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Veröffentlicht am 03.03.2023

Sieben Jugendliche auf einer einsamen Insel

Sieben
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Link wurde jahrelang von seinen Mitschülern gemobbt, weil er ein Nerd ist. Nach dem Schuljahr will er die Schule verlassen, aber seine Eltern wollen, dass er vorher an einem Sommercamp mit seiner Klasse ...

Link wurde jahrelang von seinen Mitschülern gemobbt, weil er ein Nerd ist. Nach dem Schuljahr will er die Schule verlassen, aber seine Eltern wollen, dass er vorher an einem Sommercamp mit seiner Klasse teilnimmt. Aber das Flugzeug zum Sommercamp stürzt auf einer einsamen Insel ab. Nur Link und sechs weitere Mitschüler überleben. Weil Link der Einzige ist, der weiß, wie man überlebt, sind die Machtverhältnisse auf der Insel ganz anders als in der Schule.

Die Idee ist für mich etwas Neues, deswegen hat mich der Klappentext auch angesprochen. Wie sich Mobbing auf manche Menschen auswirkt und wie sie Rache nehmen, klingt sehr spannend - so ist die Idee auch umgesetzt worden.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr ansprechend. Es wird aus der Ich-Perspektive von Link erzählt. So kann man die ganze Zeit nachvollziehen, warum er so handelt wie er es tut. Da kommt aber schon der erste Kritikpunkt von mir.
An sich ist die Handlung nachvollziehbar, aber Links Verhalten ist es nicht immer. Seine Handlungen sind vor allem im Mittelteil einfach unrealistisch. Kein Jugendlicher würde sich so verhalten, selbst dann nicht, wenn er jahrelang gemobbt wurde.
Während der Zeit auf der Insel entwickeln sich die Charaktere alle sehr gut. Die Charakterentwicklung ist ebenfalls realistisch.
Das Buch ist auch sehr spannend. Zwar dauert es etwas 100 Seiten, bis die Handlung wirklich in Schwung kommt, denn vorher wird nur erzählt, wie genau Link gemobbt wurde. Danach kommen die Schilderungen der Insel. Dort wird es spannend - einerseits wegen ständigen rätselhaften Phänomenen und andererseits weil die Jugendlichen um ihr Überleben kämpfen. Und zusätzlich werden ständig neue Dinge über sie enthüllt, was noch mehr Spannung hineinbringt.
Das Ende, beziehungsweise den Epilog finde ich allerdings sehr übertrieben und unrealistisch. Man hätte ihn sehr gut weglassen können.
Die Idee der Desert Island Discs zieht sich durch die gesamte Handlung. Es bringt etwas Neues hinein, was mit ebenfalls gut gefallen hat.

Insgesamt finde ich, dass Sieben - Spiel ohne Regeln ein spannendes Buch über die Auswirkungen von Mobbing ist. Aufgrund der vielen Thriller- Aspekte empfehle ich es allen Thriller-liebenden Personen, die mehr über Mobbing erfahren wollen.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Teil 5

Moriarty the Patriot 5
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Ein gut behütetes Geheimnis der britischen Königsfamilie wurde gestohlen und Albert und der MI6 müssen das Schriftstück finden. Gleichzeitig bekommt Sherlock einen Auftrag von dem böhmischen Adel: Ein ...

Ein gut behütetes Geheimnis der britischen Königsfamilie wurde gestohlen und Albert und der MI6 müssen das Schriftstück finden. Gleichzeitig bekommt Sherlock einen Auftrag von dem böhmischen Adel: Ein Foto, das einen großen Skandal auslösen könnte, befindet sich in der Hand von Irene Adler. Sherlock soll ihr das Foto abnehmen, doch das ist nicht so einfach.

Ich habe in meinen vorigen Rezensionen schon betont, wie sehr ich den Zeichenstil dieser Reihe liebe. Er sieht einfach wunderschön aus. Diesmal sind weniger brutale Zeichnungen als in den beiden Bänden zuvor dabei.
Der Manga ist spannend, aber auch lustig. Vor allem wie Irene mit Sherlock umgeht, finde ich einfach amüsant.
Sie ist ein interessanter Charakter, von dem ich hoffe, im nächsten Band mehr zu erfahren. Dass es jetzt mal endlich jemanden gibt, der Sherlock an der Nase herumführt, finde ich einfach cool. Und dass es nun einen sehr starken weiblichen Charakter gibt, ist auch toll. Ich hoffe, im nächsten Band noch mehr über sie zu erfahren! Neben Sherlock, John und Irene treten nur selten die Moriarty-Brüder auf (außer im nächsten Abschnitt, der die letzte Story aus dem vorigen Teil abschließt.

Insgesamt hat mir der fünfte Teil der Manga-Reihe sehr gut gefallen. Ich kann sie nur an alle weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 16.02.2023

Matthias Hegel braucht erneut Julas Hilfe

Die Frequenz des Todes
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Jula wollte eigentlich nie wieder mit Matthias Hegel zusammenarbeiten, aber dieser braucht unbedingt ihre Hilfe bei einem Fall. Wenn sie ihm hilft, bekommt sie Informationen über ihren Bruder, die er hat. ...

Jula wollte eigentlich nie wieder mit Matthias Hegel zusammenarbeiten, aber dieser braucht unbedingt ihre Hilfe bei einem Fall. Wenn sie ihm hilft, bekommt sie Informationen über ihren Bruder, die er hat. Aus diesem Grund beschließt Jula, dass sie für ihn ermittelt. Eine Frau hat bei der Notrufzentrale angerufen, ihr Kind sei verschwunden und alles sei voller Blut. Danach bricht der Anruf ab und die Frau meldet sich nicht mehr. Jula muss dem unbedingt auf die Spur gehen, wenn sie mehr über ihren angeblich toten Bruder erfahren will.

Den ersten Teil fand ich wegen des neuen Themas (forensische Phonetik) sehr interessant und am Ende auch spannend. Für den zweiten Teil hatte ich eine Ausweitung des Konflikts um Julas Bruder und eine Weiterentwicklung der Figuren erwartet.
Den Schreibstil von Vincent Kliesch finde ich ganz okay. Es wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch weiß man als Leser*in immer mehr als die handelnden Figuren. Das gefällt mir ganz gut, da es dadurch spannender wird.
Die Idee ist wirklich gut konstruiert. Von vorne herein stimmt alles, alle Teile gehen perfekt ineinander über, sodass am Ende alles einen Sinn ergibt. Es gibt super viele Cliffhanger, die das Buch echt spannend machen und mich immer wieder dazu motiviert haben, weiter zu lesen.
Leider waren für mich viele andere Dinge zu konstruiert, zum Beispiel manche Gespräche. So, wie sie im Buch geführt werden, würden sie nie im echten Leben geführt werden.
Ich habe vor dem Lesen erwartet, dass sich Jula im Vergleich zum ersten Teil weiterentwickelt. Das tut sich aber gar nicht. Sie wirkt immer noch so naiv wie im ersten Teil. Und sie hat irgendetwas an sich, was sie auf mich nicht real wirken lässt. Genauso wie manche Gespräche wirkt sie oft so gestellt. Und Hegel kann ich überhaupt nicht ausstehen. Er ist mir so sehr unsympathisch und ich frage mich, wie Jula immer noch auf ihn hereinfällt.

Insgesamt hat Die Frequenz des Todes, der zweite Teil der Auris Reihe, meine Erwartungen nicht im vollen Maße erfüllt. Der Thriller war spannend und wirklich gut konstruiert, aber die Charaktere waren nicht gut ausgearbeitet und nur oberflächlich. Außerdem wirken viele Gespräche unnatürlich. Ich empfehle diesen Thriller trotzdem allen, denen der erste Teil der Auris Reihe sehr gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Keine Hoffnung mehr auf einen Sieg

The Block (The Loop 2)
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Luka ist mit seinen Freunden aus dem Loop geflohen, wurde aber wieder festgenommen und in den Block gesteckt, wo es viel schlimmer als im Loop ist. Als seine Freunde es schaffen, ihn zu befreien, stellt ...

Luka ist mit seinen Freunden aus dem Loop geflohen, wurde aber wieder festgenommen und in den Block gesteckt, wo es viel schlimmer als im Loop ist. Als seine Freunde es schaffen, ihn zu befreien, stellt sich die Frage, wie sie es schaffen können, die Künstliche Intelligenz Happy zu besiegen, die die Weltherrschaft übernommen hat.

Mir gefällt Ben Olivers Schreibstil wirklich gut. Da das Buch in der ersten Person aus Lukas Sicht erzählt wird, erlaubt das auch einen genaueren Einblick in ihn und seine Gefühle. Das gefällt mir wirklich gut. Denn einerseits ist die Handlung oft sehr brutal, allerdings wird ein Teil durch Lukas Gefühle kompensiert. Diese Science-Fiction Dystopie ist eigentlich für Jugendliche, aber sie ist wirklich sehr brutal. Also ist die Reihe nichts für Menschen, die gerne entspannte Dystopien lesen.
Luka als Charakter ist sehr interessant. Er ist teilweise sehr selbstlos, was man eigentlich gar nicht von einem Sechszehnjährigen (?) erwartet. Aber trotzdem ist er mir in den ersten beiden Teilen sehr ans Herz gewachsen, weil er gleichzeitig so kämpferisch und emotional ist.
Die Welt, die Ben Oliver konstruiert hat, ist sehr düster und hoffnungslos. Es gibt eigentlich kein Entkommen und ich frage mich, wie es die Hauptcharaktere im letzten Teil hinbekommen wollen, die Welt vor Happy zu retten. Denn, das kann ich sagen, gelingt in diesem Teil noch nicht ganz. Ich selber sehe da keinen Ausweg. Und dann das Ende. Ich will es hier nicht spoilern, aber es hat mir persönlich nicht ganz gefallen.
Die Handlung selber finde ich etwas unrealistisch. Während im ersten Teil noch alles in meinem Vorstellungsbereich war, finde ich einige Dinge in diesem Teil zu abgedreht, zu Beispiel das Hotel Fegefeuer und das Prinzip dahinter. Außerdem kann ich es mir nicht so ganz vorstellen, dass eine kleine Gruppe von Jugendlichen es schafft, einer künstlichen Intelligenz mit tausenden von Anhängern so lange zu widersetzen.

Insgesamt ist The Block ein gelungener zweiter Teil, der wegen eines Cliffhangers am Ende Lust auf den zweiten Teil macht. Der Autor hat eine interessante Welt in der Zukunft konstruiert, die er auch sehr gut beschreibt. Allerdings finde ich die Handlung teilweise unrealistisch.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Der dritte Fall für Alexa Jahn und Bernhard Krammer

Grenzfall - In der Stille des Waldes
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Alexa Jahn erholt sich gerade noch von ihrer Schulterverletzung, die sie sich während des letzten Falls zugezogen hat, als plötzlich ihr Kollege Jan Rassner von ihrer alten Dienststelle vor ihrer Tür steht. ...

Alexa Jahn erholt sich gerade noch von ihrer Schulterverletzung, die sie sich während des letzten Falls zugezogen hat, als plötzlich ihr Kollege Jan Rassner von ihrer alten Dienststelle vor ihrer Tür steht. Er erzählt ihr, dass ihnen bei einem Fall ein Fehler unterlaufen ist und der wahre Mörder noch auf freien Fuß ist. Weil sie von ihrem Chef freigestellt ist, mach sie sich mit Jan auf die Suche nach dem wahren Mörder.
Währenddessen wird Bernhard Krammer zu einem Tatort gerufen, an dem zwei präparierte Dachse gefunden wurden. Doch das ist noch nicht das Schlimme: Sie sind voll mit Babykleidung und wurden von einem Tierpräparator gefertigt, der schon seit zwei Jahren verschwunden ist.

Ich habe sehr auf den dritten Teil der Grenzfall-Reihe gefreut, weil diese Krimireihe zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört seit ich den ersten Teil in einem Bücherschrank gefunden habe.
Wie schon im ersten und zweiten Teil ist Anna Schneider Schreibstil wirklich sehr gut. Sie schreibt sehr spannend, aber sie schafft es auch wunderbar, die Atmosphäre der Alpen einzufangen. Das ist auch ein Grund, weshalb ich diese Serie so sehr liebe: Ich finde die Alpen wirklich faszinierend. Außerdem stellt die Autorin auch die Gefühle der Figuren wirklich gut da, sodass dieser Krimi kein trockener und brutaler Krimi bleibt.
Alexa und Bernhard als Hauptcharaktere wirklich gut ausgearbeitet, mit all ihren Stärken und Schwächen. Sie haben beide neben der Hauptstory mit ihren eigenen, persönlichen Problemen zu kämpfen, was sie für mich wie echte Menschen gemacht hat. Alles in einem sind die Charaktere sehr gut und realistisch gestaltet.
Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um wieder in die Geschichte hineinzufinden, was aber daran liegt, dass ich den zweiten Teil vor mehr als einem halben Jahr gelesen habe. Meiner Meinung nach ist der Fall, der eigentlich aus zwei unabhängig voneinander ablaufenden Fällen besteht, wirklich gut und spannend. Sowohl Bernhards als auch Alexas Fall sind wirklich gut konstruiert und durch die vielen Cliffhanger an den Kapitelenden nochmal zusätzlich spannend. Das einzige, was ich ein bisschen schade finde, ist, dass es eben zwei Fälle, die unabhängig voneinander sind, sind. Wenn Bernhard und Alexa schon wieder zusammenarbeiten würden, würde ich eben kritisieren, dass dies unrealistisch sei. Deswegen bin ich der Meinung, dass Anna Schneider hier alles richtig gemacht hat und hoffe, dass Deutschland und Österreich im nächsten Teil zusammenarbeiten.
Wie eben schonmal erwähnt, durch die vielen Cliffhanger ist der Krimi sehr spannend. Außerdem finde ich, dass die Auflösung am Ende zwar nicht hundertprozentig unerwartet war, aber trotzdem sehr spannend dargestellt wurde. Was ich auch noch hinzufügen muss, ist, dass Anna Schneider sehr darauf achtet, die Handlung so realistisch wie möglich darzustellen. Das gefällt mir äußerst gut.
Eine Art (lustiges) Easter Egg an dem Krimi ist, dass die Autorin echte Personen (auf deren Wunsch) vorkommen lässt. Ich habe mich schon ein bisschen erschrocken, als Mike Altwicker erwähnt wurde, der bei mir in der Gegend als lokaler Buchhändler bekannt ist.

Insgesamt ist der dritte Teil der Grenzfall-Reihe wirklich gut und meiner Meinung nach besser als der zweite, auch wenn er nicht an den ersten herankommt. Ich liebe einfach die Alpenatmosphäre sowie die spannenden Fälle. Das einzige, was man hier kritisieren kann, ist, dass Deutschland und Österreich schon zum zweiten Mal in Folge nicht zusammenarbeiten. Trotzdem ist die Grenzfall-Reihe eine der besten Krimireihen, die ich jemals gelesen habe.

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