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Veröffentlicht am 01.07.2026

Emotionaler als erwartet

Unser Sommer endet nie
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Agathe und Emma sind Schwestern, die sich fünf Jahre lang nicht gesehen haben. Fünf Jahre, in denen so viel passiert ist. Fünf Jahre, die die Vergangenheit nicht ausradieren können. Gemeinsam verbringen ...

Agathe und Emma sind Schwestern, die sich fünf Jahre lang nicht gesehen haben. Fünf Jahre, in denen so viel passiert ist. Fünf Jahre, die die Vergangenheit nicht ausradieren können. Gemeinsam verbringen sie eine Woche im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, bevor dieses verkauft wird. Geprägt von Annäherung, aber auch Missverständnissen und Aufarbeitung der Vergangenheit, wissen die beiden Schwestern nicht, wie kurz ihre gemeinsame Zeit wirklich ist.

"Unser Sommer endet nie" hat mich total überrascht. Ich hatte nicht mit so einer super zu lesenden, gut geschriebenen Geschichte gerechnet. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich das Buch so gut würde lesen lassen. Von der ersten Seite war ich super in der Geschichte drin und brauchte keinerlei Anlaufzeit.

Die Geschichte wird in relativ kurzen Kapiteln erzählt, was bei mir immer für einen super Lesefluss sorgt. Kurze Kapitel sorgen bei mir dafür, dass ich richtig schnell lese und gut vorwärts komme. Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitebenen. Da ist einmal die Vergangenheit, die beginnt, als die beiden Schwestern sehr klein sind, sie durch ihre Jugend und ihre junge Erwachsenenzeit begleitet. Und dann ist da die Gegenwart. Der letzte gemeinsame Sommer im Haus der Großmutter, der davon erzählt, wie die beiden Schwestern versuchen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und wieder zueinander zu finden.

Besonders schön fand ich hier, wie das Buch im Verlauf der Geschichte immer mehr an Tiefe gewonnen hat. Je mehr Seiten ich gelesen habe, desto tiefer bin ich in eine Vergangenheit eingetaucht, die ich mir so nicht vorgestellt hatte. Die mich gleichermaßen berührt, schockiert und mitgenommen hat. Eine Vergangenheit, die die beiden Schwestern auf immer verändert hat. Ich war total überrascht, dass die Geschichte gar keine so leichte Sommerlektüre ist, wie ich durch das Cover zunächst dachte, sondern eben sehr viel mehr. Hier erwartet den Leser auf jeden Fall eine emotionale Geschichte, die nicht ganz einfache Themen behandelt, was einem vor dem Lesen vielleicht klar sein sollte. Möglicherweise könnte der ein oder andere vom ein oder anderen Thema getriggert werden.

Die beiden Schwestern sind ganz unterschiedliche Charaktere. Schön fand ich es, dass es nicht viel mehr Charaktere in dieser Geschichte gab - außer ein paar Nebenfiguren- , sodass ich mich voll und ganz auf Agathe und Emma konzentrieren konnte. Der Fokus der Geschehnisse liegt komplett auf den beiden und man wird durch nichts abgelenkt. Durch die Teile, die in der Vergangenheit spielen, bekommt man ein super Bild der beiden Frauen und versteht, warum sie so handeln, wie sie es tun. Man erfährt, was sie zu den Menschen gemacht hat, die sie in den Gegenwartsteilen sind.

Ich möchte nicht zu viel verraten, da das Dinge spoilern würde, die man beim Lesen am besten selbst erfährt. Aber die Geschichte ist hoch emotional und hat mir sehr gut gefallen. Ich habe sie unheimlich gerne und auch sehr schnell gelesen und viel mitgelitten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viele Momente haben werde, in denen ich schockiert bin. Aber ich mochte einfach alles daran und finde, dass es ein wirklich gutes, auf so vielen ebenen berührendes Buch ist, bei dem der Sommer gar nicht so sehr im Vordergrund steht, wie man es vom Cover vielleicht vermuten könnte.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Lustig, unterhaltsam, kurzweilig

Worst Pets Ever – Eingesperrt!
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Schon mal von einer Besserungsanstalt für Haustiere gehört? Nein, dann bist du hier genau richtig. Denn dieser Comic erzählt genau davon. Eine Einrichtung, in die die Haustiere gebracht werden, um besseres ...

Schon mal von einer Besserungsanstalt für Haustiere gehört? Nein, dann bist du hier genau richtig. Denn dieser Comic erzählt genau davon. Eine Einrichtung, in die die Haustiere gebracht werden, um besseres Benehmen zu lernen. Käpt'n Flauschbart, die Katze, ist natürlich der Meinung, dass er viel eher einen Wellnessurlaub verdient hätte, aber nein, zu allem Übel, wird er dort mit Bitzi dem nervigen Hund und weiteren Vierbeinern eingesperrt. Doch das lässt er sich nicht gefallen und so plant er akribisch seinen Ausbruch. Ob ihm das gelingen wird?

Diese Rezension werde ich wieder ein bisschen zweiteilen, weil das Buch sowohl meine Tochter (8) als auch ich gelesen haben. Zuerst hat es mir meine Tochter vor der Nase weggeschnappt, da das Cover durch die mürrisch guckende Katze natürlich sehr ausdrucksstark ist. Und sie sowieso alles mit großen Augen liebt. Da es sich hier um einen Comic handelt, der vom großen Bildanteil lebt und nicht so viel Text hat, war sie natürlich sehr schnell durch mit dem Lesen. Dies ist aber immer ein gutes Zeichen und spricht dafür, dass es ihr echt gefallen hat.

Danach habe ich mir das Buch genommen und es natürlich ebenfalls relativ schnell gelesen. Und auch ich mochte es gerne. Ich musste einige Male wirklich grinsen und lachen, weil es doch sehr lustig geschrieben ist. Dies wird auch genau das sein, was Kindern gut gefällt. Denn natürlich machen die Tiere im Buch auch jede Menge Quatsch, was eben zu vielen Lachern führt. Stellenweise war es für meinen Geschmack etwas übertrieben und hätte etwas weniger sein können, aber ich kann mir vorstellen, dass Kinder das gar nicht stört und sie das genau richtig so finden. Auch meine Tochter hat sich absolut nicht darüber beschwert. Das ist dann nur meine erwachsene Sicht auf die Dinge.

Der Comic ist sehr ausdrucksstark gezeichnet und genau davon lebt das Buch auch. Die Gesichtsausdrücke transportieren die Emotionen und die Handlung perfekt und es macht echt Spaß, auch nur die Bilder anzuschauen. Diese kommen auch nur mit drei Farben aus. Nämlich rot, weiß und schwarz in verschiedenen Nuancen. Das ist wirklich gut gelungen und macht das Buch zu einem echt guten Erlebnis.

Durch die Kurzweiligkeit ist das Buch auch super für Kinder geeignet, die nicht so gerne lesen. Da man hier wirklich die typischen Comicelemente hat und Seiten, auf denen fast kein Text steht, ist es einfach super zum kurz Durchlesen geeignet und dabei auch wirklich noch unterhaltsam und lustig geschrieben, sodass meine Tochter und ich eine echt gute Zeit beim Lesen hatten. Uns beiden hat das Buch echt gut gefallen und wir freuen uns schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Wenn Clementina andere Pläne hat

Das rocken wir auch noch!
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Clementina bekommt von ihrer Familie eine Kreuzfahrt zum Geburtstag geschenkt. Da ihre Familie keine Zeit hat, sie zu begleiten, engagieren sie Tilda, die einen Service für Senioren führt, um Clementina ...

Clementina bekommt von ihrer Familie eine Kreuzfahrt zum Geburtstag geschenkt. Da ihre Familie keine Zeit hat, sie zu begleiten, engagieren sie Tilda, die einen Service für Senioren führt, um Clementina auf die Reise zu begleiten. Zunächst läuft alles reibungslos und Tilda freut sich auf Venedig und eine Schiffsreise. Doch schnell wird klar, dass Clementina ganz andere Pläne hat, von denen ihre Familie auf gar keinen Fall erfahren darf und bei denen Tilda ihr unbedingt helfen muss. Clementina will nämlich zu einem Rockkonzert, mit deren Band sie eine ganz besondere Geschichte verbindet. Doch das stellt sich alles andere als einfach heraus.

"Das rocken wir auch noch" ist nicht mein erstes Buch von Angelika Schwarzuber, aber es steht den anderen, die ich schon von ihr gelesen habe, in nichts nach. Sie hat nämlich eine ganz tolle Art zu schreiben. Zu gleichen Teilen warmherzig und unterhaltsam erzählt sie von der Seniorin Clemetina, die moralisch vielleicht nicht immer ganz korrekte Ideen hat, dafür aber das Herz am rechten Fleck. Der Schreibstil ist so super zu lesen, dass die Seiten während des Lesens einfach nur so dahin geflogen sind. Es ist so eine schöne Lektüre, die sich auch so gut lesen lässt, wenn man ein bisschen müde ist, da sie nicht mit anspruchsvollen Phrasen um die Ecke kommt, sondern mit einer Geschichte, die berührt und einen mitfiebern lässt.

Ganz stark finde ich in dieser Geschichte die Protagonisten. Tilda ist mir unglaublich schnell ans Herz gewachsen. Die Idee, die sie mit ihrer Freundin, in eine Geschäftsidee umgesetzt hat, finde ich super. Ich habe direkt gemerkt, dass ich unbedingt auch den ersten Band lesen muss, um genauer zu erfahren, wie es dazu gekommen ist. Tilda ist eine Protagonistin, die unglaublich viel Wert darauf legt, dass es Clementina gut geht und dafür auch ihre moralischen Bedenken über Bord wirft. Ich gebe zu, dass ich nicht alles so richtig gut fand, was Clementina sich da überlegt hatte, ich konnte aber ihre Intension dahinter verstehen und dass sie einen ganz speziellen Grund für ihren Plan hatte, wird im Verlauf der Geschichte auch immer klarer.

Und genau dieser Grund sorgt dann auch dafür, dass die Geschichte ganz besonders emotional wird. Um nicht zu spoilern, möchte ich hier nicht zu viel verraten, aber es gab ein paar richtig schöne Szenen und auch ein paar Erzählungen aus Clementinas Vergangenheit, die ich wirklich sehr berührend fand.

Was ich ebenso schön an Clementina fand, ist dass sie jemand ist, der so positiv durchs Leben geht und so positiv mit allem umgeht. Sie hat so einige Tiefschläge hinter sich und auch in der Geschichte läuft nicht immer alles glatt. Aber ich habe Clementina als sehr starke Persönlichkeit empfunden, die auch gerne mal ihren Willen durchsetzt - was nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss.

Natürlich wird am Ende auch vieles aufgelöst, zusammengeführt und auch wieder gut und auch das hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, wir dürfen nochmal von dem Seniorenservice und Tilda lesen, denn ich habe die beiden sehr gerne bei ihrer "Nicht-"Schifffahrt begleitet und würde es jederzeit wieder tun. Ein tolles Buch mit Wohlfühlcharakter. Eine Geschichte, die Spaß macht, die gut tut und mich bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Der kalte Krieg und seine Auswirkungen

Die geheime Mission
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Nela lebt bei ihrer Mutter, eine Kommunistin. Zum Vater hat sie keinen Kontakt, denn der ist der auserkorene Feind der Mutter, hat er sich doch auf der Gegenseite platziert. Was für Nela zunächst so eindeutig ...

Nela lebt bei ihrer Mutter, eine Kommunistin. Zum Vater hat sie keinen Kontakt, denn der ist der auserkorene Feind der Mutter, hat er sich doch auf der Gegenseite platziert. Was für Nela zunächst so eindeutig erscheint, ist es mit der Zeit immer weniger und sie beginnt die eigenen Ansichten zu hinterfragen und Kontakt zu ihrem Vater aufzunehmen. Doch der hat ganz eigene Pläne und bald schon gerät Nela in einen Strudel von Geheimnissen, Schmuggel und Spionage, der nicht nur ihr eigenes Leben in Gefahr bringen könnte.

Wenn ich an meinen Geschichtsunterricht in der Schule zurückdenke, so denke ich fast ausschließlich an die Nazizeit. Denn die wurde da einfach mit am meisten und am ausführlichsten behandelt. Die Zeit danach, die Teilung Deutschland, der kalte Krieg, hat sicherlich auch Erwähnung gefunden, aber ich kann mich absolut nicht mehr daran erinnern. Und so war dieses Buch in mehreren Hinsichten sehr aufschlussreich für mich.

Ich mag es immer sehr gerne, wenn Geschichte in fiktiven Romanen erzählt wird, die auch einen gewissen Wahrheitsgrad in sich tragen. Durch persönliche Erlebnisse der Protagonisten fühle ich die Geschichte deutlich mehr, wie wenn ich nur ein trockenes Sachbuch lesen würde. Gerade Nela ist hier ein wichtiger Träger von Emotionen und Erlebnissen und wir Leser dürfen beide Teile von Berlin durch ihre Augen betrachten. Ich habe wirklich sehr viel gelernt, sehr viel neues gelesen und sehr viele neue Fakten mitgenommen.

Tatsächlich wird hier ein gewisses Grundwissen politischer Ereignisse, Politiker oder auch politischer Abkürzungen vorausgesetzt, was mir den Lesefluss stellenweise etwas erschwert hat. Dadurch, dass ich zum Glück zu jung bin, um diese Zeit selbst miterlebt zu haben und ich mich auch noch nicht näher mit dieser Zeit beschäftigt habe, kannte ich nicht alle Details und wusste manchmal nicht direkt, was gemeint ist. Dies lässt sich aber natürlich durch eigene Recherchen beheben.

Der Schreibstil von Titus Müller ist aber trotzdem sehr gut. Manchmal eben sehr "Fachbegrifflastig", sodass ich mich beim Lesen sehr konzentrieren musste. Durch viele Perspektivwechsel schafft er aber einen Rundumblick auf Berlin und lässt uns Leser sowohl an Ost, als auch an West teilhaben. Beide Seiten dürfen quasi zu Wort kommen und das macht er sehr gut. Da sind die Perspektiven von Piloten, von Nela und ihren Eltern. All diese Perspektiven gemeinsam, ergeben ein rundes Gesamtbild.

Womit wir auch schon bei den Protagonisten wären. Nela ist eine junge achtzehnjährige Frau, die stellenweise etwas naiv ist, aber im Verlauf der Geschichte immer mehr versucht, ihre Meinung zu hinterfragen und ihr eigenes Ding zu machen. Gerade zum Ende der Geschichte hin, fand ich ihre Entwicklung sehr gut sichtbar und schön zu beobachten. Auch die restlichen Protagonisten sind alle so schön unterschiedlich und greifen so gut ineinander, dass ich nicht wüsste, welcher diese Protagonisten überflüssig gewesen sein könnte. Nein, es braucht sie alle, damit die Geschichte so ist, wie sie letztendlich geworden ist.

Am Ende des Buches gibt es historische Hintergründe und das finde ich bei Geschichten dieser Art wirklich immer sehr wichtig. Ich finde es gut, wenn der Autor nochmal erzählt, was wie wirklich passiert ist. Gerade bei Themen - wie diesem - in denen ich nicht so drin bin, ist das extrem hilfreich und ich kann auch nochmal richtig viel mitnehmen. Auch auf einzelne Personen, die in der Geschichte vorkommen wird nochmal eingegangen. Auch das finde ich sehr gut, da ich kaum jemanden währende des Lesens gekannt habe (von den Politikern, die in der Geschichte auftauchen) und daher nochmal nachlesen konnte, welche Rolle sie damals gespielt haben.

Alles in allem ein richtig gutes Buch, welches die geschichtlichen Ereignisse des kalten Krieges mit fiktiven Begebenheiten mischt und dabei nicht nur unterhält, sondern auch viel Wissen vermittelt und mit einer emotionalen Geschichte zu überzeugen weiß.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Ein Geheimnis, das nie ans Licht hätte kommen sollen

Die vergessene Tochter
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Charlotte lebt in England, hat aber Wurzeln in Oslo. Als sie ein kleines Kästchen mit einem Ring erhält, welches eigentlich ihrer Urgroßmutter gehört, beschließt sie, den Wurzeln auf den Grund zu gehen ...

Charlotte lebt in England, hat aber Wurzeln in Oslo. Als sie ein kleines Kästchen mit einem Ring erhält, welches eigentlich ihrer Urgroßmutter gehört, beschließt sie, den Wurzeln auf den Grund zu gehen und dieses Geheimnis zu lösen. Sie fährt nach Hause und begibt sich dabei auch auf eine Reise in ihrer eigene Vergangenheit und zu ihren eigenen Wurzeln. Alte Verletzungen, unausgesprochene Geheimnisse, tiefe Verbindungen. Nach und nach kommen Dinge ans Licht, die von der Vergangenheit ihrer Urgroßmutter Amalie erzählen und deren großer Liebe. Doch nicht nur das wirbelt Charlottes Gefühle mächtig durcheinander. Da ist auch noch Harrison, der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen möchte. Wird sie ihr Herz für ihn öffnen?

"Die vergessene Tochter" ist der siebte Band der Reihe "Die verlorenen Töchter". Ich habe bisher noch keinen Band der Reihe gelesen und war gespannt, was mich erwarten würde. Schnell merkte ich, dass das überhaupt nichts ausmacht. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlen würde oder dass ich etwas verpasst hätte. Viel mehr habe ich jetzt große Lust bekommen, auch noch die weiteren Bände der Reihe zu lesen. Denn auch wenn die Handlungen in sich abgeschlossen sind, so hängen sie doch lose zusammen.

Diese Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Da ist zum einen 1950. Die Zeit in der man Amalies Geschichte hautnah miterlebt. Sehr emotional und berührend, schildert die Autorin die Geschehnisse in dieser Zeit. Der Wechsel zur Gegenwart und Charlottes Geschichte, die eng mit Amalies Geschichte verwoben ist, schließlich ist das ihre Urgroßmutter, bringt richtig viel Spannung und Tempo in die Erzählung. Es gibt immer wieder Bücher, da ist für mich ganz klar, ob mir die Vergangenheit oder die Gegenwart besser gefällt. Hier konnte ich mich aber mal wieder absolut nicht entscheiden. Ich fand beide Teile gleich stark und habe mich bei beiden Zeitebenen gefreut, wenn ich zu ihnen zurückkehren konnte.

Der Schreibstil ist ebenfalls bei beiden Zeitebenen so toll und gut zu lesen, dass ich nicht lange gebraucht habe, um die Geschichte komplett durchzulesen. Einfach, schön und schnörkellos ist das Buch die perfekte Sommerlektüre.

Charlotte ist eine tolle Protagonistin, so wie auch die anderen Frauen aus ihrer Familie. Charlotte ist Köchen und das ist ein Beruf, den ich in Büchern immer sehr gerne mag. Wenn von Essen und kochen erzählt wird, dann hat das für mich immer etwas beruhigendes und ist etwas, das ich sehr gerne lese. Charlotte in der Hotelküche zu begleiten, war auch hier sehr schön zu lesen. Es nimmt zwar keinen großen Teil ein, aber immer wieder geht es um leckeres Essen, um guten Wein. Und das machte die Geschichte für mich sehr rund.

Natürlich gibt es da auch das besagte Geheimnis aus der Vergangenheit, das im Verlauf der Geschichte immer mehr aufgelöst wird. Dies geschieht, in dem der Leser immer wieder selbst ins Jahr 1950 zurückgehen und Amalie hautnah begleiten darf. Die Methode fand ich sehr schön, auch dass Amalie in der Gegenwart immer wieder selbst zu Wort kommen darf.

Und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Diese entwickelt sich zart und romantisch und hat natürlich ihre Höhen und Tiefen. Dabei kommt sie ohne jede explizite Szene aus, was ich auch mal ganz schön finde. Ich habe zwar absolut kein Problem mit solchen Szenen, vor allem wenn sie gut geschrieben sind, aber ich mag es auch, wenn der Fokus - so wie in diesem Buch - eher auf Andeutung, denn auf genauer Ausführung liegt.

Ein Buch zum Träumen, ein Buch zum Mitfiebern, ein Buch das mich berührt hat und mir gezeigt hat, dass das Leben uns manchmal vor harte Entscheidungen und Prüfungen stellt und am Ende doch alles gut wird.

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