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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2024

Bewegende Familiengeschichte

Vaterländer
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Das neue Buch von Sabin Tambrea ist ganz anders als der erste Roman „Nachtleben“. Der Autor erzählt die sehr bewegende Geschichte seiner Familie. Der Titel „Vaterländer“ ist sehr passend und unterstreicht ...

Das neue Buch von Sabin Tambrea ist ganz anders als der erste Roman „Nachtleben“. Der Autor erzählt die sehr bewegende Geschichte seiner Familie. Der Titel „Vaterländer“ ist sehr passend und unterstreicht die Bedeutung von Deutschland und Rumänien als wichtige Länder im Leben der Familie. Die Geschichte beginnt Mitte der 80er Jahre als die Familie aus Rumänien dem schon zwei Jahre zuvor geflohenen Vater nach Deutschland folgt. Neben dem kindlichen Entdeckungsdrang des kleinen Sabin erfährt der Leser von den Schwierigkeiten des Zurechtfindens in der neuen Heimat, dem Heimweh nach Rumänien, dem Kampf, sich und der Familie wieder ein neues Leben aufzubauen. Die Musik ist eine sehr wichtige Konstante im Leben, beide Eltern sind Musiker, die Schwester ein Ausnahmetalent. Sabin gelingt es allerdings nicht, die Liebe zur Geige so zu erleben wie die Liebe zur Schauspielerei. Als es endlich wieder möglich ist nach Rumänien zu reisen, verbringt die Familie einen langen Sommerurlaub dort. Ich habe anfangs etwas Schwierigkeiten, die vielen Namen und Personen ein- und zuzuordnen. Doch die Stimmung dieser euphorischen Sommertage ist wundervoll eingefangen. Die Familie wächst mir sehr ans Herz, insbesondere Oma und Opa mütterlicherseits. Dann kommt mit dem zweiten Teil ein Perspektiv- und Zeitenwechsel. Nach dem Tod des Opas steht seine Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg als Tagebuchaufzeichnung im Mittelpunkt. Erschreckend wie Verfolgung, Folter und Willkür an der Tagesordnung waren. Die Geschichte geht mir sehr ans Herz. Doch auch das Schicksal von Bela und seiner Frau Rodica ist sehr berührend. Der Mut Belas, allein in ein neues Leben in Freiheit auf- und auszubrechen ist bemerkenswert. Eine starke Familie, deren Liebe auf jeder Seite spürbar ist. Eine meiner Lieblingsfiguren ist Sabins Schwester Alina, die sehr stark und mutig ist, für die Familie und ihren Bruder einsteht und dennoch ihren Weg geht. Was mir bei diesem Buch wieder besonders gut gefällt, ist die wunderbare Sprache, der Schreibstil und die Stimmung, die der Autor transportiert. Das Cover unterstreicht das Gelesene und findet sich im Text wieder. Ein bewegendes und wichtiges Buch und nichts, was man mal schnell weg liest. Ich hoffe, Sabin Tambrea schreibt noch viele Bücher. Ich bin Fan.

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Bewegender Abschluss der Trilogie

Vielleicht können wir glücklich sein
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Der dritte Teil der Reihe um Klara, das Mädcheninternat und ihre Familie ist wirklich sehr bewegend und ein gebührender Abschluss. Die Handlung knüpft nahtlos an Teil 2 an. Die Figuren sind mir ans Herz ...

Der dritte Teil der Reihe um Klara, das Mädcheninternat und ihre Familie ist wirklich sehr bewegend und ein gebührender Abschluss. Die Handlung knüpft nahtlos an Teil 2 an. Die Figuren sind mir ans Herz gewachsen und ich muss zugeben, dass Klara mir in diesem letzten Teil am nahbarsten erscheint. Der Perspektivenwechsel zwischen der Zeit der letzten Kriegsjahre und heute ist sehr gut gewählt und sorgt für Abwechslung. Der Handlung um Klara und ihrer Familie in den harten und entbehrungsreichen Jahren zwischen 1943 und 1945 kommt aber deutlich mehr Raum zu. Viele Begebenheiten werden sehr detailliert geschildert. Das Wetter, die Landschaft und auch kurze Gespräche sind sehr bildhaft wiedergegeben, was die Atmosphäre unterstreicht und den Leser in die Handlung hineinzieht. Oft passiert auf vielen Seiten gar nicht so viel. Stimmung und Lebensgefühl sind sehr treffend beschrieben und für den Leser spürbar. Zum Schluss geht es dann allerdings ruckzuck. Die kurze „Besatzung“ des Hauses durch die Russen ist auf wenigen Seiten abgehandelt und insbesondere das Schicksal einer meiner kleinen Lieblingscharaktere ist sehr schnell, für meinen Geschmack beinahe nebensächlich abgetan. Das finde ich schade, da in weiten Teil sehr ausschweifend und detailliert erzählt wurde. Auch das Wiedersehen mit Gustav hätte meiner Meinung nach noch einen Auftritt verdient. Nichtsdestotrotz finde ich diesen Teil sehr gelungen. Insbesondere das Ringen Klaras um die richtigen Entscheidungen ist sehr gut eingefangen, ebenso das Hadern der Familie zwei Generationen später. Ein fesselnder Roman über Schuld, Familie, Liebe in sehr schwierigen Zeiten.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Wie ein Sog

Der längste Schlaf
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Das neue Buch von Melanie Raabe ist ganz anders als ich es erwartet habe. Eine junge Wissenschaftlerin, die nicht oder kaum schlafen kann. Ein altes Herrenhaus, in dem sich seltsame Dinge ereignen. Das ...

Das neue Buch von Melanie Raabe ist ganz anders als ich es erwartet habe. Eine junge Wissenschaftlerin, die nicht oder kaum schlafen kann. Ein altes Herrenhaus, in dem sich seltsame Dinge ereignen. Das Genre des Romans kann ich gar nicht wirklich benennen. Kein Thriller, kein Krimi, eher eine Spannungsgeschichte mit mysteriösen Elementen. Man braucht schon etwas Phantasie, um sich auf die Geschichte einzulassen. Ich bin eigentlich kein Fan von Fantasy-Romanen. Doch hier ist das Unwirkliche sehr eindringlich eingefangen. So entwickeln die Kapitel nach und nach eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen kann. Wie in Trance begleite ich Mara durch ihr geschenktes Haus, erkunde die Küche, in der sich Tiere des Waldes tummeln, die Bibliothek, aus deren Wänden Bücher fallen und den geheimnisvollen Raum der Freude und des Glücks, der mich sehr berührt. Ich ertappe mich dabei, wie ich nach einer rationalen Erklärung der Geschehnisse suche. Es fällt mir nicht leicht, mich auf das Gelesene einzulassen. Doch was ist real, was Traum oder Intuition? Wie hängen vergangene Leben zusammen oder fließen in reale Ereignisse? Gibt es Geister oder müssen wir alles sachlich erklären können? Fragen über Fragen nach dem Lesen dieses besonderen Buches, das einen Film wie im Traum im Kopf entstehen lässt. Ganz anders und sehr besonders.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Geht unter die Haut

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Ich hatte dieses Buch schon länger auf der Liste, aber es gab wohl kaum einen besseren Zeitpunkt es zu lesen. Erdrückende Hitze liegt über Stockholm, die Jagd nach dem Mörder treibt Ermittler Tomas an ...

Ich hatte dieses Buch schon länger auf der Liste, aber es gab wohl kaum einen besseren Zeitpunkt es zu lesen. Erdrückende Hitze liegt über Stockholm, die Jagd nach dem Mörder treibt Ermittler Tomas an seine Grenzen. Bei den aktuell sehr heißen Temperaturen kann ich die Schwere dieses schwedischen Ausnahmesommers sehr gut nachfühlen. Die Handlung hält einige Wendungen bereit und bleibt bis zum Schluss spannend. Die Figuren, Kommissar Tomas und die Journalistin Vera, sind sehr facettenreich, haben Ecken und Kanten und sind daher umso interessanter. Insbesondere Tomas ist eine streitbare Figur. Aber auch die Charaktere in der zweiten Reihe sind interessant und auch ausbaufähig. Der Schreibstil ist packend und sehr bildhaft. Auch das Cover passt zur flirrenden Hitze in Stockholms Straßen. Der Fall an sich ist abgeschlossen, doch die Rahmenhandlung bleibt offen und macht neugierig. Umso besser also, dass in den nächsten Wochen schon der Nachfolger erscheint. Dann muss ich nicht so lange warten.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Interessante Ermittler

Das Dickicht
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An diesem Krimi gefallen mir vor allem die Ermittler. Juha, erfahren, nicht besonders ehrgeizig, intuitiv. Lux, elegant, planvoll und sehr facettenreich. Insbesondere seine Figur hat es mir angetan. Er ...

An diesem Krimi gefallen mir vor allem die Ermittler. Juha, erfahren, nicht besonders ehrgeizig, intuitiv. Lux, elegant, planvoll und sehr facettenreich. Insbesondere seine Figur hat es mir angetan. Er ist ein sehr guter Polizist, hat aber psychische Probleme. Diese nehmen aber nicht zu viel Raum ein und überlagern den eigentlichen Fall nicht. Der Schreibstil ist packend, der Fall selbst bleibt aber etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Ein entführter und getöteter Junge, ein Mörder, der keiner ist und ein Dickicht aus Lügen, Betrug und tragischen Verkettungen. Der aktuelle Entführungsfall wirkt da etwas konstruiert, als brauchte man etwas, um zu dem nicht aufgeklärten Fall aus der Vergangenheit hinzuleiten. Er ist schnell erzählt und spielt auch im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Die Auflösung zum Schluss enthält einige Wendungen, ist aber nicht wirklich überraschend. Dennoch hoffe ich, dass es für das interessante Ermittler Team noch eine weitere Runde gibt. Ich würde gern mehr über Lux erfahren und auch Selma hat sicher noch viel Potential. Ich bin gespannt.

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