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Veröffentlicht am 21.01.2025

Wer ist Freund? Und wer ist Feind?

Saale Premium - Der Himmel über dem Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 3)
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Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu ...

Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu Ende ist, gerät Freyburg zunächst unter amerikanische Verwaltung. Als Hedda festgenommen und von den Amerikanern zu ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP verhört werden soll, traut sie ihren Augen kaum, als plötzlich Thomas vor ihr steht, in der Uniform eines amerikanischen Majors.

Ansonsten scheint sich die Familiengeschichte der Frauen auf dem Weinschlösschen zu wiederholen. Elisabeth, Heddas Tochter, muss schnell merken, dass ihr Ehemann Wolfgang als gebrochener Mann aus dem Krieg zurückkehrt ist. Er liebt seine Frau, doch er kann es ihr nicht zeigen. Er ist Pfarrer, doch der Krieg hat ihm seinen Glauben genommen und das Erlebte hat sämtliche Gefühle in ihm zerstört.

Nachdem dann Weinschlösschen unter sowjetischer Besatzung enteignet und Flüchtlinge im Haus einquartiert werden, verfällt auch noch dazu ihre Mutter in eine Schockstarre. Doch Elisabeth möchte alles tun, um ihrer Familie zu helfen, also fängt sie in der Buchhaltung der Sektkellerei an. Dort lernt Elisabeth auch ihren Vorgesetzten Jürgen John kennen. Schnell merkt man, dass die beiden mehr verbindet. Doch eine Trennung von Wolfgang kommt für Elisabeth nicht infrage.

Plötzlich geraten Elisabeth und ihre Familie in den Fokus der Staatssicherheit, denn auch weil sie Westkontakte hat, weckt dies Neid und Missgunst. Es stellt sich immer wieder die Frage, wem sie noch trauen kann.

Der abschließende Band der „Weinschloss-Saga“ schildert eindrucksvoll das Leben einer enteigneten Familie in der DDR, die erfolgreich ein Unternehmen führte, aber schnell zeigt wie schwer es war, wenn man auf Grund der eigenen Geschichte und plötzlich unter Beobachtungen der Staatssicherheit gerät.

Der Autorin ist es auch in diesem Band eindrucksvoll gelungen, die geschichtlichen Ereignisse in die fiktive Geschichte um die Frauen vom Weinschlösschen einzubinden und die Auswirkungen auf ihr Leben zu schildern.

Auch über diesem Band schwebt insgesamt eine bedrückende Stimmung, auch wenn immer wieder eine Funken Hoffnung in der Geschichte aufkeimt.

Die Frauen der Familie werden in allen drei Bänden als starke Charaktere geschildert. Aber auch die Rückschläge in ihrem Leben lassen auch ihre verletzlichen Seiten aufblitzen. Und so kämpft sich gegen alle Widrigkeiten auch immer wieder die Liebe in ihr Leben.

Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt. Jedoch bekommt man das Gefühl, dass sich die Geschichte der Protagonistinnen wiederholt und so ist dieser Teil für mich doch etwas schwächer ausgefallen, als die beiden anderen Teile. Dennoch ließe der doch etwas unerwartete Ausgang der Geschichte tatsächlich Hoffnung auf eine Fortsetzung offen.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Wie doch manchmal der Zufall spielt

Die Zuverlässigkeit des Zufalls
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Die 29-jährige Nina-Marie ist ein sympathische Protagonistin, die zusammen mit ihrer Mutter Paula den Laden Buch & Blume im Herzen von Spandau mit Liebe führt.

Paula ist gelernte Floristin und wurde vor ...

Die 29-jährige Nina-Marie ist ein sympathische Protagonistin, die zusammen mit ihrer Mutter Paula den Laden Buch & Blume im Herzen von Spandau mit Liebe führt.

Paula ist gelernte Floristin und wurde vor fünf Jahren von ihrem Mann wegen einer anderen Frau verlassen. Nina-Marie ist ausgebildete Buchhändlerin und hat vor zwei Jahren ihre große Liebe Eric verloren. Und obwohl ihnen nur etwas mehr als ein gemeinsames Jahr vergönnt war, war diese Zeit doch für sie voller Intensität und Erlebnisse, die sie in ihrer Trauer nur schwer loslassen kann.

Sie leidet unter diesem Verlust entsetzlich und findet nur Trost in ihrer Arbeit. Der Blumen- und der Buchladen sind nur durch den Rundbogen miteinander verbunden und Nina liebt es, bunte Sträuße zu binden oder Kunden mit einer Buchempfehlung glücklich zu machen. Aber ansonsten igelt sie sich am liebsten ein und lebt ziemlich zurückgezogen. Auch möchte sie sich in ihrer Trauerbewältigung nicht wirklich helfen lassen.

Als sie dann eines Tages an einen übellaunigen, älteren Herren ganz besondere Blumensträuße ausliefern soll, wendet sich ihr Schicksal. Denn dieser Herr ist nämlich ihr Lieblingsautor Curt Fernau, von dem sie bisher alle seine Bücher gelesen hat. Doch schon seit langem ist kein neuer Roman von ihm erschienen… Sie möchte ihm so gern helfen und merkt doch schnell, dass sie sich zunächst erstmal selbst aus ihrer Trauer-Zone raustrauen muss.

Anfangs etwas träge und melancholisch, hat sich die Geschichte richtig toll entwickelt. Rückblickend erfährt man dann auch mehr von Ninas Vergangenheit, als sie anfängt, von ihrem Leben mit Eric zu erzählen. Was er sich alles für Nina hat einfallen lassen, war schon echt beeindruckend und man merkt schnell, was er für ein besonderer Mensch für sie war. Doch das alles endet mit einem furchtbaren Schicksalsschlag.

Die Autorin Lilli Beck hat die Geschichte so intensiv und real erzählt, dass man die Emotionen spüren kann. Die Orte werden so bildhaft beschrieben, dass man sich fühlt, als wäre man mittendrin. „Die Zuverlässigkeit des Zufalls“ ist ein moderner Roman, der Verlust, Trauer, Loslassen und Liebe thematisiert. Eine Geschichte, die mich auf besondere Art und Weise wirklich fasziniert hat, daher empfehle ich das Buch auch gern weiter.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Der Traum von Freiheit

Gut Rosenthal - Das Gestüt in Pommern
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Die junge Charlotte von Breskow liebt nichts mehr als Pferde und würde so gern die Welt bereisen und ihre Freiheit genießen. Doch für „Lotte“ ist es wie für jede junge Frau vorgesehen, dass sie heiraten ...

Die junge Charlotte von Breskow liebt nichts mehr als Pferde und würde so gern die Welt bereisen und ihre Freiheit genießen. Doch für „Lotte“ ist es wie für jede junge Frau vorgesehen, dass sie heiraten und Ehefrau und Mutter werden soll. Und so willigt sie schließlich ein, den wesentlich älteren Andreas von Eichberg zu heiraten. Doch dieser erwartet von seiner neuen Frau nur Anstand, Gehorsam und einen männlichen Erben.

Nach ihrer Hochzeit auf dem Gestüt ihres Mannes angekommen, findet sie nur schwer in ihre Rolle. So sucht sie am liebsten Zuflucht bei den Pferden und schließt auch schnell die Bediensteten auf Gut Rosenthal in ihr Herz.

Doch Lottes Mann, anfangs noch verständig und ruhig, entwickelt sich mehr und mehr zum wahren Tyrannen. Als Lotte endlich schwanger wird, geht er davon aus, dass sie ihm den ersehnten Erben schenkt. Doch als sie eine Tochter auf die Welt bringt, die kurz nach der Geburt stirbt, kann Lotte nur mit der Hilfe der Hausangestellten vor ihrem Mann fliehen. Wohin sie ihre Flucht wohl führen wird?

Das Buch „Gut Rosenthal – Das Gestüt in Pommern“ ist der Debütroman von Frieda Radlof. Das Cover, der Klappentext und die Hoffnung auf eine schöne Pferdegeschichte haben mich zu dem Buch greifen lassen. Doch die Geschichte ist eher schwermütig, traurig und emotional angelegt, aber man spürt immer wieder Lottes Hoffnung.

Die Kapitel sind kurzweilig und schnell zu lesen. Ich muss jedoch sagen, dass mich erst die Erzählung zu Lottes Flucht wirklich fesseln konnte.

Lange wusste ich nicht, wohin die Handlung führen sollte, also habe ich weitergelesen. Alles in allem hat die Autorin eine Geschichte geschaffen, die wahrscheinlich nicht nur „Pferdemenschen“ anspricht. Anfänglich zieht sich die Geschichte doch etwas, aber der Umbruch ist mit Lottes Flucht gut gelungen. Aber manche Entwicklungen wirken für mich doch etwas konstruiert und sind nur schwer nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Zwischen den Fronten

Saale Premium - Die Frauen vom Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 2)
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Der Roman „Saale Premium – Die Frauen vom Weinschloss“ ist der zweite Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

Im Mittelpunkt der Geschichte ...

Der Roman „Saale Premium – Die Frauen vom Weinschloss“ ist der zweite Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht nun Hedda, die nach ihrer Scheidung von ihrem Mann aus Leipzig wieder zu ihrer Mutter Aenne auf das Weinschlösschen zurückgekehrt ist. Hedda, die genau so wie ihre Mutter eine leidenschaftliche Winzerin ist, führt das Unternehmen erfolgreich fort. Doch das allein kann Hedda nicht glücklich machen, denn nach ihrer Scheidung wird sie von allen im Ort gemieden. Doch dann macht der Witwer Hanno ihr, bevor er in den Krieg ziehen muss, einen Antrag und sieht willigt ein.

Auch wenn Hedda nicht weiß, ob sie ihren Ehemann jemals wiedersehen wird, muss das Leben und die Arbeit auf dem Weinberg doch weitergehen. Mit der Hilfe von Thomas, eine Weinbergarbeiter, der auf Grund einer Herzerkrankung nicht eingezogen wurde, bewältigt sie die Herausforderungen der täglichen Arbeit. Und merkt dabei, dass sie sich stark zu dem attraktiven und ruhigen Mann hingezogen fühlt.

Als dann eines Tages ihre Halbschwester Juliette mit ihrer Mutter Claire auf dem Weingut auftaucht, ändert sie alles. Denn Juliette ist so anders als ihre Schwester.

Genauso spannend und gefühlvoll wie schon im ersten Teil schafft es die Autorin, die Herausforderungen für die Frauen und Kinder zu beschreiben, als die Männer in den Krieg ziehen mussten. Und auch als die NSDAP gegründet wurde und Hitler an die Macht kam, merkt man aus der Erzählung schnell, wie nah uns doch die Geschichte immer noch ist.

Hedda musste schnell merken, wozu Menschen in der Lage waren, die bislang Freunde waren, als sie plötzlich Macht ausübten. Auch Heddas Tochter Elisabeth wuchs mit der Winzerei, doch mehr noch konnte sie sich für die Literatur begeistern. Und so geriet „Lizzy“ auch in den Fokus der NSDAP. Sie musste lernen, dass Menschen auch skrupellos mit Literatur umgehen und diese vernichten konnten.

Auch dieser zweite Teil der „Frauen vom Weinschloss“ hat mich überzeugt. Schnell habe ich auch wieder Zugang zu den Figuren gefunden. Das Buch ist wieder unterhaltsam gelungen, vom Anfang bis zur letzten Seiten – von 1914 bis 1939. Auch wer den zweiten Teil gelesen hat, wird wahrscheinlich genauso wie ich Lust auf mehr bekommen. Ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie es im letzten Teil weitergehen wird.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Können neun Tage und neun Nächte dein ganzes Leben verändern?

Neun Tage Wunder
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Was würde wohl Anni heute auf diese Frage antworten?

Anni hat ihr Jurastudium abgeschlossen und steht nun kurz davor, aus ihrer kleinen Studentenbude mit den geliebten Platanen vor ihrem Fenster auszuziehen ...

Was würde wohl Anni heute auf diese Frage antworten?

Anni hat ihr Jurastudium abgeschlossen und steht nun kurz davor, aus ihrer kleinen Studentenbude mit den geliebten Platanen vor ihrem Fenster auszuziehen und ihr neues Leben mit dem Job in der Kanzlei ihres Vaters anzufangen. Noch neun Tage bleiben ihr... Doch plötzlich steht ihr Nachmieter vor der Tür. Sie beschließen, sich die Wohnung zu teilen und so folgen 9 besondere Tage. Dass es die besten Tage ihres Lebens werden könnten, hätte Anni nicht zu glauben gewagt, doch schon beim ersten Blick in Lukas Augen spürte sie eine besondere Anziehung. Doch was passiert dann?

Seitdem sind zehn Jahre vergangen und Anni lebt mit ihrem Partner Ben, der Schriftsteller ist, zusammen in Glücksstadt. Anni ist mittlerweile in einer kleinen Kanzlei tätig, in der sie am liebsten Pro-Boni-Fälle übernimmt. Schriftsteller Ben befindet sich in einer Schaffenskrise und bekommt von seinem Verlag vorgeschlagen einen Liebesroman zu schreiben. Doch wo soll er die Inspiration herholen?

„Neun Tage Wunder“ ist das erste Buch der Autorin Kristina Moninger, das ich gelesen habe. Nach dem Prolog habe ich gut in die Handlung gefunden. Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt, man lernt in der Gegenwart die Protagonisten Anni und Ben und ihr Leben in Glückstadt kennen und in der Vergangenheit erlebt man die neun Tage von Anni und Lukas.

Die Erzählstränge teilen sich Anni und Ben. Irgendwie mag ich den Witz und die Harmonie, die die beiden verbindet. Doch als Anni von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, verschließt sie sich vor Ben und reagiert im Umgang mit ihm doch auch manchmal sehr gereizt. Ben kann diese Veränderung nicht einordnen. Also versucht er sich dem Buchprojekt zuzuwenden, mit der Hilfe von Lukas und „seiner Geschichte“. Doch ahnt Ben zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was wirklich hinter dieser Geschichte steckt.

Ich bin überrascht, dass ich bis zum Ende nicht wirklich vorhersehen konnte, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde, doch konnte ich z.B. die Entscheidungen von Anni nicht wirklich nachvollziehen. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Stellenweise waren auch die Kapitel für den Fortlauf der Geschichte etwas langatmig, so habe ich nicht verstanden, welche Rolle Bens Schwester Maren für die Geschichte spielen sollte.

Alles in allem ein toller Liebesroman mit viel Gefühl und Witz, auch wenn mir an der ein oder anderen Stelle doch die Emotionen und Tiefen gefehlt haben.

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