Wer dieses Buch liest, sollte hart im Nehmen sein.
Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104In diesem Buch werden viele schwer auszuhaltende Themen angesprochen, die fassungslos machen. Zwar geht Autorin
Susanne Abel sehr respektvoll und feinfühlig damit um, aber ich habe mich gefragt, ob es ...
In diesem Buch werden viele schwer auszuhaltende Themen angesprochen, die fassungslos machen. Zwar geht Autorin
Susanne Abel sehr respektvoll und feinfühlig damit um, aber ich habe mich gefragt, ob es nicht manchmal ein wenig viel war, was in diesen Roman hineingepackt wurde. Um potentiellen Lesern einen Eindruck zu geben, worauf sie sich einlassen, hier die Themen, die im Buch eine Rolle spielen:
Physische und psychische Misshandlung, Gewalt gegenüber Kindern, sexuelle Gewalt, lebenslange Traumata bzw. posttraumatische Belastungsstörungen (mit psychischen Erkrankungen als Folge), vererbte Traumata in nachfolgenden Generationen und sogar ein Amoklauf… es ist schon ganz schön viel, was den Lesern hier zugemutet wird.
Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass die Autorin die Geschichte absolut nachvollziehbar aufbaut und sie an geeigneten Stellen auch mit Situationskomik und Humor auflockert, so dass man immer wieder durchblicken sieht, dass die Figuren die Hoffnung nicht gänzlich verlieren. „Das Leben muss ja weitergehen“ stellte schon Hape Kerkelings patente Oma in „Der Junge muss an die frische Luft“ fest – und genau so eine Frau ist auch Hauptfigur Margret, die man in diesem Roman von der Kindheit bis ins Alter begleitet. Erschütternd ist auch das Schicksal ihres Mannes Hardy, der als kleines Kind in den Kriegswirren seine Familie verlor, in verschiedenen Kinderheimen aufwuchs und massive Gewalt erfuhr. Auf zwei Zeitebenen begleitet man Margret und Hardy und lernt, wie tief das Erlebte sitzt, dass es die beiden auch im Alter nicht loslässt.
Ich empfehle dieses Buch unbedingt weiter – zumindest wenn man sich in der Lage sieht, die oben genannten Themen für sich verarbeiten zu können.