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Veröffentlicht am 17.09.2024

Mörderische Fahrschule

Nachtfahrt
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Dieses Buch ist eine einzige Achterbahnfahrt und ein ziemlich wilder Ritt in Sachen Spannung. Stellenweise fast schon übertrieben, wie Familie Holten scheinbar vom Unglück verfolgt wird. Hat mich schon ...

Dieses Buch ist eine einzige Achterbahnfahrt und ein ziemlich wilder Ritt in Sachen Spannung. Stellenweise fast schon übertrieben, wie Familie Holten scheinbar vom Unglück verfolgt wird. Hat mich schon gut unterhalten, war aber manchmal hart in der Grenze dazu, unglaubwürdig zu sein

Zum Inhalt: nach einem traumatischen Vorfall hat Katharina ihre Familie und ihren Heimatort hinter sich gelassen um allein neu anzufangen. Doch als ihr Vater tödliche verunglückt muss sie zurückkehren, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Als auch diese plötzlich entführt wird, glaubt Katharina nicht mehr mehr an Zufälle. Irgendjemand spielt ein grausames Spiel mit ihrer Familie.

Die Geschichte kommt mit diversen Erzählperspektiven daher, von denen nicht alle sofort eine sichtbare Verbindung zur Familie Holten aufweisen. Besonders bei einem Handlungsstrang konnte ich lange nicht zuordnen, welchen Zweck er erfüllen soll, was die Handlung schon recht überladen macht.

Die Kernhandlung ereignet sich innerhalb von 48 Stunden, in denen es unzählige Tote und Verletzte gibt, was den Eindruck vermittelt, dass mit dieser überbordenden Gewalt Spannung erzeugt werden soll. Funktioniert nicht in jedem Fall.

Das Motiv, dass sich nach und nach herauskristallisiert ist durchaus spannend und perfide angelegt. Vor allem weil bis zum Schluss offen bleibt, was wirklich geschah. Das gibt dem ganzen einen sehr gelungenen Twist. Gleichzeitig werden innerhalb der Handlung diverse Nebenschauplätze aufgemacht und Figuren eingeführt, die dann kaum weiter eine Rolle spielen. Für mich waren diese ganzen Irrungen und Wirrungen ein bisschen zu viel des Guten.

Das Buch liest sich schnell und flüssig und die Auflösung kam für mich tatsächlich überraschend. Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, auch weil so viel passiert, dass der Spannungsfaden nie abreißt. Weniger und dafür pointierter wäre hier aber mehr gewesen.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Die Gefahr lauert ganz in der Nähe

Unser Buch der seltsamen Dinge
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Ein Kriminalfall aus Sicht eines Kindes klang für mich erstmal total spannend und interessant. Ich muss sagen, dass das Buch nicht spannend im herkömmlichen Sinne ist, was vor allem auch an der Erzählart ...

Ein Kriminalfall aus Sicht eines Kindes klang für mich erstmal total spannend und interessant. Ich muss sagen, dass das Buch nicht spannend im herkömmlichen Sinne ist, was vor allem auch an der Erzählart und der kindlich naiven Sicht und Handlungsweise der Protagonisten lag. Stattdessen überzeugt das Buch auf einer tieferen Ebene und durch seine feinfühlige und doch schonungslose Betrachtungsweise des Lebens in Yorkshire in den 1970ern.

Das Buch greift viele ernste und wichtig Themen auf, die damals wie heute relevant sind und das Alltagsleben der Menschen bestimmen. Und trotz allem, wirkt die Geschichte überhaupt nicht überladen, sondern sehr stimmig, weil diese stellvertretenden Einzelschicksale sehr authentisch erzählt werden.

Generell tritt der Fall rund um den Ripper schnell in den Hintergrund und wird eher zum Hintergrund des für mich eigentlichen Inhalt des Buches: die Sozialstruktur und das Gemeinschaftsleben in Yorkshire abzubilden. Und das gelingt wirklich eindrucksvoll. Es wird ein umfassendes Bild von Mivs Umfeld geschaffen, von den Menschen, denen sie täglich begegnet und was diese bewegt.

Durch die wechselnden Perspektiven bekommt der Leser viele eindrückliche Situationen vermittelt, die das Leben in einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt und man viele Berührungspunkte hat, aber trotzdem gezielt aneinander vorbeilebt und gezielt wegsieht, gut einfangen. Vor allem das Kleinreden von Problemen fand ich hier sehr gut eingefangen, dieses Relativieren und Verharmlosen, bis es dann doch eskaliert.

Das Ende ist überraschend und absolut tragisch. Gleichzeitig hat es etwas Hoffnungsvolles und tröstliches, so als könnte aus den Schrecken der vergangenen Zeit auch etwas Gutes erwachsen.
Ein Buch, das nachdenklich stimmt und trotzdem zu unterhalten weiß. Für mich ein Buch, dass mich total überrascht hat und mich sicher noch lange gedanklich begleiten wird.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

mit hat es an Substanz gefehlt

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
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Dieses Buch ist ja bereits total gehyped worden, bevor es überhaupt erschienen ist und auch ich habe mich da total mitreißen lassen. Muss aber im Nachhinein sagen, dass ich es total overrated finde. War ...

Dieses Buch ist ja bereits total gehyped worden, bevor es überhaupt erschienen ist und auch ich habe mich da total mitreißen lassen. Muss aber im Nachhinein sagen, dass ich es total overrated finde. War eher nicht mein Buch.

Zum Inhalt: Effys Kindheit war geprägt von der harschen Kritik ihrer Mutter rund dem Gefühl nicht richtig zu sein. Geflüchtet hat sie sich in ihre Fantasie und die Welt der Literatur, sodass es ihr größter Traum ist, Literatur zu studieren. Doch in LLyr ist dies Frauen nicht gestattet und Effy gibt sich mit einem Studium der Architektur zufrieden. Als ein Ausschreiben für das Anwesen ihres Lieblingsautors gestartet wird, erhofft sich Effy dadurch einen Weg in die Welt seiner Werke. Unwissend, welche Tür sie damit öffnet.

Das Buch ist gespickt mit Zitaten von Effys eigenem Lieblingsautoren und mit Ausarbeitungen zum Thema Weiblichkeit und zu Myrddins Werken. Das gibt der Geschichte einen historischen Anklang, den ich sehr angenehm fand. Die Mystery-Komponeten fand ich an sich stimmungsvoll angelegt, vor allem weil Effy selbst aufgrund ihrer Vorgeschichte eher unzuverlässig wirkt und sich selbst nicht traut.

Die Beschreibung der Landschaft rund um Hiraeth Manor und des Herrenhauses selbst fand ich sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Mann kann sich diese wilde Landschaft und das versinkende Anwesen gut vorstellen und es schafft ein wahnsinnig tolles Setting, das an Schauergeschichten erinnert.

Alles rund um den Krieg zwischen Argant und Llyr fand ich wenig greifbar. Und generell muss ich im Nachhinein sagen, dass ich das Gefühl hatte, das innerhalb der Handlung eigentlich kaum was passiert.
Das Frauenbild das in diesem Buch gezeichnet ist eher bedenklich und Effy ist im großen und ganzen nicht stark genug es zu entkräften. Immer wieder bleibt sie scheu und stumm statt für sich einzustehen. Sie erkämpft sich kleine Siege, aber mir hat das nicht gereicht.

Insgesamt fand ich die Idee des Ganzen vermutlich besser als die tatsächlich Umsetzung, die für es meinen Geschmack nie geschafft hat, den letzten Schritt zu gehen um wirklich überzeugend und mitreißend zu sein.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Glitch in der Matrix

Das Verschwinden
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Thematisch ein total spannendes Buch, auch dem man auch ein grandioses Gedankenexperiment machen kann. Irgendwo zwischen Sci-Fi und Dystopie bewegt sich diese Geschichte, die eigentlich noch viel mehr ...

Thematisch ein total spannendes Buch, auch dem man auch ein grandioses Gedankenexperiment machen kann. Irgendwo zwischen Sci-Fi und Dystopie bewegt sich diese Geschichte, die eigentlich noch viel mehr hätte sein können, als sie letztendlich ist.

Zum Inhalt: am 26. August verschwinden um kurz nach 19 Uhr alle Männer auf mysteriöse Weise. Auch Jane, die mit ihrem Mann und ihrem Sohn campen ist, findet sich am nächsten Morgen einsam und verlassen wieder. Während sich alle Systeme neu ordnen müssen, tauchen plötzlich mysteriöse Videos auf, in denen einige die Verschwundenen zu erkennen glauben.

Ich hatte tatsächlich eher eine Dystopie erwartet, besonders nach den spektakulären Beispielen in welchen Situationen das Verschwinden der Männer Konsequenzen hatte. Ich war total gespannt darauf, welche Gesellschaftsstrukturen sich bilden würden, wie eine Welt nur mit Frauen wohl aussehen könnte und ob es wohl einen Moment gäbe, zu dem die Existenz von Männern plötzlich wieder möglich ist. Meine Erwartung war, dass hier Feminismus und Empowerment im Mittelpunkt stehen würden, während sich gleichzeitig eine Art Endzeitstimmung breit macht. Aber gefühlt war dieses Buch all das genau eben nicht.

Das Buch beginnt ziemlich stark und ohne große Umschweife mit dem Verschwinden aller Personen mit Y-Chromosom. Aus Verschiedenen Perspektiven werden Beziehungen zu Männern aufgearbeitet und es wird gezeigt, wie sich nach dem Verschwinden der Männer neue Strukturen etablieren. Allerdings wird hier sehr viel nur angerissen und nichts so wirklich vertieft, was für mich eigentlich spannend gewesen wäre.

Im letzten Drittel nahm die Geschichte dann gefühlt nochmal eine völlig andere Richtung. Plötzlich steht Evangelyne eigenes Schicksal, die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und des Rassismus den sie erfahren musste, im Fokus. Das sind ebenfalls wichtige Themen, aber irgendwie hat sich das Buch damit für thematisch selbst überholt bzw. den Fokus verloren.

Die Handlung wird durch Beschreibungen eines TV Formats „The Men“ , über das innerhalb der Geschichte dann auch noch pseudowissenschaftliche Abhandlungen existieren, unterbrochen, welches scheinbar die verschwunden Männer zeigt. Mich haben diese Einschübe irgendwie im Lesefluss gestört und ich habe nicht verstanden was der Leser daraus mitnehmen sollte. Ich hatte selbst zum Abschluss des Buches noch viele offene Fragen und bin ein bisschen mit dem Gefühl zurückgeblieben, die eigentliche Botschaft des Buches nicht verstanden zu haben.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Schauerlich und doch so anziehend

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
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Ich hatte erst Sorge, ob die Handlung etwas überladen sein könnte, da der Klappentext ja doch ein buntes Potpourri an Themen beinhaltet, aber ich kann im Nachhinein sagen, dass die Geschichte sehr ausbalanciert ...

Ich hatte erst Sorge, ob die Handlung etwas überladen sein könnte, da der Klappentext ja doch ein buntes Potpourri an Themen beinhaltet, aber ich kann im Nachhinein sagen, dass die Geschichte sehr ausbalanciert ist. Und sie ist zudem überraschend mitreißend, auf eine sexy Art düster und aufgrund der undurchschaubaren Charaktere sehr spannend zu verfolgen. Gefällt mir.

Zum Inhalt: Zoé ist eine Sünderin, die alles tat um zu überleben. Und als sie aufgrund ihrer Verbrechen hingerichtet wird, landet sie in Xanthia, wo die Seelen der Toten auf die Entscheidung der Mittlerin warten, die sie zur ewigen Hölle verdammt oder in die Erlösung des Himmels schickt. Doch Graf Alexei macht Zoé ein unwiderstehliches, aber gefährliches Angebot, aber dem sie ihr Leben zurückgewinnen oder alles verlieren kann. Doch kann sie ihm trauen?

Die Welt von Xanthia ist betörend und gefährlich zugleich, genauso so wie die Xanthyr. Alexei selbst ist sinnlich, eine personifizierte Versuchung und zugleich absolut tödlich. Eine höllisch anziehende Kombination und ich habe Zoés Schwanken zwischen Faszination und Angst absolut nachvollziehen können.

Aber noch viel faszinierender finde ich Prinz Kaspian und ich gar nicht erwarten im nächsten Band mehr über ihn herauszufinden.
Ich mochte wie dieser Band sich ein par Geheimnisse bewahrt, ohne den Leser völlig im Dunkeln tappen zu lassen. Und obwohl alles rund um die Jagd nach den Relikten eher undurchsichtig ist, so ist sie doch sehr packend angelegt und offenbart schauriges.

Plot und Erzählstruktur haben mir gut gefallen und gleichzeitig so viel offengelassen, dass man mitfiebert und dranbleibt. Die vielschichtigen Charaktere, die aufgrund ihrer Natur alles andere als vertrauenswürdig sein, sind interessant und faszinierend und vor allem mit Zoé kann man gut mitfiebern.

Ich fand diesen Auftaktband sehr gelungen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

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