Profilbild von Dani_Lisbeth

Dani_Lisbeth

Lesejury Profi
offline

Dani_Lisbeth ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Dani_Lisbeth über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2026

Ein toller Auftakt für eine neue Krimireihe

Klein aber tot
0

Klein aber tot ist der erste Band der Reihe um Kommissar Jojo Wunder, der in der Kleinstadt Knuffingen spielt. Und Knuffingen ist nun wirklich kein Ort wie jeder andere, oder gerade doch? Es soll ein Ort ...

Klein aber tot ist der erste Band der Reihe um Kommissar Jojo Wunder, der in der Kleinstadt Knuffingen spielt. Und Knuffingen ist nun wirklich kein Ort wie jeder andere, oder gerade doch? Es soll ein Ort im Miniaturwunderland Hamburg sein. Und hier geschieht nun ein Mord. Der Kritiker des Lokalblattes wird tot aufgefunden, geschmückt mit Beigaben der Opfer seiner hämischen Kritik.
Ich liebe CozyCrimes und von der Idee eines solchen Ort des Geschehens war ich direkt fasziniert!
Der Mord trifft den ermittelnden Kommissar hart, sind doch sowohl seine Angebetete als auch seine eigene Mutter im Kreise der Verdächtigen. Der Kritiker Frank hatte einige im Ort mit vernichtender Kritik bloßgestellt und darüber hinaus auch noch weiteren Dreck stecken. Und dann muss sich Jojo Wunder auch noch wundern, wo sein neuer Chef eigentlich steckt, den er irgendwie nie zu Gesicht bekommt. Dafür erteilt dieser ihm aber Arbeitsaufträge per post-it und überlässt ihm seinen Bernhardiner Buddha.
Der Fall ist also wirklich außergewöhnlich.
Mir habt vor allem die Schreibweise von Jo Fischler sehr gut gefallen. Man liest das buch in einem Rutsch und ist bestens unterhalten. Der Wortwitz, den Jo Fischler immer wieder einstreut, ist großartig! Das habe ich geliebt.
Außerdem fand ich alle vorkommenden Personen, einschließlich Buddha, ob es nun Hauptcharaktere oder absolute Nebencharaktere sind, herrlich getroffen und mit Liebe zum Detail dargestellt. Sei es Ärztin Bohne, die Eltern von Wunder oder der Bäcker, der leider wenig offen orakelt. Hierbei kann man sich tatsächlich vorstellen, in dem immer gleichen, wiederkehrenden Alltag eines Ortes in der Miniaturwelt gelandet zu sein.
Dabei bleibt es aber leider auch. Mir ist es nicht gelungen, nachzuvollziehen, inwiefern sich Knuffingen als Modellbauort von anderen Tatorten oder Kleinstädten unterscheidet. Es fehlen für mich eindeutigere Hinweise. Dabei habe ich mich gerade darauf besonders gefreut.
Miträtseln konnte man, das ist ein weiterer Pluspunkt für mich. Wenngleich die Auflösung des Falls dann doch recht plötzlich, zufällig oder einfach recht schnell ging am Ende.

Klein aber tot ist auf jeden Fall ein großartiger Krimi und alles andere als todlangweilig! Es lohnt sich, ihn zu lesen, denn er unterhält wirklich. Von mir eine Leseempfehlung und ich selbst freue mich auch schon sehr auf den nächsten Teil!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2026

Alt, aber bissig und abgebrüht

Die Glorreichen 77. Rache kennt keinen Ruhestand
0



Angelika Niestrath und Andreas Hüging nehmen uns mit ins Leonardo, dem Traum eines Lebens im Alter. Aber das hat seinen Preis. Ohnehin schon, denn eine Senioren-WG mit Hausdame, Café und Fitnessstudio ...



Angelika Niestrath und Andreas Hüging nehmen uns mit ins Leonardo, dem Traum eines Lebens im Alter. Aber das hat seinen Preis. Ohnehin schon, denn eine Senioren-WG mit Hausdame, Café und Fitnessstudio kann sich wohl nicht jeder leisten. Aber hier soll es bald noch teurer werden. Unverschämt teuer und das mit unkoscheren Mitteln. Aber da ist ja noch Neuzugang Jo Brenner, der gesuchte Profikiller, der ausgerechnet im Leonardo untertaucht.

Sicherlich darf man nicht mit der Goldwaage an jedes Wort der Autoren gehen, wenn man dem Realismus auf der Spur ist. Aber gerne, wenn man Humor verträgt. „SilverCrime“, so nennen sie das neue Genre und das hat es in sich!
Ein Profikiller unter lauter alten Menschen mitten in Berlin. Eine wunderbare Seniorenwohnanlage mit lauter liebenswerten, sehr rüstigen Alten. Und dann wollen neue Betreiber alles zerstören. Da haben sie aber den Plan ohne die gewieften Senioren und Seniorinnen gemacht! Die sind tougher als man meinen möchte und schlagen mit gleichen Mitteln zurück. Was habe sie in ihrem Alter schon zu verlieren?!? Irgendwie ihr Liebstes: das Leonardo und die Gemeinschaft. Und um das zu retten, gehen sie weit über ihre eigenen Grenzen und pflastern ihren Weg auch mit Leichen, wenn nötig. Schließlich haben sie mit einem Profikiller und einem Kriminalbeamten a. D. des LKA!

Mich hat das Buch einfach prima unterhalten. Die Geschichte war zeitweise herrlich überdreht und absurd, die Charaktere absolut liebenswert. Ein schöner, angenehmer Schreibstil, der wirklich witzige Momente hatte, machte das Ganze einfach lesenswert.

Wer CosyCrime mag und nun auch bereit ist für SiverCrime, wird ganz sicher nicht enttäuscht werden! Ein wunderbares Buch für den Sommerurlaub, eine Tasse Tee bei schlechtem Wetter oder einfach, weil man gut Unterhaltung wünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Wenn das Leben dir Kräuter bietet, brenne Schnaps daraus

Mord mit Schwips
1

Romy Fuchs kehrte in den Bayrischen Wald zurück, nachdem sie sich von Ihrem Manngetrennt und ihren Beruf als Journalistin an den Haken gehängt hatte. München und das schnelle Leben ist passé und im Kreise ...

Romy Fuchs kehrte in den Bayrischen Wald zurück, nachdem sie sich von Ihrem Manngetrennt und ihren Beruf als Journalistin an den Haken gehängt hatte. München und das schnelle Leben ist passé und im Kreise ihrer Familie will sie zur Ruhe kommen. Doch dann besucht sie ihre Großtante im Seniorenstift Gut Luisenau und wird dort vom schönen Brennmeister bezirzt, der kurze Zeit später kopfüber in seinem Waldmeisterlikör aufgefunden wird. Aber es kommt noch vermeintlich schlimmer: ihr Exmann wurde strafversetzt und leitet nun die Ermittlungen!

Eva Cramer nimmt uns mit in ihrer Heimat den Bayrischen Wald und schafft einen CosyCrime mit wunderschönem Lokalkolorit. Sprachlich wird es wenig Bayrische, aber dafür dann auch leicht und angenehm zu lesen. Die Charaktere werden mit viel Herzblut dargestellt. Allen voran Romy, die sich nach ihrer gescheiterten Ehe eine neue Existenz aufgebaut hat. Ihr Exmann Ben hatte bislang für den Bayrischen Wald außer Hohn und Spott nicht viel übrig und möchte durch eine schnelle Mordaufklärung so bald wie möglich zurück nach München. Oder gibt es doch noch etwas, dass ihm hier gefallen und ihn halten würde?
Die Geschichte ist wirklich sehr lebhaft geschrieben, sie unterhält gut und ist mitunter auch wirklich witzig. Alle relevanten Personen werden gut eingeführt und ausführlich beschrieben – so ergibt sich endlich mal wieder ein Krimi zum Miträtseln bis Hour letzten Seite! Das hat mich besonders gefreut!
Das und natürlich das leichte und vorsichtige Annähern der beiden Protagonisten, das bis Thum Schluss eine zarte Ahnung bleibt, kein eindeutiger Weg.

Wer CosyCrime mag und dazu noch Bayern, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten! Eva Cramer schreibt witzig und liebevoll, die Charaktere sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Ein rundum gelungener Lokalkrimi!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.05.2026

Ein Hoch auf den Tod und das Leben

Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod
0



Marie-Kristin Hofmann nimmt die Leserschaft mit nach Berlin, mit auf eine Fensterbank und in ein tristes Leben voller Angst, das eigentlich nicht einmal wirklich eines ist. Denn Alba lebt ihr Leben nicht, ...



Marie-Kristin Hofmann nimmt die Leserschaft mit nach Berlin, mit auf eine Fensterbank und in ein tristes Leben voller Angst, das eigentlich nicht einmal wirklich eines ist. Denn Alba lebt ihr Leben nicht, ebensowenig wie ihre Träume. Doch dann erscheint ihr der Tod und setzt ihr ein Ultimatum: Löse 5 Aufgaben bis zum Ende des Sommers oder es ist auch das Ende deines Lebens. Wozu ist Alba fähig, wenn sie sonst ihr Leben verliert? Diese Frage steckt sowohl in den fünf Aufgaben als vor allem auch in der darin verdeckten Frage nach dem Sinn des Lebens.

„Du hast noch einen Sommer, sagte der Tod“ ist ein nachdenklich stimmender, humorvoller und einfühlsamer Roman. Das hat mich am meisten daran begeistert.
Die Art, wie der Tod Alba begegnet ist zunächst urkomisch. Der Schreibstil ist leicht, eingängig und herrlich sarkastisch!
Dann wird jedoch deutlich, dass die Aufgaben immer schwerer werden und es manches Mal sogar nicht ganz zu beeinflussen ist, ob sie wirklich zu schaffen sind.
Gleichzeitig wird deutlich, mit welcher Macht Ängste ein Leben beeinflussen und eindämmen können.
Und schließlich wächst nicht nur der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben für Alba, sondern sie auch daran. Und die Erzählsprache wird poetischer, sinnlicher, emotionaler und berührte mich ein ums andere Mal tief.
Sicherlich sind ein paar der Ereignisse vorhersehbar. Und an mehr als einer Stelle ist auch einiges sehr glatt und einfach gelöst gewesen. Man muss aber auch dazusagen, dass der Klappentext schon eine Romanze angekündigt hat. Da man man auch mal einige seichte Seiten erwarten, ohne sich darüber zu wundern.
Ich jedenfalls mochte die Geschichte, ich konnte mich mit Alba und ihren engsten Freunden identifizieren und es genießen, wie viel Kraft uns die Geschichte zuschreibt.

Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall für den kommenden Sommer! Wobei ich glaube, dass es einem auch an trüben Tagen besonders guttun kann. Es regt zum Nachdenken an und gibt Mut.
Die ein oder andere seichte Seite kann Marie-Kristin Hofmann durch eine ganze Reihe wunderschöne Metaphern und einen wirklich bemerkenswerten Schreibstil an vielen Stellen wieder aufwiegen. Es lohnt sich, dieses Buch in die Hand zu nehmen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Zauberhafte Liebeserklärung an das Leben und das Lesen

Das Jahr voller Bücher und Wunder
0


Mathilda Nightingale, genannt Tilly, ist eine erfolgreiche Lektorin und begeisterte Lesemaus. Sie hat ihr ganzes Leben lang gelesen und ihre Leidenschaft zumindest zum Teil, denn sie würde gerne Romane ...


Mathilda Nightingale, genannt Tilly, ist eine erfolgreiche Lektorin und begeisterte Lesemaus. Sie hat ihr ganzes Leben lang gelesen und ihre Leidenschaft zumindest zum Teil, denn sie würde gerne Romane statt Autobiographien lektieren, zum Beruf gemacht. Doch dann stirbt ihr Mann Joe und Tilly hat das Lesen aus ihrem Leben verbannt. Aber Joe macht ihr nach seinem Tod ein wunderschönes Geschenk: ein Jahr lang bekommt sie jeden Monat ein Buch von ihm. Sie muss es sich nur aus der Buchhandlung in ihrem Viertel abholen.

Libby Page weiß, wie man romantische Bücher schreibt. Und die Idee zu diesem Buch ist wirklich eine besondere. Dass Joe für seine Frau Bücher aussucht, um sie aus ihrer Trauer um ihn zu befreien und ihre Leidenschaft für das Lesen und damit auch für das Leben wiederzuerwecken, ist einfach unbeschreiblich romantisch.
Die Charaktere im Buch sind allesamt liebenswert dargestellt und der Schreibstil ist angenehm und macht das Lesen zu einem täglichen Begleiter. Ziel erreicht, Frau Page!
Mir hat es besonders gefallen, dass die Bücher, die Tilly erhält so abwechslungsreich und vielschichtig ausgewählt sind. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, wenngleich ich auch nicht sagen kann, womit ich gerechnet hätte.
Weil sie von Joe kommen und er jedes Buch mit einem Brief begleitet verschenkt, macht sich Tilly daran, auszuprobieren, was die Bücher ihr vorschlagen.
Und natürlich findet sie nicht nur zurück zum Lesen und zurück ins Leben, sie findet auch das Gefühl der Liebe wieder. Doch ob sie dazu wirklich bereit ist?

Mich hat das Buch einfach umfangen wie eine warme kuschelige Decke und gehalten wie eine Umarmung. Vieles ist vorhersehbar und manches wirklich sehr seicht. Der Schreibstil ist extrem leichtgängig. Ein Happyend wird zwar herausgezögert, aber es scheint schnell offensichtlich. Aber genau das erwartet man doch auch von einer Romance! Mich hat die Idee begeistert und mitgenommen. „Das Jahr voller Bücher und Wunder“ ist für mich ein echter Seelenschmeichler!


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere