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Veröffentlicht am 05.07.2025

Ein bewegendes und einfühlsames Kinderbuch über ein sehr wichtiges Thema!

Der Junge in den falschen Schuhen
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Will und Cameron sind beste Freunde. Doch ihr Leben könnte unterschiedlicher kaum sein. Cameron lebt mit seinen Eltern in einem großen schicken Haus, hat immer einen vollen Kühlschrank und besitzt seit ...

Will und Cameron sind beste Freunde. Doch ihr Leben könnte unterschiedlicher kaum sein. Cameron lebt mit seinen Eltern in einem großen schicken Haus, hat immer einen vollen Kühlschrank und besitzt seit kurzem die angesagtesten Sportschuhe. Wills Schuhe hingegen sind reif für die Tonne und fühlen sich völlig falsch an. Zusammen mit seinem arbeitslosen Vater wohnt er in einer kleinen schäbigen Wohnung im schlimmsten Viertel der Stadt und von einem gut gefüllten Kühlschrank kann er nur träumen. In der Schule wird Will für seine uncoole Klamotten gehänselt und „Ramschladen“ genannt. Will versucht es zu ignorieren und ist trotz seiner Verzweiflung zu stolz, um Hilfe zu bitten. Doch dann ist auf einmal ausgerechnet der fiese Chris Tucker, der ihn sonst immer schikaniert, auf einmal total freundlich zu ihm. Will kann es zunächst gar nicht glauben. Viel zu spät erkennt er, was hinter Chris’ Wandel steckt und gerät auf die schiefe Bann. Wird er noch rechtzeitig merken, dass er Freunde und Familie hat, auf die er sich immer verlassen kann?

Nachdem es nahezu sämtliche Bilderbücher von Tom Percival in mein Regal geschafft haben, konnte ich an seinem ersten Werk für etwas ältere Leserinnen natürlich nicht vorbeigehen. Ich war wahnsinnig gespannt, was mich erwarten würde und so viel sei schon mal gesagt: Meine Kinderbuchsammlung ist um ein Herzensbuch reicher geworden.

Dass es sich hierbei um keine Gute-Laune-Lektüre handelt, macht bereits der Klappentext mehr als deutlich. Tom Percival widmet sich in hier einem sehr schwierigen Thema, mit welchem er – wie man dem Nachwort entnehmen kann – in seiner Kindheit eigene Erfahrungen machen musste. Ungefähr jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Der britische Autor lässt uns Leser
innen in die Schuhe eines solchen Kindes schlüpfen und hautnah miterleben, wie es sich anfühlt, täglich mit Geldsorgen, Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing konfrontiert zu werden. Da die Geschichte durchgehend aus der Ich-Perspektive von Will geschildert wird, kann man seine Sorgen, Nöte und Verzweiflung nur zu gut nachempfinden. Die Handlung ist dabei aber zu keiner Zeit bedrückend. Der Autor erzählt das Ganze authentisch und bewegend, aber auch voller Empathie, Witz und Leichtigkeit. Will ist ein bemerkenswert starker Junge, der versucht, sein hartes Leben mit Humor zu nehmen. Sogar über seine alten ramponierten Schuhe kann er ein bisschen witzeln – schließlich muss er sich keine Gedanken darum machen, dass sie jemand klauen würde. Bisweilen wirkt er recht erwachsen für sein junges Alter, verhält sich aber auch immer wieder so, wie man es von einem Kind erwartet. Er lässt sich leicht beeinflussen, trifft schlechte Entscheidungen und macht Fehler, aus denen er lernt.
„Der Junge in den falschen Schuhen“ ist viel mehr als nur ein Kinderbuch – es ist eine kraftvolle Erinnerung daran, was im Leben wirklich zählt – dass es nicht teure angesagte Sneakers sind, die uns Menschen definieren, sondern unsere inneren Werte, Taten und Beziehungen. Auch Will wird dies noch erkennen. Mit seiner Geschichte macht er allen Betroffenen Mut, niemals aufzugeben und zeigt ihnen, dass sie nicht alleine sind und es vollkommen okay ist, Hilfe anzunehmen. All das kindgerecht und locker zu verpacken, ist gar nicht so einfach, aber Tom Percival hat es mit Bravour geschafft!

Auch optisch ist dieses Werk mehr als gelungen. Tom Percivals grobe, stimmungsvolle schwarz-weiß Illustrationen mit Graphic-Novel-Touch fangen die Atmosphäre der Erzählung perfekt ein und machen das Leseerlebnis nur noch intensiver.

Fazit: Tom Percival präsentiert mit „Der Junge in den falschen Schuhen“ eine herzergreifende, ehrliche und einfühlsame Geschichte über die Kraft der Hoffnung und den Wert von wahrer Freundschaft. Ein wichtiger Kinderroman ab 10 Jahren, der daran erinnert, was uns als Menschen wirklich ausmacht. Ich bin absolut begeistert von diesem Buch, ich kann es jedem nur ans Herz legen! Es ist ein echter Mutmacher und Augenöffner für Leser*innen jeden Alters und hervorragend als Schullektüre geeignet. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Berührend, einfühlsam und voller Hoffnung.

Mein größter Wunsch
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Seit dem Ende der vierten Klasse hat die elfjährige Charlie keinen einzigen Tag ohne ihren Herzenswunsch verbracht. Jeden Tag nutzt sie mindestens eine Chance, um sich eine richtige Familie zu wünschen. ...

Seit dem Ende der vierten Klasse hat die elfjährige Charlie keinen einzigen Tag ohne ihren Herzenswunsch verbracht. Jeden Tag nutzt sie mindestens eine Chance, um sich eine richtige Familie zu wünschen. Sie hat sogar eine Liste von allen möglichen Gelegenheiten, bei denen man sich etwas wünschen darf wie ein vierblättriges Kleeblatt oder um 11:11 Uhr auf die Uhr zu schauen. Da ihre Mutter psychische Probleme hat und ihr Vater im Knast sitzt, wird Charlie in das ländliche North Carolina geschickt, wo sie fortan bei ihrer Tante Bertha und ihrem Onkel Gus leben soll. Die beiden nehmen sie herzlich bei sich auf, aber Charlie hasst einfach alles in Colby. Sie fühlt sich fremd und würde viel lieber bei ihrer fast erwachsenen Schwester Jackie leben, die bei einer Freundin untergekommen ist. Wütend, traurig und verbittert lässt Charlie zunächst niemanden an sich heran und merkt gar nicht, wie sich Bertha und Gus um sie bemühen. Auch ihr Klassenkamerad Howard, der komische Junge mit dem Hoch-runter-Gang, bringt ihr jede Menge Freundlichkeit und Verständnis entgegen. Charlie freundet sich langsam mit ihm an, aber ihr rauflustiges Verhalten bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten. Als sie auf den kleinen streunenden Hund Wish trifft, beginnt Charlie ihr neues Zuhause mit anderen Augen zu sehen...

Bei diesem Buch war sofort klar, dass ich es lesen muss. In das wunderhübsche Cover, das uns die Verena Körting gezaubert hat, habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext tat dann sein Übriges. Ich war mir sehr sicher, dass ich hier ein neues Herzensbuch gefunden habe und was soll ich sagen, ich lag damit vollkommen richtig!

Die US-amerikanische Autorin Barbara O’Connor hat mit „Mein größter Wunsch“ einen zeitlosen Kinderroman geschaffen, der garantiert jeden emotional mitnimmt und noch lange nach der Lektüre begleitet. Aus der Sicht der 11-jährigen Charlie lesen wir hier von großen Wünschen und unverhofften Freundschaften, Tierliebe, Selbstfindung und Akzeptanz. Wir lesen aber auch von Wut, Verzweiflung, Außenseitertum und zerrütteten Familienverhältnissen. Charlie ist eine sehr sympathische und nahbare Protagonistin, in die man sich unheimlich gut hineinversetzen kann. Ihre Empfindungen und Gedanken und ihr teils ziemlich hitziges Verhalten sind jederzeit nachvollziehbar und lassen einen ziemlich mitfühlen. Es ist schmerzlich zu sehen, wie sehr sich unsere junge Ich-Erzählerin nach einer heilen Familie und einem liebevollen Zuhause sehnt und danach, dazugehören. Wie sie jeden Tag aufs Neue ihren Herzenswunsch still für sich äußert und zunächst alle Menschen abweist, die ihr helfen möchten.
Barbara O’Connor beschreibt das Ganze eindringlich und ehrlich, aber auch voller Feingefühl und Wärme. Das kleine Städtchen Colby ist ein Schauplatz, an dem man sich direkt wohlfühlt und die Charaktere werden so liebenswert und echt dargestellt, dass sie einem fest ans Herz wachsen. Vor allem in Charlies Mitschüler Howard muss man sich einfach verlieben. Obwohl er es ebenfalls nicht leicht im Leben hat, bleibt er immer positiv und tut alles, um Charlie das Einleben zu erleichtern. Howard ist ein Freund, wie man ihn sich nur wünschen kann, mich hat dieser gutherzige Junge sehr berührt. Das besondere Band zwischen Charlie und dem kleinen Streuner Wish sowie Charlies Beziehung zu ihrer Tante und ihrem Onkel gehen aber auch richtig zu Herzen und verleihen der Geschichte etwas überaus Tröstliches. Trotz der schweren Thematik liest man dieses Buch mit einem warmen Gefühl im Bauch und kann es am Ende glücklich zuklappen.

Fazit: „Mein größter Wunsch“ ist eine berührende, einfühlsame und hoffnungsvolle Freundschafts- und Familiengeschichte über die Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Ein herzerwärmend schöner Kinderroman für alle ab 10 Jahren, der ermutigt, an seine Wünsche zu glauben und zeigt, dass das Glück manchmal viel näher ist als gedacht. Ein Buch, das wunschlos glücklich macht. Dies war mein erstes Werk von Barbara O’Connor und ganz bestimmt nicht mein letztes! Ich kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Eine großartige Detektivgeschichte!

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Nachdem mal wieder ihr Temperament mit ihr durchgegangen ist, wird die Waise Maggie Fishbone an das berüchtigte Midwatch-Institut für unerwünschte Mädchen geschickt. Maggie erwartet das Schlimmste, schon ...

Nachdem mal wieder ihr Temperament mit ihr durchgegangen ist, wird die Waise Maggie Fishbone an das berüchtigte Midwatch-Institut für unerwünschte Mädchen geschickt. Maggie erwartet das Schlimmste, schon von außen sieht die Einrichtung wenig einladend aus. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft stellt sie zu ihrer Überraschung fest, dass Midwatch ganz anders ist als gedacht. Hinter dieser grauen Fassade verbirgt sich eine geheime Ausbildungsstätte für Nachwuchs-Ermittlerinnen. Hier werden Mädchen nicht kleingemacht, sondern darin unterrichtet mutig und taff zu sein und knifflige Rätsel zu lösen. Neben normalen Unterrichtsfächern wie Mathematik stehen daher auch außergewöhnliche Dinge auf dem Lehrplan wie Fechten und Schweizerdeutsch. Maggie ist begeistert von diesem besonderen Internat und findet in ihren Mitschülerinnen Harriet, Grace, Nell und Sofie sehr schnell richtig gute Freundinnen. Als plötzlich eine Frau spurlos verschwindet, setzen die fünf Mädchen sofort alles daran, den Fall zu lösen. Es ist der Beginn ein gefährliches Abenteuers, das sie durch die Straßen der geheimnisvollen Stadt und sogar bis hoch über die Wolken führt…

Nachdem mich Judith Rossell vor einigen Jahren mit ihrer Stella Montgomery-Reihe begeistern konnte, bin ich sofort hellhörig geworden, als der Penguin Junior Verlag einen neuen Titel von ihr ankündigte. Das Cover ließ mein Herz direkt höher schlagen und der Klappentext erledigte dann den Rest. Ich war voller Vorfreude und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Schon wenn man das Buch aufschlägt und ein bisschen darin blättert, merkt man, wie viel Liebe zum Detail darin steckt. Judith Rossell war hier nicht nur als Autorin kreativ – auch als Illustratorin hat sie sich wunderbar ausgetobt. Nahezu auf jeder Seite kommen wir in den Genuss ihrer herrlich atmosphärischen und detailreichen bläulichen Zeichnungen, die das Lesen zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Vor allem die doppelseitigen Illustrationen sind absolute Hingucker!

Der Inhalt steht der Optik jedoch in nichts nach. Einmal mehr entführt uns Judith Rossell ins viktorianische Zeitalter und präsentiert mit „Midwatch“ mystisch-abenteuerliche Kinderkrimi-Kost vom Feinsten. Zwischen diesen Buchdeckeln schlummert eine sehr raffinierte Mischung aus Spannung, Humor, leicht schauriger Fantasy und Freundschaft, eingebettet in eine verspielte Retro-Atmosphäre. Die übernatürliche Note hätte es für meinen Geschmack zwar nicht gebraucht, aber mein Lesevergnügen wurde dadurch in keiner Weise geschmälert. Die Autorin hat hier eine außergewöhnliche Welt erschaffen, die von den ersten Seiten an coole Steampunk-Vibes ausstrahlt und mit einer düster-skurrilen Stimmung à la Lemony Snicket zu fesseln vermag.
Zusammen mit Hauptprotagonistin Maggie Fishbone verschlägt es uns Leser*innen gleich zu Beginn an das Midwatch-Institut für unerwünschte Mädchen, welches in Wahrheit eine geheime Schule für Nachwuchs-Ermittlerinnen ist. Statt trist und herzlos, wie es nach außen hin scheint, geht es an dieser Schule aufregend und freundlich zu. Hier fühlt sich Maggie endlich willkommen und geschätzt. Denn in Midwatch wird jeder so akzeptiert wie er ist und dazu ermutigt, seine besonderen Fähigkeiten auszuleben. Die verschiedenen Charaktere sind allesamt liebevoll gezeichnet und wachsen einem schnell ans Herz. Vor allem Maggie und ihre neuen Freundinnen sind eine richtig tolle Truppe, die man nur zu gerne begleitet. Es ist wunderschön zu sehen, wie die fünf Mädchen zusammenhalten und gemeinsam über sich selbst hinauswachsen. Man fiebert, rätselt und bangt mit ihnen mit, auch als Erwachsener mag/kann mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Als Sahnehäubchen obendrauf wird man von der Schuldirektorin Miss Mandelay noch mit einigen nützlichen Detektiv-Tipps versorgt. So erfahren wir unter anderem wie das Morsealphabet funktioniert oder wie man einen falschen Diamanten erkennt.

Jetzt bleibt nur nur zu hoffen, dass es sich hierbei um den Start einer mehrteiligen Reihe handelt. Das Buch endet zwar in sich abgeschlossen, lässt aber genügend Spielraum für weitere Bände und macht definitiv Lust auf mehr!

Fazit: „Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen“ ist ein fesselndes und großartig illustriertes Mystery-Abenteuer ab 10 Jahren, das nicht nur junge Detektiv-Fans bis zur letzten Seite in den Bann zieht. Ein spannender Kinderkrimi, der nach mehr verlangt! Unterhaltsam, skurril, ein bisschen gruselig und magisch und mit viel Herz und Charme. Ich habe es geliebt, die jungen Nachwuchs-Ermitterinnen auf ihrem ersten Abenteuer zu begleiten und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Mal wieder richtig schön!

Kikis kleiner Lieferservice 4
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Es sind vier Jahre vergangen, seit die kleine Halbhexe Kiki ihr Zuhause verlassen und gemeinsam mit ihrem Kater Jiji ein neues Leben in der Küstenstadt Koriko begonnen hat. Kiki ist inzwischen 17 Jahre ...

Es sind vier Jahre vergangen, seit die kleine Halbhexe Kiki ihr Zuhause verlassen und gemeinsam mit ihrem Kater Jiji ein neues Leben in der Küstenstadt Koriko begonnen hat. Kiki ist inzwischen 17 Jahre alt und blickt dem Sommer voller Vorfreude entgegen. Endlich wird sie Tombo wiedersehen, der mittlerweile eine weit entfernte Schule besucht. Ihre Gefühle für ihn sind längst nicht mehr zart, sondern groß und stark. Doch dann erreicht sie ein Brief von Tombo, in dem er ihr mitteilt, dass er sich in die Berge zurückziehen möchte und vorerst nicht nach Koriko zurückkehrt. Kiki ist todunglücklich. Vor lauter Sehnsucht begibt sie sich in den dunklen Wald, um zu sich selbst zurückzufinden. Währenddessen macht sich auch Tombo auf die Suche nach seinem wahren Ich. Ob ihre Liebe wohl eine Chance hat?

Hierbei handelt es sich um den vierten Teil des modernen Klassikers „Kikis kleiner Lieferservice“, der dank kleiner Rückblicke sicherlich auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Da die Bücher aber aufeinander aufbauen, empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge einzuhalten oder zumindest den ersten Band zu kennen.
Mir ist diese Reihe richtig ans Herz gewachsen. Nach meiner immens großen Verzückung für die ersten drei Bände, konnte ich es kaum erwarten, endlich weiterzulesen. Schon das Cover lädt wieder direkt zum Träumen ein und passt mit seiner gemütlichen Stimmung perfekt zum Inhalt.

Erneut entführt uns Eiko Kadono in die bezaubernde Welt von Halbhexe Kiki. Seit dem ersten Band sind vier Jahre vergangen und man merkt, dass Kiki nicht mehr das kleine Hexenmädchen von früher ist. Mit ihren inzwischen 17 Jahren sind auch ihre Probleme erwachsener geworden. Ihre zarten Empfindungen für Tombo, die sich bereits im vorherigen Buch abgezeichnet haben, entwickeln sich glaubhaft zu großen Gefühlen, was unheimlich schön, teils aber auch herzergreifend mitzuerleben ist. Kikis Traurigkeit darüber, dass sie den Sommer nicht wie von ihr erwartet, gemeinsam mit Tombo verbringen kann, lässt einen ziemlich mitfühlen. Eiko Kadono beschreibt das Ganze aber wie gehabt mit viel Herz und einer Prise Humor, sodass die vertraute warme Atmosphäre, die diese Reihe auszeichnet, zu keiner Zeit abhanden kommt.

Es macht einfach wieder Freude, Kiki auf ihrem Weg zu begleiten und mitverfolgen, wie sie an ihren Herausforderungen wächst und sich selbst und ihre Gefühle besser kennenlernt. Die Spannung und der magische Aspekt sind erneut sehr dezent gehalten, genauso wie der romantische Part – Romantiker werden hier eher weniger auf ihre Kosten kommen. „Kikis kleiner Lieferservice“ ist eindeutig auf eine jüngere Leserschaft zugeschnitten, was auch am recht kindlichen Schreibstil erkennbar ist. Für Erwachsene sind Kikis Erlebnisse aber natürlich dennoch vollkommen lesenswert. Es steckt auch einiges an Weisheit und Tiefgang in diesen Büchern. Themen wie das Erwachsenwerden, Selbstzweifel, die Suche nach der eigenen Identität und dem richtigen Platz im Leben sind hier wunderbar verpackt. Dieses Mal wird auch Tombo recht viel Raum für seine Entwicklung gegeben. Die Briefe, die er Kiki schreibt, verzaubern mit herrlichen Landschaftsbeschreibungen und gefühlvollen Worten, gehen ans Herz und regen zum Nachdenken an.
Zum Ende hin wird es noch kurz überraschend dramatisch, aber keine Sorge, es geht alles gut aus. Die paar liebevollen schwarz-weiß Illustrationen von Yuta Onoda runden das Leseerlebnis perfekt ab (von denen könnte es liebend gerne noch viele mehr geben!) und die Ankündigung im Anschluss, dass es im Winter weitergehen wird, lässt einen das Buch voller Vorfreude zuklappen.

Fazit: Genauso zauberhaft und magisch wie die Vorgänger geht „Kikis kleiner Lieferservice“ in die vierte Runde und begeistert Jung und Alt in gewohnter Manier. „Kiki und ihre große Liebe“ ist eine ruhige und herzerwärmende Geschichte über das Erwachsenwerden, die erste Liebe und Selbstfindung. Richtig schöne cozy Fantasy zum Wohlfühlen und Wegträumen. Mir hat auch dieser Band wundervolle Lesestunden bereiten können. Auf Kikis nächstes Abenteuer freue ich mich schon sehr! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Ein spannendes und fantasievolles Abenteuer voller Rätsel und Überraschungen!

Das World Famous Nine
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Der elfjährige Zander besucht über die Sommerferien seine Großmutter Zina Winebee, die die Besitzerin des legendären Word Famous Nine ist – das größte, berühmteste und außergewöhnlichste Kaufhaus der Welt. ...

Der elfjährige Zander besucht über die Sommerferien seine Großmutter Zina Winebee, die die Besitzerin des legendären Word Famous Nine ist – das größte, berühmteste und außergewöhnlichste Kaufhaus der Welt. In diesem 19 Stockwerke hohen Wolkenkratzer gibt es alles, was man sich nur vorstellen kann: Ein riesiges Riesenrad auf dem Dach und acht Tennisplätze, eine Magnetschwebebahn an der Decke in der Spielwarenabteilung sowie lauter ausgefallene Läden wie die Eisdiele „Kristallpalast“, wo es unter anderem Eis mit Essiggurkengeschmack gibt. Hier ist garantiert für jeden etwas dabei – auch Zander ist absolut begeistert. Er freundet sich mit der gleichaltrigen Natascha an, die es liebt in der 17. Etage zu schaukeln. Gemeinsam erkunden sie das Kaufhaus und kommen dabei einem großem Geheimnis auf die Spur. Irgendjemand oder irgendetwas versucht die Wunderwelt des World Famous Nine zu zerstören. Immer mehr seltsame Unfälle ereignen sich. Zander und Natascha entdecken mysteriöse Inschriften an den Wänden der verschiedenen Stockwerke, die zu einem geheimen Raum führen. Nur wenn sie die Codes rechtzeitig entschlüsseln, können sie das Kaufhaus retten. Ob es ihnen wohl gelingen wird?

Endlich gibt es neues Lesefutter von Ben Guterson! Da seine Winterhaus-Trilogie eine absolute Herzensreihe von mir ist, habe ich mich gefreut wie Bolle, als der Verlag Freies Geistesleben „Das World Famous Nine“ ankündigte. Schon das Cover sieht richtig toll aus – mich hat es sofort verzaubert – und es verspricht auch nicht zu viel.

Mit seinem neuen Kinderroman (übersetzt von Alexandra Ernst) stellt Ben Guterson einmal mehr sein meisterhaftes Erzähltalent unter Beweis. Sein Schreibstil ist gewohnt fesselnd, humorvoll und atmosphärisch und so bildlich, dass man ständig das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Und was für ein Ort das ist! Der US-amerikanische Autor hat mal wieder einen außergewöhnlichen Schauplatz erschaffen, welchen man nur zu gerne auch mal im wirklichen Leben besuchen würde. Das World Famous Nine ist eine ganz unglaubliches Kaufhaus, voller Wunder, Fantasie und Überraschungen. In gewisser Hinsicht erinnert es an Gutersons Hotel Winterhaus, auch wenn die Kulisse eine ganz andere ist. Es ist ähnlich skurril, magisch und geheimnisvoll und wirkt etwas aus der Zeit gefallen, obwohl die Geschichte in der Gegenwart spielt. Winterhaus-Fans werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen, genauso wie Liebhaberinnen von verschlüsselten Botschaften und detektivischen Ermittlungen. Denn dies ist eine weitere große Stärke des Autors: Das Erfinden von codierten Nachrichten und herrlichen Worträtseln, an denen man auch als Erwachsener ordentlich zu knobeln hat. Es macht einfach total viel Spaß, zusammen mit Hauptprotagonist Zander und seiner Freundin Natascha das 19-stöckige World Famous Nine zu erkunden. Gemeinsam mit den beiden aufgeweckten Kindern begibt man sich auf eine abenteuerliche Spurensuche, geht rätselhaften Familiengeheimnissen auf den Grund und bekommt es mit einigen dubiosen und gefährlichen Gestalten zu tun. Die Charaktere sind allesamt wunderbar gestaltet, haben ihre Macken und Besonderheiten, die sie sympathisch und unvergesslich machen. Was für ein Glück, dass man sich über ein Wiedersehen freuen kann. Aufgrund des recht abgeschlossenen Endes war ich erst davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen Einzelband handelt, aber falsch gedacht! Auf Englisch gibt es den zweiten Teil sogar schon und es bleibt jetzt nur zu hoffen, dass er ebenfalls noch ins Deutsche übersetzt wird.

Auch mit der Innengestaltung begeistert das Buch auf ganzer Linie. Kristina Kister hat das World Famous Nine mit ihren wunderschönen ganz- und doppelseitigen schwarz-weiß Illustrationen zum Leben erweckt, die für eine ganz besondere Atmosphäre sorgen. Die kunstvollen Mandalazeichnungen vom Autor höchstpersönlich sind das Sahnehäubchen obendrauf und runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Fazit: „Das World Famous Nine“ ist ein magisches Mystery-Abenteuer ab 11 Jahren, das sich wie ein echter Klassiker liest und bis zum Ende spannend bleibt. Zeitlos schöner Lesegenuss vom Feinsten für Leser
innen jedes Alters. Unterhaltsam, originell und voller kniffliger Rätsel und Geheimnisse. Wer Ben Guterson Winterhaus-Trilogie mochte, wird auch das World Famous Nine lieben. Ich jedenfalls habe meinen Aufenthalt in diesem imposanten Kaufhaus sehr genossen und kann es kaum erwarten, dorthin zurückzukehren. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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