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Veröffentlicht am 03.10.2021

Typisch amerikanische Lovestory

Fox Crossing - Mein wildes Herz
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Ich ärgere mich ein bisschen. Am liebsten würde ich einmal kurz aufjaulen wie die Füchsin in diesem Buch… Es hätte so schön werden können! Die Geschichte von der lebensweisen, Glück bringenden Füchsin, ...


Ich ärgere mich ein bisschen. Am liebsten würde ich einmal kurz aufjaulen wie die Füchsin in diesem Buch… Es hätte so schön werden können! Die Geschichte von der lebensweisen, Glück bringenden Füchsin, die in dem kleinen Städtchen Fox Crossing Paare zusammenbringt und Menschen auf den rechten Weg (zurück-)führt, ist eine so wunderbare Idee für eine Buchreihe. Und so hatte ich mich unheimlich auf diese tolle Geschichte gefreut.

 

Man muss ja auch zugeben, dieses Buch hat vieles, was eine wirklich schöne Lovestory ausmacht. Ein idyllisches, virgin-river-artiges Setting in Maine, am Fuße des Fernwanderwegs Appalachian Trail. Eine sagenumwobene, gewitzte Füchsin, die Spürsinn für Zweibeiner beweist und dazu zwei alleinstehende, liebesbedürftige Protagonisten.

 

Doch die Idylle im Wander-Städtchen hielt leider nicht lange an für mich, denn die Erzählweise kam für mich typisch amerikanisch rüber (und das ist aus meinem Mund leider kein Kompliment). Von allem irgendwie zu viel. Die Frauen zu aufgedreht, die Witze zu gewollt (und für deutsche Leser wohl auch das eine oder andere Mal nicht ganz einfach zu verstehen, weil sie z. B. sehr stark auf US-amerikanische Fernsehsendungen Bezug nehmen, die hier mitunter kaum bekannt sind) und die Anziehung zwischen den Protagonisten wird den Lesern förmlich aufgedrängt. Guido-Maria Kretschmar würde sagen: „Holla die Waldfee, hier ist aber viel los!“.

 

Am sympathischsten war mir die männliche Hauptfigur Nick. Einfach, weil er mir am normalsten erschien. Er war einfach ein netter Kerl, und das war wohltuend in dieser Geschichte, in der ansonsten gefühlt jede Figur irgendwie mit etwas herausstechen wollte. Da passierte genau das Gegenteil: Nick fiel auf, weil er einfach nur ein stinknormaler Kerl war.

 

Mit Annie, der weiblichen Hauptfigur, bin ich irgendwie nicht warmgeworden. Schon ab ihrer ersten Szene war sie völlig überzogen belehrend, sie wusste immer alles (vor allem besser, ha ha) und natürlich unterläuft ihr nie ein Fehler! Sie kennt jeden Stein auf dem Appalachian Trail und ist quasi DIE Koryphäe auf dem Wanderweg. Den sie natürlich schon mehrfach gegangen ist. Die ganzen 2000 km. Mehrfach. UND sie hat schon fast 30 Leuten auf dem Trail das Leben gerettet. Was sonst.

 

Ach mensch, hätte Annie nicht einfach eine etwas schüchterne, sympathische junge Frau sein können? Eine, der man es von Herzen gönnt, den Mann fürs Leben kennenzulernen? Ganz ehrlich, so wie sie Nick in ihrer ersten Szene abgekanzelt hat – an seiner Stelle wäre ich rückwärts auf Nimmerwiedersehen rausgerannt aus dem Shop. Oft hätte ich ihr einfach zurufen wollen „Meine Güte, Mädel, jetzt halt mal den Ball flach!“ Aber – dieses „Sichdarstellen“ ist für meine Begriffe typisch amerikanisch und daher wurde ich mit den Figuren und der Geschichte einfach nicht warm.

 

Wie oft habe ich mir beim Lesen gewünscht, dass dieser Stoff einer Autorin wie Miriam Covi angeboten worden wäre – ich wette, sie hätte daraus ein Meisterwerk gemacht! Gut, ich muss zugeben – hier spricht die deutsche Leserin, wahrscheinlich hat Melinda Metz in ihrer Heimat viele Fans und trifft mit ihrer Erzählweise genau den dortigen Lesergeschmack. Aber ich fürchte, deutsche Leser*innen werden nicht ganz so begeistert sein, da sie doch eine etwas andere Erzählweise bevorzugen. Zumindest diejenigen, die wie ich schon jenseits der 35 sind. Ich könnte mir aber vorstellen, dass junge Frauen zwischen 20 und 35 Freude an diesem Buch haben. Also – wenn ihr zu dieser Zielgruppe gehört, probiert es gern aus!

 

Mein Gesamturteil:

Wunderschönes Setting und tolle Grundidee, für mich im Erzählstil aber zu überdreht-amerikanisch. Ich könnte mir vorstellen, dass die Story junge Frauen zwischen 20 und 35 anspricht.

 

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Die Wunden des "großen Krieges"

Kinderklinik Weißensee – Jahre der Hoffnung (Die Kinderärztin 2)
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Im zweiten Teil der Reihe um die Schwestern Emma und Marlene Lindow sind es vor allem die Nachwehen des „großen Krieges“, des 1. Weltkrieges, die das Geschehen prägen. Während zunächst ein Teil des Buches ...

Im zweiten Teil der Reihe um die Schwestern Emma und Marlene Lindow sind es vor allem die Nachwehen des „großen Krieges“, des 1. Weltkrieges, die das Geschehen prägen. Während zunächst ein Teil des Buches die Geschehnisse während des Krieges beschreibt, geht es dann ausführlicher um die Zeit danach, insbesondere das Jahr 1919.

 

Beruflich ist Marlene ihrem Traum ein Stück nähergekommen. Sie studiert während des Krieges Medizin, als eine von wenigen Frauen und soll in den letzten Kriegstagen ihr Medizinalpraktikum absolvieren, bevor sie sich letztlich Ärztin nennen darf. Zu ihrer Freude kann sie dieses Praktikum an der Kinderklinik Weißensee machen, wo ihre Schwester als examinierte Krankenschwester tätig ist.

 

Marlene bekommt es mit schwierigen Krankheitsfällen zu tun, aber auch mit der großen Seuche dieser Zeit, der sogenannten Spanischen Grippe, die aus dem Kinderkrankenhaus eine Seuchenstation auch für Erwachsene macht. Dazu kommt, dass sie von einigen Kollegen als angehende Ärztin nicht ernst genommen wird. Zu gern würden sie sie aus der Klinik entfernen – oder zumindest wieder zur Krankenschwester degradieren. Und auch privat läuft es nicht rund. Ihr Verlobter Maximilian, der während des Krieges als Arzt in einem Lazarettzug tätig war, kommt völlig verändert aus dem Kriegsdienst nach Hause, was ihn und Marlene immer weiter voneinander entfernt.

 

Antonia Blum gelingt es mit dem zweiten Weißensee-Roman, ein nachvollziehbares Bild der Zeit zu zeichnen, das die bekannten „großen“ Eckdaten der Geschichte aufgreift und in den Roman einbindet. Die Figuren waren aus meiner Sicht mitunter ein wenig stereotyp gezeichnet (gut/böse, nett/durchtrieben), aber das ist in der Unterhaltungsliteratur ja sehr verbreitet. Ich würde mir mal einen Roman aus dieser Zeit wünschen, der bewusst mit diesen Stereotypen spielt und die Figuren differenzierter darstellt.

 

Trotzdem habe ich mich mit dem Buch sehr wohl gefühlt und jede Zeile genossen. Insbesondere die Beschreibungen des Klinikalltags und der oft erschöpfenden Tätigkeiten sowohl der Krankenschwestern als auch der Ärzte waren aus meiner Sicht sehr gut gelungen. Außerdem habe ich mich gefreut, auch Willy Pinke und seinem Wellensittich Jacki wiederzubegegnen – Willy ist ein richtiges Berliner Original mit der berühmt-berüchtigten „Berliner Schnauze“ und ein absoluter Sympathieträger – ihn habe ich besonders ins Herz geschlossen.

 

Die Aufarbeitung der Kriegserlebnisse von Maximilian ging mir am Ende ein wenig zu schnell und zu geräuschlos über die Bühne. Hier hätte es aus meiner Sicht noch Potential gegeben, um – stellvertretend für die vielen Kriegsschicksale – darzustellen, dass „das Leben danach“ für die allermeisten nie wieder das Gleiche war.

 

Mein Gesamturteil:

Wie schon Teil 1 ein wunderbarer historischer Schmöker, der diesmal die Geschehnisse rund um das Ende des 1. Weltkrieges thematisiert und einordnet. Die Beschreibungen des Klinikalltags in dieser Zeit sind gleichzeitig nachvollziehbar und spannend. Man sollte sich aber bewusst sein, dass es hier um Unterhaltung geht und die Figuren und Handlungsabläufe entsprechend angelegt sind.
 

 

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Veröffentlicht am 28.09.2021

Ein großes Familienepos, das unheimlich fesselt  

Die Hafenschwester (3)
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 Der dritte Teil der „Hafenschwester“-Reihe führt die Familiensaga zu einem fulminanten Abschluss. Wir begleiten Martha, Paul sowie ihre Kinder und Enkel in der Zeit zwischen 1920 und dem Ende des Zweiten ...

 Der dritte Teil der „Hafenschwester“-Reihe führt die Familiensaga zu einem fulminanten Abschluss. Wir begleiten Martha, Paul sowie ihre Kinder und Enkel in der Zeit zwischen 1920 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In dieser Zeit ist die Geschichte der Familie Studt von großen Einschnitten und von vielen Veränderungen geprägt, von Verlusten, aber auch von glücklichen Zeiten zwischendurch.

 

Dieser letzte umfangreiche Band erzählt einen großen Zeitabschnitt, was die Geschichte abwechslungsreich und dynamisch macht. Im Mittelpunkt steht nun nicht mehr nur Martha, sondern vor allem sind es ihre Kinder Rudi, Alfred und Ella, die in den Fokus rücken. Und die Autorin hat die Werdegänge der Kinder so gestrickt, dass man als Leser die gesellschaftlichen Umstände und z. T. auch Zwänge hautnah miterlebt. Deshalb muss ich hier vor allem Melanie Metzenthin ein großes Lob dafür aussprechen, wie sie die Geschichte konstruiert hat. Nichts wirkt unglaubwürdig und trotzdem entwickelt sich eine äußerst komplexe Geschichte, in der viele kleine Rädchen ineinander greifen und zu einem großen Ganzen werden.

 

Am meisten beeindruckt hat mich der Lebensweg von Alfred, genannt Fredi, der als Kriminalkommissar bei der Hamburger Polizei im aufkommenden Nationalsozialismus bald keine klare Position mehr beziehen kann. Dass er das NS-Regime verabscheut, kann er nicht offen sagen und so verstrickt er sich in eine Lügengeschichte, bei der er immer mit einem Bein im KZ steht. Nach außen hin gibt er das linientreue Parteimitglied, während er hinter den Kulissen ein Netzwerk aufbaut, das politisch Verfolgte rettet. Die Entscheidungen, die er treffen muss um seine Familie zu schützen, sind oft zweischneidig. Dennoch gelingt es der Autorin, seine Figur als charakterstark und sympathisch darzustellen. Natürlich klingt das ein wenig nach Klischee, der starke Widerstandskämpfer, der am Schluss sogar seine Karriere opfert, um andere nicht zu verraten… aber seine Figur hat trotzdem Facetten und wirkt nicht einfach nur glatt oder stereotyp.

 

Neben den Geschehnissen, in die die Familie verstrickt ist, spielt natürlich insbesondere das politische und gesellschaftliche Umfeld eine große Rolle und hier entfaltet sich ein weiteres großes Talent der Autorin: sie stellt diese Zusammenhänge eingebettet in ihre Geschichte so nachvollziehbar dar, dass man das Gefühl hat, Geschichte mitzuerleben und mittendrin zu sein in dem jeweiligen Zeitgefühl. Seien es die Ängste der Figuren bei der Bombardierung Hamburgs oder die wirtschaftliche Situation weit vorher in der Weltwirtschaftskrise – überall ist man mittendrin und erlebt die Zeit authentisch mit.

 

Für mich persönlich ist die „Hafenschwester“-Trilogie eine der besten historischen Reihen, die der deutsche Unterhaltungs-Buchmarkt zu bieten hat. Nirgendwo sonst wird Geschichte so lebendig dargestellt, nirgendwo sonst werden politische Zusammenhänge so nachvollziehbar vermittelt. Ich kann an dieser Stelle nur sagen: scheut euch nicht vor den dicken „Wälzern“! Ihr werdet diese Bücher lieben!

 

 

 

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Durch die 70er mit den Wunderfrauen

Die Wunderfrauen
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Mit den „Wunderfrauen“ Luise, Helga, Marie und Annabel sind wir schon durch die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gereist, nun sind die Frauen reifer geworden, stehen in der Mitte ihres Lebens ...

Mit den „Wunderfrauen“ Luise, Helga, Marie und Annabel sind wir schon durch die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gereist, nun sind die Frauen reifer geworden, stehen in der Mitte ihres Lebens und erleben die revolutionären 70er.

 

Alle sind mittlerweile fest in ihrem Leben verwurzelt, die Kinder werden groß und dennoch gibt es immer wieder neue Herausforderungen für die vier ganz unterschiedlichen Frauen.

 

Wie schon in den Vorgängerbänden vermittelt Stephanie Schuster ein sehr lebendiges und authentisches Gefühl des Jahrzehnts, über das sie schreibt. Auch bedeutende Ereignisse, wie in diesem Fall die terrorgeprägten Olympischen Spiele in München, bindet sie mit ein. Nicht so, dass es vordergründig wäre, aber so geschickt, dass man sich völlig in diese Zeit „fallen lassen“ kann.

 

Die Erzählweise des Buches bzw. in meinem Fall des Hörbuches wechselt auch diesmal wieder zwischen den Perspektiven der Frauen hin und her. Das bringt Abwechslung in das Buch und ist dennoch so gut strukturiert, dass man den Geschichten der Frauen ohne Probleme folgen kann. Das ist mir auch schon in den ersten beiden Bänden positiv aufgefallen.

 

Nur ein einziges kleines Manko habe ich entdeckt und das war das Ende der Geschichte um die Wunderfrauen. In einem spektakulären Finale gehen sie zusammen ein sehr großes Wagnis ein, das im ungünstigsten Fall sogar tödlich enden könnte (mehr möchte ich hier nicht verraten). Ich konnte jedoch nicht ganz nachvollziehen, dass die vier Frauen das für diese Person tun würden – es passte auch irgendwie nicht zu ihren bisherigen, doch recht vernunftgesteuerten Verhaltensweisen. Das war mir ein wenig „zu viel“.

 

Ansonsten war aber auch dieser finale Band wieder ein großes Hörvergnügen, den ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Eine weitere Familiengeschichte aus den 1920ern

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Ich glaube ich werde langsam „20er-Jahre-müde“. In dem Genre der historischen Familiengeschichten sind die 1920er Jahre derzeit bei weitem die beliebteste Zeit, um Romanhandlungen darin zu platzieren. ...


Ich glaube ich werde langsam „20er-Jahre-müde“. In dem Genre der historischen Familiengeschichten sind die 1920er Jahre derzeit bei weitem die beliebteste Zeit, um Romanhandlungen darin zu platzieren. Verständlich, denn die Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn des Nationalsozialismus bietet sehr viele Entwicklungsmöglichkeiten, sehr viel Abwechslung und natürlich auch den notwendigen Glanz & Glamour.

 

Aber wenn man dann die gefühlt 20. Geschichte liest, in denen Kriegstraumata bzw. Versehrtheit problematisiert werden, ebenso die Inflationswellen und die Wohnungsnot, die Homosexuellenszene und das Ganze auch noch zum wiederholten Male gespickt mit ein paar Begegnungen mit den Stars jener Zeit wie Marlene Dietrich, Anita Berber, Erich Kästner, Erika Mann… dann hat man einfach das Gefühl, diese Zeit sei „auserzählt“.

Nun könnte man sagen – wenn du schon haufenweise solche Romane gelesen hast, warum greifst du dann wieder zu einem? Nun, der Aufhänger hat mich angezogen: der Bau des Bahnhofsgebäudes Berlin Friedichstraße war im Klappentext als Ausgangspunkt der Geschichte genannt und so habe ich mir einen Roman erhofft, der mir neben den Familienschicksalen auch einen Einblick in die Baukunst jener Zeit gibt.

 

Doch leider wurden meine Hoffnungen enttäuscht. Ja, die Familienschicksale wurden ausgiebig beleuchtet und die Story ist, was das angeht, auch gut konstruiert. So gesehen werden Fans von Romanen über die 1920er Jahre definitiv auf ihre Kosten kommen. Aber das namensgebende Bahnhofsgebäude ist nur „Kulisse“ und wird kaum erwähnt. Wie schade!

 

Fans historischer Schmöker werden an dem Buch sicher ihre Freude haben. Man muss allerdings gut aufpassen, denn die Geschichte springt ab und zu ein wenig in der Zeit hin und her. So gibt es Teile, die um 1905 spielen, als die Protagonisten noch Kinder waren. Während die Geschichte hauptsächlich ab 1922 bis ca. 1933 spielt, werden zwischendurch immer wieder kurze Szenen aus den Kriegsjahren wiedergegeben. Dies jedoch nicht immer chronologisch. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es als Hörbuch nicht ganz so geeignet sein könnte, denn diese „Zwischenszenen“ kommen immer recht plötzlich und es könnte beim Hören leicht passieren, dass man die beiden einleitenden Worte „Juli 1917“ o. ä. überhört und sich dann fragt, warum die Handlung plötzlich gar nicht mehr zu dem passt, was man eben gehört hat.

Ich tue mich also etwas schwer mit diesem Buch. Geschrieben ist es flüssig und fesselnd, ohne Frage, wenn auch mit unter etwas ausschweifend. Es liest sich weg wie nix, auch das ist positiv. Aber es bot mir auch keinerlei neue Ideen, neue Sichtweisen oder neue Szenen – das meiste kam mir so vor als hätte ich es so oder ähnlich schon einmal gelesen. Ich möchte das auf keinen Fall der Autorin anlasten, denn sie hat ja nicht selbst das zehnte Buch über diese Zeit geschrieben… Aber ich als Fan historischer Romane muss feststellen, dass diese Zeit als Setting für Romane wohl so langsam ausgereizt ist und (zumindest mir persönlich) kaum mehr neue Impulse bieten kann. Hier kann ich nur an die Verlage appellieren, nicht weiter dem „Hype“ hinterher zu laufen, sondern auf neue, andere Stoffe zu setzen.

 

Für mich also leider nicht ganz das große Leseerlebnis, auch wenn das Buch gut erzählt ist und spannende Familienschicksale bereithält.

 

 

 

 

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