Die zauberhafte Marie lernt kochen
Maries Glücksküche – Die Schule am MeerKurzmeinung: Marie entdeckt ihr Talent fürs Kochen und die Magie. Ein Buch mit französischem Flair und einer mutigen, sympathischen Hauptfigur.
Man riecht förmlich die salzige Brise und fühlt den hügeligen ...
Kurzmeinung: Marie entdeckt ihr Talent fürs Kochen und die Magie. Ein Buch mit französischem Flair und einer mutigen, sympathischen Hauptfigur.
Man riecht förmlich die salzige Brise und fühlt den hügeligen Sandstrand unter der Picknickdecke, auf der unter anderem hauchdünne Macarons liegen. So der erste Eindruck vom Cover. In dem Kinderbuch „Die Schule am Meer“ von Claudia Schaumann, erschienen im Fischer Sauerländer Verlag, lernt der Leser die zauberhafte Marie kennen, die aber noch nicht weiß, dass sie zauberhaft ist und wie ihre Mutter und Oma zaubern kann. Sie zieht mit ihrer Familie ans Meer, nach Frankreich, wo ihre Mutter einen Job als Köchin angenommen hat.
Frankreich ist die Heimat der Oma. Während Maries Bruder und die kleine Schwester keinerlei Anlaufschwierigkeiten haben, sich einzugewöhnen, tut sich Marie schwer in der neuen Schule. Die Familie wohnt in der alten, zur Wohnung umgebauten Turnhalle, denn ihre Mutter kocht nun für alle Schüler der Schule, die auch Marie besucht. Als ihre Mutter noch etwas regeln muss und Oma für ein paar Tage die Schulküche vertritt, wird Marie in die Geheimnisse der Familie eingeweiht. Zaubern mit Zutaten, das ist das Talent, das Marie von den Frauen ihrer Familie vererbt bekommen hat.
Das Abenteuer nimmt Fahrt auf und als Leser kann man mit der Protagonistin gut mitfühlen. Denn der erste Kochzauber von Marie geht leider gründlich schief, aber Oma lobt sie dennoch für ihren Mut, es ausprobiert zu haben. Überraschenderweise gibt es auch positive Auswirkungen nach dem ersten Zauberversuch. Marie und ihre Mitschülerin Coco verabreden sich nach der Schule, womit Marie nie gerechnet hätte. Außerdem erfährt man, dass die Mutter Zauberei gar nicht gerne anwendet. Wie also wollen Oma und Marie es hinbekommen, dass das Buffet fürs Jubiläumsfest der Schule die drohende Langeweile während der Rede des Rektors verhindern kann? Denn der Rektor droht, wenn das Schulfest nicht gelingt, steht der Job der Schulköchin und somit der Umzug der Familie auf dem Spiel.
Besonders die Marktszene ist sehr gut gelungen und erhöht noch einmal die Spannung. Welcher Marktverkäufer ist denn nun ein magischer und verkauft Marie die magischen Zauberzutaten? Coco und Marie müssen, obwohl Marie vorher einkaufen war, abends alleine in den Wald, um ein bestimmtes Kraut zu finden. Das wird sehr spannend. Auf einmal ist Marie mittendrin in den Vorbereitungen für das Schulfest. Wird sie das alles schaffen? Wird der gemeinsame Kochzauber gelingen? Man fiebert mit ihr mit. Bis zum Schluss geben sie und ihre neue Freundin Coco alles, damit Marie und ihre Familie in der neuen Heimat bleiben können.
Fazit: Die Figuren sind einem sofort sympathisch. Mittels eingestreuter französischer Vokabeln und sinnlicher Beschreibungen der Strandlandschaft zaubert die Autorin eine tolle Atmosphäre ins Buch und erzählt die Geschichte eines schüchternen Mädchens, das über sich hinaus wächst. Der erste Band der Reihe „Maries Glücksküche“ überzeugt und lässt gespannt sein auf einen zweiten Band. Die Illustrationen von Nadine Jessler, mit lockerem Strich gezeichnet, geben den wunderbar leicht erzählten Kapiteln, um im Küchenjargon zu bleiben, noch die besondere Würze.