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Veröffentlicht am 14.01.2024

Antiquitäten, Mord und Drogendeals

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Dies ist jetzt schon der vierte Fall für den Donnerstagsmordclub rund um die vier Senioren aus dem Seniorenheim Coopers Chase. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, ich bin aber der Meinung man sollte ...

Dies ist jetzt schon der vierte Fall für den Donnerstagsmordclub rund um die vier Senioren aus dem Seniorenheim Coopers Chase. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, ich bin aber der Meinung man sollte die Bücher in der korrekten Reihenfolge lesen, weil sich rund um die Rentner auch abseits der Fälle einiges tut und die Bücher so ihren unglaublichen Charme erst in voller Pracht entfalten.

Zum Inhalt: ein toter Antiquitätenhändler und eine verschwundene Schachtel Heroin. Eigentlich wollte es der Donnerstagsmordclub im neuen Jahr ruhig angehen lassen, aber dann kommt wieder alles anders als geplant, als eine Leiche auftaucht. Und weil der Tote ein alter Freund von Elisabeths Mann Stephan war, nimmt sich der Club des Falls an. Und stürzt sich damit nicht nur ins Drogenmilieu, sondern auch in eine Spirale aus Betrug und Täuschungen.

Das Buch bleibt der allgemeinen Aufbaustruktur der Reihe treu, Osman schafft hier innerhalb seiner Reihe einen hohen Wiedererkennungswert, nicht nur was das Optische seiner Bücher angeht, sondern auch von der Struktur der Fälle her. Ich habe trotzdem bei dieser Reihe das Gefühl, dass sie mir mit jedem Band sogar noch besser gefällt und mich jedes Mal wieder überrascht und erheitert.

Ich liebe ja die schrägen und teils schrulligen Figuren, die einem mit ihren Marotten schon auch ans Herz wachsen. Ich finde sie sind das Herzstück der Reihe und stehen für mich ganz klar im Fokus eines jeden Falls. Klar geht es in jedem Band um einen Kriminalfall, der steht aber für mich total hinter den persönlichen Interaktionen der Figuren miteinander an. Ich mag die Bücher hauptsächlich aufgrund der besonderen Freundschaften, witzigen Gespräche und teils völlig abstrusen Handlungsideen der Figuren. Ich finde die Idee, dass sich die rüstigen Rentner nun im Drogenmilieu bewegen, einfach herrlich! Neben der köstlichen Ermittlung treiben die Rentner diesmal auch ernstere Gedanken und schwierige Entscheidungen um, was mir gut gefallen hat, da es einen angenehmen Kontrast darstellt und mich durchaus berührt hat.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Was mir gut gefällt ist, wie die Sprecher mit Stimmlage, Dialekten und Tempo arbeiten, um den Figuren Leben einzuhauchen. Ich finde dieses Buch wahnsinnig angenehm und unterhaltsam zu hören. Es macht einfach Spaß in die Geschichte rund um die rüstigen Rentner einzutauchen.

Wieder ein sehr interessanter Kriminalfall gespickt mit großartigem, britischem Humor, der mir gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

(K)einer von den Guten

Einer von den Guten
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Ein Buch über Moral und Rechtschaffenheit, über Verbrechen und Gewalt, Selbstreflexion und Selbstbetrug und darüber, was es eigentlich heißt einer „von den Guten“ zu sein.
Selten ein Buch gelesen, das ...

Ein Buch über Moral und Rechtschaffenheit, über Verbrechen und Gewalt, Selbstreflexion und Selbstbetrug und darüber, was es eigentlich heißt einer „von den Guten“ zu sein.
Selten ein Buch gelesen, das mich so erschüttert hat.

Zum Inhalt: Ben Neven, leitender Ermittler in einem großen Fall von Kindesmissbrauch ist der Inbegriff von Rechtschaffenheit. Liebender Ehemann und Vater, geschätzter Kollege, ein guter Polizist, ein Mann zu dem andere aufschauen. Aber er ist auch Mann mit einem Geheimnis, der sich in Dortmund mit einem minderjährigen Jungen trifft. Und dessen Geheimnis droht, ans Licht zu kommen.

Ich habe festgestellt, dass es sich bei diesem Buch um einen dritten Band handelt. Man kann dieses Buch sehr gut unabhängig von seinen Vorgängern lesen, ich werde mir diese aber jetzt auch zulegen, um einen tieferen Einblick in Bens Gedanken und Handlungsweisen zu bekommen, da mich dieser Band hier nicht mehr loslässt.

Ich fand den Erzählstil mit den kurzen, teils abgehackten Sätzen, anfangs gewöhnungsbedürftig. Passt aber gut zur Figur von Ben und seiner Situation. Er wirkt fahrig und getrieben, ist sich seiner Schuld bewusst und distanziert sich trotzdem aktiv davon. Der Erzählstil ändert sich, als Ben beginnt sein Verhalten zu reflektieren, wird komplexer, genau wie das moralische Konstrukt, in dem Ben sich verfängt.

Adrian dagegen wirkt nüchtern, als würde er sein eigenes Leben von außen betrachten. Und das macht die ganze Situation in der er sich befindet noch erschütternder.

Sehr eindringlich bekommt der Leser hier beide Seiten präsentiert: ein Täter, der sich selbst nicht als Täter sehen will und ein Opfer, das vermutlich nicht mal vollumfassend begreift, dass es Opfer ist, bis die Polizei zum ersten Mal einschreitet.

Am Ende des Buches bleibt vor allem Resignation und Leere. Und Fassungslosigkeit, dass man das so stehenlassen kann. Und dass das im echten Leben vermutlich auch so läuft. Dieses Buch hat mich echt fertig gemacht.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

So gut, so düster, so verführerisch

Belladonna – Die Berührung des Todes (Belladonna 1)
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Ok, wow. Mir hat einfach alles an diesem Buch gefallen, kann ich echt nicht einfach sagen. „Belladonna“ ist der erste Band einer Trilogie, rund um ein Mädchen mit einer besonderen Gabe und um eine verbotene ...

Ok, wow. Mir hat einfach alles an diesem Buch gefallen, kann ich echt nicht einfach sagen. „Belladonna“ ist der erste Band einer Trilogie, rund um ein Mädchen mit einer besonderen Gabe und um eine verbotene Liebe. Tolle Storyline, faszinierendes Fantasy-Konzept und dunkle Emotionen. Das Buch hat mich total in seinen Bann geschlagen.

Zum Inhalt: Signa ist zwanzig Jahre alt und scheint einen dunklen Fluch auf sich zu tragen. Denn um sie herum sterben Menschen. Als ihre Tanze verstirbt endet sie als Mündel bei ihrem Onkel auf Thorne Grove. Aber auch dort scheint der Tod bereits auf sie zu warten. Und tritt sogar persönlich in Erscheinung um sich Signa anzunehmen.

Das Fantasy-Konzept dieses Buch war für mich mal etwas völlig neues und hat mich daher total unerwartet getroffen und wirklich umgehauen. Ich mochte die düstere, bedrohliche, fast schon vergiftete Atmosphäre im Buch, die aber immer einen verheißungsvollen Touch bekam, sobald der Tod in Erscheinung trat. Ein tolles Konstrukt zwischen Dunkelheit, Angst und Begierde.

Das Buch ist in meinen Augen eine gelungene Mischung zwischen Murder Mystery und Romantasy und hat zusätzlich die Atmosphäre eines Regency-Romans. Einfach eine großartige Mischung, die mich total gefangen genommen hat. Ich wollte nicht, dass dieses Buch überhaupt endet und bin so froh, dass es noch zwei weitere Bände gibt.

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, so packend und mitreißend war die Geschichte erzählt und so düster die Geheimnisse, die sich auf Throne Grove enthüllen. Eine mitreißende Geschichte, von der ich nicht genug bekommen konnte.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Richtig starker zweiter Band

Spiel der Lügner
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Muss ja gestehen, dass ich anfangs nicht auf dem Schirm hatte, dass es sich bei „Spiel der Lügner“ um den zweiten Band der Reihe rund um Detective Ffion Morgan handelt. Aber da der Name der Protagonistin, ...

Muss ja gestehen, dass ich anfangs nicht auf dem Schirm hatte, dass es sich bei „Spiel der Lügner“ um den zweiten Band der Reihe rund um Detective Ffion Morgan handelt. Aber da der Name der Protagonistin, sowie das Waliser Setting einen hohen Wiedererkennungswert haben, hat es dann doch Klick gemacht. Die beiden Bände lassen sich gut unabhängig voneinander lesen. Und mir hat dieser zweite Fall sogar nochmal besser gefallen, als der erste.

Zum Inhalt: ein Fernsehformat, das mit den düstersten Geheimnissen seiner Kandidaten spielt, ein verschwundener Teilnehmer und ein Mord. Detektive Fiona Morgan muss mal wieder in der ihrer Heimat ermitteln und der Fall bekommt eine persönliche Note, da sie eine der Teilnahmerinnen persönlich kennt. Zu Seite steht ihr wieder Detektive Leo Brady, mit dem Fiona auch noch ein paar ungeklärte Gefühle verbinden.

Was ich hier gerne zuerst positiv hervorheben will ist die unglaubliche Entwicklung, die die Protagonistin durchmacht. Nicht nur im Vergleich zum ersten Band, sondern auch innerhalb der Storyline wird Ffion von einer unnahbaren Einzelkämpferin zu jemandem, der im kommenden Band ein Team an seiner Seite haben wird. Das fand ich richtig cool und macht direkt Lust auf den Folgeband.

Der Fall selbst ist super spannend konstruiert. Eine Mischung aus trashigen Reality-TV und prekären Geheimnissen- eine Kombination die für diesen Fall richtig gut funktioniert und für eine geladene Atmosphäre sorgt. Angeheizt wird das ganze dadurch, dass es ein Kapitel aus Sicht von jedem Kandidaten gibt. Dadurch werden Intentionen und Ängste der Nebencharaktere nochmal stärker rübergebracht und als Leser kann man so auch eigene Vermutungen anstellen, wer der Täter sein könnte.

Die Rekonstruktion des Mordes fand ich super spannend und schlüssig konstruiert. Hat mir richtig gut gefallen. Generell mochte ich auch die kurzen Kapitel und schnellen Perspektivenwechsel, durch die der Leser einen Rundumblick bekommt. Für mich ein stimmiger, trügerischer Fall, der einen nicht loslässt. Tolle Fortsetzung der Reihe.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Düster, beklemmend und erschütternd

Julia
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„1984“ ist eines dieser Bücher, dass ich immer wieder lesen und jedes Mal etwas Neues für mich entdecken und mitnehmen könnte. Sandra Newman greift den Inhalt dieser Dystopie auf und erzählt sie aus Sicht ...

„1984“ ist eines dieser Bücher, dass ich immer wieder lesen und jedes Mal etwas Neues für mich entdecken und mitnehmen könnte. Sandra Newman greift den Inhalt dieser Dystopie auf und erzählt sie aus Sicht der weiblichen Hauptfigur neu, gibt ihr einen neuen Fokus und starke weibliche Stimmen in einer männerdominierten Handlung.

Zum Inhalt: Julia arbeitet als Maschinistin und ist bei den anderen Arbeiterinnen beliebt und angesehen. Julia ist sich in ihrer Rolle im System recht sicher und erlaubt sich immer wieder kleine Revolten als Akt der Rebellion. Ihre neuste Revolte ist eine Schwärmerei für den griesgrämigen Winston und obwohl Julia weiß, dass eine auffliegende sexuelle Beziehung ihr Untergang sein könnte, kann sie nciht von ihm ablassen. Doch der Große Bruder hat seine Augen überall und Julia droht alles zu verlieren und zum Spielball des Systems zu werden.

Was mir gut gefallen hat ist, dass eindeutige Parallelen zum Original von Orwell erkennbar sind, bestimmte Situationen, die man seinem Werk kennt, jetzt aus Julias Sicht quasi die Ursprungshandlung ergänzen, die Autorin aber trotzdem ein eigenständiges Werk geschaffen hat, das einen anderen Fokus legt als Orwell und die Story noch weitertreibt. „Julia“ kann auch gut unabhängig von „1984“ gelesen werden.

Wie im Original wird auch hier stark mit Sprache gearbeitet. Der Neusprech der Figuren ist anfangs gewöhnungsbedürftig, dient aber dazu auch unterschwellig zu vermitteln, in welcher Art System sich die Figuren bewegen. Es wird viel mit extremen Emotionen gearbeitet. Vor allem Julias Lust und sexuelle Selbstbestimmung nehmen einen großen Anteil im Buch ein, an manchen Stellen mutet die Handlung fast schon vulgär an und sexuelle Handlungen haben oft den Unterton von Gewalt, Zwang oder Scham. Als Stilmittel interessant gewählt, musste ich das Buch doch öfter mal aus der Hand legen, weil ich es schon heftig fand wie andere, aber auch Julia selbst über ihren Körper verfügen.

Das Buch entwickelt eine sehr dunkle Sogwirkung. So schrecklich wie ich bestimmte Szenen empfand, wollte ich doch unbedingt weiterlesen und rausfinden, wie es mit Julias Leben weitergeht. Das Buch arbeitet mit starken Bildern und regt schon auch zum Nachdenken an und besonders das Ende habe ich als netten, stilistischen Kniff empfunden.
In Sachen Gesellschaftskritik steht Newmans Werk dem Original eindeutig nach, ich würde schon sagen, dass hier der Unterhaltungsaspekt, sofern man bei den aufgegriffenen Themen von Unterhaltung im klassischen Sinne reden kann, im Vordergrund steht. Das Buch soll gefühlt abstoßen und schockieren. Was für mich durchaus funktioniert hat. Wer eher zart besaitet ist, sollte von dieser Lektüre vielleicht Abstand nehmen, für mich war es aber ein nette Ergänzung zum Original, die ich unter diesem Aspekt gerne gelesen habe.

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