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Christini686

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

In der Höhle verirrt...

Das Dorf der acht Gräber
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Ursprünglich erschien dieser japanische Krimi 1971, das Cover hat für mich den passenden Retro-Charme und spricht mich an. Ich hatte das Alter der Geschichte im Hinterkopf und musste das einige Male als ...

Ursprünglich erschien dieser japanische Krimi 1971, das Cover hat für mich den passenden Retro-Charme und spricht mich an. Ich hatte das Alter der Geschichte im Hinterkopf und musste das einige Male als "Entschuldigung" für etwas angestaubte Ausdrücke verwenden.
Zuerst habe ich mir mit dem Personenregister eine Skizze gezeichnet, um darzustellen, wer mit wem verbunden ist. Darauf konnte ich im Laufe der Geschichte einen hilfreichen Blick werfen.
An sich ist hat die Geschichte Potential und es wurden einige gute Bilder kreiert. Mich hat auch die Erzählweise gefallen, bei der der Leser direkt angesprochen wurde.
Der Ermittler selbst kommt in diesem Krimi nur wenig zu Wort und die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Tatsuya erzählt.
Leider tröpfelte die Erzählung für mich so vor sich hin. Einige Formulierungen wiederholten sich oft und die Dialoge waren eher platt. Die Figuren waren für meinen Geschmack zu oberflächlich gezeichnet und ich konnte keine richtige Verbindung aufbauen oder mich gar von ihnen in einen Sog ziehen lassen.
Ich habe nach etwa 2/3 aufgehört und nur noch durchgeblättert, um die Auflösung zu erfahren. Auch die war wenig spektakulär oder überraschend für mich.
Leider von mir keine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 20.09.2023

Gute Geschichte mit Schwächen

Wellenkinder
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Bei diesem Buch "Wellenkinder" von Liv Marie Bahrow hat mich das Cover angesprochen und auch der Klappentext machte mich neugierig.

Das Buch handelt von 3 Menschen in unterschiedlichen Zeiten, deren ...

Bei diesem Buch "Wellenkinder" von Liv Marie Bahrow hat mich das Cover angesprochen und auch der Klappentext machte mich neugierig.

Das Buch handelt von 3 Menschen in unterschiedlichen Zeiten, deren Geschichte erzählt wird.
Oda in den 70ern, mitten in der DDR, Margit kurz vor Kriegsende und Jan in einer gescheiterten Ehe in der Gegenwart.
Man fragt sich, ob diese Geschichten sich irgendwann überschneiden könnten...
Die Thematiken der jeweiligen Realitäten sind an sich interessant.
Leider konnte mich der Schreibstil aber überhaupt nicht einfangen. Ich empfand die Ausdrucksweise als geschwollen und oberflächlich. Ebenso die Beschreibung der Charaktere. Dadurch konnte ich mich auch nur wenig auf den Inhalt der Geschichte einlassen, obwohl gerade auch der historische Hintergrund an sich total interessant war, oder gewesen wäre.
Das ist meine persönliche Meinung, deswegen kann ich leider keine Empfehlung aussprechen.


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Veröffentlicht am 07.08.2023

Absolut wertvoll!

Mattanza
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Mattanza heißt übersetzt: "Gemetzel" und beschreibt das Ende der Tonnara, des traditionellen Thunfischfangs vor Sizilien. Der Raìs ist der Anführer derselben, dessen Amt wird nur an männliche Nachkommen ...

Mattanza heißt übersetzt: "Gemetzel" und beschreibt das Ende der Tonnara, des traditionellen Thunfischfangs vor Sizilien. Der Raìs ist der Anführer derselben, dessen Amt wird nur an männliche Nachkommen gleichen Blutes weitergegeben; bis Eleonore (Nora genannt) geboren wird. Sie wird nun in dem vom (Aber-)Glauben geprägten Dorf als "Fehler Gottes" angesehen.
Kann sie diese Bürde tragen und die Fischer durch die alljährliche Tonnara führen, um den überlebenswichtigen Ertrag für alle Inselbewohner zu sichern?

"Die Insel gab ihre Geheimnisse nicht preis, den Aberglauben, der ihre Wahrheit war, die Legende, die ihre Geschichte war, und hielt ihr wertvollstes Gut versteckt." (S.86)

Der Roman von Germana Fabiano spielt in Katria, einer fiktiven Insel mit realem Vorbild. Sie beschreibt vordergründig das Leben der Inselbewohner, deren einzige Einnahmequelle die Tonnara ist, und Nora, die in die Fußstapfen ihres Großvaters gestellt wird, um diese zukünftig anzuleiten.
Hieraus entwickelt sich eine berührende Geschichte mit Pathos über die unvermeidlichen Veränderungen des Lebens, rund um liebevoll und tiefgründig beschriebene Charaktere, in der Zeit von 1960 bis 2012.
Die Übersetzung von Barbara Neeb und Katharina Schmidt ist wunderbar. Ich liebe diesen Schreibstil und die Bilder, die er in meinem Kopf entstehen lässt.

Das Buch hat mich an vielen Stellen berührt und zum Nachdenken angeregt. Ich fand es spannend, darüber hinaus über die Tonnara zu recherchieren und in der Entwicklung der Bewohner auf der Insel auch die Entwicklung der Gesellschaft auf der Welt zu erkennen.
In diesem Buch stecken viele Wahrheiten und ich denke, dass jeder eine seiner eigenen darin finden kann.

"Die Welt besteht aus Menschen, die kommen, und Menschen, die gehen, und es wird der Moment kommen, an dem wir uns alle vermischen. Anstatt nicht mehr zu wissen, wer wir sind, werden wir deshalb nur etwas anderes sein." (S.168)

Klare Empfehlung!

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