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Chiralu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2025

Wir brauchen viel mehr Männer wie Marius und weniger Sebastians

Breakups and Butterflies
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Eigentlich kann man sich sicher sein: Greift man zu einem Buch von Kyra Groh, dann können es nur tolle Lesestunden sein. Und was soll ich sagen, so war es auch dieses Mal.

Mara hat alles im Griff und ...

Eigentlich kann man sich sicher sein: Greift man zu einem Buch von Kyra Groh, dann können es nur tolle Lesestunden sein. Und was soll ich sagen, so war es auch dieses Mal.

Mara hat alles im Griff und ihr Leben genau durchgeplant. Doch plötzlich kommt alles anders, denn ihr Verlobter trennt sich heiterem Himmel von ihr und setzt sie damit vor die Tür. Nun steht sie vor einem Scherbenhaufen und weiß nicht, wohin mit sich. Weder ihre Familie noch Freunde sind eine Option, wo sie um Unterschlupf bitten könnte oder möchte, und so landete sie im Co-Working-Office. Dort findet sie nicht nur ein Sofa zum Schlafen, sondern auch Marius, der so ganz anders ist als sie - nämlich planlos. Ach und sieben Jahre jünger.

Kyra Groh hat es mal wieder geschafft ihren Hauptcharakteren so viel Leben einzuhauchen, dass man sie einfach direkt mögen muss. Während man Mara erst als sehr strukturiert und durchgeplant wahrnimmt, wird nach und nach immer mehr von ihrer Vergangenheit preisgegeben und man kann als Leser unfassbar gut nachempfinden, warum sie gewisse Charaktereigenschaften hat und so handelt, wie sie handelt.

Marius ist hingegen das komplette Gegenteil von ihr und hat nicht nur Mara mit seiner Leichtigkeit, seinem Humor und seiner charmanten, hilfsbereiten Art Herzklopfen beschert, sondern auch mir.

Auch einige Nebencharaktere mochte ich sofort! Liebevoll, authentisch und einfach echt - so habe ich sie wahrgenommen und mich dementsprechend gefreut, als sich Mara vor allem einer Person wieder angenähert hat. Und um nicht zu viel vorwegzunehmen: Ich finde es toll, wie die Autorin einen Safe-Space geschaffen hat, in der man einfach man selbst sein kann und, egal wie verrückt es andere Menschen vielleicht finden würden, alles einfach normal ist. Dort würde ich auch direkt einziehen!

Außerdem gefiel mir sehr die Wandlung, die Mara durchgemacht hat. Wie sie sich von der Vergangenheit gelöst hat und plötzlich lernt, für sich einzustehen. Man merkt einfach, wie sie wächst und ich habe mich sehr mit ihr darüber gefreut.

Kyra Groh schafft es in diesem Buch schwere Themen wie Trennung, Perspektivlosigkeit, zerrüttete Familienverhältnisse, entfremdete Freundschaften und Selbstfindung mit Herzklopfen und Humor zu verbinden. Es hat mir viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich musste des Öfteren schmunzeln oder aber gerührt seufzen. Dementsprechend ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich dieses Buch definitiv weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 14.03.2025

Wenn die "red flag" auf die "green flag" trifft und das Happy End wirklich glücklich macht

Fake Dates and Fireworks
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Kyra Groh hat es wieder einmal geschafft, dass ich bereits nach den ersten Seiten die Hauptprotagonistin Becca in mein Herz geschlossen habe. Wie könnte es auch anders sein? Becca ist einfach liebenswert, ...

Kyra Groh hat es wieder einmal geschafft, dass ich bereits nach den ersten Seiten die Hauptprotagonistin Becca in mein Herz geschlossen habe. Wie könnte es auch anders sein? Becca ist einfach liebenswert, hilfsbereit und immer auf das Wohl anderer bedacht. Die vielen kleinen Feinheiten, wie zum Beispiel, dass sie sich zu Weihnachten eigentlich das Legoset gewünscht hat statt die Gläser, die ihr erwachsenes Ich dann stattdessen bekommen hat, brachten mich zum Schmunzeln und gleichzeitig sympathisierte ich dadurch noch mehr mit ihr.

Während der ersten Kapitel fieberte ich sehr auf dieses Happy End mit. Nach 10 Jahren sollte aus dem jährlichen One-Night-Stand zu Silvester endlich eine Beziehung mit Nils werden. Ich konnte mit Becca so gut mitfühlen, war gemeinsam mit ihr aufgeregt und verstand all die Vorbereitungen, die sie traf. Es sollte besonders werden!

Stattdessen kam alles anders. Plötzlich traf sie in dem romantischen Alpenchalet, welches sie extra für diesen Anlass gebucht und dafür all ihr Erspartes ausgeben hatte, auf Raphael, der der Onkel eines ihrer Kita-Kinder ist und der sie in dem Kindergarten regelmäßig auf die Palme brachte. Schnöselig, immer zu spät kommend, ja, so lernte man ihn zu Beginn des Buches kennen.

Und dann kam der große Wandel. Nils, der vorher noch recht sympathisch wirkte, entpuppte sich als riesiger Idiot, als er plötzlich mit seiner Verlobten im Hotel auftauchte, von deren Existenz Becca bisher nichts gewusst hatte. Und Raphael, oder sollte ich eher Rapha sagen, verwandelte sich zum rettenden Prinzen, als er in die Rolle des Fake-Freundes sprang. Doch was ist hier wirkliche "fake"?

Das Buch war wirklich großartig, mit tiefen, ehrlichen, schmerzvollen und romantischen Gefühlen. Ich hatte jedoch eine leichte Story zum Jahreswechsel erwartet, stattdessen ist es ein Buch mit tiefen, ernsten Themen, die wirklich großartig verpackt und aufbereitet wurden. Das sollte man auf jeden Fall berücksichtigen, wenn man zu diesem Buch greift.

Es geht um "green flags" und "red flags", es handelt von toxischen Verhaltensweisen, vom klein gemacht und gehalten werden, von People Pleasing, von zerbrochenen Freundschaften und von häuslicher Gewalt - Themen, die wirklich alles andere als leicht sind. Und doch hat Kyra Groh es geschafft, mit ihrem leichten, bildlichen und gefühlvollen Schreibstil in Kombination mit humorvollen Passagen dem Buch die Schwere etwas zu nehmen.

An dieser Stelle möchte ich auch die Nebencharaktere noch lobend erwähnen, denn nicht nur Becca und im Verlauf dann auch Rapha waren großartige Charaktere, auch Beccas Bruder und sein Partner haben einen Teil zu meiner Begeisterung beigetragen. Und auch Beccas ehemals beste Freundin möchte ich noch kurz erwähnen, denn auch, wenn die Freundschaft aufgrund des Silvester-Pakts zerbrochen war, so zeigt Kyra Groh die Wichtigkeit von Freundschaft.

Ich habe das Buch nur so inhaliert und bin absolut begeistert! Könnte ich mehr Sterne vergeben, würde ich das ohne zu zögern tun. Deshalb: Große Empfehlung!

Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein Meisterwerk!

The First to Fall
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Auf den ersten Blick konnte das Cover direkt überzeugen - ich mag die harmonische, fast schon romantische Farbgebung in Lila und Orange, die einem Sonnenuntergang oder Aufgang ähnelt, in Kombination mit ...

Auf den ersten Blick konnte das Cover direkt überzeugen - ich mag die harmonische, fast schon romantische Farbgebung in Lila und Orange, die einem Sonnenuntergang oder Aufgang ähnelt, in Kombination mit den Bergen, die toll integriert wurden. Der Klappentext klang ebenfalls vielversprechend, weshalb ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe.

Und dann schlägt man das Buch auf und findet: ein Meisterwerk! Der Schreibstil von Kristina Moninger konnte mich direkt überzeugen - das Setting in der Berglandschaft tauchte sofort vor meinem geistigen Auge beim Lesen auf, die Stimmung, die erzeugt wurde, war zum Greifen nahe und die Emotionen waren so gefühlvoll dargestellt, dass ich sie automatisch mitgefühlt habe.

Ich konnte Auroras Schmerz und Verzweiflung fühlen und den Drang, mehr über den Unfall zu erfahren, so sehr nachvollziehen. Ich mochte sie sofort, ebenso auch Jakob. Bei ihm wurde diese innere Zerrissenheit wirklich mehr als authentisch dargestellt und all die Gefühle fühlten sich während der ganzen Geschichte echt an. Genauso, wie die Beziehung, die sich langsam zwischen den beiden aufgebaut hat. Aber nicht nur die beiden Hauptcharaktere waren großartig, auch die Nebencharaktere möchte ich hier lobend erwähnen - Kit ist der Knaller.

Das Buch hat aber nicht nur große Gefühle (und damit ist unter anderem sowohl Liebe, Trauer und Selbstvorwürfe gemeint), sondern auch wirklich spannende Momente bereitgehalten und hätte der Wecker nicht frühmorgens geklingelt, ich hätte das Buch wohl gar nicht mehr aus der Hand gelegt. Mit dem Ende habe ich absolut nicht gerechnet und mir klappte die Kinnlade herunter. Bitte was?! Der nächste Teil steht auf jeden Fall schon auf meiner Wunschliste und wird definitiv gelesen, sobald er veröffentlicht wurde.

Kurz und knapp: Ich kann das Buch absolut empfehlen!

Veröffentlicht am 12.03.2025

Die Idee war super, die Umsetzung leider zäh und langatmig

Our Infinite Fates
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Ich hatte mich wirklich sehr auf "Our Infinite Fates" gefreut und vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, denn um es vorab zu nehmen: Leider konnte es mich letztendlich doch nicht überzeugen.

Als ...

Ich hatte mich wirklich sehr auf "Our Infinite Fates" gefreut und vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, denn um es vorab zu nehmen: Leider konnte es mich letztendlich doch nicht überzeugen.

Als Erstes hat mich das Cover angesprochen, was ich wirklich schön, stimmig und passend finde - mystisch und geheimnisvoll. Die Zeilen zwischen dem Titel "Sie haben sich in tausend Leben geliebt. Und einander tausend Mal verloren. Bis jetzt." haben mich neugierig gemacht und auch der Buchrücken hat sich sehr vielversprechend angehört. Oh, ich war neugierig!

Das Buch handelt von Evelyn, die jedes Mal vor ihrem 18. Geburtstag stirbt, weil sie von ihrer großen Liebe Arden getötet wird - aus einem Grund, den sie nicht kennt. So führte sie schon etliche Leben und während die Hauptgeschichte im Jahr 2022 in England spielt, so hat man immer wieder Rückblicke in ihre anderen Leben.

Das fand ich einerseits interessant, andererseits fragte ich mich jedoch, warum sie sich nun an dieses Leben so klammerte, wo sie scheinbar ihre anderen Leben auch gut fand und ihre jeweiligen Familien sehr mochte. Was ist jetzt in diesem Leben so anders? Das war für mich ehrlich gesagt nicht ganz schlüssig.

Generell fand ich die Storyline aber auch sehr zäh und langatmig, was letztendlich dazu führte, dass ich eher gelangweilt als gut unterhalten war. Mit über 400 Seiten ist es kein dünnes Buch, aber wenn auf 400 Seiten nicht wirklich viel passiert und man das Gefühl hat auf der Stelle zu treten, kaum neue Informationen erhält und diese "große Liebe" eigentlich auch gar nicht richtig spürt (leider konnte ich mit Arden wirklich wenig sympathisieren und da dieses Geheimnis, warum er sie in jedem Leben tötet, einfach nicht gelöst wurde, war die Liebe für mich auch einfach nicht fühlbar), so könnte man den Umfang des Buches auch deutlich reduzieren.

Erst in den letzten Kapiteln passierte dann wirklich etwas und man erfährt, warum es Leben für Leben zu den Morden vor dem 18. Geburtstag gekommen ist. Aber bedauerlicherweise konnte mich das Ende auch nicht richtig überzeugen.

Es ist wirklich schade, denn die Idee fand ich super und der Schreibstil war auch wirklich angenehm zu lesen, die Rückblenden in den vorherigen Leben hatten Potenzial. Aber da es ein Buch ist, durch das ich mich stellenweise wirklich durchbeißen musste, würde ich es leider nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 19.02.2025

Magie trifft auf Ägypten - interessant, aber manchmal etwas zäh

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ich habe mich sehr auf diese Slow Burn Romance gefreut und bin voller Erwartungen in die Welt von Inez Olivera eingetaucht.

Hier hat mich eine starke Protagonistin erwartet, die selbstständiger war, als ...

Ich habe mich sehr auf diese Slow Burn Romance gefreut und bin voller Erwartungen in die Welt von Inez Olivera eingetaucht.

Hier hat mich eine starke Protagonistin erwartet, die selbstständiger war, als es zu ihrer Zeit wohl üblich war. Ihre Willensstärke zeichnete Inez im ganzen Buch aus, auch wenn sie deshalb hin und wieder ziemlich unüberlegt handelte. Trotz allem, oder vielleicht auch genau aus diesem Grund, hab ich mit ihr sehr sympathisiert.

Mit ihrem Aufpasser Whit bin ich hingegen leider nicht sonderlich warm geworden. Während der Charakter von Inez so toll ausgearbeitet wurde, wirkte Whit für mich eher flach und seine Persönlichkeit nur oberflächlich angekratzt. Man erfährt wirklich wenig von ihm, was ihn vermutlich interessant und mysteriös wirken lassen soll (gerade auch im Bezug darauf, dass er scheinbar einige Geheimnisse mit sich trägt), aber das machte ihn für mich auch nicht richtig greifbar. Das fand ich schade, da ich aus diesem Grund auch die sich langsam aufbauende Beziehung zwischen Inez und Whit nicht wirklich mitfühlen konnte.

Die Mischung aus Ägypten, etwas Magie und vielen Geheimnissen fand ich jedoch gelungen und das Buch hielt so einige Wendungen bereit, die mich überrascht und gefesselt haben. Zwischendurch gab es jedoch auch immer Phasen, die sich inhaltlich ziemlich in die Länge gezogen haben. Der Schreibstil hingegen war durchgängig sehr angenehm und flüssig zu lesen und mir gefiel die vielen, bildlichen Beschreibungen, sodass ich problemlos in diese Zeit und Welt abtauchen konnte.

Das Ende hat mich mit einem Fragezeichen zurückgelassen, sodass ich trotz des ein oder anderen Kritikpunktes auch den zweiten Teil lesen werde. Schließlich möchte ich unbedingt die Auflösung wissen und bin gespannt, wie es weitergeht. Auch erhoffe ich mir, dass Whit im nächsten Teil mehr Tiefe erhält, denn ich könnte mir vorstellen, dass er auch ein Charakter ist, der uns Leser noch voll überzeugen kann.