Profilbild von CynthiaM94

CynthiaM94

Lesejury Star
offline

CynthiaM94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CynthiaM94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2024

Zwischen Dystopie, Märchen und Coming-of-Age

Im Morgenlicht
0

Das Buch ist komplett anders, als von mir erwartet und auch ganz anders, als die Bücher die ich sonst so lese. Es übt eine ganz eigentümliche Faszination aus, diese Geschichte, die dystopisch anmutet, ...

Das Buch ist komplett anders, als von mir erwartet und auch ganz anders, als die Bücher die ich sonst so lese. Es übt eine ganz eigentümliche Faszination aus, diese Geschichte, die dystopisch anmutet, aber durchzogen von Aberglauben und Mystizität ist. Beinahe märchenhaft kommen einige Episoden der Erzählung daher, was eine ganz besondere Stimmung erzeugt.
 
Zum Inhalt: Sil und ihre Mutter mussten ihre Heimat verlassen und werden im Rahmen des Wiederaufbauprograms von Island City im Morgenlicht untergebracht. Dort schlagen sie sich durch, Sils Mutter nimmt einen gefährlichen Job als Bergungstaucherin an, während Sil darauf wartet zur Schule gehen zu dürfen und hofft Freunde zu finden. Im Morgenlicht kommt Sil nicht nur in Kontakt mit dem Aberglauben ihrer Tante, sondern auch der Geschichte ihrer Heimat.
 
Das Buch ist in vier Teile unterteilt, wobei jeder Teil den Fokus auf eine Person in Sils Leben richtet. Ich fand es erstmal nicht ganz leicht in diese Geschichte über Flucht, Identitätssuche, Familie und Aberglaube reinzukommen. Ich hatte besonders anfangs das Gefühl, als würde mir Kontext fehlen und als würde ich die Referenzen nicht verstehen. Zudem ist Sil durch ihr Alter und ihre leicht zu beeindruckende Art, sowie ihren Drang zu gefallen eine nicht ganz zuverlässige Erzählerin und ich war mir oft nicht sicher, wie sehr ich ihren Worten, ihren Glaubenssätzen und Gedanken trauen konnte. Das macht aber gleichzeitig auch irgendwie einen Teil des Reizes der Geschichte aus.
 
Das Setting von Island City und dem Morgenlicht hat mir als Handlungskulisse gut gefallen. In der Geschichte rund um Sil und ihre Mutter, aber auch um die Stadt werden viele aktuelle Themen verwoben, die gleichzeitig aber auch universelle Themen sind, wie sie in der Menschheitsgeschichte immer wieder auftreten. Das Buch ist nicht spannend im klassischen Sinn, trotzdem hing ich förmlich an den Seiten, weil ich unbedingt verstehen wollte, worum es geht, ob in dem Aberglauben Wahrheit begründet liegt und welches Schicksal Sils Familie ereilt.

Nachdem die Geschichte sich drei Abschnitte lang rund um das Morgenlicht und Bezi drehte und dazu zunehmend auf der Stelle trat, fand ich den Ausbruch im letzten Abschnitt fast schon zu viel und zu schnell. Da wurde dann ein wahnsinnig großer Bogen geschlagen. Generell muss ich sagen, dass es mich überrascht hat, wie viel hier auf so wenig Seiten erzählt wurde. Ich habe festgestellt, dass mir vermutlich Hintergrundwissen fehlt, um die Geschichte vollends einzuordnen und zu begreifen.

Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die aber durchaus ihren Reiz hat, aber sicherlich nicht jedermann begeistert

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2024

Tatsachenroman

Kaltblütig
0

„Kaltblütig“ ist das wohl bekannteste Werk des Autors Truman Capote und war als Tatsachenroman zum Zeitpunkt seines Erscheinens ein absolutes Novum, dass das Interesse der breiten Masse auf sich zog. Und ...

„Kaltblütig“ ist das wohl bekannteste Werk des Autors Truman Capote und war als Tatsachenroman zum Zeitpunkt seines Erscheinens ein absolutes Novum, dass das Interesse der breiten Masse auf sich zog. Und auch Jahrzehnte nach Erscheinen dieses erfolgreichen Werkes schafft es noch immer zu begeistern. Mir hats gut gefallen, mich schockiert, ernüchtert und ungläubig zurückgelassen.

Zum Inhalt: 1959 wird im beschaulichen Holcomb die vierköpfige Familie Clutter brutal ermordet- gute Menschen, beliebt im Ort- eine Tat die erschüttert. Truman Capote recherchiert den Tathergang und spricht mit den Mördern.

Capote weiß zu erzählen und den Leser dabei abzuholen und mitzureißen. Zu Beginn mutet das Buch wie ein minutiöser Bericht an, beschreibt anschaulich, fast schon detailverliebt was sich in den Stunden vor dem Verbrechen zutrug. Im Verlauf der Handlung entwickelt das Buch eher den Charakter einer Reportage und man merkt wie kleinteilig Capote für dieses Buch recherchiert haben muss.

Bei den beiden Tätern Perry und Dick schwankte ich ständig zwischen Mitgefühl und Verachtung. Capote hat es gut geschafft die beiden Männer einzufangen, ihre Lebenswege nahbar zu skizzieren und immer ein Mögliches „was wäre wenn“ aufzutun, das einen Scheideweg im Leben der beiden darstellte. Trotzdem wir im Kapitel „Antworten“ schnell klar, wieso der Autor den Titel für ein Werk gewählt hat. Beim Lesen hat es mich förmlich geschaudert.

Das Buch mutet heute vielleicht nicht mehr so spektakulär an wie zu seinem erstmaligen Erscheinen, ist aber immer noch ein Buch, das beschäftigt. Zumindest bei mir klang das Buch lange nach, weil es einige interessante Einblicke in das amerikanisch Rechtssystem liefert und ein paar spannende „Was wäre wenn“-Szenarien aufwirft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2024

Cooler Jugendthriller mit vielen Twists

Villa Obscura
0

Ich hab bereits die anderen beiden Jugend-Thriller des Autorinnen-Duos gelesen und habe mich sehr auf den neuen Thriller gefreut, der mit seinem Halloween-Thema etwas schauerlicher anmutet. Und auch dieser ...

Ich hab bereits die anderen beiden Jugend-Thriller des Autorinnen-Duos gelesen und habe mich sehr auf den neuen Thriller gefreut, der mit seinem Halloween-Thema etwas schauerlicher anmutet. Und auch dieser hat mich mit dem atmosphärischen Setting und der rätselhaften Geschichte wieder bestens unterhalten.

Zum Inhalt: die Villa Obscura, ein altherrschaftliches Haus mit einer sagenumwobenen Geschichte, liegt abgeschlagen im Harz in der Nähe des Brockens. Als sich eine Halloweenparty zu einet Geiselnahme entwickelt, müssen sechs Gäste plötzlich um ihr Leben bangen.

Wie von den Autorinnen gewohnt zeichnet sich die Geschichte durch schnelle, kurze Perspektivwechsel zwischen den sechs Hauptcharakteren aus, wobei der Leser nicht nur die Charaktere kontinuierlich besser kennenlernt, sondern auch immer mehr über die Umstände der Geiselnahme erfährt. Was ich besonders gelungen fand, war die Mischung aus gut platzierten Hinweisen und falschen Fährten, durch die das Miträtseln rund um die Geiselnahme richtig Spaß macht.

Man startet als Leser ohne große Umschweife in die Handlung, der Spannungsbogen setzt leicht versetzt sein, ist zu Anfang eher gemäßigt und steigert sich dann ab circa der Hälfte des Buches nochmal ordentlich. Ich mochte wie hier Lokalkolorit mit einer fiktiven Sagengeschichte zu einem stimmigen Hintergrund für die Story verwoben wurde.

Es gibt einige Überraschungen innerhalb der Storyline, die ich nicht habe kommen sehen. Generell liest sich die Geschichte leicht und flüssig. Ein bisschen ungeduldig habe ich auf den angeteaserten Mord gewartet, der ziemlich auf sich warten lässt. Ich hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt, auch wenn es für meinen Geschmack etwas mehr Nervenkitzel hätte sein dürfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2024

Winter in England

Velvet Winter
0

Das Buch hat nicht nur eine ganz wunderbare Haptik und super superschöne Aufmachung, es nimmt den Leser auch mit auf eine ganz bezaubernde, stimmungsvolle Reise ins ländliche England. Mir haben vor allem ...

Das Buch hat nicht nur eine ganz wunderbare Haptik und super superschöne Aufmachung, es nimmt den Leser auch mit auf eine ganz bezaubernde, stimmungsvolle Reise ins ländliche England. Mir haben vor allem auch die vielfältigen Fakten und Tipps rund um Oxford richtig gut gefallen, die Lust auf einen Trip in die berühmte Universitätsstadt machen, den wir uns jetzt für das kommende Jahr fest vorgenommen haben.

Die hochwertigen Fotografien verstärken das Gefühl von Gemütlichkeit und Beschaulichkeit, das sich durch das gesamte Buch zieht und auch die beigefügten Rezepte sind für mich der Inbegriff von Seelenwärmer, auch wenn sie teilweise denkbar einfach sind und ich persönlich dafür kein Rezept bemühen würde. Aber darum gehts ja nicht, sie passen wunderbar ins Gesamtbild des Buches.

Und auch wenn ich nicht alle Rezepte geschmacklich ansprechend fand, so werde ich doch auf jeden Fall dieses Jahr unser geliebtes Beef Wellington mal mit Lachs abwandeln und habe das Bohnen Stew und schon mit großer Begeisterung nachgekocht, mit leichter Abwandlung aufgrund fehlender Zutaten. Unglaublich lecker und eine echte Empfehlung.

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Lifestyle, Deko- und Bastelideen und Rezepten, die ein sehr schönes Coffee Table Book ergeben. Es lädt einfach wunderbar zum Blättern und Schmökern ein und hat auch schon bei meinen Freundinnen zu Begeisterung geführt. Ich werde mir auf jeden Fall auch die anderen Bücher der Autorin anschauen, nicht zuletzt, da sie auch wertige Geschenke darstellen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.10.2024

Eine echte Heldengeschichte

Magical Fries – Der Geschmack des Lebens
1

Ich muss sagen, dass das hier ein richtig starker Band der Reihe war, vielleicht für mich sogar der bisher stärkste. Ich fand die Themen rund um Freundschaft, Familie, Verlust, Aufopferung wirklich toll ...

Ich muss sagen, dass das hier ein richtig starker Band der Reihe war, vielleicht für mich sogar der bisher stärkste. Ich fand die Themen rund um Freundschaft, Familie, Verlust, Aufopferung wirklich toll umgesetzt.

Zum Inhalt: nach dem Ende seiner militärischen Laufbahn hat Crew als Personenschützer im Sicherheitsdienst von Magical Fries Inhaber Mr. Jones angefangen. Dort wird ihm ein ungewöhnlicher Auftrag zuteil: er soll sich an der Suche nach besonderen Gewürzen beteiligen und damit mit Lennon, Mr. Jones Sohn zusammenarbeiten. Doch die Missionen werden schnell deutlich heikler als erwartet.
 
Die Geschichte steckt voller Überraschungen und Wendung und ist trotzdem sehr schlüssig und packend geplottet. Ich liebe es auch, dass wir uns in diesem Reihe immer in einem bekannten Rahmen bewegen und es wiederkehrende Elemente und Gastauftritte bereits bekannter Charaktere gibt. Dadurch hat die Reihe nicht nur einen hohen Wiedererkennungswert, sondern catcht mich auch emotional total stark. Ich hoffe jetzt auch, dass liebgewonnene Charaktere aus diesem Band auch später nochmal auftauchen.
 
Alles rund um die Gabe und die Kräuter fand ich sehr ominös angelegt und habe es geliebt beim Lesen mitzurätseln, wie das alles funktioniert. Zusammen mit Crew und Lennon lernt der Leser kontinuierlich mehr über diese sehr besondere Gabe. Auch die Gegner sind in diesem Band super interessant und bedrohlich angelegt, sodass der Spannungsbogen durchweg sehr hoch und die Story richtig stimmungsvoll und mitreißend ist. Vor allem das Ende hat mich absolut fertig gemacht und begeistert- meine Güte, war das ein wilder Ritt.

Ich finde Marie Graßhoff schafft es wie keine Zweite, Welten und Magiekonzepte zu erschaffen, die wunderbar einnehmend sind und einfach funktionieren. Ich habe dieses Buch wieder wahnsinnig gern gelesen und bis zum Ende mitgefiebert. Ich glaube für mich ist das bisher mein Lieblingsband der Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie