Profilbild von CynthiaM94

CynthiaM94

Lesejury Star
offline

CynthiaM94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CynthiaM94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2024

Schöne Idee, mit der Umsetzung habe ich gehadert

Be My Shelter
0

Ich finde die Aufmachung täuscht hier total, was den Inhalt des Buches angeht. Für mich war das hier nicht der locker leichter Slow Burn Roman, den ich erwartet habe. Die Grundidee des Buches mochte ich ...

Ich finde die Aufmachung täuscht hier total, was den Inhalt des Buches angeht. Für mich war das hier nicht der locker leichter Slow Burn Roman, den ich erwartet habe. Die Grundidee des Buches mochte ich sehr, aber ich hab mich sehr schwer getan, wirklich im Buch anzukommen und es auch bis zum Ende durchzulesen.

Zum Inhalt: Kaira ist zwischen Uni, Job, Ehrenamt und Familie voll eingespannt. Als ein Studienfreund ihres Bruders kurzzeitig bei ihr absteigen soll, bringt das daher gehörig ihren Tagesablauf durcheinander. Vor allem, das sie sich immer mehr zu Cooper hingezogen fühlt, der aber so völlig anders ist, als sie selbst

Kairas People Pleaser Vibes waren für mich teilweise nur sehr schwer zu ertragen, weil sie der ganzen Geschichte für mich eine wahnsinnig drückende Schwere und Beklemmung geben. Finde das so toxisch, wie sie von allen Seiten ausgenutzt wird, das es mein Lesen fast körperlich wehtat. Dadurch habe ich zu den anderen Charakteren auch nur schwer bis eigentlich gar keinen Zugang gefunden.

Es soll zwar von Beginn an Tension zwischen Kaira und Cooper aufgebaut werden, aber gemessen am Alter fand ich das Gedankenkarussell der beiden doch recht seicht und gefühlt gab es da besonders am Anfang viele Wiederholungen, sodass sich die erste Hälfte für mich etwas zäh anfühlte.

Die Idee mit den Challenges hat mir dann ganz gut gefallen. Ich finds gut wie hier auf ein wirklich wichtiges Thema aufmerksam gemacht wird. An manchen Stellen wollte das Buch glaube ich einfach zu viel und wirkte dadurch überladen und stellenweise geradezu unauthentisch auf mich.

Die Kapitel sind kurz und knackig und durch die einfache Sprache lassen sie sich schnell lesen. Für mich war das hier absolut kein Slow Burn, aber das ist ja Geschmacksache.
Mich hats insgesamt nicht so richtig erreicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2024

Den Elementen ausgesetzt

Nachtflut
0

Die Aufmachung des Buches macht ja einen beinahe reißerischen Eindruck, was eher nicht so mein Fall ist. Dabei hat das Buch das gar nicht nötig, denn die Geschichte ist wirklich stark geplottet und von ...

Die Aufmachung des Buches macht ja einen beinahe reißerischen Eindruck, was eher nicht so mein Fall ist. Dabei hat das Buch das gar nicht nötig, denn die Geschichte ist wirklich stark geplottet und von Beginn an sehr spannend. Wirklich nervenaufreibender Katastrophen-Thriller, der mich auf jeden Fall ausgezeichnet unterhalten hat.

Zum Inhalt: als eine Sturmflut über die Ostseeküste hereinzubrechen droht, verlassen viele vorsorglich ihre Häuser. Auch Elisa will nicht länger warten, als ihre Flucht durch einen umstürzenden Baum verhindert wird. Und so verschanzt sie sich mit ihren Nachbarn, die als einzige ebenfalls zurückgeblieben sind. Doch ist sie damit sicher?

Von Beginn an liegt eine angespannte Atmosphäre über der Geschichte, da die nahende Katastrophe sich bereits andeutet. Doch schnell wird klar, dass nicht nur das Wasser Elisas Leben bedroht, sondern auch die Geheimnisse, die von ihrer Familie gewahrt wurden. Und auch das Verhalten der Nachbarn wird immer verdächtiger, sodass Misstrauen, Angst und Verzweiflung die Geschehnisse dominieren.

Es finden sich Tagebucheinträge innerhalb der Geschichte, deren Bedeutung sich erst zum Ende hin ganz offenbart, die aber erahnen lassen,dass in Elisas Familie nicht alles eitel Sonnenschein war. Elisa selbst wirkt aufgrund ihres Zustands eher unzuverlässig und wankelmütig. Da sie selbst nicht weiß wem sie trauen kann, kann auch der Leser nicht sicher sein, wer hier ein falsches Spiel spielt. Das sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel innerhalb der bereits ungewissen, bedrohlichen Situation.

Das Buch ist angenehm und kurzweilig zu lesen und ich fand es absolut spannend und mitreißend. Die Idee war jetzt nicht neu, aber die Umsetzung hat mir durchaus gut gefallen und mich gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2024

Ruhig, aber abgründig

Die blaue Stunde
0

Dieses Buch ist der Inbegriff von „stille Wasser“ sind tief und reiht sich damit perfekt hinter den anderen Büchern von Paula Hawkins ein. Ich hing wieder sehr gebannt an den Seiten und mochte vor allem ...

Dieses Buch ist der Inbegriff von „stille Wasser“ sind tief und reiht sich damit perfekt hinter den anderen Büchern von Paula Hawkins ein. Ich hing wieder sehr gebannt an den Seiten und mochte vor allem die raue, gnadenlose Atmosphäre total gern.

Zum Inhalt: als in einer Skulptur aus dem Nachlass der Künstlerin Vanessa Chapman im Tate Modern in London menschliche Knochen identifiziert werden, wirft das nicht nur neue Fragen zum werk, sondern auch zum Leben der verstorbenen Künstlerin auf. Ihr Kurator James Becker macht sich daher auf den Weg an den Ort, wo alles seinen Ursprung fand. Und sein Ende.

Das Buch beginnt wie alle Bücher der Autorin eher gemäßigt. Der Erzählton ist ruhig und gefasst, trotzdem schwelt einiges ungesagtes unter der Oberfläche und schnell entsteht der Eindruck, dass das Leben der Künstlerin abgründiger war, als zuvor angenommen. Was mir sehr gefallen hat, war das Quellenmaterial in Form von Tagebucheinträgen, Briefen und Zeitungsartikeln, die das Leben der Künstlerin beleuchten. Diese sind eng mit der Handlung verwoben und fügen sich stilistisch toll ins Gesamtbild ein ohne den Lesefluss zu stören.

Die Charaktere sind, wie ich finde, bei Paula Hawkins immer sehr distanziert, was aber auch jedes Mal dazu beiträgt mein Misstrauen zu schüren, wer hier eigentlich mit offenen Karten spielt. Ich hab wieder versucht mitzurätseln, welches Geheimnis in der Geschichte verborgen liegt.

Das Setting rund um die Gezeiteninsel fand ich richtig toll angelegt, sehr atmosphärisch und bedrohlich lauernd. Die Auflösung hat mich mal wieder kalt erwischt, weil ich mit meinen Ideen völlig daneben lag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2024

Lässt einem das Blut in den Adern gefrieren

The Twenty
0

Ich habe schon wirklich viele Thriller gelesen und hatte mich von den Werbeslogans herausfordern lassen. Dieser Thriller ist absolut perfide und bitterböse, eine wahre Odyssee des Schreckens.

Zum Inhalt: ...

Ich habe schon wirklich viele Thriller gelesen und hatte mich von den Werbeslogans herausfordern lassen. Dieser Thriller ist absolut perfide und bitterböse, eine wahre Odyssee des Schreckens.

Zum Inhalt: Fünf ausgeblutete Leichen, wie Müll abgelegt. Und ein sonderbarer Countdown, der von 16 runterzuzählen scheint. Das allein wäre schon ein spektakulärer Fall für DCI Adam Bishop. Doch dann taucht seine Exfrau mit einer Info auf, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt: der Countdown begann mit 20 unf startete bereits 30 Jahre zuvor.

Die Haupthandlung wird immer wieder durchbrochen von medizinischen Berichten, Kolumnen und anderen Schriftstücken aus der Zeit der ersten Mordserie. An sich trägt das zur Plastizität der Geschichte bei, mich reißt sowas aber immer aus dem Lesefluss.

Immer wieder werden auch Passagen aus Sicht des Täters erzählt, was ich sehr gelungen fand. Es gibt außerdem Rückblenden, sowohl in die Kindheit des Serienmörders Elijah Cole, als auch des führenden Ermittlers Adam. Die Geschichte ist also ordentlich vollgepackt mit Handlungssträngen und unterschiedlichen Perspektiven. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es nicht unübersichtlich oder überladen wirkte, sondern in sich sehr stimmig.

Der Erzählton ist schon teilweise brutal und obszön, Gewaltdarstellungen werden teilweise recht anschaulich geschildert. Der Spannungsbogen wird konstant gehalten und es gibt viele überraschende Wendungen innerhalb des Falls. Bis zum Schluss ist die Geschichte wirklich nervenaufreibend und lässt einen nicht los.

Ein ziemlich heftiger Thriller, der das Versprechen atemloser Spannung bis zur letzten Seite absolut hält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2024

Eine beeindruckende Vita

Beate und Serge Klarsfeld: Die Nazijäger
0

Ich hatte vorher noch nie von Beate und Serge
Klarsfeld gehört und bin auf das Buch nur gestoßen, da ich es für jemanden als Geschenk organisiert habe und dann selbst neugierig geworden bin. Thematisch ...

Ich hatte vorher noch nie von Beate und Serge
Klarsfeld gehört und bin auf das Buch nur gestoßen, da ich es für jemanden als Geschenk organisiert habe und dann selbst neugierig geworden bin. Thematisch fand ich das super interessant. Ich muss aber sagen, dass das Buch mich so ganz ohne Vorwissen einfach nicht so richtig abgeholt hat.

Ich fand den Zeichenstil sehr kantig, so ganz war das nicht mein Fall, besonders Beate bekam einen schroffen Zug dadurch, den die Bilder im Anhang so nicht erkennen lassen. Die Fotos waren für mich tatsächlich das, was mir mit am besten gefallen hat, eine kleine Chronik des Lebensweges von Beate und Serge.

Auch mit den Zeitsprüngen habe ich mich ein bisschen schwer getan. Sie sind zwar gut erkennbar, da die Farbgebung unterschiedlich ist und die entsprechende Station im Lebensweg von Beate und Serge immer mit aufgeführt ist, aber manchmal fand ich das sehr abgehackt und die jeweiligen Ereignisse zu grob umrissen.

Eine Graphic Novel, die ein gesamtes Leben umfasst, ist auch nicht leicht umsetzbar, das ist mir schon klar. Aber mir hat manchmal einfach das Füllmaterial gefehlt, dass Romane oder auch Biografien so nahbar macht und mich emotional abholt. Denn obwohl ich den Lebensweg des Ehepaares durchaus interessant fand, so habe ich keinen Bezug/ keine Bindung aufbauen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere