Einfühlsamer, humorvoller Liebesroman
Hello Stranger"Hello Stranger" war das erste Buch von Katherine Center, das ich gelesen habe. Es ist mir aufgrund seines Covers ins Auge gestochen und der Klappentext klang ansprechend, weshalb ich mich auf eine leichte ...
"Hello Stranger" war das erste Buch von Katherine Center, das ich gelesen habe. Es ist mir aufgrund seines Covers ins Auge gestochen und der Klappentext klang ansprechend, weshalb ich mich auf eine leichte Liebesgeschichte freute.
Und genau das bekam ich auch, kombiniert mit humorvollen Schmunzlern sowie auch tiefsinnigen und ernsten Momenten, in denen es um Verlust und die Verarbeitung von Trauer geht sowie um familiäre Probleme. Auch hat die Autorin es geschafft den Nebenrollen eine gewisse Tiefe zu geben und darzustellen, dass ein bestimmtes Verhalten eventuell einen tieferen Ursprung hat - wenngleich es natürlich fiese und gemeine Handlungen nicht entschuldigt.
Ich fand Sadie sehr sympathisch. Sie ist freundlich und humorvoll und etwas chaotisch. Außerdem versucht sie ihren eigenen Weg als Malerin zu gehen, auch wenn er schwer ist und sie keinerlei Unterstützung ihres Vaters erhält, da er lieber will, dass sie eine medizinische Berufskarriere einschlägt. Doch davon lässt sie sich nicht abbringen und ich bewundere ihr Entschlossenheit. Und als sie dann ihre Gesichtsblindheit bekommt, ist es natürlich noch schwerer. Wie soll man schließlich als Porträtmalerin Gesichter malen, wenn man diese nicht sehen konnte? Während der ganzen Geschichte habe ich sehr gehofft, dass dies wirklich nur ein vorübergehender Zustand ist und sie irgendwann wieder Gesichter sehen kann. Es muss ungemein hart sein, wenn man selbst sein eigenes ach so bekanntes Gesicht plötzlich nicht mehr erkennen kann. Und wie schwer ist es im Alltag, wenn man nicht weiß, wer da gerade vor einem steht?
Und trotz dieser schweren Situation schafft die Autorin, dass man beim Lesen nicht von Dunkelheit erdrückt wird. Man fliegt nur so durch die Geschichte, da der Schreibstil sehr flüssig und leicht ist. Obwohl die Geschichte nicht an der Oberfläche kratzt, sondern teilweise sehr emotional ist, ist es trotzdem einfach warmherzig und mir hat das Buch auf jeden Fall ein gutes Gefühl beim Lesen gegeben.
Im Laufe der Geschichte lernt Sadie zwei Männer gehen. Da gibt es den tollen Tierarzt Dr. Addison und den Nachbarn Joe, der für viele Fragezeichen sorgt. Ich mochte es, wie nach und nach die Rätsel um Joe aufgelöst werden und man merkt, wie schnell man eigentlich Vorurteile entwickelt, obwohl es ganz einfache Erklärungen für gewisse Situationen gab. Den großen Plot Twist habe ich allerdings nicht kommen sehen und war kurz überrascht, auch wenn es eigentlich sehr naheliegend war. Da ich aber so gefangen von der Geschichte war, habe ich daran einfach gar nicht gedacht.
Und genau das möchte ich abschließend noch einmal betonen: Mich hat die Geschichte mitgerissen und begeistert. Ich hatte viele tolle Lesestunden und bin begeistert von dem Schreibstil der Autorin, sodass es bestimmt nicht das letzte Buch sein wird, das ich von ihr lesen werde.