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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2024

Hoch spannend!

Der 1. Patient
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„Der 1. Patient“ von Michael Tsokos und Florian Schwiecker erschien im Juni 2024.

Der Justiz-Krimi ist ein weiterer Fall des Berliner Strafverteidigers Rocco Eberhardt, der für hitzige Debatten in den ...

„Der 1. Patient“ von Michael Tsokos und Florian Schwiecker erschien im Juni 2024.

Der Justiz-Krimi ist ein weiterer Fall des Berliner Strafverteidigers Rocco Eberhardt, der für hitzige Debatten in den Medien sorgt. Dr. Sasha Müller, Chefärztin in einer Berliner Klinik und starke Befürworterin der Nutzung von KI-Systemen bei ihren Operationen stirbt plötzlich und unerwartet ein Patient. Sie wird daher angeklagt, diesen fahrlässig getötet zu haben, denn sein Tod hätte wohl verhindert werden können. Aber wer hat nun Schuld? Was ist schief gegangen? In der Öffentlichkeit kocht dieser Fall sehr weit hoch.

Das Cover fand ich interessant, modern gestaltet. Es zeigt eine Mischung aus medizinischen Symbolen und einem düsteren Hintergrund, was die Spannung und das Thema des Buches gut widerspiegelt. Die Farbgebung und das Design ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich und machen neugierig auf den Inhalt.
Sowie auch der Klappentext mich aufhorchen ließ. Für mich war es seit langem mal wieder ein höchst spannender Krimi von der ersten bis zur letzten Seite. Ich kannte bisher noch keines der Bücher und finde, man braucht diese nicht als Neueinsteiger. Roccos Erfolge und wohl auch Probleme wurden in einem Kapitel gut zusammengefasst.

Wirklich gelungen finde ich, dass die Kapitel immer aus einer anderen Perspektive geschrieben werden, wobei Roccos immer noch am häufigsten zu lesen ist. Besonders wird der Spannungsbogen gezogen, als man von dem vermutlichen Schuldigen ein Kapitel liest und einige neue Informationen erhält. Man erhält auch Einblicke in die Gedanken anderer Figuren, wie bspw. der Reporterin einer wichtigen Zeitung Berlins oder dem Gründer einer Firma, die KI in der Medizin nutzt. Dies hat mehr Tiefe und Lebendigkeit der Geschichte zur Folge. Die Hauptfigur, Rocco Eberhardt, ist gut ausgearbeitet und vielschichtig. Rocco ist ein engagierter Strafverteidiger, der für Gerechtigkeit kämpft. Dr. Sasha Müller, die angeklagte Chefärztin, ist eine komplexe Figur, die zwischen ihrer beruflichen Verantwortung und den ethischen Fragen der modernen Medizin steht.
Die Autoren schaffen es, medizinische wie juristische Fachbegriffe verständlich zu erklären, ohne dass der Lesefluss gestört wird. Die Dialoge sind wirklichkeitsnah und tragen zur Dynamik der Geschichte bei.

Die Leser erfahren viel über KI-Nutzung in der Medizin und auch wie Gerichtsfälle ablaufen oder auch wie eine Zeitung arbeitet, um Profit zu machen. So regt das Buch auch sehr zum Nachdenken an und ist „nicht nur“ ein spannender Krimi.

Veröffentlicht am 01.09.2024

Für Liebhaber ein Muss!

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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„Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen erschien im Juni 2024 als Graphic Novel von Claudia Kühn und illustriert von Tara Spruit.

Elizabeth Bennet wächst mit ihren vier Schwestern in einfachen Verhältnissen ...

„Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen erschien im Juni 2024 als Graphic Novel von Claudia Kühn und illustriert von Tara Spruit.

Elizabeth Bennet wächst mit ihren vier Schwestern in einfachen Verhältnissen auf. Jede Tochter hat ihre Besonderheiten und ihre Mutter wünscht sich für alle die Ehe mit einem möglichst vermögenden Mann. Als Mr Bingley und sein attraktiver Freund Darcy das benachbarte Anwesen Netherfield beziehen, ist Mrs Bennet ganz aus dem Häuschen. Während Elizabeths Schwester und Mr Bingley sich scheinbar näherkommen, entwickelt sie große Abscheu gegen Mr Darcy. Verschiedene Umstände führen die beiden jedoch immer wieder zusammen und ihre Ansichten von dem jeweils anderen verändern sich.

Jane Austens Werke sind seit über zweihundert Jahren Klassiker und immer wieder gern gelesen. Bei dem Comic hatte ich zudem auch die Verfilmung sehr oft vor Augen. Ich konnte der Handlung sehr schnell folgen, hatte ich auch Film und Original vor Augen. An der ein oder anderen Stelle haben mir jedoch einige Details der Handlung gefehlt, die diese schlüssiger machen oder Gefühle einzelner Personen besser erläutern, wenn man das Werk nur für sich betrachtet.

Die 256 Seiten sind wunderschön illustriert. Ich habe noch nie eine Graphic Novel gelesen und war von der Gestaltung wirklich beeindruckt. Auch wie detailliert, ansprechend die Bilder gestaltet waren. Zudem konnten sie Gefühle gut transportieren und lassen die Leser/innen emotional mit teilnehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Graphic Novel auch jüngere Leser/innen interessieren könnte und damit Klassiker der Weltliteratur dadurch näherbringen kann.
Die Figuren bzw. die Charaktere kommen durch die Zeichnungen gut rüber, wobei es mir manchmal schwerfiel, die Schwestern zu unterscheiden.
Interessant fand ich auch die Unterteilung der Jahreszeiten inklusive der kurzen Zusammenfassungen.

Diese Adaption von „Stolz und Vorurteil“ ist wirklich gelungen, hat mich verzaubert und gefesselt, denn ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Eine bezaubernd schöne Graphic Novel, auch wenn manche Details und Tiefgang fehlen und es damit „Neuleser/innen“ sicher weniger zugänglich wird.

Veröffentlicht am 31.08.2024

Oberflächliche, leichte Herbstlektüre!

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Laurie Gilmores Liebesroman „Meet me in Autumn“ erschien im August 2024 und beschreibt auf 304 Seiten das Kleinstadt Leben Dream Harbors und Jeanies vererbtes Cafe sowie ihre neu entstehende Beziehung ...

Laurie Gilmores Liebesroman „Meet me in Autumn“ erschien im August 2024 und beschreibt auf 304 Seiten das Kleinstadt Leben Dream Harbors und Jeanies vererbtes Cafe sowie ihre neu entstehende Beziehung zum Farmer Logan.

Jeanie erbt das Pumpkin Spice Cafe, welches den Menschen der Kleinstadt viel bedeutet und sie gibt ihr Bestes, um dieses am Laufen zu halten. Dennoch passiere immer wieder merkwürdige Sachen, die Jeanie verängstigen und den Betrieb stören.
Der Farmer Logan, der in der Kleinstadt von allen beäugt und beschützt wird, vor allem nach dem sein Antrag vor aller Augen abgelehnt wurde, verliebt sich in Jeanie, möchte ihr helfen und nahe sein.

Das Cover von “Meet me in Autumn” ist in einem dunklen Grün und den warmen, herbstlichen Farben der Kleidung des Liebespaares gehalten. Es zeigt herbstliche Elemente wie bunte Blätter und das küssende Paar, was zur Stimmung und dem Inhalt des Buches passt.

Laurie Gilmores Kleinstadtroman erinnert sehr an die beliebte Serie “Gilmore Girls”. Geprägt von einem gemütlichen Schauplatz, einem wichtigmachenden Bürgermeister, ständiger so wichtiger Versammlungen der Bürger, ein Buchclub und dem Cafe, wo sich alle treffen, sowie das jeder über jeden Bescheid weiß oder meint, es zu wissen. In diesem Roman wäre dann Logan derjenige, der schon immer in dem Ort lebt, den alle kennen und meinen zu beschützen, da er ohne Eltern aufgewachsen ist und seine letzte Beziehung unschön endete, vor aller Augen. Klar, dass man dann nicht gleich mit der „Neuen“ der Stadt etwas anfangen möchte.

Die Hauptfiguren sind sympathisch, aber man taucht nicht tiefer in ihre Gedanken ein. Sie verlieben sich ja Hals über Kopf ineinander, was ich eher übertrieben finde. Es fehlt dem ganzen Roman der nötige Tiefgang.

Etwas Spannung bringen die seltsamen Vorkommnisse im Cafe und wer dahinter stecken könnte. Die Liebesgeschichte an sich, fand ich unrealistisch. Nach den ersten Seiten wollte ich eigentlich schon aufhören, aber es wurde noch ganz nett. Für die kommenden Herbsttagen ist es sicher eine entspannte Lektüre, die einen aber leider kaum mitnimmt, geschweige denn fesselt. Sicher sind die weiteren Themen, wie Neuanfänge, das Überwinden von Vorurteilen und das Zusammenhalten einer Gemeinschaft interessant.

Die Autorin schreibt in einem leichten und lockeren Stil, der es ermöglicht, schnell in die Geschichte einzutauchen. Die Kapitel werden abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptcharaktere, Jeanie und Logan, erzählt, was eine nette Abwechslung mit sich bringt und theoretisch mehr Einblick in ihre Gedanken ermöglicht. Es sind aber oft einfach ähnliche und was die Gefühle für den jeweils anderen betrifft, eher übertriebene. Ein spicy Roman war es jedenfalls nicht.

„Meet me in Autumn” eine oberflächliche Herbstlektüre, die mit ihrer warmen Atmosphäre und den netten Charakteren eine angenehme, aber nicht spannende, tiefgreifende Lesestunde im Herbst verspricht.

Veröffentlicht am 30.08.2024

Schön, aber eher ab 5 Jahren passend!

Uppppps! Entschuldigung!
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„Uppppps! Entschuldigung!“ ist ein Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren zum Thema Entschuldigen von David LaRochelle geschrieben und Mike Wohnoutka illustriert. Es erschien im Juli 2024

Auf 32 Seiten wird ...

„Uppppps! Entschuldigung!“ ist ein Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren zum Thema Entschuldigen von David LaRochelle geschrieben und Mike Wohnoutka illustriert. Es erschien im Juli 2024

Auf 32 Seiten wird jungen Leser/innen nähergebracht, was alles passieren könnte, was andere verärgert, traurig macht oder verletzt und einer Entschuldigung bedarf. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, sich zu entschuldigen und was der Unterschied ist zwischen einer ernst gemeinten Entschuldigung und einer Ausrede das eigene falsche Verhalten. Das Bilderbuch erklärt, dass jeder Fehler macht, Unfälle passieren können und manche Dinge, ob mit oder ohne Absicht, eine Wiedergutmachung brauchen.

Die Bilder sind im Cartoon-Stil und damit wirklich anschaulich. Die Tiere sind kindgerecht dargestellt, fröhlich, bunt gezeichnet. Die Emotionen der Figuren kommen gut beim Leser/ der Leserin an. Das Cover erstreckt sich über Vorder- und Rückseite des Buches und passt gut zum Titel, denn der Biber hat „aus Versehen“ den Baum gefällt, in dem eine Eule wohnt.

Begleitet werden die Illustrationen von meist kurzen Sätzen. Bei dem Thema, ob man es bspw. ernst meint oder nicht, sind Gegenüberstellungen gemacht worden, die längere, dennoch für das Alter völlig angemessene Länge, Erklärungen beinhalten. Ob das die Allerkleinsten Leser/innen schon verstehen, denke ich eher nicht, dafür müssen sie erst in der Lage sein, bzw. ihre Gehirnreife, sich auch in andere hineinversetzen zu können.

Aber es ist ein schöner Anfang sich mit dem Thema zu befassen und sicher auch ganz gut geeignet in einer Kita bspw. eingesetzt zu werden.

Sicher gibt es zu diesem Thema bereits ähnliche Bilderbücher, aber ich habe keinen Vergleich.

Das Format des Buches gefällt mir persönlich nicht, da es ins Querformat geht und das für einige Bücherschränke dann schon nicht passt und recht viel Buch beim Vorlesen auf dem Schoß ist. Zum Zeigen für mehrere Kinder ist es natürlich dann gut geeignet.

Ich selbst sehe es eher kritisch, Kinder zu „zwingen“, sich zu entschuldigen. Das sollte vorgelebt und besprochen werden, bis die Kinder ein Verständnis für die Gefühle anderer haben und es selbst machen können. Daher ist es sicher ab 5 Jahren besser geeignet zum Vorlesen und mit den Kleinen darüber zu sprechen.

Veröffentlicht am 27.08.2024

Gelungenes Sachbuch für Jung und Alt!

Kidstory
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„Kidstory“ von Tamar Weiss Gabbay geschrieben und Shiraz Fuman illustriert erschien im Mai 2024 und ist ein Sachbuch ab dem Grundschulalter.
Dieses Buch präsentiert unsere Weltgeschichte aus der Sicht ...

„Kidstory“ von Tamar Weiss Gabbay geschrieben und Shiraz Fuman illustriert erschien im Mai 2024 und ist ein Sachbuch ab dem Grundschulalter.
Dieses Buch präsentiert unsere Weltgeschichte aus der Sicht der Kinder. Es lässt unsere Geschichte dadurch viel lebendiger wirken und verändert auch den Blickwinkel der erwachsenen Leser/innen. Man begleitet 20 Kinder in ihrer jeweiligen Epoche von der Steinzeit bis in die heutige Zeit und erfährt, wie sie (über)lebten, spielten und wovon sie träumten. Jedes Kapitel erzählt von einem Tag.
Mit gesicherten Sachinformationen verwoben erleben Grundschulkinder ab 7 Jahren wie auf einer Zeitreise Schlüsselmomente der Menschheitsgeschichte hautnah und anschaulich mit. Ein toller Vorleseschatz für die Familienbibliothek, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen fesselt.

Die Illustrationen von Fuman sind modern und farbenfroh, was das Buch visuell ansprechend macht und die Geschichten lebendig werden lässt. Jede Illustration unterstützt die jeweilige Geschichte und hilft den jungen Lesern/Leserinnen, sich in die verschiedenen historischen Epochen hineinzuversetzen. Um die Szenen zum Leben zu erwecken, werden starke Farben sowie klare Linien genutzt. Die Bilder sind dekorativ, wie auch informativ, da sie viele Details des täglichen Lebens der Kinder in den verschiedenen Epochen zeigen. Die Bilder vermitteln die Emotionen auf eine Weise, die Kinder leicht nachvollziehen können.

Insgesamt ist „Kidstory“ ein gelungenes Werk, das Geschichte auf eine kindgerechte und spannende Weise präsentiert. Es ist ein wertvolles und fortwährendes Geschenk, das in keiner Bibliothek fehlen sollte.