Zum Glück gibt es die Mirzas!
Das nennt man GlückDie Hamburger Familie ist siebenköpfig und die Wohnung längst zu klein. Abdi ist der Kleinste und hat Husten vom Schimmelfleck im Schlafzimmer. Er muss ins ohnehin schon enge Kinderzimmer umziehen. Janan ...
Die Hamburger Familie ist siebenköpfig und die Wohnung längst zu klein. Abdi ist der Kleinste und hat Husten vom Schimmelfleck im Schlafzimmer. Er muss ins ohnehin schon enge Kinderzimmer umziehen. Janan muss sich das Kinderzimmer nun mit ihren vier Brüdern teilen. Wie kommen sie nur an eine neue Wohnung? In dem Kinderbuch mit dem Titel „Das nennt man Glück“, von Cornelia Franz geschrieben und von Meike Töpperwien illustriert, erschienen im Gerstenberg-Verlag, spielt die Mirza-Familie die Hauptrolle. Die Tochter Janan führt als Ich-Erzählerin durch die Geschichte und nimmt die Lesenden mit an die Hand und bringt ihnen ihre Familie näher. Und diese schließen die Familie auch sofort in ihr Herz.
Ein Kinderbuch, das zum Klassiker werden könnte. Es erinnert ein wenig an die Geschichte der Herdmanns aus den 70ern, wo auch eine ganze Geschwister-Rasselbande die Hauptrolle spielt. In diesem Fall heißt die Großfamilie Mirza und ist ebenfalls zum Verlieben. Die Makler sind dagegen durchweg unsympathisch und voller Vorurteile gegenüber der großen Familie mit Migrationshintergrund.
Aber es geht auch jede Menge schief, weil der Vater, den die Kinder Baba nennen, Angst vorm Autofahren hat, aber auch weil Janan einmal eine Haltestelle zu früh aussteigt. Das Chaos hat die Familie scheinbar fest im Griff und nach erfolglosen Besichtigungsterminen sind die Eltern sehr niedergeschlagen. Da müssen sich die ideenreichen Kinder etwas einfallen lassen. Alle helfen mit, jeder auf seine Weise. Ihre erste Idee sind Zettel, die sie überall verteilen wollen. Elyas nimmt diese mit zum Fußballverein und Milad zum Tischtennis.
Und noch eine Sache belastet die Familie. Aber die Freundinnen Leila und Josephine helfen Janan, Geld für eine Prothese zu sammeln, die der Neffe von Baba benötigt. Er ist im Iran auf eine Landmine getreten. Dieses ernste Thema hat die Autorin verständlich erklärt und der Vorfall fließt ganz selbstverständlich in die Geschichte mit ein.
Der liebenswerten Familie stehen auch die Nachbarn Mönckemeyer zur Seite und auch Janas Lieblingslehrerin in der Grundschule, Frau Rosenboom, die am Ende hilft, dass es doch noch mit einer Wohnung klappt. Bis dahin fiebern die Lesenden mit den Figuren mit und wollen unbedingt Mamas Geheimnis ergründen, das sich an Babas Geburtstag als riesengroße Überraschung entpuppt. Die Geschichte macht Spaß, die Figuren noch mehr. Das Buch eignet sich als Vorlesebuch, aber auch fürs Selberlesen, denn die witzigen Kapitel sind schön kurz. 5 Sterne für ein Buch mit Serien-Potenzial. Bitte mehr davon!