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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2021

Konnte mich nicht überzeugen

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Jael ist ein Dieb. Er stiehlt die Liebe von Menschen, obwohl er dieses Gefühl nicht einmal kennt. Als er Xenia jedoch trifft, schlägt sein Herz schneller und ihm wird heiß. Was har das auf sich?

Meiner ...

Jael ist ein Dieb. Er stiehlt die Liebe von Menschen, obwohl er dieses Gefühl nicht einmal kennt. Als er Xenia jedoch trifft, schlägt sein Herz schneller und ihm wird heiß. Was har das auf sich?

Meiner Meinung nach wurden die Protagonisten hier nicht optimal gewählt. Xenia und Jael sind recht durchschnittlich und eigentlich eine typische Liebesgeschichte nur mit Fantasy Elementen. Xenia ist sehr naiv, lässt sich von niemandem etwas sagen und handelt fahrlässig. All diese Charaktereigenschaften haben mich an ihr wirklich gestört und so waren so gut wie alle Kapitel aus "ihrer" Sicht recht langweilig für mich. Sie hat mich einfach nicht angesprochen und ich konnte mich auch nicht so richtig auf sie einlassen und mit ihr mitfühlen. Xenia hatte irgendwie nicht das gewisse Etwas, das einen einen Charakter lieben lässt. Ihre Geschichte, wie auch ihr Charakter plätschert einfach so vor sich her ohne großartige Besonderheiten.
Jael entspricht einfach dem typischen Badboy und wie Xenia, war auch ich öfters verwirrt, was eigentlich gerade in ihm vorgeht. Ich habe leider keinerlei Verbindung zu den Beiden aufbauen können und so war ihre Liebesgeschichte auch recht langatmig und unspektakulär für mich.
Wer mich wirklich begeistern konnte war Crystal. Sie ist eine starke weibliche Kämpferin, die eine großartige Protagonistin gemacht hätte. Ihre selbst bestimmte Art und ihr geheimer Auftrag machen sie um einiges interessanter als die anderen Charaktere. Sie bringt mit ihren Kapiteln Schwung in die Geschichte und ihre Schwäche für Felix ist gut herübergekommen. Sie und Felix waren meine absoluten Lieblingscharaktere, denn auch er sticht mit seiner süßen Art zwischen all den Badboys heraus und das durchaus positiv. Jedes Kapitel mit Crystal und Felix hatte unfassbare romantische Spannungen und das Knistern zwischen den Beiden konnte man wirklich spüren.

HANDLUNG

Das Konzept des Partems ist vielversprechend für ein Fantasy Buch. Es gibt eine interessante Grundlage durch das aussaugen von Liebe und könnte sogar eine Message vermitteln. Leider wurde aber all das gute Potential meiner Meinung nach ein wenig verschwendet. Der Handlung fehlte es an jeglichen Spannungsszenen und wenn diese tatsächlich einmal vorhanden waren, wurden sie ruckartig abgebrochen und man landete in einer völlig neuen Szene in der man wieder der Langeweile entgegen blickt. Das passierte allgemein in diesem Buch sehr oft. Vom einen auf den anderen Moment wurde man in eine neue Szene geschleudert ohne große Erklärungen. Aufenthaltsorte der Charaktere waren unklar und die bildliche Vorstellung dadurch beinahe unmöglich. Das ständige hin und her schadete dem Spannungsaufbau extrem und meine Interesse konnte nicht lange gehalten werden. Xenia und Jaels Geschichte hat mich schon wegen den Charakteren eher kalt gelassen, dass dann aber auch noch die Spannung fehlt war wirklich zu viel. Jeglicher Inhalt war nicht auffindbar und ich könnte selbst jetzt nicht so richtig sagen um was es im Buch ging. Die einzigen "spannenden" Szenen waren am Schluss und da entwickelte sich auch erst das restliche Geschehen zu etwas interessantem. Das ging mir aber leider mindestens 300 Seiten zu lange, denn davor ist die Story einfach nur vor sich hingeplätschert.

Der Schreibstil war ok, aber auch nicht sonderlich toll. Mein Geschmack hat er sowieso nicht getroffen, da ich die Er- Erzähler Sicht in dieser Geschichte etwas störend finde. Man bekommt dadurch gar keine richtige Beziehung zu den Charakteren, ihren Gefühlen und Gedanken. Gerade in einem Buch, wo Gefühle so eine wichtige Rolle spielen, wäre so etwas wirklich angebracht. Außerdem war ich am Anfang auch etwas überfordert mit den ganzen neuen Name und dann auch noch vier Erzählersichtweisen.

Fazit: Das Buch hat meinen Geschmack leider nicht getroffen und das tolle Worldbuilding wurde leider nicht wirklich genutzt. Partem kann ich leider nicht wirklich weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Money, Power, Glory...

Something Pure
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Nachdem Alice den charmanten Beck an ihrem Arbeitsplatz, einer Bar, kennengelernt hat, wird sie schnell in die Welt der Reichen entführt. Dort trifft sie auf Machtspielchen, hinterlistige Worte und vieles ...

Nachdem Alice den charmanten Beck an ihrem Arbeitsplatz, einer Bar, kennengelernt hat, wird sie schnell in die Welt der Reichen entführt. Dort trifft sie auf Machtspielchen, hinterlistige Worte und vieles mehr. Kann die frische Liebe von Beck und Alice dem standhalten?

Alice war mir von Anfang an sehr sympathisch, sie ist ein bodenständiger Mensch mit großartigem Humor, der immer wieder das Eis bricht. Mit der Zeit, muss ich allerdings leider sagen, dass der Reichtum ihr zu Kopf steigt. Ihre Entscheidungen wurden immer unnachvollziehbarer und auch ihr Charakter an sich hat sich verändert. Was ich jedoch das ganze Buch über sehr an ihr bewundere ist, dass sie immer zu sich steht und selbst im Umgang mit boshaften Gerüchten oder hinterlistigen Worten selbstbewusst bleibt und sich nicht unterkriegen lässt.
Beck startet wirklich sehr erfreulich durch. Auf den ersten Seiten war ich sofort von seiner charmanten Art und den Jane Austen Zitaten verzaubert. Besonders sticht hervor, dass er bei wichtigen Schritten in der Beziehung immer um Erlaubnis fragt, um sich sicher sein zu können, dass es auf gegenseitigem Einverständnis beruht. In der Bücherwelt kommt das nämlich oft zu kurz und es war dadurch für mich erfrischend neu und ebenfalls sehr Gentleman-like. Leider war aber dieser positive Einstieg nicht von langer Dauer. Zurück in seinem gewohnten Umfeld, konnte ich ihn fast nicht mehr wiedererkennen. In einer Welt voller Unmenschlichkeit schüttet er Geld auf seine Probleme und Alice (teils scheint es als wäre sie eines). Geschenke stehen auf dem täglichen Plan, Entscheidungen werden alleine getroffen, Geld wird aus dem Fenster geschmissen und noch vieles mehr, was mir unerklärlich ist. An der Stelle an der ich eine Charakterentwicklung erwarte kommt stattdessen nur noch ein schlimmeres Bild seines selbst zum Vorschein und das wird auch nicht mehr gerade gebogen. Wirklich schade um den Beck, der er in der Bar war.

Die versprochenen Intrigen Lügen und Geheimnisse, waren nicht so wirklich vorhanden. Klar gab es einen Plottwist, der etwas damit zu tun hatte, doch was man ich darunter vielleicht vorstellt, wird nicht geboten. Erst nahe zum Ende hin kommt überhaupt diesbezüglich etwas in den Vorschein, bis dahin dreht sich alles um Geld, Geld, Geld und die nicht funktionierende Beziehung von Beck und Alice.
Die Dialoge bleiben aber dennoch erfrischend und mit der Zeit konnte ich sogar Gefallen an den Nebencharakteren finden, jedoch machen es diese klischeebeladenen Charakterzüge einem nicht immer leicht.
Was mich besonders gestört hat, war das Verhältnis zu Sex. Ich bin was das angeht nicht verklemmt und komme mit gewissen Szenen oder Gesprächen durchaus klar. Jedoch wurde sehr schnell klar, dass die Protagonistin versucht ihn zu etwas zu drängen, zudem er noch nicht bereit ist. Ich finde das wirklich nicht gut und kann nur sagen, dass es egal ist ob ein Mann oder eine Frau der/die Bedrängte ist und hier konnte man deutlich spüren, dass die um erlaubnisfragende Art von Beck nicht zu Alices Stärken gehört. Schade und für eine Beziehung, wie ich finde, toxisch. Das einzige was vielleicht noch auf gleicher Ebene war, ist das Verhältnis zu Geld in diesem Buch. Das war furchtbar, überzogen und wirklich unsympathisch.
Trotz allem muss ich aber sagen, dass mich das Buch dennoch gut unterhalten hat und vorausgenommen man sieht es mehr als humorvolle, flirty Geschichte, kann man sich wirklich mit diesem Buch anfreunden.

Auch wenn ich den Inhalt des Buches nicht so berauschend fand, ist der Schreibstil von Kylie Scott wie gewohnt klasse. Ihre humorvolle Erzählerart, poliert die ganze Geschichte auf und ihre spritzigen Dialoge sind wirklich lesenswert. Locker fliegt man so durch das Buch, selbst wenn man kein riesen Fan von der Story ist.

Fazit: Wer etwas Denver- Clan ähnliches sucht und dabei Humor sehr schätzt, wird dieses Buch lieben. Sonst muss ich aber ehrlich sagen, dass es um einiges bessere Bücher von Kylie Scott gibt und ich dieses im Vergleich eher nicht empfehlen würde.

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Großartige Fortsetzung

Wer die Lilie träumt (Band 2)
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Nach dem schockierenden Finale in "Wen der Rabe ruft" schließt dieses Buch an die Handlung an und dreht sich konzentriert sich größtenteils auf Ronan. Er kann Sachen aus Träumen in die Wirklichkeit holen ...


Nach dem schockierenden Finale in "Wen der Rabe ruft" schließt dieses Buch an die Handlung an und dreht sich konzentriert sich größtenteils auf Ronan. Er kann Sachen aus Träumen in die Wirklichkeit holen und dabei ist er nicht alleine. Alleine ist er sowieso nie, denn es gibt Leute die ihn suchen. Böse Leute....

Schon im ersten Teil hielt ich Ronan für einen vielversprechenden Charakter hinter seiner Fassade steckt mehr, als man auf den ersten Blick erkennt. Hinter der arroganten und teilweise gemeinen Art steckt nämlich ein junger Träumer, der viel zu früh seinen Vater verloren hat. In diesem Buch entdeckt er nun auch seine Fähigkeiten und muss diese nun erforschen und kontrollieren. Mit dabei sind natürlich auch wieder Blue, Gansey, Adam und Noah, mit dem "grauen Mann" hätten wir auch noch einen mysteriösen Neuankömmling, der ein Rätsel für sich bleibt. Mit haben die Charaktere in diesem Teil auf jeden Fall besser gefallen, vor allem der graue Mann und Ronan waren wirklich super. Mit Blue und Gansey konnte ich immer noch nicht richtig warm werden und ihre Liebesgeschichte kann ich auch nicht so wirklich mitempfinden. Mir fehlen hier deutlich die Gefühle alles ist eigentlich nur von Worten abhängig, denn es gibt wieder süße Szenen noch ein besonderes Knistern. Für den Fakt, dass auf dem Cover "Roman" steht, finde ich das mehr als enttäuschend.

Die Handlung stand auch in diesem Buch wieder im Vordergrund, ich fand sie dieses Mal auch deutlich spannender. So langsam finde ich mich auch in der Welt richtig ein und nach und nach verstehe ich wie die Ley Linien, Cabeswater und so weiter funktionieren. Zumindest weiß ich nun so viel wie die Buchcharaktere auch, also wer sich im ersten Buch, genauso wie ich, Sorgen gemacht hat, den kann ich beruhigen. Mit der Zeit kommt auch das Wissen. Allerdings ging es anfänglich auch wieder einmal fragen aufwerfend los und man wusste nicht genau wie man diesen Epiolog deuten soll. Dann fing aber die richtige Story mit Ronans Träumen an und es wurde weiterhin über die Ley Linien geforscht. Diese Szenen hatten wirklich tolle Spannungsbögen, die süchtig machen. Ich habe das Buch sogar an einem Tag verschlungen. Einerseits wird auch die Freundschaft stärker, andererseits habe ich ebenso das Gefühl, dass die ursprüngliche Koalition von Adam und Gansey so langsam zu zerbrechen droht. Adam verschanzt sich immer mehr in seinem Mitleidsbad und will gar nichts mehr davon hören, dass man ihm doch eigentlich helfen könnte. Ich kann ihn einerseits verstehen, andererseits, finde ich seine Reaktion auch oft ein Stück weit zu übertrieben, immerhin ist Gansey sein Freund und kann es sich ja wirklich leisten. Dafür bekomme ich aber das Gefühl, dass sich Blue immer mehr in die Gruppe einlebt und ihr das auch gefällt. Ihr Charakter an sich ist mir zwar immer noch nicht sympathischer, aber ihre Szenen mit dem Raven Cycle sind wirklich süß und zeugen von wahrer Freundschaft. Ich bin nun gespannt, wie es weiter geht, denn das Ende hat uns erneut mit einem Cliffhanger zurückgelassen, den ich so nicht auf sich beruhen lassen kann.

Der Schreibstil von Maggie Stiefvater trifft immer noch nicht meinen Geschmack. Zwar hat er zu diesem Buch besser gepasst, als zum ersten Teil, aber dennoch hätte das ganze mit dem Ich- Erzähler für mich einfach stimmiger geklungen. Die Gefühle kamen wirklich gar nicht gut rüber und die Schocker hätte auch anders eingesetzt werden können.

Fazit: Die Fortsetzung ist auf jeden Fall eine Steigerung und erweckt meine Neugier auf die anderen Bände. Ich werde definitiv weiterlesen und kann es ebenfalls weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Mysteriöser Auftakt

Wen der Rabe ruft (Band 1)
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Blue wusste schon immer, dass ihre wahre Liebe sterben wird, wenn sie sich küssen, dass dieser Zeitpunkt aber schon näher ist als gedacht, findet sie heraus, als sie die toten Seelen für dieses Jahr empfängt. ...

Blue wusste schon immer, dass ihre wahre Liebe sterben wird, wenn sie sich küssen, dass dieser Zeitpunkt aber schon näher ist als gedacht, findet sie heraus, als sie die toten Seelen für dieses Jahr empfängt. Schon bald wird sie sich mit dem Raven Circle auf eine gefährliche Mission begeben und mehr über die Ley Linien herauszufinden.

In letzter Zeit war ich öfters überrascht davon, wie gut mir die Protagonistinnen in Dystopian/ Fantasy Büchern gefallen und hier habe ich wieder bemerkt, warum das eine positive Überraschung ist. Mit Blue konnte ich nämlich gar keine Verbindung aufbauen. Ich denke, dass das auch mit dem Schreibstil zusammenhängt, da man einfach aus der Er-Erzähler- Sicht die Gedanken und Gefühle der Charaktere nicht ganz so gut nachvollziehen kann. Irgendwie hat mir bei Blue einfach ein aussagekräftiger Charakter oder wenigstens eine Charaktereigenschaft gefehlt. Klar sie kann Energie verstärken, aber ich finde, dass das nicht wirklich etwas über ihre Persönlichkeit aussagt. Diese wird nämlich, wie ich das Gefühl habe, eher über ihre Familie ihre Freunde oder ihre Kraft definiert. Das finde ich schade, denn sie könnte sicherlich zu einem einzigartigen Charakter werden, so wie es die Jungs aus der Raven Clique sind.
Mit denen wurde ich nämlich recht schnell warm. Jeder von ihnen ist durch seine Denkweise, seine Vorgeschichte und Handlungen auf ihre eigene Art einzigartig. Man könnte sie leicht mit Adjektiven beschreiben und das gefällt mir sehr gut. Meine Favoriten sind bis jetzt Noah und Adam, aber ich glaube auch Gansey und Ronan haben noch einiges zu bieten.

Die Handlung war in diesem Buch das Highlight für mich, da die Charaktere wirklich besser sein könnten. Die spannenden Prophezeiungen regen zum mit rätseln an und selbst wenn man sich darunter etwas vorstellt, kann man immer noch überrascht werden, das liebe ich so sehr an den vagen Aussagen der Wahrsagerinnen. Stück für Stück habe ich mich auch besser in die Welt eingefunden und es war eine richtige Erforschungstour, wie sie Gansey sicherlich geliebt hätte. Seine Forschernatur und die Art wie er Logik anwendet, hat mir nämlich was den Plot angeht gut gefallen. Er sorgt dafür, dass man den Geheimnissen ein Stück näher kommt, denn sein Ehrgeiz und seine Neugier machen ihn unermüdlich. Die Freundschaften und Verbindungen unter den Jungs war auch ein klares Highlight für mich. Ich bin allgemein ein großer Fan von starken Beziehungen die nicht romantischer Herkunft sind und dieses Buch liefert da wirklich klasse ab. Es fühlt sich ein wenig wie gefundene Familie an und man merkt, dass nicht einmal magische Kräfte sie auseinander bringen können, obwohl sie so von Grund auf verschieden sind. Auf mich wirkte die Geschichte wie ein großes Puzzle, dass sich geheimnisvoll immer mal wieder ein wenig zusammensetzt, doch es kann auch vorkommen, dass die Teile doch nicht passen. Ich fand es teilweise aber auch ein wenig nervig, wenn so viele Fragen unbeantwortet blieben oder teilweise gar nicht richtig ausgeführt wurden. Der Überblick ist hier schnell mal verloren und die Welt wurde nicht so toll beschrieben, dass man sich nach kurzer Zeit wieder zurechtfindet.

Mir hat der Schreibstil gar nicht zugesagt. Die Er-Erzähler- Sicht hat dieser Geschichte meines Erachtens nicht gut getan. Es werden schon von Anfang zu viele Namen in den Raum geworfen und bis man die Zusammenhänge ausfindig machen kann und in die Geschichte reinfindet, kann man schnell die Lust verlieren. Außerdem kam es durch diese Art zu erzählen dazu, dass man sich nicht so richtig mit den Gefühlen der Charaktere auseinandersetzten kann und auch ihre Gedanken nur teilweise erahnen kann. Mir hätten ein paar Sichtweisen der Protagonisten gereicht und daraus hätte man sicherlich auch was die Handlung angeht einen Vorteil ziehen können.

Fazit: Jeder der sich bei gruseligen Filmen mit einer mysteriösen Atmosphäre nichts schöneres vorstellen kann, sollte dieses Buch lesen.

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Veröffentlicht am 04.06.2021

In der Stille liegt die Kraft

Almost Speechless. Die Tiefe deiner Worte
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INHALT

Pauline hat in ihrem Alltag mit selektivem Mutismus zu kämpfen und ist deshalb fremden gegenüber fast stumm. Badboy- Adrian, um den sich zahlreiche Gerüchte ranken, schafft es aber verwunderlich ...

INHALT

Pauline hat in ihrem Alltag mit selektivem Mutismus zu kämpfen und ist deshalb fremden gegenüber fast stumm. Badboy- Adrian, um den sich zahlreiche Gerüchte ranken, schafft es aber verwunderlich schnell die Worte aus ihr heraus zu locken. Dabei benimmt er sich jedoch so gar nicht kriminell....

CHARAKTERE

Pauline war mir von der ersten Sekunde an unheimlich sympathisch und ihre süße Art kann man einfach nur mögen. Wenn man aber genau hinschaut merkt man auch sofort, dass sie nicht nur süß ist, sondern auch Tag für Tag stark ist und kämpft. Se kämpft gegen die Mauern und Eingrenzungen, die sie durch den selektiven Mutismus eingrenzen. Sie kämpft dafür, dass ihre geschriebenen Worte Bedeutung haben und zu Kunst werden. So ein starker Mensch in so einem jungen Alter und mit so vielen Hindernissen ist einfach nur bewundernswert. Ihre Liebe zur Kunst verbindet sie auch mit Adrian. Während sie jedoch mit ihren Worten Kunst erschafft, macht er das mit Bildern. Sie ergänzen sich dadurch einfach schon symbolisch perfekt. Er zeichnet die Bilder, die man bei ihren Geschichten im Kopf hat. Einfach ein Dreamteam! Adrian hat allerdings auch mit schweren Lastern zu kämpfen, er fühlt sich oft auch im Stich gelassen und seine Vergangenheit kann er nicht so einfach loslassen Sie hat tief in seinem Inneren etwas zerbrochen, das beinahe unmöglich zu heilen ist. Doch er ist das perfekte Beispiel dafür, dass Menschen sich ändern können. Dazu brauchen sie jedoch ein gesundes Umwelt und Menschen, denen man etwas bedeutet. Zum Glück gewinnt dies Adrian Stück für Stück in diesem unglaublich süßen Roman.

HANDLUNG

Ich denke schon alleine der rote Strich unter den Worten "selektiver Mutismus" beschreibt recht gut, wie viele Leute von dieser psychischen Störung wissen. Ich persönlich habe mich davor ebenso wenig damit auseinandergesetzt. Dieses Buch jedoch tut das, was mein Bauchgefühl angeht, sehr gut. Es wurde sogar mit einem sensetivity read überprüft und mir hat erschien die Art, wie über selektiven Mutismus geschrieben wurde außerordentlich gut. Ich hatte tatsächlich das Gefühl die Störung besser kennenzulernen und immer mehr konnte man sich vorstellen, was Paulina gerade empfindet. Auf jeden Fall Respekt an Sina Müller, dass sie sich an so ein unbekanntes Thema herangetraut hat und das meiner Meinung nach auch noch außerordentlich gut!
Zusätzlich hat mir auch das Konzept der Academy of Arts Schule sehr gut gefallen. Man merkte, dass sich hier wirklich individuell mit den Schülern auseinandergesetzt wurde. Es wurde ihnen geholfen, ihre Schwächen zu bewältigen und ihre Stärken auszubauen. Ich bin der Meinung, dass uns genau so ein Konzept im Schulsystem fehlt.
Besonders gut haben mir auch die Charaktere in dieser Geschichte gefallen. Es ist schön zu wissen, dass es noch so gute Menschen wie Elio und Pauline gibt. Die beinahe ohne Vorurteile durchs Leben gehen und erkennen, wenn jemand noch eine Chance verdient hat. Die bereit sind zu helfen und für die Leute, die sie lieben immer ein offenes Ohr haben. Es ermutigt und schenkt Hoffnung. Genauso wie die tiefe Verbindung die man zwischen Pauline und Adrian spürt. Es ist wirklich, als könnten die Beiden in die Seele des anderen blicken und absolut nichts, was sie dort sehen, könnte sie davon abhalten miteinander zu sein. Sie sind die Art von erste Liebe, die einem Leser Schmetterlinge in den Bauch zaubert und ihn fröhlich durch den Sommer tanzen lässt. Vor allem, dass sie immer mit einander reden, wenn sie etwas in der Beziehung oder in ihrem Leben bedrückt, finde ich beeindruckend. Es zeigt wie tief ihre Beziehung geht und das sie bereit sind über alles zu reden, denn bei anderen Paaren scheitert es ja öfters mal an der Kommunikation. Im Kontrast zu diesem erwachsenen und erfahrenen Verhalten stehen dann aber auch immer wieder, die süßen kleinen Momente der Unsicherheit. In denen sie einfach nur schüchtern sind und zu verlegen um etwas zu sagen. Diese Szenen sind so liebenswert geschrieben, dass man nur zu gerne in die Welt von Pauline und Adrian abtaucht.
Die Charaktere haben aber nicht nur ihre Beziehung als Charaktereigenschaft, sondern sind auch alleine sehr stark und sympathisch, Pauline zum Beispiel konnte mich mit ihrem Buch total abholen. Die Geschichte Danijel und Vicky hat sich mühelos ins Buch eingefügt und auch für schöne Handlungsstränge gesorgt, die dem Buch einfach den süßen Kick verliehen haben. Es war schön mal hautnah am Autoren Leben sein zu dürfen und jedes Mal, wenn sich Pauline etwas Neues getraut hat, war ich stolz, wie eine liebende Mutti.

SCHREIBSTIL

Ich habe mich nicht nur in die Charaktere und die Handlung verliebt, sondern auch in den Schreibstil. Er passt perfekt zu den träumerischen Charakteren und nimmt einen mit in eine Welt voller Liebe und trotzdem auch Schmerz. Er berührt durch seine gefühlvolle Art und sorgt für das Entstehen eines Leseflusses, welchem ihr nicht mehr so schnell entfliehen könnt. Vor allem durch die 2 Erzählperspektiven, fühlte man sich Beiden Charakteren näher und konnte man sich gut in sie hineinversetzten um sie zu verstehen.

Fazit: Eine klare Empfehlung! Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.

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