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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2016

Mit dem Doc über die Weltmeere – ein amüsantes Vergnügen

Doc Holiday
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Ich hatte von diesem kleinen Büchlein eigentlich gar nicht viel erwartet. Eine Aneinanderreihung von Reisezielen, medizinischen Anekdoten – im besten Fall nicht ganz knochentrocken erzählt, so stellte ...

Ich hatte von diesem kleinen Büchlein eigentlich gar nicht viel erwartet. Eine Aneinanderreihung von Reisezielen, medizinischen Anekdoten – im besten Fall nicht ganz knochentrocken erzählt, so stellte ich mir „Doc Holiday“ vor. Dass ich aber so viel schmunzeln würde und mich quasi mit dem Doc verbrüdere, um die kleinen Eigenheiten typischer Kreuzfahrtfpassagiere mit einem Augenzwinkern zu betrachten, hätte ich nicht erwartet. Kurzum: das Buch hat mich positiv überrascht. Ich bin nicht nur drüber geblieben, ich habe es fast in einem Rutsch gelesen. Weil es so kurzweilig war, so amüsant, so viel besser als erwartet.

Der Bericht des Doc ist sowohl für Landratten als auch für Seebären geeignet, für erfahrene Kreuzfahrer, aber auch für solche, die es noch werden wollen. Und wem schon der Gedanke an schwankenden Boden unter den Füßen Unwohlsein bereitet, der sollte das Buch auch lesen – und wenn es nur ist, um bei der ein oder anderen Geschichte feixend sagen zu können: „Ich habs ja immer gewusst – früher oder später speien sie alle…“

Ich bin mir nicht sicher ob Doc Wittmann ein kleines Ghostwriter-Helferlein hatte (es ist zumindest in dieser Richtung nichts verlautbart in Klappentext oder Danksagung), aber wenn er das Buch tatsächlich allein geschrieben hat, ist ein Autor an ihm verloren gegangen. Viele Sätze beschreiben einerseits vergnüglich, andererseits aber sehr treffend die Stimmung auf den „großen Pötten“. Und auch wenn der eine oder andere Zwischenfall nicht nur erheiternd ist, sondern durchaus ernst und lebensgefährlich, so bleibt das Buch doch erstaunlich positiv im Grundton und man behält es als eher heitere Lektüre im Gedächtnis.

Also: unbedingt lesen.

Veröffentlicht am 22.09.2016

Eine verrückte Familie…

Sommer in St. Ives
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…begleitet den Leser durch den „Sommer in St. Ives“. Besonders angetan hatte es mir dabei die Großmutter Elvira – in meiner Vorstellung ungefähr so flott und rigoros wie Judy Dench in in ihren letzten ...

…begleitet den Leser durch den „Sommer in St. Ives“. Besonders angetan hatte es mir dabei die Großmutter Elvira – in meiner Vorstellung ungefähr so flott und rigoros wie Judy Dench in in ihren letzten Rollen ;) Sie war die Person, die alle anderen Familienmitglieder in das Ferienhaus nach St. Ives „bestellt“ hatte und während der Leser (und die Familienmitglieder) sich noch fragen, welcher schlechte gesundheitliche Zustand sie dazu bewogen haben mag, kommt alles ganz anders… Es war köstlich.

Die familiären Verwirrungen und Verwicklungen nehmen ihren Lauf und die Lektüre des Buches schreitet voran – angenehm und ohne das Buch selbst oder die Leser zu ernst zu nehmen. Nur am Ende wird irgendwie alles ein bisschen viel – etwas zu viel Theatralik, etwas zu viel Action (Sam’s Schwestern…) und etwas zu viel Teenager in den durchaus reifen Hauptpersonen… (leider kann ich hier nicht schreiben, was genau ich meine – es würde zuviel verraten und vorweggenommen).

Das kostet die ansonsten sympathische Story ein Sternchen – dennoch ist es ein lesenswerter, unterhaltsamer Sommerroman (oder einfach ein Buch, mit dem man sich in der grauen Jahreszeit den Sommer zurückholen kann).

Veröffentlicht am 22.09.2016

Warum eigentlich "Das Haus der geheimen Versprechen"?

Das Haus der geheimen Versprechen
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So richtig erschließt sich mir der deutsche Titel nicht. Der Originaltital „Evergreen Falls“ passt da viel besser. Natürlich gibt es Geheimnisse, Intrigen und Verwicklungen, wie es eben in einem solchen ...

So richtig erschließt sich mir der deutsche Titel nicht. Der Originaltital „Evergreen Falls“ passt da viel besser. Natürlich gibt es Geheimnisse, Intrigen und Verwicklungen, wie es eben in einem solchen Schmöker sein muss. Aber der Titel erscheint mir nicht so ganz gerechtfertigt. Und ich war von der Geschichte nicht so berührt, dass sie mir lange in Erinnerung bleiben wird. Es ist ein typischer Roman um ein Familiengeheimnis, den Reiz des Buches macht dabei hauptsächlich das Setting aus – ein elegantes Hotel in den Blue Mountains Australiens mit entsprechender Klientel. Zudem spielt der historische Zweig der Geschichte im Winter, und es ist schon irgendwie merkwürdig, wenn von einem Meter Schnee in Australien gesprochen wird (obwohl das in den Blue Mountains durchaus vorkommen kann).

Der Teil der Geschichte, die in der jetzigen Zeit spielt, blieb für mich irgendwie farblos. Dieser Teil konnte mich nicht gefangen nehmen, ich habe ihn mit angehört, ohne dass ich ein starkes Interesse dafür entwickeln konnte.

Ich habe das Buch als Hörbuch im Urlaub gehört und dafür war es auch vollkommen in Ordnung. Nur als Highlight würde ich es nicht bezeichnen.

Veröffentlicht am 20.09.2016

Traum oder Alptraum, Paradies oder Hölle?

Das Haus, das in den Wellen verschwand
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Dieses Buch hat mich richtig mitgerissen. Während meines Urlaub habe ich fieberhaft Seiten umgeblättert, Zeilen in mich aufgesogen und Fingernägel gekaut. Denn Lucy Clarke beschreibt den Traum, der sich ...

Dieses Buch hat mich richtig mitgerissen. Während meines Urlaub habe ich fieberhaft Seiten umgeblättert, Zeilen in mich aufgesogen und Fingernägel gekaut. Denn Lucy Clarke beschreibt den Traum, der sich zum Alptraum entwickelt so gut und packend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.

Am Anfang ist es noch beschaulich. Lana und Kitty sind beste Freundinnen, die sich eine Auszeit auf den Philippinen genommen haben. Dort treffen sie auf die Crew der Segelyacht „Blue“ – junge Aussteiger, die ihnen ein traumhaftes Leben an Bord zeigen. Lana und Kitty stürzen sich in das Abenteuer Meer und heuern auf der Yacht an. Doch was als Paradies auf Erden beginnt, entwickelt sich bei der Überfahrt nach Palau zur Hölle…

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Das „Jetzt“, als Lana in Neuseeland vom Untergang der „Blue“ erfährt und im Seenotrettungszentrum bangt, ob die Crew gerettet werden kann. Und das „Damals“, das die Ereignisse der Überfahrt nach Palau beleuchtet. Diese Überfahrt war dafür verantwortlich, dass Lana die „Blue“ verließ und sich mit Kitty überwarf. In kleinen Abschnitten erfährt der Leser, welche Ereignisse dafür gesorgt haben und welche Geheimnisse die Crew-Mitglieder voreinander verbargen.

Für mich der beste Roman von Lucy Clarke, obwohl ich auch schon von „Die Landkarte der Liebe“ begeistert war. Hier setzt sie in Sachen Dramatik noch einmal ordentlich einen drauf, und die Geschichte um die jungen Segler lässt einen auch nach der Lektüre nicht los.

Fazit: Dramatisch, spannend - atemberaubend!

Veröffentlicht am 20.09.2016

Kompaktes Reisewissen im handlichen Format

MARCO POLO Reiseführer Rügen, Hiddensee, Stralsund
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Die bekannten MarcoPolo-Reiseführer haben mich schon oft in den Urlaub begleitet – diesmal war es der Rügen-Reiseführer, der mich über die schöne Ostseeinsel gelotst hat. Ausgestattet mit einer herausnehmbaren ...


Die bekannten MarcoPolo-Reiseführer haben mich schon oft in den Urlaub begleitet – diesmal war es der Rügen-Reiseführer, der mich über die schöne Ostseeinsel gelotst hat. Ausgestattet mit einer herausnehmbaren Karte der Insel und vielen kompakten Infos zu den Sehenswürdigkeiten half mir das Büchlein beim Entdecken meines Reiseziels.

Eins vorweg: die eine Woche Rügen-Urlaub war viel zu kurz, um alles zu sehen, was sehenswert gewesen wäre. Da muss es wohl irgendwann noch einmal dorthin gehen… Aber schon wenn man das Buch aufschlägt, merkt man, wieviel Rügen zu bieten hat. Um einen Überblick zu gewinnen, ist der MarcoPolo ideal. Er gibt geteilt nach den Regionen der Insel Vorschläge für Sehenswertes, Gastronomie und Übernachtung. Daneben gibt es allgemeine Infos über Flora, Fauna, Geschichte, Land und Leute. Separate Kapitel stellen sportliche Herausforderungen und den Urlaub mit Kindern in den Mittelpunkt – hier wird also sowohl an aktive Individualisten als auch an Familien gedacht.

Die Zusammenstellung der „Erlebnistouren“ – mehrtägige Routenvorschläge für verschiedene Reisegeschmäcker – waren interessant und wir haben uns davon auszugsweise inspirieren lassen. Die Touren insgesamt so zu gestalten wäre mir persönlich aber zu anstrengend gewesen, da sie doch recht straff hintereinander viele Highlights beinhalten und so wenig Zeit bleibt um die Umgebung wirklich in Ruhe zu genießen.

Abgerundet wird das kleine, aber feine Büchlein durch einen Reiseatlas, eine Überblickskarte und (auszugsweise) kleine Innenstadtpläne, z. B. von Stralsund und Binz. Wer allerdings viel mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, dem wird das Kartenmaterial sicherlich nicht ausreichen – hier sollte auf jeden Fall eine zusätzliche Fahrradkarte der Insel gekauft werden.

Insgesamt ist der Reiseführer ein handlicher Begleiter im Rügen-Urlaub, der kompakte Überblicksinformationen zu den beliebtesten Reisezielen der Insel bietet.