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Veröffentlicht am 27.09.2017

Belastende Jugendsünden

Girl With No Past
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Leah führt ein einsiedlerisches und minimalistisches Leben. Dieses hat sie sich aufgrund prägender Ereignisse in ihrer Jugend selbst auferlegt. Am wiederholten Jahrestag erhält sie per Post eine Karte ...

Leah führt ein einsiedlerisches und minimalistisches Leben. Dieses hat sie sich aufgrund prägender Ereignisse in ihrer Jugend selbst auferlegt. Am wiederholten Jahrestag erhält sie per Post eine Karte und wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Der Plot wird in Ich-Form aus Leahs Sicht erzählt. Die Kapitel wechseln sich ab in Gegenwart und Vergangenheit. Leah hat einen durchstrukturierten Tagesablauf. Die geringste Abweichung bringt sie aus dem Konzept. Sie ist ein großer Bücherfreund und arbeitet in einer Bücherei. Sie hat keine Freunde und kein Privatleben. Lediglich zu ihrer Mutter fährt sie hin und wieder zu Besuch. Bereits als Kind war sie eine Einzelgängerin. Durch die Vergangenheits-Kapitel erfährt der Leser, wie Leah auf der weiterführenden Schule Freundschaft mit Imogen schloss und wie sie sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt sowie ihre Freunde Adam und Corey kennen gelernt haben. An einem schicksalhaften Tag ging die Freundschaft in die Brüche. Die Gegenwart erzählt, welch ödes Leben Leah führt und wie sich nach Erhalt der Karte die „Bedrohungen“ in Form von Post, E-mails und persönlichen Übergriffen ihr gegenüber häufen. Sie versucht zu ermitteln, wer dahinter steckt und so werden für den Leser die einzelnen Puzzleteile nach und nach, leider sehr zäh, zusammengesetzt.

Fazit: Meiner Meinung nach ist der Buchtitel schon nicht passend gewählt. Schließlich hat Leah eine bewegte Vergangenheit und leidet nicht an Amnesie. Weiterhin fehlt mir hier ein Anstieg des Spannungsbogens. Nach etwa der Hälfte des Buches habe ich ziemlich die Lust verloren, weil der Plot nicht in die Gänge kam und der Leser wie ein kalter Fisch an der Angel zappeln gelassen wird. Nur das Interesse am Ausgang und die Hoffnung, dass die ersehnte Spannung doch noch eintritt, hat mich zum Weiterlesen ermutigt. Alles in allem bin ich enttäuscht und hätte in der Zeit lieber ein anderes Buch gelesen. Außerdem ist das Verhalten von zwei Personen in dem Buch für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Veröffentlicht am 26.09.2017

Mutter-Tochter Sommer

Das Geschenk eines Sommers
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Clara lebt in München, hat einen gut dotierten Job und eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Ihre Eltern leben in Berlin. Eines Tages erhält Clara die Nachricht, dass ihre Mutter Ruth unheilbar an ...

Clara lebt in München, hat einen gut dotierten Job und eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Ihre Eltern leben in Berlin. Eines Tages erhält Clara die Nachricht, dass ihre Mutter Ruth unheilbar an Krebs erkrankt ist. Ruth möchte noch einmal in ihren Heimatort fahren. Clara beschließt, die letzte Reise zusammen mit ihrer Mutter anzutreten und ihr beizustehen.

Der Schreibstil ist flüssig, und die Geschichte wird aus Claras Sicht erzählt. Durch die kurzen Kapitel findet der Leser einen schnellen Einstieg. Clara ist sehr selbständig, von daher ist es etwas unverständlich, warum sie an der aussichtslosen Affäre festhält. Ruth ist trotz ihrer Krankheit sehr forsch und trägt alles mit Fassung und Humor. Der Vater zieht sich in sich selbst zurück, da er mit der Situation nicht umzugehen weiß. Meiner Meinung nach sind die Dialoge zwischen Mutter und Tochter sehr hölzern und Clara kommt teils auch sehr dramatisch rüber und zeigt selbst vor den behandelnden Ärzten nicht viel Respekt. Sie hat zeitweise eine bevormundende Art ihrer Mutter gegenüber, die diese jedoch rigoros unterbindet. Sie erhalten große Unterstützung von Philipp dem Sohn einer ehemaligen Freundin von Ruth, der mittlerweile Arzt in der Palliativmedizin ist. Nachdem Ruth den Wunsch geäußert hat, nochmals ihren Geburtsort aufzusuchen, machen sich Mutter und Tochter auf die Reise und verbringen gemeinsam einen bewegenden Sommer in der Uckermark.

Fazit: Aufgrund der merkwürdigen Dialoge haben sich bei mir leider die erwarteten Emotionen nicht eingestellt. Ich habe schon mehrere Bücher mit ernsten Themen gelesen, die mich weit mehr berührt haben. Die Mutter Ruth ist wirklich bemerkenswert wie tapfer und würdevoll sie mit der Krankheit umgeht. In sie kann man sich gut hineinversetzen. Doch die vielen Nebenschauplätze und eine fast schon kitschige Sequenz zum Ende lassen für mich den Ernst der Geschichte in den Hintergrund treten. Abschließend danke ich der Lesejury, dass ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt bekommen habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charakter
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Thema
Veröffentlicht am 19.09.2017

Heiterer Liebesroman mit einem Augenzwinkern

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie führt ein oberflächliches sorgenfreies Leben, das sie mit Gelegenheitsjobs und Parties ausfüllt. Ihre Schwester Christine erkrankt schwer an Krebs und bittet Marie, ihr beizustehen sowie ihre Position ...

Marie führt ein oberflächliches sorgenfreies Leben, das sie mit Gelegenheitsjobs und Parties ausfüllt. Ihre Schwester Christine erkrankt schwer an Krebs und bittet Marie, ihr beizustehen sowie ihre Position in der familieneigenen Werft einzunehmen. Plötzlich muss Marie Verantwortung übernehmen und bekommt von unerwarteter Seite sogar Hilfe angeboten.

Wer bereits Bücher von Petra Hülsmann gelesen hat, schätzt ihren lockeren Schreibstil vor Hamburgs Kulisse. Auch Marie ist wieder eine meist schusselige Protagonistin, die die Prioritäten in ihrem Leben zu setzen erst lernen muss. Sie hat ein loses Mundwerk und macht ihr eigenes Ding. Nachdem sie von Christine gebeten wird, bei ihr einzuziehen, ändert sich Maries Leben schlagartig. Manchmal weiss sie nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Daniel, der Geschäftsführer der Werft, ist von Marie sehr verhasst. Doch er erkennt, dass Marie lediglich nur so tut, als ob sie an allem kein Interesse hat und lockt sie aus ihrer Reserve. So kann Marie mit einem sie belastenden Ereignis aus der Vergangenheit endlich abschliessen und lernt, was Glücklichsein bedeutet. Natürlich darf auch Taxifahrer Knut mit seinen flotten Sprüchen und Lebensweisheiten nicht fehlen.

Fazit: Ich liebe die Romane von Petra Hülsmann, allein schon wegen des etwas derben Humors und der direkten Art, mit der sie ihre Protagonisten ausstattet. Mein Lieblingssatz lautet: „Trau dich, glücklich zu sein. Wenn du dein Glück gefunden hast, musst du es festhalten.“ Wahre Worte, denen man sich stellen sollte. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 12.09.2017

Gute Thematik – skurril umgesetzt

Ich soll nicht lügen
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Anwältin Mags möchte den Sturz ihres Bruders Abe aus der vierten Etage seines Wohnhauses aufklären. Welche Rolle spielt dabei Jody, die sich ihr als Abes Verlobte vorstellt? Die beiden Frauen sind sich ...

Anwältin Mags möchte den Sturz ihres Bruders Abe aus der vierten Etage seines Wohnhauses aufklären. Welche Rolle spielt dabei Jody, die sich ihr als Abes Verlobte vorstellt? Die beiden Frauen sind sich einander gegenüber sehr misstrauisch.

Der Plot wird abwechselnd aus Sicht von Mags und Jody erzählt, einige Kapitel handeln von Nachbarin Mira. Leider weckt lediglich der „Prolog“ Neugier und Interesse. Der Schreibstil der Autorin ist sehr eigenwillig und von daher ist das Buch teilweise schwierig zu lesen. Oft wird in der dritten Person in Gegenwart und Vergangenheit erzählt, so dass dem Leser oft erst am Ende des Kapitels klar wird, von welcher Protagonistin die Rede ist. Dies ist sehr ermüdend und ein Spannungsaufbau kommt hier nicht wirklich auf. Sämtliche Nachbarn des Hauses haben einen psychischen Schaden, was letztlich aber nur verwirrend und nicht relevant ist.

Fazit: Meiner Meinung nach hat der Roman den Titel „Psychothriller“ nicht verdient. Mir fehlt hier gänzlich die Spannung und die für einen Psychothriller wichtigen Elemente wie Schockmomente und Wendungen. Auch die vielen „kaputten Seelen“ werten die Story nicht auf.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Vorablesen, dass ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde kennenlernen durfte.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Emery und Dylan – was sich neckt, das liebt sich

Der letzte erste Blick
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Emery hat wegen eines dummen Fehlers ein furchtbares letztes Jahr auf der Highschool in ihrer Heimat Montana verbracht. Mit ihrem Studium möchte sie einen Neubeginn machen. Sie zieht ins 2000 Meilen entfernte ...

Emery hat wegen eines dummen Fehlers ein furchtbares letztes Jahr auf der Highschool in ihrer Heimat Montana verbracht. Mit ihrem Studium möchte sie einen Neubeginn machen. Sie zieht ins 2000 Meilen entfernte West Virginia und muss sich dort mit Mason das Wohnheimzimmer teilen. Dessen Freund Dylan ist „einer von den guten Jungs“, genau die Sorte Mann, von der Emery sich fernhalten möchte. Doch mit seiner subtilen Art bringt er Emery völlig aus dem Konzept.

Das Buch wird abwechselnd aus Sicht von Emery und Dylan erzählt. So erhält der Leser einen schnellen Einstieg in die Geschichte und die Gefühlswelt des jeweiligen Protagonisten. Emery ist zu Beginn sehr abweisend, leicht gewalttätig (sie haut ihrem Mitbewohner eine blutige Nase) und möchte sich auf niemanden einlassen. Dieses Verhalten resultiert aus ihren Erlebnissen in der Vergangenheit. Sie möchte sich ab sofort nichts mehr gefallen und keine fremden Personen an sich heran lassen. Zuerst funktioniert ihr Plan auch ganz gut. Doch Dylan und seinen Freunden gelingt es, ihren harten Kern immer mehr zu durchbrechen.

Dylan ist ein äußerst attraktiver und hilfsbereiter junger Mann, dem Familie und Freunde alles bedeuten, für die er alles Stehen und liegen lässt. (Endlich mal nicht der typische Bad Boy!) Auch er trägt aus der Vergangenheit einigen Ballast mit sich. Emerys raubeinige Art fasziniert ihn.

Dylans Freunde haben jeweils ihren eigenen speziellen Charakter. Tate und Elle sind stets ehrlich und direkt. Sie wissen wie sie den Jungs am besten die Meinung sagen bzw. sie dazu anspornen, endlich „aus den Hufen“ zu kommen. Mason und Luke haben trotz Albernheiten ihr Herz am rechten Fleck. Wenn es drauf ankommt, kann man auf sie zählen.

Fazit: Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Aufgrund der sehr intensiven Erzählweise der Autorin konnte ich jedes Gefühl der Protagonisten gänzlich nachempfinden. Auch die Sehnsucht, einen anderen Menschen zu spüren und sich auf ihn einzulassen, wird hier wunderbar beschrieben. Gleichzeitig ist dieser Roman eine Hommage an die Bedeutung von wahrer Freundschaft. Fans von New Adult Romanen werden von Emery und Dylan begeistert sein. Dies wird mit Sicherheit nicht mein letzter Roman von Bianca Iosivoni sein. Ich freue mich schon auf die für den Herbst 2017 angekündigte Fortsetzung mit Ellen und Luke.