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Veröffentlicht am 09.12.2018

Geht mehr in die Tiefe als Band 1

Starting Six: Sienna und Ridley
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Während die Spieler der Boston Razors Spielpause haben, ist Sienna Coleman damit beschäftigt, alles Notwendige für die Neuzugänge im Team in die Wege zu leiten.

Als ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Während die Spieler der Boston Razors Spielpause haben, ist Sienna Coleman damit beschäftigt, alles Notwendige für die Neuzugänge im Team in die Wege zu leiten.

Als Ridley Wilde früher als erwartet in Boston eintrifft, wird es stressig, denn noch ist nicht alles vorbereitet. Sienna holt den Neuling am Flughafen ab und muss feststellen, dass er ihr gefährlich werden kann. Doch einen Frauenhelden kann sie in ihrem Leben gar nicht gebrauchen.

Nun liegt es an Ridley, zu beweisen, dass mehr in ihm steckt, als ein attraktiver Sprücheklopfer.

Meine Gedanken zum Buch

Die Geschichte von Sienna & Ridley ist der zweite Band der Reihe Starting Six. Der Titel der Reihe bezeichnet die sechs Eishockeyspieler, die zu Beginn einer Partie auf dem Eis stehen. Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen.

Ridley fand ich klasse. Nach außen hin ist er der immer gut gelaunte Typ, der gerne flirtet und das Leben genießt. Er ist aber auch tiefgründig und versucht, Sienna zu vermitteln, dass man das Leben nehmen muss, wie es kommt und dass es dazu eben auch gehört, die schönen Dinge zu sehen, locker zu sein und Spaß zu haben.

Mich hat das angesprochen, weil ich darin genau das gefunden habe, was mir mein Freundeskreis auch hin und wieder klar machen muss: dass es Dinge gibt, die ich nicht ändern kann, dass ich auch an mich denken darf und dass es wichtig ist, das Leben nicht an sich vorbei ziehen zu lassen.

Kim Valentine konnte mich einmal mehr berühren. Die Lovestory im ersten Band hat mir einen Ticken besser gefallen, doch dieses Buch geht mehr in die Tiefe und konnte dadurch ebenfalls überzeugen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Anlass zum Nachdenken

Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten
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Der Protagonist und seine Geschichte
Nach dem Allan Karlsson an seinem 100. Geburtstag aus dem Fenster eines Altenheims stieg, erlebte er viele Abenteuer und hat sich am Ende des Buches „Der Hundertjährige, ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Nach dem Allan Karlsson an seinem 100. Geburtstag aus dem Fenster eines Altenheims stieg, erlebte er viele Abenteuer und hat sich am Ende des Buches „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ zusammen mit seinem neuen Freund Julius Jonsson auf Bali niedergelassen.

Dort langweilen sich die beiden in der Zwischenzeit und das Geld geht ihnen auch langsam aus. An Allans 101. Geburtstag steigen das Geburtstagskind und sein bester Freund in den Korb eines Heißluftballons und steigen auf. Ohne Fahrer, versteht sich. Nach einer Notwasserung werden sie von einem koreanischen Kriegsschiff aufgegabelt und wieder beginnt eine abenteuerliche Reise, die Allan und Julius nicht nur nach Asien, sondern auch nach Amerika, Afrika und natürlich ihre Heimat Europa führt.

Mal schleppen sie dabei angereichertes Uran mit sich herum, mal werden sie von einem Nazi oder den Anhängern eines afrikanischen Heilers verfolgt. Und auf der Reise bringen sie nicht nur Angela Merkel oder die schwedische Außenministerin Margot Wallström in Schwierigkeiten, sie legen sich auch mit Trump, Putin und Kim Jong-un an. Ganz normale Tage im Leben des Allan Karlsson eben.


Meine Gedanken zum Buch
Das Hörbuch wird von Dieter Hallervorden gelesen. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil ich nicht einschätzen konnte, wie mir das gefallen würde, denn der Sprecher hat schon eine ziemlich einzigartige Stimme. Doch jetzt, am Ende des Hörbuches, kann ich sagen, Dieter Hallervorden hat es grandios umgesetzt und den Charakteren ganz eigene Stimmen verpasst.

Jonas Jonasson unterhält seine Leser erneut mit völlig unglaubwürdigen Geschichten über Allan Karlsson und übertreibt, was das Zeug hält.

Er lässt seinen Protagonisten mit bekannten Politikern zusammentreffen und hält der Menschheit einen Spiegel vor. Bemerkenswert finde ich, wie Jonas Jonasson das aktuelle Weltgeschehen in seine Geschichte mit einbindet. Bundestagswahl in Deutschland, die Flüchtlingskrise in Europa, der Rechtsruck in Schweden, Trump und Twitter – nichts bleibt unangetastet. Genau diese Themen sind es auch, die dem Roman Tiefe geben und Anlass zum Nachdenken sind.


Allan Karlsson ist so chaotisch, dass er schon wieder liebenswert ist. Er glaubt daran, dass sich immer alles zum Guten wendet und ist stets darum bemüht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn man nun weiß, dass der Originaltitel wörtlich übersetzt „Der Hundertjährige, der dachte, er denkt zu viel“ heißt, dann versteht man meiner Meinung nach das Ende noch besser.

Für den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg, habe ich fünf Sterne vergeben, dieses Buch hat mir nicht ganz so gut gefallen, deswegen werden es 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Das Finale war mir etwas zu überzogen

Wenn Liebe Cowboystiefel trägt
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Avery Davis hat mit 18 Jahren ihren Heimatort Littletree verlassen. Acht Jahre später kehrt sie nach Hause zurück um sich von ihrer Krebserkrankung zu erholen und ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Avery Davis hat mit 18 Jahren ihren Heimatort Littletree verlassen. Acht Jahre später kehrt sie nach Hause zurück um sich von ihrer Krebserkrankung zu erholen und darüber nachzudenken, wie ihr Leben weitergehen soll.

Sie hätte es gerne vermieden, Mason King wiederzutreffen, dem Mann, dem sie in ihrer Jugend ihr Herz geschenkt hat. Doch auch Mason, der gefeierte Rodeo-Star, verbringt gerade Zeit bei seiner Familie.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten können die beiden an ihrer Vergangenheit anknüpfen. Doch Avery kann nicht damit umgehen, dass Mason dem Rodeo-Sport so intensiv verbunden ist und dadurch sorglos mit seinem Leben umgeht, während sie gerade erst gelernt hat, was es bedeutet, nicht gesund zu sein.

Meine Gedanken zum Buch
Avery hat ganz bittere Erfahrungen gemacht. Nach ihrer Krebserkrankung steht sie ohne Partner und Job da und ihre erste Begegnung mit Mason verläuft katastrophal. Beim Lesen spürt man förmlich, wie sie sich zurück kämpft ins Leben und unter den Rückschlägen leidet. Sicherlich könnte man im ersten Moment meinen, Avery übertreibt, aber wenn man bedenkt, dass sie auf einem schmalen Grad zwischen Leben und Tod gewandert ist, kann man sehr gut verstehen, dass sie mit Masons Sorglosigkeit nicht umgehen kann.

Auch Mason ist toll gezeichnet, anfangs vielleicht etwas überheblich, ganz der regionale Superstar, aber doch ein herzensguter und empathischer Mensch. Die Kleinstadtidylle, in der Emily Bold ihren Schauplatz aufgebaut hat, ist so herrlich klischeebehaftet. Ein Café als Treffpunkt und Klatsch-Oase, die feierlichen Paraden, dass jeder über jeden Bescheid weiß, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Die Geschichte selbst ist sehr emotional und geht ans Herz, wobei das etwas weniger auf das Verhältnis zwischen den Protagonisten als viel mehr auf Averys Kampf zurück ins Leben zutrifft. Mein einziger Kritikpunkt ist das theatralische Finale, das war für meinen Geschmack etwas überzogen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Ein LARP-Krimi, für mich etwas völlig Neues

Mörderspiel - LARP-Krimi
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Die Protagonistin und ihre Geschichte
Lilli ist seit Kurzem mit Markus zusammen. Ihr Freund ist ein großer Fan von sogenannten LARPs, Live-Rollenspielen, in denen die Spieler ein Spielfigur selbst darstellen. ...

Die Protagonistin und ihre Geschichte
Lilli ist seit Kurzem mit Markus zusammen. Ihr Freund ist ein großer Fan von sogenannten LARPs, Live-Rollenspielen, in denen die Spieler ein Spielfigur selbst darstellen. Als er sie einlädt, mit ihm zusammen übers Wochenende zu einem LARP zu fahren, ist sie zunächst sehr skeptisch, lässt sich aber Markus zuliebe auf das Abenteuer in einem alten Herrenhaus ein.

Das Rollenspiel versetzt die Spieler zurück in die 1960er Jahre, wo sie das Geheimnis um Charlotte und ihre angeheiratete Familie aufdecken sollen. Lilli spielt dabei Victoria Chester, eine Privatdetektivin aus Chicago, die 1938 geboren ist. Sie findet immer mehr Gefallen an dem Rollenspiel, allerdings gibt es Vorkommnisse, die sie daran zweifeln lassen, ob wirklich alles nur Fiktion ist.

Meine Gedanken zum Buch
Wie Lilli war LARP auch für mich ein ganz abenteuerliches Thema. Ich wusste zwar schon zuvor, was Live-Action-Rollenspiele sind, aber ein LARP-Krimi war auch für mich etwas vollkommen Neues.

Daniela Beck hat die Handlung auf drei verschiedenen Ebenen spielen lassen:

Ebene 1: Lilli tritt als Victoria Chester in Erscheinung und alle Spieler sind in ihrer Rolle. Diese Zeiträume werden „In-Time“ (IT) genannt

Ebene 2: Lilli trifft als Lilli auf ihre Mitspieler. Das passiert nicht nur auf Hin- und Rückfahrt, sondern beispielsweise auch abends, wenn sich die Spieler „privat“ auf ihren Zimmern treffen. Bezeichnet wird Letzteres als „Out-Time“ (OT). Außerdem gibt es noch sogenannte OT-Blasen, das sind Zeiträume, in denen die Spieler zwar IT sein sollten, aber „aus ihrer Rolle fallen“ und z.B. Gespräche außerhalb ihrer Rolle führen.

Ebene 3: Lilli findet in ihrem Nachttisch ein Tagebuch einer gewissen Charlotte, die – nach ihrer frühen Heirat – bei der Familie ihres Mannes in dem Herrenhaus lebt, in dem auch das LARP spielt. Die dritte Ebene handelt also von Charlotte und dem Menschen in ihrem Umfeld.

Wem hier die Spezialbegriffe auffallen, dem sei gesagt, dass die Autorin im Anhang des Buches viele Begriffe erklärt. Aber sie hat auch einen „Spickzettel“ in die Geschichte eingebunden, in dem sie Lilli sich hat die Begriffe mit Erläuterungen auf den Arm schreiben lassen. Immer, wenn die Protagonistin auf ihren Arm schaut, erklären sich dem Leser die Begriffe automatisch mit.

Der Roman ist überhaupt sehr übersichtlich gestaltet, denn Daniela Beck überschreibt ihre Kapitel mit Lilli, Victoria oder Charlotte, so dass sofort klar ist, auf welcher Ebene der Leser sich gerade befindet.

Die drei Ebenen greifen ineinander. Die LARPer finden IT, OT und auch im Tagebuch immer wieder Hinweise, die sie der Aufdeckung des Geheimnisses ein Stück weiter bringen. Die Handlung ist recht unspektakulär und dennoch konnte mich die Geschichte in den Bann ziehen.

Einzig der Schluss konnte mich nicht zu 100% überzeugen. Bei einem Krimi möchte ich mir meine eigenen Theorien über den Ausgang zurecht legen können. Bei diesem Roman hatte ich keine Chance, das ganze Geheimnis im Vorfeld zu überblicken, da es sehr vielschichtig war.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Tolle Protagonisten, tiefgründige Nebenhandlungen und viel Gefühl

Starting Six: Allie und Jason
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Allie Nash standen im Damen-Eishockey alle Türen offen, doch dann wurde bei ihr eine Herzerkrankung festgestellt. Schon die geringste Belastung hätte verheerende Auswirkungen ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Allie Nash standen im Damen-Eishockey alle Türen offen, doch dann wurde bei ihr eine Herzerkrankung festgestellt. Schon die geringste Belastung hätte verheerende Auswirkungen haben können, was dazu führte, dass sie die Schlittschuhe von heute auf morgen an den Nagel hängen musste. Ein Leben ohne Eishockey kann Allie sich nicht vorstellen. Deshalb ergreift sie die Möglichkeit, als Expertin bei Eishockey-Übertragungen vor dem Mikrofon zu sitzen, wo sie zu überzeugen weiß.

Jason Coltrane ist Team-Kapitän der Boston Razors und ein gefürchteter Interview-Partner. Als eine junge Frau ihm ein Mikro unter die Nase hält, schafft er es innerhalb von Sekunden, sie mit seiner „charmanten“ Art auf die Palme zu bringen. Als die Kleine ihn zu einem Shoot-Out herausfordert stimmt er amüsiert zu. Er kann ja nicht ahnen, dass Allie mehr kann, als sich nur auf den Kufen halten.

Doch nicht nur Allie kann beim Shoot-Out überraschen, es stellt sich heraus, dass Jason zwar in der Öffentlichkeit gerne den Bad-Boy, dass er aber auch eine ganz andere Seite hat. Die beiden kommen sich näher, doch dann werden sie von der Vergangenheit eingeholt.

Meine Gedanken zum Buch
Die Geschichte von Allie und Jason ist der erste Band der Reihe Starting Six. Der Titel der Reihe bezeichnet die sechs Eishockeyspieler, die zu Beginn einer Partie auf dem Eis stehen. Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen.

Der Roman startet mit einem emotionalen Paukenschlag. Die Diagnose zieht Allie zunächst den Boden unter den Füßen weg. Doch schnell wird klar, dass Allie eine Kämpferin ist. Das zeigt sich auch wieder, als sie von ihrem männlichen Kollegen zunächst belächelt wird. Sie kann nicht nur mit Wissen überzeugen, sondern weiß sich durchaus auch gegen seine Sprüche zu Wehr zu setzen.

Mir hat sehr gut gefallen, wie Kim Valentine hier immer wieder die starke Protagonistin herausgestellt hat und auch perfekt mit den Vorurteilen jongliert, die weiblichen Sportreportern entgegen gebracht werden.

In einem Interview habe ich gelesen, dass die Autorin Eishockey liebt und das merkt man auch. Gerade durch Allies Job wird in diesem Roman der Sport auch thematisiert und dient nicht nur als Aufmacher für einen Protagonisten mit einem muskulösen Körper.

Der erste Roman der Reihe „Starting Six“ konnte mich mit tollen Protagonisten, tiefgründigen Nebenhandlungen und viel Gefühl überzeugen.