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Veröffentlicht am 07.05.2026

Nicht ganz so stark wie die Vorgänger

Das Schwert der Wahrheit 4
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Der Einstieg hingegen macht zunächst genau das, was man sich wünscht: Er knüpft nahtlos an den Vorgänger an, ist flüssig erzählt und baut schnell wieder Spannung auf. Das überraschende Auftauchen einer ...

Der Einstieg hingegen macht zunächst genau das, was man sich wünscht: Er knüpft nahtlos an den Vorgänger an, ist flüssig erzählt und baut schnell wieder Spannung auf. Das überraschende Auftauchen einer vermeintlich alten Liebe Richards, die ihn heiraten will (später als Intrige Shotas entlarvt), die Einführung eines Halbbruders sowie das Erscheinen eines Günstlings Jagangs, der Richard gezielt ausschalten soll, sorgen für einen dynamischen und vielversprechenden Auftakt. Auch die actionreiche Verfolgungsjagd Kahlans durch die Katakomben der Stadt und die Burg der Zauberer trägt ihren Teil dazu bei, das Tempo hochzuhalten.
Ab etwa Seite 250 jedoch kippt das Bild deutlich. Die Handlung verliert zunehmend an Straffheit, wird zäh und teilweise unnötig ausgedehnt. Immer gleiche Dialogmuster und vorhersehbare Monologe bremsen den Lesefluss erheblich. Besonders die Konflikte zwischen Kahlan und Richard ziehen sich über viele Seiten, ohne neue Erkenntnisse zu liefern – man ahnt die Versöhnung längst, lange bevor sie tatsächlich ausgesprochen wird. Das wirkt nicht nur redundant, sondern nimmt der Geschichte auch viel von ihrer emotionalen Wirkung.
Auch die Pest-Epidemie und die Versuche, sie einzudämmen, bleiben hinter ihrem erzählerischen Potenzial zurück. Obwohl das Szenario eigentlich dramatisch genug wäre, verliert es sich in ausführlichen Beschreibungen und trägen Dialogen. Zeitgefühl und Erzähltempo geraten dabei zunehmend aus dem Gleichgewicht: Während im Text scheinbar Tage vergehen, sind es tatsächlich nur wenige Stunden – wodurch die Dynamik spürbar leidet.
Positiv hervorzuheben sind die wiederkehrenden Nebenhandlungen rund um Nathan sowie Zedd und Ann. Diese Abschnitte wirken oft frischer und interessanter als die eigentliche Hauptstory und wecken stellenweise sogar den Wunsch, ihnen mehr Raum zu geben.
Erst im letzten Drittel findet das Buch wieder zu seiner Stärke zurück. Der Schlussakt um den Tempel der Vier Winde ist spannend inszeniert, überraschend in seiner Wendung und insgesamt sehr gelungen. Genau hier zeigt sich wieder das erzählerische Niveau, das bereits der Anfang versprochen hatte.
In der Gesamtwertung bleibt ein gemischtes Bild: Ein starker Auftakt und ein überzeugendes Finale stehen einem deutlich zu langen und zähen Mittelteil gegenüber. Letztlich ergibt sich daraus eine solide, aber unausgewogene Lektüre – insgesamt drei Sterne.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Eine epische Reihe!

Das Schwert der Wahrheit 3
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Ich habe die Reihe rund um Richard und Kahlan bereits vor mehr als einem Jahrzehnt zum ersten Mal verschlungen – und es fühlt sich jedes Mal aufs Neue an, als würde ich wieder vollständig in diese Welt ...

Ich habe die Reihe rund um Richard und Kahlan bereits vor mehr als einem Jahrzehnt zum ersten Mal verschlungen – und es fühlt sich jedes Mal aufs Neue an, als würde ich wieder vollständig in diese Welt hineingezogen werden. Diese Bücher sind schlichtweg überwältigend und erzählen eine Geschichte, die für mich bis heute etwas Eigenständiges und Besonderes bleibt. Wenn ich die Reihe mit nur einem Wort einordnen müsste, dann wäre es ohne Zweifel: episch.

Im dritten Band „Die Günstlinge der Unterwelt“ hat Richard gerade erst eine kaum vorstellbare Bedrohung überwunden – und doch bleibt ihm keine Verschnaufpause. Nachdem mit Darken Rahl bereits ein beeindruckender Antagonist besiegt wurde, denkt man unweigerlich, dass eine Steigerung kaum möglich ist. Doch genau hier zeigt die Geschichte erneut, dass das Böse noch dunkler, noch komplexer und noch gefährlicher auftreten kann. Die Reihe beweist damit einmal mehr: Es geht tatsächlich immer noch schlimmer.

Besonders in diesem Teil wird Richards innerer Konflikt sehr greifbar. Einerseits trägt er seine Rolle als Sucher mit wachsender Selbstverständlichkeit, andererseits sehnt er sich nach einem einfachen Leben fernab von Verantwortung und Gefahr – nach einem Dasein in Ruhe, fast unscheinbar, irgendwo in seiner Waldhütte.

Parallel dazu folgen wir Kahlan und Zedd auf ihrem Weg, Richard beizustehen. Beide Figuren sind außergewöhnlich tief und liebevoll gestaltet. Überhaupt ist die Figurenzeichnung von Terry Goodkind beeindruckend detailreich und konsequent ausgearbeitet. Kahlan ist eine Figur, die man kaum nicht mögen kann, Zedd ebenso. Die Mord-Sith wiederum lösen verständlicherweise eher Ablehnung aus – und trotzdem besitzen selbst sie eine gewisse Faszination. Selbst Charaktere, die man eigentlich „ablehnt“, bleiben irgendwie unvergesslich. Darken Rahl ist dafür das beste Beispiel: trotz seiner Rolle als Gegenspieler bleibt er einer der prägendsten Figuren der Reihe.

Zwischendurch nimmt sich die Handlung zwar etwas mehr Zeit, was bei einem Umfang von über 800 Seiten aber kaum überrascht. Und ehrlich gesagt: Eine durchgehende Dauerexplosion aus Spannung und Brutalität wäre auf Dauer kaum zu verarbeiten. Die Härte der Geschichte ist dabei durchaus präsent – Krieg und Gewalt werden ungefiltert und ohne Beschönigung dargestellt. Wäre das Buch heute erschienen, würde es vermutlich entsprechende Hinweise geben.

Gegen Ende zieht das Tempo dann deutlich an. Besonders die letzten rund 200 Seiten entwickeln eine enorme Sogwirkung, sodass man das Buch kaum noch beiseitelegen kann. Der finale Höhepunkt bündelt noch einmal alles, was die Geschichte ausmacht, und hinterlässt einen ziemlich sprachlos zurück, wenn die letzte Seite umgeblättert ist.

Kurz gesagt: ein intensives, düsteres und beeindruckendes Fantasywerk, das man so schnell nicht vergisst.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

fand ich noch besser als Band 1

Das Schwert der Wahrheit 2
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Die Fortsetzung der Reise von Richard, Kahlan und Zedd knüpft zwar direkt an den ersten Band an, wirkt dabei aber deutlich düsterer und insgesamt auch bedrückender. Was anfangs noch nach einem abgeschlossenen ...

Die Fortsetzung der Reise von Richard, Kahlan und Zedd knüpft zwar direkt an den ersten Band an, wirkt dabei aber deutlich düsterer und insgesamt auch bedrückender. Was anfangs noch nach einem abgeschlossenen Erfolg aussieht, entpuppt sich schnell als trügerische Ruhe. Richards Entscheidung hat Konsequenzen, die weitreichender sind, als ihm selbst bewusst ist – und sie bleiben nicht lange verborgen.

Besonders spürbar ist diesmal die Bedrohung durch den sogenannten Hüter, der das Gleichgewicht der Welt massiv ins Wanken bringt. Im Vergleich dazu wirkt Darken Rahl beinahe wie eine Vorstufe des eigentlichen Problems. Die Welt wirkt dadurch insgesamt gefährdeter und instabiler.

Die Erzählstruktur bleibt dabei konsequent bei den drei Hauptfiguren und wechselt zwischen ihren individuellen Handlungssträngen. Das sorgt dafür, dass man verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse bekommt, allerdings auch dafür, dass sich die Geschichte stellenweise stark verzweigt. Richard ringt mit seiner Gabe und seiner Rolle, Kahlan steht vor Herausforderungen, die ihre Heimat direkt betreffen, und Zedd kämpft mit eigenen Konflikten, die ihn nicht weniger stark belasten.

Insgesamt entsteht dadurch ein recht intensives, aber auch forderndes Leseerlebnis, das nicht durchgängig leicht zugänglich ist. Manche Entwicklungen wirken sehr dramatisch zugespitzt, und nicht jede Wendung fühlt sich gleich ausgewogen an. Dennoch bleibt der Spannungsbogen konstant erhalten, auch wenn einzelne Passagen sich etwas ziehen.

Interessant sind vor allem die neuen Gruppierungen und Figuren, die in die Handlung eingeführt werden. Besonders das Volk der Schlammenschen bringt eine ungewohnte Dynamik in die Geschichte, auch wenn nicht jede Figur sofort sympathisch wirkt. Gerade solche Reibungspunkte tragen aber zur Atmosphäre bei.

Auch die Schwestern des Lichts sorgen für Unsicherheit, da ihre Motive nicht sofort klar sind. Diese moralische Uneindeutigkeit funktioniert gut, weil sie die Handlung weniger vorhersehbar macht und einzelne Charaktere anders wirken lässt, als man zunächst vermuten würde.

Der Schreibstil bleibt ausführlich und detailreich. Das wird nicht jedem liegen, da manche Beschreibungen sehr breit ausgeführt sind und sich Wiederholungen einschleichen. Gleichzeitig trägt genau diese Art der Erzählweise zur dichten Fantasy-Atmosphäre bei, die die Welt sehr konkret wirken lässt.

Unterm Strich ist dieser Band eine konsequente, aber deutlich schwerere Fortsetzung, die weniger Leichtigkeit, dafür mehr Dunkelheit und Konflikte mitbringt. Wer sich auf den ausführlichen Stil einlässt, bekommt eine vielschichtige, aber auch ziemlich intensive Fantasy-Geschichte, die ihre Figuren stark fordert und nicht immer einfache Antworten liefert.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Angefangen aus Langeweile und nicht mehr losgelassen

Konfessor - Das Schwert der Wahrheit
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Der Zyklus erinnert in seiner Grundidee an die „Drachenbeinthron“-Saga von Tad Williams: ein junges Liebespaar in einer mittelalterlich-fantastischen Welt, das im Zentrum einer weltrettenden Handlung steht ...

Der Zyklus erinnert in seiner Grundidee an die „Drachenbeinthron“-Saga von Tad Williams: ein junges Liebespaar in einer mittelalterlich-fantastischen Welt, das im Zentrum einer weltrettenden Handlung steht – inklusive zahlreicher Trennungen, neuer Weggefährten und klassischer Abenteuer- und Liebesdramaturgie.

Die ersten beiden Bände sind klar die stärksten: Figuren und Schauplätze sind originell und überzeugend ausgearbeitet, insbesondere die beiden Hauptfiguren, deren Gedanken- und Gefühlswelt gut nachvollziehbar und aus ihrer Biografie heraus entwickelt wirkt.

Im weiteren Verlauf (bis aktuell 16 deutsche Bände) nimmt die Qualität der Handlung jedoch deutlich ab. Die Geschichte rückt zunehmend in den Hintergrund zugunsten der ideologischen und weltanschaulichen Positionen des Autors, die teils sehr direkt über die Figuren vermittelt werden und nicht immer glaubwürdig in deren Entscheidungen eingebettet wirken.

Auch die Tonalität verändert sich: Die anfänglich romantisch geprägte Beziehung tritt stärker zurück, während drastische und sehr ausführlich geschilderte Gewalt- und Folterszenen deutlich zunehmen und sich häufig in die Länge ziehen. Dadurch wirken viele Passagen repetitiv, während andere in ihrer Darstellung übermäßig ausschweifend sind.

Die Rahmenhandlung selbst wirkt insgesamt uneinheitlich und offenbar nachträglich erweitert: Nach einem zunächst klar umrissenen Einstieg folgen mehrere Richtungswechsel und neue Konflikte, die die ursprüngliche Struktur stark ausdehnen.

Insgesamt bleibt der Eindruck einer stark begonnenen, später jedoch zunehmend ausufernden und qualitativ schwankenden Reihe, die nicht jedem Leser dauerhaft gerecht wird.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein perfektes Finale

Codex Alera 6
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Das Finale - endlich. Voll gepackt mit neuen Ideen und Schlachtengetümmel stürzt sich Jim Butcher in den abschließenden Band einer genialen Fantasyreihe!

Vom ersten Buch an habe ich mit den Charakteren ...

Das Finale - endlich. Voll gepackt mit neuen Ideen und Schlachtengetümmel stürzt sich Jim Butcher in den abschließenden Band einer genialen Fantasyreihe!

Vom ersten Buch an habe ich mit den Charakteren mitgefiebert und mich von der ersten Seite an in den Schreibstil des Autors verliebt, bei dem man einfach mitgerissen wird. Dieses Mal lag der Fokus anfangs eher auf den Figuren und ihren Entwicklungen und wohin sie durch die Ereignisse der letzten Bände getrieben worden sind.

Der junge Tavi ist erwachsen geworden, seine Bestimmung, das Reich zu führen, liegt schwer auf seinen Schultern, doch er ist über die Jahre an seinen Aufgaben gewachsen und es war faszinierend, seiner Entwicklung zu folgen. Endlich ist er auf dem Heimweg nach Alera, doch ihn erwarten weit mehr als die Intrigen und Ränkeschmiede der Hohen Fürsten - die Vord haben sich in seiner Abwesenheit im ganzen Reich ausgebreitet. Das große Heer der Aleraner ist nur ein Bruchteil der Armee der Vordkönigin und dem ersten Fürsten wird alles abverlangt, um sein Reich noch retten zu können.

Aber natürlich spielen auch wieder alle anderen Charaktere eine entscheidende Rolle: sein Onkel Bernard, dessen Schwester Isana, die Kursorin Amara und die Marat-Tochter Kitai, Tavis bester Freund Max, sein Kumpan Ehren, der undurchschaubare Marcus und der Wolfskrieger Varg von den Canim - sie alle sind mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen.
Auch die Dialoge sind stimmig und ab und an darf auch der Humor nicht fehlen. Jeden einzelnen Charakter kann man gut einschätzen und sein Handeln nachvollziehen. Vor allem Tavis Beziehung zu Kitai hat mich oft schmunzeln lassen.

Natürlich steuert alles auf den großen, entscheidenen Kampf hin und ich bin jedes Mal überwältigt, wie diffizil es der Autor schafft, die vielen Handlungsstränge in ein stimmiges, mit überraschenden Wendungen gespicktes Bild zu verwandeln, dessen spannender Sog mich das Buch kaum noch aus der Hand legen ließ.

Bündnisse und Feindschaften werden auf die Probe gestellt und geben der Handlung neue Impulse. Der Zusammenhalt gegen eine gemeinsame Bedrohung verändert die Strategien und das Urteil vor allem einzelner und wirkt doch auch über das Ziel hinaus. Der Kampf um Alera hat schon lange begonnen - und hier einen würdigen Abschluss gefunden!

Das Ende hat mich sehr berührt, weil ich von Anfang an mit allen mitgelitten und mitgefiebert habe. Ich freue mich sehr, die Reihe endlich abgeschlossen zu haben und bin aber auch traurig, dass es jetzt vorbei ist.

Es endet dort, wo alles begann - der Kreis hat sich geschlossen.

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