine Herausforderung. Laut Anleitung ist das Projekt zwar als „leicht (mit Vorkenntnissen)“ eingestuft, dennoch braucht man dafür zusätzliche Werkzeuge wie eine Zopfnadel. Generell benötigt man für einige Projekte zusätzliches Strickzubehör, zum Beispiel Rundstricknadeln, Maschenmarkierer oder Spannmatten zum Spannen der fertigen Stücke, das sollte bedacht werden.
Neben den Anleitungen bietet das Buch auch einen umfangreichen Technikteil. Themen wie Maschenprobe, Garnwahl, Nadelgröße und das richtige Spannen werden verständlich erklärt.
Das Buch ist meiner Meinung nach nichts für blutige Anfänger. Wiedereinsteiger und Stricker/Strickerinnen mit geringen Vorkenntnissen werden in diesem Buch jedoch viele Inspirationen finden, um vorhandene Wolle sinnvoll zu nutzen. Vorallem bietet das Buch sehr tolle Strickmuster, die mich wirklich begeistern. Ich werde mich noch an mehrere Modelle heranwagen, Wollreste habe ich noch genügend.

Veröffentlicht am 11.03.2026

366 Häkelmuster – Kreative Maschenvielfalt.

366 wunderschöne Häkelmuster
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Das Buch „366 Häkelmuster“ ist eine riesige Ideensammlung für alle, die gerne häkeln. Es enthält unglaublich viele unterschiedliche Muster – von einfachen Grundmustern über Granny Squares bis hin zu filigranen ...

Das Buch „366 Häkelmuster“ ist eine riesige Ideensammlung für alle, die gerne häkeln. Es enthält unglaublich viele unterschiedliche Muster – von einfachen Grundmustern über Granny Squares bis hin zu filigranen Spitzen und kleinen 3D-Elementen. Dadurch eignet sich das Buch sowohl zum Lernen als auch als Inspirationsquelle für neue Projekte.
Mir gefällt besonders die große Vielfalt an Formen und Stilen. Mal modern und grafisch, mal eher klassisch – beim Durchblättern entdeckt man immer wieder neue Motive, die man sofort ausprobieren möchte. Die Häkelschriften sind klar aufgebaut und gut verständlich, sodass sich die Muster gut nacharbeiten lassen. Auch einige Techniken und kleine Projekte wie Mützen, Schals oder Taschen werden erklärt.
Ich habe gleich ein kleines Platzdeckchen für meinen Wohnzimmertisch gehäkelt – mit einem Rest dünnem weißen Garn, das ich noch übrig hatte. Das hat wunderbar funktioniert und richtig Spaß gemacht.
Für mich ist „366 Häkelmuster“ eine tolle Mischung aus Nachschlagewerk und Inspirationsbuch – ideal für alle, die gerne neue Muster ausprobieren und kreativ mit Garn und Wolle arbeiten.

Veröffentlicht am 10.03.2026

Atmosphärische Märchen-Fantasy

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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In „Tochter des Nebelwalds“ von Gry Kappel Jensen, dem ersten Band der Eventyr-Saga, begleiten wir die beiden Schwestern Ava und Linn, die zusammen mit ihrem Vater in großer Armut am Rand eines düsteren ...

In „Tochter des Nebelwalds“ von Gry Kappel Jensen, dem ersten Band der Eventyr-Saga, begleiten wir die beiden Schwestern Ava und Linn, die zusammen mit ihrem Vater in großer Armut am Rand eines düsteren Waldes leben. Das Leben ist hart und oft bestimmt vom Hunger. Als ihr Vater eines Tages verschwindet, sind die Mädchen plötzlich auf sich allein gestellt. Auf der Suche nach Schutz gelangen sie tief in den Wald zur geheimnisvollen Nebula, die mehrere Kinder bei sich aufgenommen hat. Sie sorgt scheinbar gut für alle – doch warum wird Linn von Ava getrennt? Und was verbirgt Nebula wirklich?
Schon zu Beginn hat mich die düstere Atmosphäre der Geschichte gepackt. Die Not der Familie und das Gefühl von Unsicherheit ziehen sich durch die ersten Kapitel und sorgen dafür, dass man sofort mit Ava mitfühlt. Die Geschichte erinnert an bekannte Märchenmotive – besonders an Hänsel und Gretel – entwickelt sich aber nach und nach in eine eigene Richtung. Gerade dieses Spiel mit vertrauten Elementen und neuen Ideen macht den Reiz der Handlung aus.
Besonders spannend ist die Figur der Nebula. Man weiß lange nicht, ob sie eine Beschützerin oder doch eine Gefahr für die Kinder ist. Dieses ständige Zweifeln sorgt für eine unterschwellige Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Auch Ava als Hauptfigur ist sehr gelungen. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte deutlich weiter und muss lernen, mutiger zu sein und ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen.
Als Hörbuch funktioniert die Geschichte ebenfalls sehr gut. Sprecherin Marlene Rauch liest angenehm und schafft es, die märchenhafte, teilweise unheimliche Stimmung des Nebelwalds lebendig werden zu lassen. Besonders die geheimnisvollen Momente und die Begegnungen mit Nebula bekommen durch ihre ruhige, leicht mystische Erzählweise eine intensive Wirkung.
Insgesamt ist „Tochter des Nebelwalds“ ein atmosphärischer Auftakt einer Fantasyreihe für jüngere Hörerinnen und Hörer ab etwa zwölf Jahren, der aber auch Erwachsene gut unterhalten kann. Die Geschichte verbindet Märchenmotive mit einer spannenden, teilweise düsteren Handlung und stellt immer wieder die Frage, was eigentlich gut und was böse ist.
Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung – ich bin jedenfalls gespannt, wie es im nächsten Band der Eventyr-Saga weitergeht.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

In den 1960ern: Verbotene Liebe und ihre harten Folgen.

Donnersonntage
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Der Roman "Donnersonntage" von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf – in einer ...

Der Roman "Donnersonntage" von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf – in einer Zeit, in der in Deutschland zwar von Aufbruch, Emanzipation und neuen Freiheiten gesprochen wurde, diese Veränderungen auf dem Land aber oft kaum angekommen waren.
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem 19-jährigen Raimund und der zehn Jahre älteren Renate, die verheiratet ist und einen Sohn hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die für Renate die Hoffnung bedeutet, aus ihrer unglücklichen Ehe und der Enge des Dorflebens auszubrechen. Doch diese Entscheidung hat schwere Folgen – nicht nur für sie selbst, sondern für viele Menschen um sie herum.
Besonders berührt hat mich Renates Sohn Stefan, der erst zehn Jahre alt ist. Er ist eigentlich noch ein Kind und versteht vieles von dem Konflikt der Erwachsenen nicht. Trotzdem muss er die Konsequenzen tragen. Nachdem die Beziehung im Dorf bekannt wird, geraten beide Familien ins Gerede. Renates Familie genauso wie Raimunds Familie sind plötzlich im Dorf verschrien. Der soziale Druck ist enorm. Am schlimmsten trifft es Stefan: Mit ihm darf plötzlich kein anderes Kind mehr spielen. Er wird ausgegrenzt, obwohl er für die Situation überhaupt nichts kann. Diese Perspektive eines Kindes hat mich beim Hören besonders traurig gemacht.
Auch die Rolle von Renates Mutter fand ich sehr erschütternd. Statt ihre Tochter zu unterstützen, stellt sie sich klar auf die Seite von Renates Ehemann. Gleichzeitig ist sie stark tablettenabhängig, was ihr Verhalten noch schwieriger macht. Dadurch wirkt sie oft hart und unberechenbar. Für Renate bedeutet das, dass sie nicht einmal in der eigenen Familie Rückhalt findet.
Beim Hören wurde mir wieder sehr bewusst, wie wenig Rechte Frauen damals in der Bundesrepublik hatten. Nach einer Trennung hatten sie oft kaum Chancen auf das Sorgerecht für ihre Kinder. Das Gericht entschied oft zugunsten des Vaters, besonders wenn die Frau als „schuld“ an der Ehekrise galt. Scheidungen waren gesellschaftlich tabu, und Frauen brauchten teilweise sogar die Zustimmung ihres Mannes, wenn sie arbeiten wollten. Innerhalb der Ehe waren Frauen stark abhängig, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich. Der Roman zeigt sehr deutlich, wie selbstverständlich damals der Mann über der Frau stand – und welche Belastungen dies für Kinder wie Stefan mit sich brachte.
Die Sprecherin Astrid Kohrs hat mir als Erzählerin sehr gut gefallen. Sie liest ruhig, klar und mit viel Gefühl für die leisen, emotionalen Momente. Dadurch wirken die Figuren sehr lebendig und ihre Konflikte nachvollziehbar.
Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, wirkt sie erschreckend realistisch. Besonders die Reaktionen des Dorfes – das Gerede, die Ausgrenzung und der enorme soziale Druck – zeigen eindrucksvoll, wie schwer es damals war, gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen.
Mein Fazit:
"Donnersonntage" ist ein sehr bewegendes Hörbuch über Liebe, Mut und die gesellschaftlichen Zwänge der damaligen Zeit. Besonders die Figur des jungen Stefan und die Ausgrenzung durch das Dorf haben mich tief berührt. Die Geschichte macht deutlich, welchen Preis Menschen früher für ein selbstbestimmtes Leben zahlen mussten – sowohl Frauen als auch Kinder.

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