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Christina19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein rundum gelungenes Kinderbuch zum Arztbesuch!

Willkommen beim Kinderarzt
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„Willkommen beim Kinderarzt“ ist ein wertvolles Buch für jüngere Kinder und ihre Eltern zum Thema Arztbesuch. Auf wenigen Seiten begleitet man mehrere kleine Patienten in die Kinderarztpraxis. Sie kommen ...

„Willkommen beim Kinderarzt“ ist ein wertvolles Buch für jüngere Kinder und ihre Eltern zum Thema Arztbesuch. Auf wenigen Seiten begleitet man mehrere kleine Patienten in die Kinderarztpraxis. Sie kommen mit unterschiedlichen Anliegen oder Beschwerden, darunter eine notwendige Impfung oder eine Bindehautentzündung, die mit Augentropfen behandelt werden muss. In diesen Kontexten werden diverse medizinische Diagnoseinstrumente wie das Stethoskop, das Otoskop und ein Ophthalmoskop genannt und erklärt. Sprachlich ist die Geschichte also niveauvoll geschrieben, ohne Beschreibungen übermäßig zu vereinfachen oder Dinge gar künstlich zu verniedlichen. Besonders hervorzuheben sind Sprechblasen, die das Buch auf jeder Doppelseite bereithält und die Ratschläge beinhalten, die sich direkt an die Eltern richten. Hierbei gibt es ganz konkrete Hinweise, wie man sein Kind auf eine Behandlung vorbereiten, was man ihm erklären und was besser vermeiden sollte.
Die Illustrationen zum Text sind absolut kindgerecht: farbenfroh, sehr ansprechend in der Gestaltung und nicht zu überladen.
Toll finde ich außerdem, dass in dem Pappbilderbuch Diversität großgeschrieben wird: Die Figuren repräsentieren dank unterschiedlicher Namen, Hauttöne, Haarstrukturen und Gesichtszüge unterschiedliche ethnische und kulturelle Hintergründe, sodass sich hier jedes Kinder wiederfinden kann.
Kurzum: Ein rundum gelungenes Kinderbuch!

Veröffentlicht am 11.03.2026

Schabernack dank Kling-typischen Wortwitzen

Das NEINhorn-ABC
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Mit dem NEINhorn-ABC ist ein neues Buch in der mittlerweile recht umfangreichen Sammlung an NEINhorn-Werken erschienen. Marc-Uwe Kling und Astrid Henn haben in diesem überraschend kleinen Büchlein jedem ...

Mit dem NEINhorn-ABC ist ein neues Buch in der mittlerweile recht umfangreichen Sammlung an NEINhorn-Werken erschienen. Marc-Uwe Kling und Astrid Henn haben in diesem überraschend kleinen Büchlein jedem Buchstaben ein ganz besonderes Tier zugeordnet. In altbekannter Manier gibt es hier beispielsweise den Plappergei, die Schlangeweile und die Warummel, wobei von A bis Z kein Buchstabe ausgelassen wurde. Marc-Uwe Klings Ideen zeugen von seinem großen Einfallsreichtum und überraschen mit viel Witz, was das Buch sehr unterhaltsam macht. Die Zeichnungen von Astrid Henn verbildlichen die außergewöhnlichen Tiere treffend. Schön ist hierbei auch, wie die beiden Darstellungen links und rechts einer Doppelseite in ihren Sprechblasen aufeinander Bezug nehmen.
Ich kann mir das Buch sowohl für kleinere als auch für größere Kinder gut vorstellen. Während für die Jüngeren der Spaß im Vordergrund steht, ist es für ältere Kinder sicherlich ganz interessant, was der Autor sich zum Alphabet ausgedacht hat und kann somit Anlass für die Untersuchung von Sprache bieten. Hierfür sollte das Wissen um die korrekte Rechtschreibung von Wörtern meines Erachtens jedoch gefestigt sein, um den Wortwitz zu verstehen. Andernfalls könnten Tiere wie das Lahma, der Drohmedar, der Frohsch und die Quale bei Schreibanfängern womöglich dazu führen, dass falsche Schreibweisen eingeprägt werden.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Was Krebs für die Eltern betroffener Kinder bedeutet

Elf ist eine gerade Zahl
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Inhalt:
Nachdem bei einer Untersuchung festgestellt wurde, dass Paulas Krebs zurückgekehrt ist, muss sich die 14-Jährige einer schweren Operation unterziehen. Katja, Paulas Mutter, kommt sie täglich besuchen. ...

Inhalt:
Nachdem bei einer Untersuchung festgestellt wurde, dass Paulas Krebs zurückgekehrt ist, muss sich die 14-Jährige einer schweren Operation unterziehen. Katja, Paulas Mutter, kommt sie täglich besuchen. Für die Lehrerin beginnt eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Eine Zeit, die sie nach der ersten Krebserkrankung ihrer Tochter längst hinter sich zu haben glaubte. Ablenkung und Trost finden die beiden in einer Geschichte, die Katja ihrer Tochter am Krankenbett erzählt. ...

Meine Meinung:
Wenn das eigene Kind erkrankt, leiden Eltern mit ihm. Lautet die Diagnose dann auch noch Krebs, steht die Welt still. Genau so jedenfalls ergeht es Katja, der Mutter in Martin Beyers Roman „Elf ist eine gerade Zahl“. Ihre Tochter Paula hatte den Krebs – so glaubten sie zumindest – bereits besiegt, als sie die Nachricht über ein Rezidiv erhalten. Martin Beyer erzählt, was anschließend in der ersten Zeit nach dem Wiederauftreten der Erkrankung geschieht. Dabei beschränkt er sich in seinem Buch auf insgesamt neun Tage, die er in längeren Kapiteln beschreibt. Diese Zeitspanne hat mich sehr überrascht, da ich damit gerechnet hatte, dass das Geschehen einen deutlich längeren Zeitraum einnimmt.
Der Fokus, auch das fand ich außergewöhnlich, liegt weniger auf Paula, die als Patientin eine lange Leidensgeschichte hinter sich und noch viele Behandlungen vor sich hat, sondern vielmehr auf ihrer Mutter. Katja erlebt ein großes Gefühlschaos: Auf den anfänglichen Schock folgen Verleugnung und Widerstand gegen die Diagnose, dann purer Aktionismus und doch völlige Überforderung. Sie rutscht in depressive Phasen und beginnt sich selbst zu vernachlässigen. Mit seiner Erzählweise schafft es der Autor, ihre Verzweiflung sowie die Angst um ihr einziges Kind spürbar zu vermitteln.
Kraft schöpfen Paula und Katja aus einer Geschichte, die sich die Mutter für ihre Tochter ausdenkt. Diese nimmt recht viel Raum im Buch ein und da sie von fantastischen Elementen geprägt ist, hatte ich anfangs Schwierigkeiten, in das Geschehen zu finden. Umso weiter die Geschichte voranschritt, desto besser konnte ich diese Welt verstehen – wohl auch deshalb, weil deutliche Parallelen zwischen Paulas und Katjas Leben sowie der Erzählung zu finden waren.
An das Ende des Buches hatte ich andere Erwartungen, dennoch rundet es den Roman in meinen Augen gut ab.
Ein Roman zu einem sehr ernsten Thema. Anders als erwartet und doch interessant zu lesen!

Veröffentlicht am 13.02.2026

Begegne Unbekanntem unvoreingenommen statt ängstlich

Obacht!
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Inhalt:
Als sie vor ihrer Stadt ein großes Tier entdecken, das ihnen den Weg versperrt, sind die Bewohner in hellem Aufruhr. Der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa überlegen, was sie tun können. Sie ...

Inhalt:
Als sie vor ihrer Stadt ein großes Tier entdecken, das ihnen den Weg versperrt, sind die Bewohner in hellem Aufruhr. Der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa überlegen, was sie tun können. Sie decken das unbekannte Wesen zu, bauen eine Brücke darüber und eine Straße außen herum, doch all ihre Lösungen sind nicht von Dauer. Auch das Mienchen, dem bisher niemand Gehör geschenkt hatte, hat einen Vorschlag. Ob dieser wohl die rettende Idee ist?

Meine Meinung:
Mit „Obacht!“ hat Kerstin Hau eine Geschichte über die Bewohner einer kleinen Stadt und ihr scheinbar riesiges Problem geschrieben. Die Figuren mit den außergewöhnlichen Namen wurden von Stella Dreis in Szene gesetzt. In den Bildern erkennt man die preisgekrönte Illustratorin mit ihrem individuellen Stil schnell wieder. Die Zeichnungen sind dabei ganz in Natur-, Braun- und Grautönen sowie Schwarz gestaltet, denen mit Orange ein kräftiger Kontrast entgegengesetzt wird. Das sorgt für eine beinahe dramatische Wirkung und unterstreicht den Inhalt der Geschichte.
Kerstin Haus und Stella Dreis‘ Figuren hadern mit dem unbekannten Wesen vor ihrer Stadt. Da es den Zugang blockiert, können sie es nicht ignorieren – ganz schlicht und ergreifend mit dem Tier zu sprechen und sich somit dem Unbekannten zu stellen, ist allerdings auch keine Option, die sie in Betracht ziehen. Einzig das Mienchen geht unvoreingenommen und offen auf das Tier zu. Damit beweist es Mut und zeigt, dass Fremdes nicht zwingend Gefahr bedeutet und man davor Angst haben muss. Dank klarer Kommunikation lässt sich die Angelegenheit für die Stadtbewohner schließlich rasch klären. So ist in Stella Dreis‘ Bildern deutlich zu sehen, wie riesig das vermeintliche Problem anfangs noch scheint und dass es, kaum, dass man sich ihm gestellt hat, plötzlich gar nicht mehr so groß ist. Eine Tatsache, die wir sicher alle aus dem Alltag kennen.
Auf kindgerechte Weise vermittelt „Obacht!“, wie bereichernd es ist, Unbekanntem aufgeschlossen und mit Neugier statt mit Misstrauen zu begegnen, bei Problemen aufeinander zu zugehen und den Austausch zu suchen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Seichter Roman für zwischendurch

Der Zopf
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Inhalt:
Smita lebt mit ihrer Familie in Badlapur. Sie ist eine Dalit, eine sogenannte „Unberührbare“. Geboren in der niedrigsten Kaste Indiens hatte sie nie die Chance, eine Schule zu besuchen und einer ...

Inhalt:
Smita lebt mit ihrer Familie in Badlapur. Sie ist eine Dalit, eine sogenannte „Unberührbare“. Geboren in der niedrigsten Kaste Indiens hatte sie nie die Chance, eine Schule zu besuchen und einer gerechten Arbeit nachzugehen. Nun setzt sie alles daran, dass ihre Tochter Lesen und Schreiben lernt und somit ein besseres Leben führen darf.
Giulia erhält derweil in Palermo die Nachricht, dass ihr Vater einen schweren Unfall hatte. Während sie um sein Leben bangt, steht sie vor der Aufgabe, an seiner Stelle die Perückenfabrik ihrer Familie zu leiten.
In Montreal hat sich Sarah einen Namen als erfolgreiche Anwältin in einer großen Kanzlei gemacht. Als sie eine unerwartete Diagnose erhält, sieht sie ihre Karriere in Gefahr. Sie versucht daher, ihre Erkrankung geheim zu halten, was jedoch nicht lange gut geht. …
Drei Frauen und ihre Leben auf unterschiedlichen Kontinenten, die nach und nach zart miteinander verflochten werden – wie ein prachtvoller Zopf.

Meine Meinung:
In ihrem Roman „Der Zopf“, der als Bestseller mittlerweile sogar verfilmt wurde, erzählt Laetitia Colombani die Geschichten dreier starker Frauen. Dazu nimmt sie ihre Leser und Leserinnen mit auf eine Reise in ganz unterschiedliche Länder unserer Erde. Mit Smita, Giulia und Sarah geht es nach Indien, Italien und Kanada. Die Leben der drei Hauptfiguren werden zunächst unabhängig voneinander beschrieben, wobei die Autorin kapitelweise zwischen den Orten wechselt. Die Abschnitte zu Smita fand ich von Beginn an sehr fesselnd. Auch Giulias Geschichte war recht spannend, wohingegen mich die Ereignisse um Sarah anfangs nicht einnehmen konnten.
Im Verlauf des Romans wird recht schnell deutlich, dass alle drei ihr Päckchen zu tragen haben: Sei es die Stellung in der Gesellschaft, die drohende Schließung des traditionellen Familienunternehmens oder eine ernste Erkrankung und der damit verbundene Karriereknick. Jede der Frauen kämpft für sich um Erfolg, Gerechtigkeit und Freiheit und stellt damit Mut, Stärke und Durchsetzungsvermögen unter Beweis.
Die Schicksale von Smita, Giulia und Sarah sind miteinander verflochten. Auch wenn die Art ihrer Verbindung erst gegen Ende des Romans aufgelöst wird, war sie für mich schon ab etwa der Hälfte des Buches absehbar, was dem Ganzen leider die Spannung genommen hat.
Der Erzählweise konnte ich leicht folgen, was zum Einen daran lag, dass die Anzahl an Figuren trotz der drei Handlungsstränge recht übersichtlich war. Zum Anderen hing dies aber auch damit zusammen, dass es für meinen Geschmack insgesamt einfach zu wenig Handlung gab. Gerne wäre ich an manchen Stellen noch tiefer in die Geschichte eingetaucht oder hätte die Frauen noch weiter auf ihrem Weg begleitet. So empfand ich „Der Zopf“ trotz der schweren Schicksalsschläge, die alle drei Frauen ereilten, als eher seichte Literatur für zwischendurch.