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Veröffentlicht am 01.06.2025

Ein wunderschönes Bilderbuch über wahres Glück und die Bedeutung von Freundschaft

Glücksbringer
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Als Jule auf dem Gehweg einen kleinen Ring findet, ist sie sich sofort sicher, dass er etwas ganz Besonderes ist. Leider verliert sie ihn am Tag des Schulausflugs. Wenig später wird er von Ella gefunden, ...

Als Jule auf dem Gehweg einen kleinen Ring findet, ist sie sich sofort sicher, dass er etwas ganz Besonderes ist. Leider verliert sie ihn am Tag des Schulausflugs. Wenig später wird er von Ella gefunden, die darauf hofft, dass er ein Glücksring ist. Glück kann sie nämlich gerade sehr gut gebrauchen, denn sie hat ihre Brotdose zu Hause vergessen. Tatsächlich taucht nur wenig später ihr Vater auf – mit ihrer Brotdose! Sie zögert danach keine Sekunde, den kleinen Glücksbringer an Tom weiterzugeben, der ebenfalls dringend Hilfe braucht. So wandert der Ring von einem Kind zum nächsten und bringt ihnen allen Glück. Am Ende erkennen sie aber, dass das ganze Glück gar nicht vom Ring kam, sondern dass sie selbst die Glücksbringer waren, weil sie füreinander da waren und ihre Liebe und Freundschaft miteinander geteilt haben.

Hierbei handelt es sich um den siebten und leider auch letzten Teil der Wunderbare-Wesen-Reihe, bei der die Chronologie nicht relevant ist. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann einzeln gelesen werden.
Nach meiner großen Begeisterung für die sechs Vorgänger, konnte ich das nächste Bilderbuch von Annika Klee und Stella Eich kaum erwarten. Schon das Cover verzaubert wieder auf den ersten Blick (ich liebe es!) und löst wahre Glücksgefühle in einem aus. Das, was sich dahinter verbirgt, steht dem jedoch in nichts nach.

Erneut entführt uns das Autorin-Illustratorin-Duo in die Wunderbare-Wesen-Klasse und gibt uns allen eine herzerwärmende, wertvolle Botschaft mit auf den Weg. Dieses Mal steht allerdings nicht nur ein Kind im Fokus, sondern mehrere. Viele alte Bekannte aus den vorherigen Büchern bekommen hier noch einmal ihren Auftritt, was einfach eine großartige Idee ist, um diese Reihe würdig abschließen. Gemeinsam mit Jule, Ella und Co. erleben wir ein weiteres kleines Alltagsabenteuer voller großer Glücksmomente. In liebevoll-melodischen Reimen erzählt Annika Klee die Geschichte von dem Ring, die uns zeigt, was wahres Glück bedeutet und dass es nichts Schöneres im Leben gibt als gute Freunde, mit denen man sein Glück teilen kann.

Absolut bezaubernd sind auch wieder die zarten, pastellfarben Illustrationen von Stella Eich. Gewohnt ausdrucksstark, vielfältig und voller Detailliebe untermalen sie das Erzählte perfekt und laden zum Träumen und Wohlfühlen ein.

Fazit: „Glücksbringer“ ist eine herzerwärmende Vorlesegeschichte ab 4 Jahren über die Bedeutung von Freundschaft und das Glück, das in uns allen steckt. Ein wunderschön gereimtes und illustriertes Bilderbuch, das einfach glücklich macht und daran erinnert: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück. Mich haben Annika Klee und Stella Eich mal wieder komplett verzaubert, ich kann auch das Finale der wunderbaren Wunderbare-Wesen-Reihe jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Ein bezauberndes Bilderbuch über das erste Verliebtsein!

Ludiduh und die Liebe
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Ludwig ist unheimlich in Marie aus seiner Klasse verliebt. Immer wenn er an sie denkt, wird ihm ganz kribbelig im Bauch, allein schon ihr Name ist wie Magie. Marie aber scheint ihn gar nicht zu bemerken ...

Ludwig ist unheimlich in Marie aus seiner Klasse verliebt. Immer wenn er an sie denkt, wird ihm ganz kribbelig im Bauch, allein schon ihr Name ist wie Magie. Marie aber scheint ihn gar nicht zu bemerken - als wäre er für sie unsichtbar. Ludwig würde sie so gerne mal ansprechen, aber er traut sich einfach nicht. Als die Sitzordnung in der Klasse geändert werden soll, sieht er seine Chance gekommen. Endlich könnte er neben Marie sitzen! Er nimmt all seinen Mut zusammen und möchte sich Marie zeigen. Als der große Zauberer Ludiduh zaubert er vor ihrem Haus und hofft, dass sie seiner Show zuschaut. Doch oje, sie hat von seiner Vorstellung gar nichts mitbekommen. Bedrückt geht Ludwig nach Hause. Und begegnet auf seinem Weg Marie...

Dies ist bereits der sechste Teil der „Wunderbare Wesen“ – Reihe, deren Bände immer von Kindern derselben Klasse handeln. Jeder Band ist jedoch in sich abgeschlossen und unabhängig lesbar.
Ich habe den Jupitermond Verlag erst vor kurzem für mich entdeckt und mich sofort in sein großartiges Programm verliebt. Vor allem die Bücher von Annika Klee und Stella Eich haben mein Herz im Sturm erobert. Und „Ludiduh und die Liebe“ bildet da definitiv keine Ausnahme.

In jedem Band greift das Erfolgsduo ein anderes wichtiges Thema auf. Wie schon der Titel verrät, widmen sich die beiden dieses Mal dem ersten Verliebtsein. In gewohnt zauberhaft melodischen und gefühlvollen Reimen erzählt Annika Klee von der Magie der ersten kindlichen Liebe und den großen Gefühlen, die damit einhergehen wie Zuneigung, Sehnsucht, Aufregung, Schüchternheit, Zweifel, Mut und Euphorie. Dabei steht überwiegend Ludwig im Fokus, der nur noch an seine Mitschülerin Marie denken kann. Sein Emotionschaos ist in jeder Zeile spürbar und geht richtig zu Herzen. Man fühlt und fiebert mit ihm mit und wünscht ihm so sehr, dass Marie seine Gefühle erwidert. Ob es für die beiden ein Happy End gibt, müsst ihr schon selbst herausfinden. Marie mag ihren Klassenkameraden jedenfalls auch ziemlich gerne, so viel sei schon mal verraten.
Dieses Bilderbuch lädt Kinder dazu sein, über die Facetten der Liebe nachzudenken und bietet viele Gesprächsanlässe. Darüber hinaus erinnert es uns daran, dass Liebe schön, zugleich aber auch sehr herausfordernd sein kann, dass es sich aber immer lohnt, mutig zu sein und an sich selbst zu glauben.

Stella Eich hat die Geschichte mal wieder wunderschön bebildert. Ihre meist großflächigen Illustrationen sind ausdrucksstark und detailverliebt und in zarten Pastelltönen gehalten. Sie untermalen das Erzählte perfekt und zeigen neben Ludwig und Marie auch ihre vielfältige Klasse, darunter alte Bekannte wie Ella, die im Rollstuhl sitzt, oder den schwarzen Jungen Tayo.

Wie üblich wird beim Kauf des Buches eine gemeinnützige Organisation unterstützt. Diesmal ist es der Tierschutzverein Würzburg e.V.. Eine ganz tolle Sache, die die Begeisterung für dieses Schätzchen nur noch großer werden lässt.

Fazit: „Ludiduh und die Liebe“ ist eine liebevolle und herzerwärmende Geschichte über den Zauber der ersten Schmetterlinge im Bauch. Ein wunderbar gereimtes und illustriertes Bilderbuch ab 4 Jahren, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Ich bin richtig verliebt in dieses Buch – wer die Wunderbare Wesen-Reihe von Annika Klee und Stella Eich noch nicht kennt, sollte das unbedingt noch ändern. Ich kann sie jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Ein märchenhaft schöner Tier-Comic!

Greenwood. Band 1
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4,5 Sterne
Tief verborgen im Wald liegt das Städtchen Greenwood. Es ist eine märchenhafte Welt voller geheimnisvoller Orte. Aber keiner davon ist so magisch wie die Hütte der Hexe Urania – eine weise Hasendame, ...

4,5 Sterne
Tief verborgen im Wald liegt das Städtchen Greenwood. Es ist eine märchenhafte Welt voller geheimnisvoller Orte. Aber keiner davon ist so magisch wie die Hütte der Hexe Urania – eine weise Hasendame, die eine begnadigte Geschichtenerzählerin und Heilerin ist und für alle Waldtiere stets ein offenes Ohr hat. Hier treffen sich jeden Samstag sechs befreundete Tierkinder: Die Hasengeschwister Snow und Winter, Fledermaus Moon, Eule Vanilla, Spinne Shadow und Fuchs Honey (der sich vegetarisch ernährt und kein Blut sehen kann). Atemlos lauschen die Freundinnen den gruseligen Erzählungen von Urania wie beispielsweise von der gefährlichen Teufelskralle, die nachts ihr Unwesen treibt. Neben Uranias Schauermärchen gibt es jedoch noch etwas ganz anderes, worauf die Tierkinder hinfiebern: Ein Wettbewerb, für den wichtige Vorbereitungen getroffen werden müssen. Zum Glück sind die Freunde schon im Vorfeld an geheime Informationen gelangt, die sie zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Doch ganz so wie erwartet, läuft es nicht, denn die offiziellen Wettkampfregeln bringen eine große Überraschung mit sich...

Als mir „Greenwood“ zum ersten Mal begegnete, war ich sofort Feuer und Flamme. Ein Blick aufs Cover und es war um mich geschehen und der Klappentext tat dann sein Übriges. Diesen Kindercomic musste ich einfach bei mir einziehen lassen und ich habe es nicht bereut.

Die beiden Autor
innen Barbara Canepa und Anaïs Halard legen mit dem ersten Band von „Greenwood“ einen vielversprechenden Auftakt einer neuen Comicreihe vor, für die sie sich gleich mehrere Zeichnerinnen ins Boot geholt haben. In jedem Band wird ein anderer Künstler oder eine andere Künstlerin das Greenwood-Universum zum Leben erwecken und seine oder ihre eigene Note einbringen. Eine tolle Idee, auf deren Umsetzung ich sehr gespannt bin! Den Anfang macht Florent Sacré und wie das Cover schon erahnen lässt, legt er die Messlatte ziemlich hoch.

Optisch ist diese Graphic Novel ein echtes Highlight! Florent Sacrés Zeichnungen sind herrlich detailverliebt und stimmungsvoll und schaffen durch ihre wunderbare Kolorierung eine mystisch-magische, waldige Wohlfühlamtosphäre. Man kann sich stundenlang in seinen Bildern verlieren. Und in die sehr süß gezeichneten Tierkinder mit ihren großen Augen muss man sich einfach verlieben.

Storytechnisch vermag dieser Serienstart nicht vollends zu überzeugen. Nach einem leicht schaurigen Beginn verläuft die Handlung recht ruhig, bisweilen auch etwas sprunghaft und punktet mehr mit Märchenflair als spannenden Wendungen. Große Abenteuer erleben unsere tierischen Helden hier eher nicht. Die Erzählung wirkt ein bisschen wie eine Einleitung und endet ziemlich abrupt. Ein paar Seiten mehr wären vielleicht nicht schlecht gewesen. Anderseits ist der cliffhangierische Schluss auch ein geschickter Schachzug, da er definitiv die Neugier auf die Fortsetzung weckt.
Trotz der kleinen Kritikpunkte macht es richtig Spaß in diesen Comic einzutauchen, vor allem Fans von Tiergeschichten wie „Winnie Puuh“ oder „Der Wind in den Weiden“ werden an „Greenwood“ ihre helle Freude haben. Das Künstlerteam hat hier eine überaus entzückende Fantasywelt erschaffen, in der es von smpathischen, anthropomorphen Waldtieren nur so wimmelt. Gleich zu Beginn lernen wir die untertitelgebende Figur Urania, die Hexe kennen sowie unsere Hauptprotagonist
innen: Die ungleichen Hasengeschwister Snow und Winter, der vegetarische Fuchs Honey, die tollpatschige Fledermaus Moon, die Eule Vanilla und die ein wenig gruselige, aber sehr freundliche Spinne Shadow. Die sechs Tierkinder sind ziemlich verschieden, doch sie zeigen uns, wie stark Freundschaft trotz großer Unterschiede sein kann und dass man gemeinsam unschlagbar ist.
Die Charaktere sind allesamt mit viel Witz und Charme versehen, was für viele lustige Dialoge sorgt. Ganz nebenbei vermittelt die Geschichte auch noch wundersames Wissen über die Natur. An passenden Stellen ist die Geschichte mit liebevoll gestalteten Enzyklopädie-Seiten gespickt, auf denen man unter anderem erfährt, was sich aus Rote Bete Leckeres kochen lässt oder welche Superkräfte Knoblauch hat.

Fazit: „Greenwood 1: Urania, die Hexe“ ist ein märchenhafter Fantasy-Comic ab 8 Jahren, der durch sein wunderschönes Artwork und seine liebenswerten Charaktere besticht und Jung und Alt gleichermaßen verzaubert. Ein gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Kurzweilig, warmherzig und zum Wohlfühlen schön. Trotz seiner kleinen Schwächen bin ich begeistert von diesem Comic und kann es kaum erwarten weiterzulesen. Zum Glück wird der zweite Band bereits Ende Juni auf Deutsch erscheinen, dieses Mal illustriert von Jérémie Almanza. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Ein wunderschönes und ganz besonderes Kinderbuch!

Lisa mit einem Herz drum rum
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Lisa weiß, dass sie anders ist. Und sie weiß, dass es für Vera nicht leicht ist, ihre Zwillingsschwester zu sein (weil sie ihr das ständig sagt). Vera ist cool, mutig, lustig und fröhlich und Lisa ist ...

Lisa weiß, dass sie anders ist. Und sie weiß, dass es für Vera nicht leicht ist, ihre Zwillingsschwester zu sein (weil sie ihr das ständig sagt). Vera ist cool, mutig, lustig und fröhlich und Lisa ist nichts davon. Sie ist peinlich, feige, langweilig und traurig. Also das genaue Gegenteil von Vera. Während sich alle Mädchen in der Klasse für Jungs interessieren, verbringt Lisa lieber Zeit mit ihrem Kaninchen Hypatia oder flüchtet sich in die Welt der Mathematik. Denn Zahlen versteht sie, im Gegensatz zu Worten. Obwohl ihr ständig Dinge einfallen, die sie sagen könnte, spricht sie nicht. Sogar vor ihrer Schwester fällt es ihr oft schwer, ein Wort herauszubringen. Sie weiß, dass die anderen sie deswegen für seltsam halten und wünscht sich manchmal, einfach etwas normaler zu sein. Zum Glück hat sie Papa, der ihre Liebe für die Mathematik teilt. Von ihm erfährt sie von der Fibonacci-Folge, die sich quasi überall in der Natur beobachten lässt. Ihr Leben wird eines Tages urplötzlich auf den Kopf versteht, als ihr Klassenkamerad Jonas ihren Namen in sein Heft kritzelt und mit einem Herz umkreist. Jonas mit dem blauen Kapuzenpullover, der noch der Einzige in der Klasse zu sein scheint, der sie ein bisschen versteht. War das Herz nur ein Versehen? Oder ein Streich? Es ähnelt ja schon sehr einem Po. Ist Lisa für Jonas vielleicht einfach nur ein Pups? Lisa möchte unbedingt die Wahrheit herausfinden. Doch dafür muss sie über ihren Schatten springen.

Bei einem Blick in die Vorschau des Thienemann-Esslinger Verlags ist mir „Lisa mit einem Herz drum rum“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover verzauberte mich auf Anhieb und der Klappentext tat dann sein Übriges. Es war mein erstes Werk von Kjersti A. Skomsvold (übersetzt von Ina Kronenberger) und sicherlich nicht mein letztes.

Die norwegische Autorin Kjersti A. Skomsvold hat hier einen außergewöhnlichen Kinderroman geschaffen, der so voller Gegensätze steckt wie Lisa und ihre Zwillingsschwester Vera. Ruhig und gleichzeitig kraftvoll. Kurzweilig, aber mit viel Tiefgang. Schmerzlich und schön zugleich. Melancholisch und voller Hoffnung. Lisa ist eine Protagonistin, mit der man sich direkt identifizieren kann, vor allem Schüchterne und Mathefans. Sie ist anders und auf ihre Art einzigartig, was dazu führt, dass sie heraussticht und aneckt, ausgegrenzt und gemobbt wird. Obwohl ihr lauter Dinge einfallen, die sie sagen könnte, spricht sie in der Schule kein Wort. Sie hat sich ihre eigene kleine Welt geschaffen, in der sie sich wohlfühlt – aber nicht unantastbar ist. Man spürt nur zu deutlich, dass die spottenden und höhnischen Kommentare ihrer Mitschüler*innen und das Verhalten ihrer Schwester sie sehr verletzen und verunsichern. Halt findet Lisa bei ihrem Kaninchen Hypatia und in Zahlen. Die Fibonacci-Folge, die auf eine leicht verständliche Weise erklärt wird, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und hat nicht nur eine tröstliche Wirkung, sondern bringt auch etwas Lehrreiches mit sich.

Obwohl einige ernste Themen angesprochen werden wie Mobbing, Ausgrenzung, Schuldgefühle und selektiver Mutismus herrscht durchweg eine angenehme Atmosphäre. Die Autorin beschreibt das Ganze mit viel Feingefühl und Wärme und bisweilen auch ziemlich humorvoll. Die kindliche Erzählperspektive ist einfach wunderbar getroffen. Man kann sich richtig gut in Lisa hineinversetzen, fühlt und leidet mit ihr mit, muss über ihre Gedankengänge des öfteren aber auch mal sehr schmunzeln.
Auch die Themen Freundschaft, das erste Verliebtsein, der Glaube an sich selbst und Familienbeziehungen haben in der Geschichte ihren Platz gefunden. Es ist wundervoll zu sehen, wie sich Lisa und ihr Klassenkamerad Jonas näherkommen und wie unsere junge Heldin schließlich noch den Mut findet, über sich hinauszuwachsen.
Die gelegentlichen liebevollen schwarz-weiß Illustrationen von Olivia Vieweg, die an manchen Stellen auch als ganzseitiger Comic daherkommen, setzen das Erzählte gekonnt in Szene und runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Fazit: „Lisa mit einem Herz drum rum“ ist ein ganz besonderes Kinderbuch ab 9 Jahren über das Anderssein und die Suche nach Akzeptanz und Zugehörigkeit. Eine wunderschön erzählte Geschichte mit einer starken leisen Heldin, die Mut macht und bestärkt. Berührend, bittersüß, manchmal auch überraschend witzig und mit ganz viel Herz. Mich hat dieses Büchlein sehr bewegt und begeistert, ich kann es jedem, egal ob Jung oder Alt, nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Mal wieder ein herrlicher Krimigenuss vom Feinsten!

Rory Shy, der schüchterne Detektiv - Der verratene Ganove (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 7)
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Es gibt Menschen, für die Karneval der Höhepunkt des Jahres darstellt. Und es gibt Menschen, die damit rein gar nichts anfangen können. Rory Shy, der schüchterne Detektiv, und seine 13-jährige Assistentin ...

Es gibt Menschen, für die Karneval der Höhepunkt des Jahres darstellt. Und es gibt Menschen, die damit rein gar nichts anfangen können. Rory Shy, der schüchterne Detektiv, und seine 13-jährige Assistentin Matilda Bond, gehören definitiv zur zweiten Sorte. Der Anruf aus dem Örtchen Auental kommt ihnen daher gerade recht. Dorfpolizist Schnitzel braucht dringend die Hilfe des Detektivduos. Ein Mann, angeblich ein Vogelkundler, ist spurlos verschwunden! Um den närrischen Treiben zu entgehen, machen sich Rory und Matilda sofort auf den Weg in das beschauliche Auental und beginnen zu ermitteln. Ihre Spurensuche führt sie zu einem Juwelenraub vor fünf Jahren, bei dem ein Dieb geschnappt werden konnte, seinen zwei Komplizen jedoch die Flucht gelang. Ob er sich nun auf die Suche nach seinen Mittätern gemacht hat? Stecken diese vielleicht hinter seiner Entführung? Unterstützt von Cockerspaniel Dr. Herkenrath müssen Rory und Matilda mal wieder alles geben, um den Fall zu lösen.

Mit „Der verratene Ganove“ geht Rory Shy, der schüchterne Detektiv endlich in die siebte Runde! Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden sind nicht zwingend erforderlich, da die Fälle in sich abgeschlossen sind, allerdings macht es mehr Spaß, wenn man mit dem ersten Buch startet.
Ich liebe die Geschichten rund um Rory Shy und seine Assistentin Matilda Bond, aus meinen Regal sind sie nicht mehr wegzudenken. Wer dieses kultige Ermittlerteam noch nicht kennt, hat eindeutig was verpasst! Jeder Band war bisher ein Highlight – und der siebte bildet da keine Ausnahme.

Es ist einfach jedes Mal aufs Neue das pure Vergnügen, in die Welt von Rory Shy und Matilda einzutauchen. Langweilig wird es darin zu keiner Zeit, allein schon unser ungleiches Duo sorgt mal wieder für beste Unterhaltung: Rory, die Schüchternheit und Höflichkeit in Person, der quasi keinen Satz ohne ein verschämtes Räuspern herausbringt. Matilda dagegen strotzt nur so vor Selbstbewusstsein und ist nie um einen Spruch verlegen. Die weiteren Charaktere sind jedoch nicht minder einzigartig und so wunderbar skurril und witzig dargestellt, dass Dauerschmunzeln garantiert ist. Kleine Kostprobe gefällig? Nun, da hätten wir zum Beispiel Polizeiwachmeister Schnitzel, der null Kondition hat, aber eine große Leidenschaft für Kartoffelsalat. Oder eine Wirtin, die an Muffeligkeit nicht zu überbieten ist. Auch alte Bekannte sind natürlich wieder mit dabei – was wäre ein Rory-Shy-Krimi ohne die gute Frau Zeigler (dieses Mal im totalen Karnevalmodus)? Nicht zu vergessen Matildas hasenfüßiger und verfressener Cockerspaniel Dr. Herkenrath, den man einfach lieben muss (sogar das Herz der supergrummeligen Wirtin erobert er im Sturm).
Oliver Schlick versteht es einfach, seine Leserschaft durchweg bei Laune zu halten und immer wieder zu überraschen. Die Handlung wird wie gewohnt erfrischend humorvoll aus der Sicht der 13-jährigen Matilda erzählt und sprüht nur so vor raffinierten Wendungen, köstlichen Dialogen und jeder Menge Situationskomik. Auch Rorys siebter Fall ist clever und logisch aufgebaut und lässt sogar erfahrene Spürnasen bis zum Schluss im Dunkeln tappen. Dem schüchternen Detektiv und seiner pfiffigen Mitarbeiterin wird mal wieder einiges abverlangt. Vor allem Rory, der nicht nur ein Anti-Schüchternheits-Seminar überstehen muss, sondern auch mehrere Tassen starken Kaffee.

Ganz nebenbei werden auch wieder ein paar schöne kleine Botschaften vermittelt wie beispielsweise, dass es vollkommen okay ist, schüchtern und introvertiert zu sein. Die schwarz-weiß Charakterillustrationen auf den Vorsatzpapieren, beigesteuert von Fiete Koch, runden das Ganze wie gehabt perfekt ab und sind mal wieder ganz reizend anzusehen.

Fazit: Rory Shy, der schüchterne Detektiv, und Matilda Bond sind zurück und überzeugen in gewohnter Manier! Auch „Der verratene Ganove“ ist ein herrlich schräger Kinderkrimi mit einem spannenden Fall zum Mitraten und feinem, klugem Humor. Unterhaltsamer Krimigenuss vom Feinsten für alle Detektivfans ab 10 Jahren. Ich habe mal wieder eine großartige Zeit mit meinem allerliebsten Ermittlerduo verbracht und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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