Profilbild von Crazy-Cat-Lady

Crazy-Cat-Lady

Lesejury Star
offline

Crazy-Cat-Lady ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Crazy-Cat-Lady über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2024

sehr berührend und absolut fesselnd

Alle Farben von Licht
0

Vor einem Jahr hat Rio seine Zwillingsschwester Mavis verloren und er kommt mit diesem Verlust weniger denn je zurecht. Während seine Eltern mit ihren eigenen Problemen und ihrer Trauer beschäftigt sind ...

Vor einem Jahr hat Rio seine Zwillingsschwester Mavis verloren und er kommt mit diesem Verlust weniger denn je zurecht. Während seine Eltern mit ihren eigenen Problemen und ihrer Trauer beschäftigt sind und seine Freunde einfach wollen, dass alles wieder okay ist, ist es ausgerechnet der seltsame Nachbarsjunge, der Rio auffängt.

Dieses Buch hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite tief berührt. Es war nicht ganz das, was ich erwartet hatte, muss ich gestehen. Trotzdem bin ich absolut begeistert.

Der Schreibstil ist etwas eigenwillig, zieht einen aber sofort in Rios Geschichte hinein. Man spürt seine Verzweiflung und seine innere Zerrissenheit und kann sich gut in ihn hineinversetzen. Dabei ist Rio ein sehr sympathischer Charakter, den man sofort ins Herz schließt. Ich fand ihn und seine Trauer auch sehr authentisch. Genauso ging es mir mit Franz alias Dracula. Im ersten Abschnitt des Buches wird die Geschichte nur aus Rios Sicht erzählt. Erst später gibt es dann auch einige Kapitel aus der Perspektive von Franz, was ihn für mich noch greifbarer gemacht hat.

Das Tempo der Geschichte ist eher langsam, aber absolut passend. Auch die Entwicklung zwischen den Charakteren fühlte sich für mich sehr natürlich an. Ich konnte mir die Orte, die die beiden zusammen besuchen, bildlich vorstellen. Auch die Sommerhitze war regelrecht greifbar.

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass man erst langsam, nach und nach erfährt, was genau mit Mavis passiert ist. Dadurch wird die Spannung lange aufrecht erhalten. Das Ende fand ich wunderschön. Hoffnungsvoll und doch absolut plausibel. Es ist nicht einfach auf Knopfdruck alles wieder gut. Es ist ein Prozess.

Auf jeden Fall eines meiner Highlights dieses Jahr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2024

praxisnah und sehr interessant

Founders' Stories
0

Das Buch "Founders' Stories" stellt die Erfolgsgeschichten von 10 verschiedenen Gründerinnen und Gründern aus ganz unterschiedlichen Bereichen vor. Die Kapitel sind alle nach dem gleichen Muster gegliedert. ...

Das Buch "Founders' Stories" stellt die Erfolgsgeschichten von 10 verschiedenen Gründerinnen und Gründern aus ganz unterschiedlichen Bereichen vor. Die Kapitel sind alle nach dem gleichen Muster gegliedert. Zuerst gibt es einen Steckbrief, darauf folgen Do‘s und Dont‘s, sowie eine Beschreibung des Gründungswegs, der Herausforderungen und Erfolge der jeweiligen Person.

Das Buch ist eine gute Orientierungshilfe für alle, die selbst ein Start-up gründen möchten, bietet aber auch allen anderen eine interessante Lektüre.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass alle vorgestellten Unternehmer auch ganz offen über Rückschläge sprechen. Der Herausgeber stellt klar, dass Scheitern und Misserfolge einfach dazugehören und man bekommt an anschaulichen Beispielen gezeigt, wie man am besten damit umgeht.

Die Sprache ist einfach verständlich und verzichtet auf zu viel "Fach-chinesisch". Hinten im Buch gibt es auch noch ein hilfreiches Glossar, in dem alle relevanten Begriffe erläutert werden.

Veröffentlicht am 07.10.2024

einfühlsam und kindgerecht erzählt

Mukiza
0

Mukiza erzählt die wahre Geschichte eines Berggorillas aus dem Bwindi Nationalpark in Uganda. Und das auf absolut berührende und kindgerechte Art und Weise. Man begleitet Mukiza von seiner Geburt an bis ...

Mukiza erzählt die wahre Geschichte eines Berggorillas aus dem Bwindi Nationalpark in Uganda. Und das auf absolut berührende und kindgerechte Art und Weise. Man begleitet Mukiza von seiner Geburt an bis zu dem Tag, an dem er selbst eine Gruppe Gorillas anführt und Vater wird.

Dabei werden alle Aspekte des Lebens der wilden Gorillas beleuchtet. Auch schwierige Themen wie der Tod eines Gruppenmitglieds, Kämpfe um die Rangordnung oder die Aufspaltung der Gruppe werden thematisiert. Alles auf eine Art, dass auch kleine Kinder es gut begreifen können.

Insgesamt sind die schriftlichen Passagen eher kurz gehalten und der Schreibstil ist einfach verständlich. Ergänzt wird das Ganze durch wunderschöne Illustrationen, die für mich das echte Highlight an diesem Buch sind.

Besonders schön fand ich, dass am Ende des Buches noch Fotos vom echten Mukiza eingefügt sind und erneut erwähnt wird, dass es ihn wirklich gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 04.10.2024

tolles Buch über Freundschaft, Ängste und das Anderssein

Die Geisterhelfer – Traue sich, wer kann!
0

Leo ist ein totaler Angsthase. Und das Schlimmste ist, dass niemand seine Ängste ernst nimmt. Noch nicht einmal seine Eltern. Als er nach dem Umzug in eine neue Klasse kommt, hofft er, dass er endlich ...

Leo ist ein totaler Angsthase. Und das Schlimmste ist, dass niemand seine Ängste ernst nimmt. Noch nicht einmal seine Eltern. Als er nach dem Umzug in eine neue Klasse kommt, hofft er, dass er endlich Freunde findet. Aber wieder stehen ihm seine Ängste im Weg. Und dann kann er auch noch plötzlich Geister sehen. Doch was sich anfangs furchtbar gruselig anhört, wird für Leo letzten Endes zum Glücksfall. Denn die Geister brauchen seine Hilfe und sorgen damit unfreiwillig dafür, dass er über sich hinauswächst.

Das Buch ist stellenweise ein bisschen gruselig. Aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen. In erster Linie ist es spannend und oft auch wirklich lustig. Leo ist ein sehr sympathischer Protagonist, mit dem man gerne mitfiebert. Auch Antonia fand ich ganz großartig und wie sich die Freundschaft der beiden langsam entwickelt. Gerade weil sie so verschieden sind, harmonieren sie wirklich gut miteinander.

Die Autorin versteht es sehr gut, die Spannung konstant aufrecht zu erhalten. Es gibt ein paar überraschende Wendungen und ein sehr gelungenes Ende, das direkt Lust auf mehr macht. Der Schreibstil ist locker und einfach verständlich. Schön fand ich vor allem, dass Leo und Antonia keine typischen Helden sind und wie Kindern hier aufgezeigt wird, dass es völlig okay ist, Angst zu haben.

Von mir eine klare Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 30.09.2024

Fantasy, Frauenpower und nordische Mythologie

We Will Give You Hell
0

Lina Frisch verknüpft hier sehr gekonnt Fakten und Fiktion, Mythologie mit Fantasy und der harten Realität. Die Geschichte entwickelt sich aber eher langsam. Ich muss gestehen, dass mich die ersten paar ...

Lina Frisch verknüpft hier sehr gekonnt Fakten und Fiktion, Mythologie mit Fantasy und der harten Realität. Die Geschichte entwickelt sich aber eher langsam. Ich muss gestehen, dass mich die ersten paar Kapitel noch nicht wirklich begeistern konnten. Erst ab einem gewissen Punkt fing die Geschichte dann an, spannend zu werden. Und schließlich hat sie mich doch noch total gefesselt.

Ich würde Hellea, bzw. Hell, nicht unbedingt als sympathische Protagonistin beschreiben. Aber sie wirkt auf jeden Fall ziemlich realistisch. Sie hat Ecken und Kanten und ich konnte sie oft ganz gut verstehen. Auch wenn ich nicht alle ihre Handlungen nachvollziehbar fand. Auch die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet, weisen aber hier und da gewisse Schwächen auf (Im Sinne von: Sie tun Dinge, die für mich nicht wirklich Sinn machen.).

Wirklich toll fand ich den Bezug zur nordischen Mythologie und zur schwedischen Geschichte, auch wenn sich die Autorin bei beidem so einige Freiheiten erlaubt. Darauf verweist sie sehr schön im Nachwort, was mir wirklich gut gefallen hat.

Anfangs ist die Spannung eher gering. Da konzentriert sich die Geschichte mehr auf Hell als Person, sowie ihre Freunde und ihre jeweiligen Probleme. Dann nimmt sie jedoch Fahrt auf und ab einem gewissen Punkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Es gab auch einige überraschende Wendungen und alles in allem hat sich am Ende wirklich alles sehr passend und glaubhaft zusammengefügt.

Das Ende allerdings lässt mich zwiegespalten zurück. Zwar fand ich die Auflösung gut und auch zufriedenstellend. Aber dann gab es ganz zum Schluss nochmal einen Twist, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Dieser hat für mich zum einen wenig Sinn ergeben und war, meiner Meinung nach, auch eher unnötig. Anfangs dachte ich, dass es vielleicht noch einen Folgeband gibt und die Autorin mit diesem kleinen Cliffhanger die Neugier darauf schüren will. Aber das ist leider nicht der Fall. So war mir das Ende dann doch zu offen und es bleiben noch zu viele Fragen zurück. Wirklich schade. Ich finde, hier ist die Autorin eindeutig über das Ziel hinausgeschossen. Darum von mir „nur“ dreieinhalb Sterne. Ohne den Twist am Ende wären es vier geworden.

Trotzdem kann ich „We will give you Hell” jedem, der auf Frauenpower, nordische Mythologie und Fantasy mit queeren Charakteren steht wirklich empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere