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Chiralu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2025

Magie trifft auf Ägypten - interessant, aber manchmal etwas zäh

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ich habe mich sehr auf diese Slow Burn Romance gefreut und bin voller Erwartungen in die Welt von Inez Olivera eingetaucht.

Hier hat mich eine starke Protagonistin erwartet, die selbstständiger war, als ...

Ich habe mich sehr auf diese Slow Burn Romance gefreut und bin voller Erwartungen in die Welt von Inez Olivera eingetaucht.

Hier hat mich eine starke Protagonistin erwartet, die selbstständiger war, als es zu ihrer Zeit wohl üblich war. Ihre Willensstärke zeichnete Inez im ganzen Buch aus, auch wenn sie deshalb hin und wieder ziemlich unüberlegt handelte. Trotz allem, oder vielleicht auch genau aus diesem Grund, hab ich mit ihr sehr sympathisiert.

Mit ihrem Aufpasser Whit bin ich hingegen leider nicht sonderlich warm geworden. Während der Charakter von Inez so toll ausgearbeitet wurde, wirkte Whit für mich eher flach und seine Persönlichkeit nur oberflächlich angekratzt. Man erfährt wirklich wenig von ihm, was ihn vermutlich interessant und mysteriös wirken lassen soll (gerade auch im Bezug darauf, dass er scheinbar einige Geheimnisse mit sich trägt), aber das machte ihn für mich auch nicht richtig greifbar. Das fand ich schade, da ich aus diesem Grund auch die sich langsam aufbauende Beziehung zwischen Inez und Whit nicht wirklich mitfühlen konnte.

Die Mischung aus Ägypten, etwas Magie und vielen Geheimnissen fand ich jedoch gelungen und das Buch hielt so einige Wendungen bereit, die mich überrascht und gefesselt haben. Zwischendurch gab es jedoch auch immer Phasen, die sich inhaltlich ziemlich in die Länge gezogen haben. Der Schreibstil hingegen war durchgängig sehr angenehm und flüssig zu lesen und mir gefiel die vielen, bildlichen Beschreibungen, sodass ich problemlos in diese Zeit und Welt abtauchen konnte.

Das Ende hat mich mit einem Fragezeichen zurückgelassen, sodass ich trotz des ein oder anderen Kritikpunktes auch den zweiten Teil lesen werde. Schließlich möchte ich unbedingt die Auflösung wissen und bin gespannt, wie es weitergeht. Auch erhoffe ich mir, dass Whit im nächsten Teil mehr Tiefe erhält, denn ich könnte mir vorstellen, dass er auch ein Charakter ist, der uns Leser noch voll überzeugen kann.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Unterhaltsame Royal Romance mit kleinen Schwächen

Dark Cinderella
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Während der Titel "Dark Cinderella" düster und geheimnisvoll klingt, bildet das Cover mit seiner weichen, verspielten, fast pastelligen Farbgebung einen ganz schönen Kontrast. Tatsächlich wäre das Buch ...

Während der Titel "Dark Cinderella" düster und geheimnisvoll klingt, bildet das Cover mit seiner weichen, verspielten, fast pastelligen Farbgebung einen ganz schönen Kontrast. Tatsächlich wäre das Buch mir aufgrund des Covers gar nicht wirklich ins Auge gesprungen, was schade gewesen wäre, denn ich habe mich gut unterhalten gefühlt - auch wenn es kleine Abzüge gibt.

Die Hauptprotagonistin Sofia ist auf der Suche nach ihrer besten Freundin Alva, die seit über einem Jahr spurlos verschwunden ist. Das letzte Mal wurde sie im Schloss gesehen und genau dort möchte Sofia suchen. Als sie in einem Club die, aufgrund von Koks, bewusstlose Prinzessin Linnea fand, war dies quasi ihre "Eintrittskarte" ins Schloss. Sie bekam so nämlich eine Stelle im Schloss angeboten, nachdem ihre Bewerbung zuvor abgelehnt wurde. Endlich kann sie dort suchen, wo ihre beste Freundin das letzte Mal gesehen wurde. Doch da gibt es noch den Kronprinzen Maximilian...

Ich bin sehr schnell und gut in die Geschichte hineingekommen und mochte den Schreibstil von Anya Omah sehr. Flüssig, bildlich, mit Gefühl und gut ausgearbeiteten Charakteren. Besonders gut fand ich die wechselnden Perspektiven, sodass man Sofia und Maximilian direkt viel besser verstehen konnte - und sie auch ins Herz geschlossen hat. Ich konnte die Motive für das Handeln von beiden Charakteren absolut nachvollziehen. Da ist die ehrliche, direkte und starke Sofia, die unbedingt die Wahrheit herausfinden wollte, und Maximilian, der seine Schwester schützen will und eine ganz andere Seite an sich hat, die die Öffentlichkeit gar nicht kennt. Zwei starke Protagonisten mit viel Tiefe.

Nur die Entwicklung der Beziehung zueinander fand ich nicht ganz nachvollziehbar und vor allem zu schnell. Was ist wirklich echt? Was wird gesagt und getan, damit man seinem Ziel einen Schritt näher kommt? Und ist es realistisch, dass man sich innerhalb weniger Tage so sehr öffnet? Auch wenn ich diese Kritikpunkte habe, so war ich trotzdem "all in" und bin gespannt, wie sich die Beziehung zwischen den beiden noch entwickelt.

Während genau hier der Fokus im mittleren Teil des Buches gelegt wurde, rückte Alvas Verschwinden etwas in den Hintergrund. Hier hätte ich mir mehr Spannung gewünscht, mehr Ermittlungsarbeit, mehr Entdeckungen, um eben jene Spannung, die am Anfang aufgebaut wurde, zu erhalten.

Dafür ging es zum Ende umso spannender einher und das Buch endete mit einem Cliffhanger, der es in sich hatte. Ja, ich werde definitiv auch Teil 2 lesen, das kann ich sagen. Ich mochte "Dark Cinderella" trotz der kleinen Abzüge und bin gespannt, wie das Rätsel um Alva gelöst wird.

Abschließend möchte ich noch ergänzen, dass ich es sehr gut fand, dass in dem Buch auch viele schwere Themen einen Platz gefunden haben, man aber definitiv die Content-Note vorher lesen sollte aufgrund von potenziellen Triggern. Es geht nicht nur um das spurlose Verschwinden eines Menschen (Alva) und den Drogenkonsum der Prinzessin, sondern es wird auch Rassismus angerissen und es geht um den familiären Druck und Verpflichtungen. Ich fand es wirklich gut, dass die Autorin diesen Themen einen Platz in ihrem Buch eingeräumt hat.

Veröffentlicht am 29.01.2025

Freundschaft, Liebe und Anerkennung persönlicher Ziele - I like it!

Degrees of Engagement
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Bianca Dimitriou hat endlich erreicht, wofür sie so unfassbar hart gearbeitet hat: ihren Doktortitel! Es ist ein großer und wichtiger Meilenstein für sie und als sie diesen mit ihren Lieben feiern wollte, ...

Bianca Dimitriou hat endlich erreicht, wofür sie so unfassbar hart gearbeitet hat: ihren Doktortitel! Es ist ein großer und wichtiger Meilenstein für sie und als sie diesen mit ihren Lieben feiern wollte, stellt sie fest, dass niemand kam. Nicht, weil ihre Freunde und ihre Familie sie nicht lieben, sondern weil dieses Ereignis für ihr Umfeld einfach nicht wichtig genug war. Nur Xavier, ihr Kommilitone, war an diesem Abend da und so entstand die Schnapsidee einer Fake-Verlobung der beiden. Mit der Vorahnung, dass hier all die Menschen, die ihr wichtig sind, sich melden würden - und genau das bestätigte sich auch...

Ich habe einen ersten Blick auf das Buch durch das, wie ich finde, sehr ansprechende Cover geworfen. Es ist eher schlicht und dezent gehalten in einem sanften Blauton und wurde mit gelben Akzenten kombiniert - sehr schick. Der Text auf dem Buchrücken klang vielversprechend und um es vorwegzunehmen: Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen.

Die Autorin Jennifer Hennessy hat einen angenehmen, flüssigen, leichten Schreibstil. Sie hat es geschafft, dass ich die beiden Hauptcharaktere Bianca und Xavier direkt sympathisch fand und im Laufe der Geschichte wurden die beiden authentisch und gefühlvoll ausgearbeitet. Auch die Entwicklung der Beziehung der beiden war absolut nachvollziehbar und mit viel Gefühl aufgebaut. Vor allem der Zwiespalt und die Unsicherheit, seine Gefühle zu äußern, fand ich toll dargestellt. Das konnte ich sehr nachempfinden.

Natürlich war die Geschichte vorhersehbar und es war klar, wie das Buch enden wird. Trotzdem fühlte ich mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten und war in keiner Sekunde irgendwie gelangweilt.

Im Gegenteil, ich habe sehr mit Bianca mitgefühlt. Diese Wut, die sie verspürte, als ihre Familie und Freunde nicht zu dem für sie wichtigsten Ereignis auftauchten, aber alles stehen und liegen ließen, als sie von ihrer (Fake-)Verlobung hörten, konnte ich total nachempfinden. Das Buch ist somit nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, es übt auch Kritik an unsere Gesellschaft und die Anerkennung von Zielen, die außerhalb von "Hochzeit, Haus, Kind" bestehen.

Abschließend kann ich nur sagen: Ich wünsche jedem einen Xavier. Es muss nicht das größte Ziel sein, jemanden an seiner Seite zu haben, aber es ist doch schön, wenn jemand bedingungslos da ist.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Ein Buch, das meine Erwartungen mehr als übertroffen hat!

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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- Ja, so kann man meine Bewertung wohl passend zusammenfassen und um es vorwegzunehmen: Ich kann das Buch mehr als empfehlen.

Das Cover hat mich mit den farbenfrohen Wörtern aufmerksam gemacht, wenn gleich ...

- Ja, so kann man meine Bewertung wohl passend zusammenfassen und um es vorwegzunehmen: Ich kann das Buch mehr als empfehlen.

Das Cover hat mich mit den farbenfrohen Wörtern aufmerksam gemacht, wenn gleich es mich auch nicht direkt überzeugt hat. Aber es hat Interesse geweckt, beim Titel musste ich ordentlich schmunzeln und beim Überfliegen des Buchtextes war ich dann total begeistert, denn es klang wirklich vielversprechend.

Die Hauptprotagonistin Nina ist fast 50 Jahre alt und befindet sich gerade an einer Stelle in ihrem Leben, die vermutlich viele kennen: Nach Ehe, Haus und zwei Kindern folgte die Scheidung. Während ihr Exmann im pompösen Haus wohnen blieb und eine blutjunge Influencerin heiratete, zog es Nina in eine bescheidene Anderthalb-Zimmer-Wohnung. Und plötzlich steht ihr David gegenüber und ihre Gefühle fahren Achterbahn.

Es war mein erstes Buch von Anika Decker und ich kann nur sagen: Ich liebe ihren Schreibstil! Das war die perfekte Mischung aus tiefen Gefühlen und viel Witz, ernste Themen wurden gekonnt mit leichten, humorvollen Passagen abgewechselt, gleichzeitig war es nie flach und auf schnulzige, schmalzige Passagen wurde verzichtet. Das Buch hat sich wunderbar leicht und flüssig lesen lassen, wobei man es eigentlich nicht lesen nennen konnte - ich habe es inhaliert.

Besonders toll fand ich die wechselnde Erzählsicht. Neben Nina wurde auch in die Perspektive anderer Charakter gewechselt und man hat ein ganz neues Bild auf unterschiedliche Situationen erhalten. Oft nimmt eine Person nämlich etwas ganz anders war, als es von einer anderen Person eigentlich beabsichtigt war. Das war wirklich super umgesetzt und hat der Geschichte noch mehr Tiefe und Leben eingehaucht.

Ich fühlte mich köstlich unterhalten und gleichzeitig habe ich mich dabei ertappt, dass mich einiges doch zum Nachdenken gebracht hat - und ich denke, das wird anderen beim Lesen auch so gehen. Es ist nämlich nicht nur eine humorvolle Geschichte, sondern die Autorin bringt hier auch ernste Themen wie Feminismus, Selbstfindung, zwischenmenschliche Beziehungen, Kritik an gesellschaftliche Normen und MeToo mit ein.

Am Ende lösten sich einige Probleme und Herausforderungen meiner Meinung nach etwas zu schnell, sodass es einen etwas unrealistischen Eindruck erweckte. Doch es passte zu der restlichen Geschichte und zu dem Schreibstil, sodass es der Story keinen Abbruch tat. Etwas ewig in die Länge zu ziehen kommt bei uns Lesern schließlich auch nicht gut an.

Zusammenfassend kann ich wohl nur sagen: Kauft das Buch. Ich habe es geliebt und es ist definitiv schon jetzt eines meiner Highlights in 2025.

Veröffentlicht am 23.12.2024

Leider nicht komplett überzeugend...

Dich hatte ich nicht auf der Gästeliste
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Aufgrund des Klappentextes und vor allem des Buchtitels habe ich etwas anderes erwartet. Die Hochzeit von Livs Bruder und ihrer besten Freundin war eigentlich nur eine Randhandlung und nicht, wie ich erwartet ...

Aufgrund des Klappentextes und vor allem des Buchtitels habe ich etwas anderes erwartet. Die Hochzeit von Livs Bruder und ihrer besten Freundin war eigentlich nur eine Randhandlung und nicht, wie ich erwartet hatte, die Hauptkulisse. Dementsprechend passt der Titel meiner Meinung leider nicht wirklich.

Die Story an sich hat jedoch sehr viel Potenzial, nur bedauerlicherweise war es mir an vielen Stellen zu langatmig. Es gab viele Wiederholungen und die beiden Hauptcharaktere Liv und Arran traten oft auf der Stelle. Mir fehlte hier etwas Dynamik und Schwung und man hätte den Inhalt vermutlich auch auf 300 Seiten (statt 474) reduzieren können.

Trotz allem fand ich Liv und Arran sympathisch und, wie oben bereits erwähnt, finde ich die Idee des Buches eigentlich gelungen. Denn manchmal wird aus Freundschaft Verliebtheit oder gar Liebe. Ein Thema, das wohl viele von uns kennen. Jedoch haben Liv und Arran das Problem, dass Arrans bester Freund Livs Bruder ist - eine Situation, die vielleicht nicht ganz so einfach ist, schließlich findet man so genug Argumente, warum das alles gar keine gute Idee ist.

Auch fand ich es toll, dass das Thema "toxische Beziehungen" aufgegriffen wurde und als Liv sich gegen ihren Vater behauptete, jubelte ich innerlich.

Dadurch, dass das Buch jedoch sehr zähe Momente aufweist, kann ich es nur bedingt weiterempfehlen. Als gemütliche, leichte und unaufgeregte Abendlektüre kann man bestimmt zu dem Buch greifen, aber es schafft es leider nicht auf meine "must read"-Empfehlungsliste. Dass dies bereits Teil 2 ist, wusste ich übrigens nicht. Man konnte das Buch auch problemlos ohne Teil 1 lesen und verstehen.