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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2026

Düster, präzise konstruiert und voller abgründiger Täterprofile

Herzfluch
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Düster, präzise konstruiert und voller abgründiger Täterprofile: Herzfluch vereint all das, was Grubers Thriller so unverwechselbar macht. Überraschende Wendungen und psychologische Feinzeichnung treiben ...

Düster, präzise konstruiert und voller abgründiger Täterprofile: Herzfluch vereint all das, was Grubers Thriller so unverwechselbar macht. Überraschende Wendungen und psychologische Feinzeichnung treiben die Geschichte voran – ein Gruber in Reinform.

Der Autor beweist erneut sein Gespür für Spannung, die nicht laut auftrumpft, sondern sich stetig verdichtet. Statt auf Effekthascherei setzt er auf eine unterschwellige Beklemmung, die sich von Kapitel zu Kapitel verstärkt.

Der Plot ist vielschichtig, bleibt aber jederzeit klar nachvollziehbar. Die finale Auflösung trifft hart, wirkt jedoch vollkommen konsequent.

Wer Grubers Stil schätzt, findet hier genau das, was seine Bücher auszeichnet: atmosphärische Düsternis, erzählerische Substanz und Figuren, die mehr tragen als nur den Fall.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Starker, atmosphärischer Reihenauftakt

Winterland
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„Winterland“ eröffnet die Reihe um das Ermittlerduo Martin Juncker und Sine Kristiansen.

Kim Faber und Janni Pedersen kombinieren politische Themen und klare Figurenzeichnung zu einem präzise konstruierten ...

„Winterland“ eröffnet die Reihe um das Ermittlerduo Martin Juncker und Sine Kristiansen.

Kim Faber und Janni Pedersen kombinieren politische Themen und klare Figurenzeichnung zu einem präzise konstruierten Ermittlungsfall.

Juncker und Kristiansen sind alles andere als glatte Helden. Beide tragen ihre eigenen Risse, Zweifel und Altlasten mit sich herum – und gerade diese Brüche machen sie glaubwürdig.

Besonders stark ist der gesellschaftliche Unterton des Romans. Winterland greift Themen wie Radikalisierung, soziale Spaltung und politische Instrumentalisierung auf, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben. Die Spannung entsteht nicht nur aus der Ermittlungsarbeit, sondern aus dem Gefühl, dass die Fiktion jederzeit von der Realität eingeholt werden könnte.

Fazit:
Winterland ist ein starker, atmosphärischer Reihenauftakt, der sowohl Krimifans als auch Leser politischer Thriller abholt.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Vielschichtiger Thriller

Aschetod
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Mit Aschetod führt Linda Castillo ihre Leser erneut in die abgeschottete Welt der Amischen – und direkt in einen Fall, der selbst für Kate Burkholder kaum zu ertragen ist. Ein Mann wird auf grausame Weise ...

Mit Aschetod führt Linda Castillo ihre Leser erneut in die abgeschottete Welt der Amischen – und direkt in einen Fall, der selbst für Kate Burkholder kaum zu ertragen ist. Ein Mann wird auf grausame Weise verbrannt aufgefunden, und schnell wird klar: Hinter dieser Tat steckt mehr als ein einzelner Ausbruch von Gewalt. Schweigen, Misstrauen und religiöse Strenge erschweren die Ermittlungen, während Kate versucht, die Wahrheit hinter einer Gemeinschaft zu entwirren, die ihre Geheimnisse hartnäckig bewacht.

Kate bleibt eine faszinierende Protagonistin – entschlossen und immer wieder gezwungen, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Der Fall selbst ist vielschichtig und bewegt sich zwischen religiösem Fanatismus, familiären Konflikten und moralischen Grauzonen. Castillo versteht es wie kaum eine andere, Atmosphäre aufzubauen. Sie entwickelt die Geschichte Schritt für Schritt, wodurch der Thriller eine besondere Tiefe bekommt.

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Veröffentlicht am 04.11.2019

Ein typischer Marzi

Mitternacht
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Fantasy ist nicht mein Genre, das weiß ich und auch wenn ich hin und wieder einen Abstecher mache, halte ich mich in erster Linie eher fern.

Die einzige Ausnahme bilden die Bücher von Christoph Marzi, ...

Fantasy ist nicht mein Genre, das weiß ich und auch wenn ich hin und wieder einen Abstecher mache, halte ich mich in erster Linie eher fern.

Die einzige Ausnahme bilden die Bücher von Christoph Marzi, sie haben es mir schon vor langer Zeit angetan. Was mir besonders gefällt, ist, dass die Geschichten des Autors oftmals an Schauplätzen in der echten Welt spielen und eine zweite Parallelwelt entsteht, in die die Protagonisten eintauchen. So ist es auch in „Mitternacht“. Die Parallelwelt ist ein Ort mit einer ganz eigenen Atmosphäre, sie hat etwas Düsteres und gleichermaßen faszinierendes, dass mich als Leser in den Bann gezogen hat. Das empfinde ich als „typisch Marzi“.

Ich liebe den Schreibstil des Autors und habe es schon einmal in einer anderen Rezension erwähnt: manchmal wirken die Geschichten von Christoph Marzi auf mich, als wären es Märchen für Erwachsene. Er zaubert mit Buchstaben und Worten, formuliert stellenweise erhaben ohne dass es hochtrabend wirkt, eher ein wenig nostalgisch und gleichzeitig zeitgemäß und ansprechend.

Erneut ist der Protagonist ein junger Mensch. In diesem Fall ein Mann von Mitte 20 der Geschichten schreibt und durch diese Geschichten offenbar Zugang zu einer Welt erhält, die anderen Menschen verschlossen bleibt. Diese Welt der Toten und Geister ist für mich ebenfalls bezeichnend für diesen Autor und dennoch schafft er es mit jedem seiner Bücher, eine neue und ganz andere Geschichte zu erzählen.

Insgesamt konnte Christoph Marzi mich auch mit diesem Roman überzeugen, allerdings war mir das Ende „zu wenig“ und konnte meine Erwartungen nicht erfüllen.

Ich wusste bereits vor dem Lesen des Buches, dass Christoph Marzi einen Schlaganfall erlitten hatte und das Buch danach zu Ende schrieb, dazu äußert er sich auch im Nachwort. Wenn ich das berücksichtige, würde ich dem Buch die Höchstpunktzahl geben, doch ich glaube kaum, dass das die Intention war, die Erkrankung öffentlich zu machen. Aus diesem Grund bewerte ich das, was ich schwarz auf weiß vor mir habe.

Veröffentlicht am 04.11.2019

Bezaubernd

Stille Nacht, flauschige Nacht
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Patrick ist auf der Straße aufgewachsen und wurde später zusammen mit seiner Schwester in eine liebevolle Familie adoptiert. Er ist zwischenzeitlich 30 Jahre alt ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Patrick ist auf der Straße aufgewachsen und wurde später zusammen mit seiner Schwester in eine liebevolle Familie adoptiert. Er ist zwischenzeitlich 30 Jahre alt und hat sich als Bauunternehmer für Holzhäuser selbständig gemacht, als er erfährt, dass eine kurze Affäre, die er zehn Jahre zuvor hatte, nicht ohne Folgen blieb und er Vater der Zwillinge Jessica und Joel ist. Die Mutter der Kinder lag bereits im Sterben, als sie ihn bat, die Kinder zu sich zu nehmen. Zwar unterstützt ihn seine Familie mit den Zwillingen, aber er schafft es nicht, Beruf und Familie – und neuerdings auch noch einem Hund – gerecht zu werden.

Angelique ist die beste Freundin von Patricks Schwägerin. Die beiden können sich zwar nicht leiden, aber Angelique ist zur Stelle, als Patrick im Chaos ertrinkt. Die junge Frau ist ein Multi-Tasking-Talent und bringt Struktur in die Firma … und in das Privatleben des alleinerziehenden Vaters. Aber als es dann auch noch zwischen ihnen knistert, zieht Patrick die Notbremse, denn eine Beziehung ist das Letzte, was erbrauchen kann.

Meine Gedanken zum Buch

Dieser Roman hat, wie die anderen Weihnachtsromane von Petra Schier auch, etwas Märchenhaftes. Als Leser sollte man akzeptieren können, dass es in diesen Geschichte ein wenig unrealistisch zugeht. Warum? Weil hier Santa Claus samt Ehefrau, Elfen und Rentieren mitwirken und ein Hund seine Gedanken mit dem Leser teilt.

Wer das akzeptieren kann, der stößt in diesem Buch auf zwei Protagonisten mit außergewöhnlicher Vita und eine Familie, die zusammenhält, egal was kommt. Die Verbindung von Angelique und Patrick ist nicht nur emotional, ihre Auseinandersetzungen haben mich stellenweise auch zum Schmunzeln gebracht. Gut gefallen hat mir außerdem, dass Protagonisten aus früheren Weihnachtsromanen in diesem Buch kleinere und größere Auftritte hatten.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, wodurch ich einzelne Szenen direkt vor meinem inneren Auge sehen konnte, in Erinnerung geblieben sind mir dabei besonders die Episoden um Hund Oskar, wenn er wieder einmal ein Zimmer auf links gedreht hat, weil er alleine gelassen wurde.

Nicht nur Santa Claus und sein Clan, auch Besuche auf dem Weihnachtsmarkt, Plätzchen backen und das Singen von Weihnachtsliedern verleihen dem Roman seinen weihnachtlichen Anteil.

Ungeachtet dessen, dass sich die Vorfreude auf Weihnachten bei noch fast sommerlichen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein trotz des Buches nur schwer einstellt, konnte mich der Roman verzaubern und sehr gut unterhalten.