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Veröffentlicht am 17.03.2026

Streit und Versöhnung

Erde nervt! Und Mond haut ab
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Schon auf dem Cover sehen wir den Mond mit brummigen Gesicht und einem Rucksack auf langen Beinen davon stolzieren.
„Mond und Erde hatten Streit“ so beginnt der Text und beide wenden ich sauer voneinander ...

Schon auf dem Cover sehen wir den Mond mit brummigen Gesicht und einem Rucksack auf langen Beinen davon stolzieren.
„Mond und Erde hatten Streit“ so beginnt der Text und beide wenden ich sauer voneinander ab. Keiner gibt nach und „der Mond hat die Nase voll.“ Er macht sich auf und trifft auf die Venus. Sie ist heiß und hat eine „schädliche Atmosphäre.“ Da geht es weiter zum Merkur, der sich sehr schnell bewegt und so ist der Mond bald bei der Sonne angekommen und muss feststellen, dass so zu heiß ist. Mit einem traurigen und sehnsüchtigen Blick auf die Erde, ist das nächste Ziel der Mars. Beide Namen beginnen mit M, doch der Mars hat schon zwei Monde. Und der riesige Jupiter sogar 95!
Die Bilder sind sehr kindlich gezeichnet und die Himmelkörper haben bekleidet Beine und die Sonne trägt eine Sternensonnenbrille. Aber vielleicht kommen den Kindern die Planten gerade deshalb so vertraut vor und vielleicht können sie sich das Planetensystem so besser vorstellen und merken? Aber das Wichtigste ist natürlich, dass Erde und Mond sich am Ende wieder vertragen und den wichtigen Satz „Es tut mir leid“ aussprechen. Denn wäre es nicht schrecklich, wenn der Mond abhauen würde?

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Was ein Junge denkt, der nicht schlafen kann

Kant oder Was ist hinter dem Weltraum?
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Der Autor Jon Fosse wurde 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und hier haben wir eine Bilderbuch für Grundschulkinder zum Vor- oder Selberlesen. Es hat großformatige wunderschöne Illustrationen, ...

Der Autor Jon Fosse wurde 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und hier haben wir eine Bilderbuch für Grundschulkinder zum Vor- oder Selberlesen. Es hat großformatige wunderschöne Illustrationen, die die Geschichte hervorragend unterstützen.
Das Cover zeigt Kristoffer in seinem Bett und die Angst, die er vom Nachdenken bekommt, kannst du seinem Gesicht ansehen. In der Hand hält er einen Comic, denn die liest Kristoffer am liebsten. Kristoffer ist 8 Jahre alt und in der dritte Klasse, da morgen wieder Schule ist, soll er bald schlafen. Aber Kristoffer denkt nach über den Weltraum und wie er wohl enden könnte. Das Nachdenken macht ihm Angst und er ruft einen Vater, der im Wohnzimmer liest. Er tröstet und streichelt Kristoffer und gemeinsam überlegen sie, was sein könnte. Der Vater erwähnt Kant und meint, dass Kristoffer später seine Bücher lesen können.
Ich konnte mich sehr gut in Kristoffer und seinen Überlegungen hineinversetzten und einem Kind in seinem Alter wird es ähnlich gehen. Ein sehr einfühlsam geschriebenes philosophisches Buch, verständlich schon für neugierige Grundschulkinder.
Lediglich der Satz „Wegen dem Weltraum“ tut mir ein wenig weh, schade, dass der Genitiv tot ist.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Gutenachgeschichten aus dem Wald

Herr Hütchen sagt Gute Nacht - Neue Einschlaf-Geschichten aus dem Wald
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Mit seinem Leuchtpilz, eine Art biologische Taschenlampe leuchtet Herr Hütchen, eine Eichel, der Beine gewachsen sind, auf die schlafenden Tiere. Denn Her Hütchen ist dafür zuständig, dass die Tiere brav ...

Mit seinem Leuchtpilz, eine Art biologische Taschenlampe leuchtet Herr Hütchen, eine Eichel, der Beine gewachsen sind, auf die schlafenden Tiere. Denn Her Hütchen ist dafür zuständig, dass die Tiere brav einschlafen.
Seine Stationen im Wald sind mit Zahlen gekennzeichnet und hinten im Buch sind Runde Zeichnungen, die ausgeschnitten in die Felder geklebt werden können. Im ersten Teil wird uns das Eichelmännchen vorgestellt und im nächsten Abschnitt treffen wir auf seinen Freund den Kickklack einen Käfer mit Uhr auf dem Bauch, der Herrn Hütchen am Abend weckt, damit der seiner Arbeit nachgehen kann.
Im ersten Kapitel treffen die beiden im Wedelwald azf den Wolf, der einen Alptraum hatte und Herr Hütchen kann ihn davon überzeugen mutig zu sein und dann wandelt sich der Traum völlig und unser Wolf muss keine Angst mehr haben.
So lernen wir eine Menge Tiere kennen, die nicht einschlafen können oder wollen und unser kleines Eichelmännchen weiß immer Rat und hat eine Lösung parat. Neben dem vielen schönen Illustrationen, die so gemütlich aussehen ist jedes Kapitel sehr tröstlich und liebevoll geschrieben. Jeder wird sich wünschen, dass Herr Hütchen am Abend vorbeikäme und immer eine hilfreiche Idee mitbringt oder uns einfach in den Arm nimmt. Da macht es nichts, dass auch nachtaktive Tiere schlafen und die Größenverhältnisse nicht immer stimmen. Im Wedelwald ist da nicht so wichtig, Hauptsache am Ende sind auch die Kinder müde und die Vorlesenden können das Lesebändchen weiter hinten im Buch einklemmen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Mutige Mädchen

Der beste Zufall der Welt
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Auf dem Cover sieht man die drei Mädchen fröhlich tanzen. Emilia aus Deutschland, Samia aus Syrien und Kira aus der Ukraine.
Emilia sieht Samia im Supermarkt, wo sie nach einer Tafel Schokolade mit Erdnüssen ...

Auf dem Cover sieht man die drei Mädchen fröhlich tanzen. Emilia aus Deutschland, Samia aus Syrien und Kira aus der Ukraine.
Emilia sieht Samia im Supermarkt, wo sie nach einer Tafel Schokolade mit Erdnüssen sucht. Als Emilia sie findet riecht Samia nur daran und legt sie dann wieder zurück, weil sie zu teuer ist. Ihr Mama arbeite als Putzfrau, obwohl sie Mathematiklehrerin war. Ihr Vater ist in Alepo gestorben und nun lebt sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in einem grauen Haus in der Nähe des Supermarktes. Die beiden Mädchen freunden sich schnell an und auch die Mütter haben Kontakt. Später kommt Kira in Emilias Klasse und auch sie hat ihren Vater im Krieg in der Ukraine verloren, da ist es für die zwei Mädchen klar, dass sie ihre Freundschaft zu Dritt weiterführen müssen. Bald planen die drei eine mutige Aktion, die ihnen zunächst Ärger einbringt.
Rafik Schami schafft es wieder sehr gut diese Mädchen zu beschreiben und sie sind so liebenswert und mutig, dass ich sie mir auch zur Freundin gewünscht hätte. Sie unterstützen sich und trösten sich und am Ende setzt Emilias Mutter, die eine bekannt Künstlerin ist für die drei ein und bietet auch den Müttern ihre Hilfe an. Ein Buch, das weder die Schrecken unserer Zeit noch die Probleme der Migration verschweigt und zeigt, dass diese drei Mädchen Lösungen finden.
Der Text ist in Großbuchstaben geschrieben und sehr gut zu lesen, dazu kommen die Bilder, die mich ein wenig an Illustrationen der Astrid-Lindgren-Bücher meiner Kindheit erinnern.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Wie war es, wie wird es sein

Ich und alle meine Ichs
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Da sehen wir den kleinen Jungen forsch übers Cover laufen und im Hintergrund sehen wir seine Schatten, die er in der Vergangenheit und in der Zukunft wirft.
Sam stellt sich uns vor und er ist fast so groß, ...

Da sehen wir den kleinen Jungen forsch übers Cover laufen und im Hintergrund sehen wir seine Schatten, die er in der Vergangenheit und in der Zukunft wirft.
Sam stellt sich uns vor und er ist fast so groß, wie drei Kisten Apfelsaft, die neben ihm stehen. Seine Mama misst ihn an der Wand und macht einen Strich, denn Sam hat einen Schuss gemacht. Dann zeigt sie ihm Bilder als Baby in der Badewanne, ohne Zähne und mit wenig Haaren. Wir sehen ihn krabbeln und den jetzigen Sam einen Handstand machen. Seine packt das Handy mit den Bilder weg und Sam hat nun Bilder in seinem Kopf. Da erlebt er einiges, wächst und fährt vielleicht Motorrad. Dann überlegt er sich, wie es wäre, wenn er so alt wie Papa ist und er hat da einige tolle Ideen. Da Opa es am besten findet in Rente zu sein, hat Sam auch für diese Zeit Möglichkeiten, was er tun könnte. Wunderschön ist dann die Doppelseite auf der Sam über seine verschränkten Arme auf die kleinen Sams schaut, die vor ihm gezeichnet sind. Es ist einfach toll mit wieviel Optimismus er auf seine Zukunft schaut.
Ich glaube, dass sich die Kinder hin und wieder vorstellen, wie das Leben weitergeht und hier wird die Vorstellung von wunderschönen Bildern begleitet. Wir erkennen unseren Sam in allen anderen Sams wieder und freuen und mit ihm auf das was kommt. Nach der Lektüre können wir zusammen weiterspinnen und uns selbst Bilder machen. Einfach herrlich!

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