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Veröffentlicht am 28.09.2019

Der unsympathischste Protagonist aller Zeiten und sehr konstruierte Handlung

Midnight Blue
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Alex Winslow, der größte Rockstar der Welt ist auf dem besten Weg entweder alles zu verlieren oder sich selbst umzubringen. Er trinkt zu viel, nimmt Drogen, prügelt sich und sorgt für eine Negativschlagzeile ...

Alex Winslow, der größte Rockstar der Welt ist auf dem besten Weg entweder alles zu verlieren oder sich selbst umzubringen. Er trinkt zu viel, nimmt Drogen, prügelt sich und sorgt für eine Negativschlagzeile nach der anderen. Obendrein ist er ein respektloses A...!
Seine Agentin entscheidet schließlich die Reißleine zu ziehen und einen Babysitter für Alex zu engagieren. Nachdem er neun davon rausgeekelt hat, fällt die Wahl auf die 21-jährige Indigo Bellamy. Sie erhält pro Monat 100.000 Dollar und soll aufpassen, dass er nicht wieder auf die schiefe Bahn gerät. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn Alex lehnt es entschieden ab einen Aufpasser mit sich herumzuschleppen. Doch Indigo braucht das Geld und ist sich auch nicht zu schade Alex zu Meinung zu sagen. Sie streiten heftig miteinander, aber da ist auch dieses Knistern, das sie nicht verleugnen können. Aber kann das gut gehen?


Alex ist ein absolutes A...! Er verhält sich wie ein dämlicher sexbesessener Teenie. Er will Indie unbedingt ins Bett kriegen, nicht weil er auf die steht oder gar eine Beziehung will, sondern weil er der Meinung ist, dass sein Schlagzeuger auf sie steht und er sie ihm nicht gönnt, immerhin ist der ja daran schuld, dass ihn seine geldgierige, drogensüchtige Ex verlassen hat. – Idiot!
Indie tat mir wirklich leid. Sie hat schlimmes durchgemacht und macht den Job nur des Geldes wegen, um ihrem Neffen Medikamente und Behandlungen zu finanzieren. Alex weiß das und macht ihr trotzdem das Leben zur Hölle und schikaniert sie wo er nur kann, ihre Familie dient dabei als Druckmittel. Und damit ist er nicht allein, auch der Manager hält es entsprechend. Andererseits ist Alex so ein A... zu ihr und trotzdem braucht er nur in ihre Nähe zu kommen und schon kriegt sie weiche Knie. Das ist unlogisch für mich. Ich persönlich hätte Alex eher eine gescheuert, als ihn an mich herangelassen.


Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem mir der männliche Protagonist und 95% der Nebencharaktere (also alle bis auf Schwägerin und Neffe) so schrecklich unsympathisch waren.
Natürlich kommt eine Wendung, die alles verändert, aber für mich leider zum Negativen. Ich fand die Wendung an den Haaren herbeigezogen. Wenn das doch ein ach so großes Geheimnis ist und niemand davon weiß (das können die gar nicht wissen), wie kann es dann sein, dass jemand davon weiß, der gar nicht involviert war und das jetzt für einen ganz großen Plan nutzt? Wohlgemerkt, die Wendung an sich fand ich noch einigermaßen ok, auch ziemlich konstruiert aber noch ok, was mich aber stört ist der ganz große Plan dahinter. Der macht für mich keinen Sinn und ist so extrem konstruiert und natürlich ist aber auch alles nach Plan gelaufen. Schwachsinn! Zudem finde ich den Plan total menschenverachtend auf Indie bezogen. – Ich muss hier so kryptisch bleiben, sonst würde ich spoilern.


Fazit: Ich habe mich bei diesem Buch durchgängig aufgeregt. Es gibt genau drei nette Menschen in diesem Buch, Indie, ihre Schwägerin und ihren Neffen, alle anderen wollte ich regelmäßig verprügeln. Ich hatte teilweise wirklich Tränen der Wut in den Augen, weil mich das so extrem aufgeregt hat. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil ich es abschließen musste, sonst hätte ich vor lauter Wut nicht schlafen können. Für mich war das Buch leider ein Reinfall: zu konstruiert, zu unlogisch und fast ausschließlich super unsympathische Charaktere – da konnte auch das letzte Drittel und das Ende nicht mehr viel retten.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Für mich zu blutig und zu grausam für ein Jugendbuch

Die Arena: Grausame Spiele
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Achtung: dieses Buch ist stellenweise sehr grausam und brutal!

Ein paar Worte vorneweg zur Gestaltung. Ich finde das Cover sehr schön gestaltet, es passt perfekt zum Buch. Was ich aber noch schöner finde, ...

Achtung: dieses Buch ist stellenweise sehr grausam und brutal!

Ein paar Worte vorneweg zur Gestaltung. Ich finde das Cover sehr schön gestaltet, es passt perfekt zum Buch. Was ich aber noch schöner finde, ist die Gestaltung des Buches darunter. Auf den Buchdeckel ist das Motiv des Covers noch einmal mit silberner Folie geprägt und das gleiche gilt auch für den Buchrücken. Ich finde das einfach wunderschön und es zeigt, dass sich hier wieder jemand richtig viel Mühe gegeben hat, das Buch zu etwas besonderem zu machen.

 

London irgendwann in der Zukunft: Die Gesellschaft ist in Pures, die Oberschicht, die in Luxus lebt und Dregs, die ihnen dienen unterteilt. Einigen Dregs werden die Kinder weggenommen und zum „Zirkus“ gebracht, dort müssen sie fortan arbeiten, bis sie sterben und alle sterben, möglichst jung. Denn im Zirkus geht es nicht darum großartige Artistik zu sehen oder dergleichen, es geht darum die Dregs sterben zu sehen, möglichst spektakulär. So werden Kinder von Löwen zerfleischt oder müssen auf dem Hochseil Kunststücke vorführen, ohne Sicherung. Eine Vorstellung gilt nur als Erfolg, wenn dabei auch Dregs sterben. Ihnen werden Gefühle abgesprochen, sie gelten für die Pures als wertlose Parasiten.

Hoshiko ist eine Dreg, sie ist der aktuelle Star des Zirkus. Sie zeigt unglaubliches auf einem Hochseil, 15 Meter über dem Boden. Jetzt scheint ihre Zeit abgelaufen, der Zirkusdirektor will sie los werden und das möglichst Spektakulär. Doch Hoshiko begegnet Ben, einem Pure, der noch dazu der Sohn einer hochrangigen Politikerin ist. Gegen alle Regeln verlieben sie sich ineinander, doch kann das in dieser Welt gut gehen?

  

Das Buch erinnert stark an „Die Tribute von Panem“, allerdings fand ich es nicht so gut. Für mich wirkte die Liebesgeschichte zu konstruiert. Ben sieht Hoshiko auf dem Hochseil und ist sofort verliebt? Noch dazu, wo ihm andauernd von seiner Familie und in der Schule vorgebetet wird, dass Dregs Müll sind? Das erschien mir sehr unrealistisch. 

Zudem ist es für mich ein zu krasser Gegensatz zum grausamen Alltag im Zirkus. Hoshiko betont immer wieder, dass sie die Pures hasst und dann ganz plötzlich liebt sie Ben? Das hat für mich einfach nicht gepasst. Es ging viel zu schnell und wirkte auf mich absolut an den Haaren herbeigezogen und unnötig.

 

Ich fand Hoshiko sympathisch und bis zu der Geschichte mit Ben auch glaubwürdig. Sie tut mir schrecklich leid, so wie die anderen Dregs. Ich finde es furchtbar, wie sie behandelt und ermordet werden. 

Ben kam mir von Anfang an total weltfremd vor. Er lebt in dieser Welt, aber er scheint die Rosarote Brille nur widerwillig abzunehmen. Wie kann es zum Beispiel sein, dass alle, auch sein Bruder, wissen, dass es beim Zirkus nur darum geht möglichst viele Dregs grausam sterben zu sehen, nur er nicht?

 

Ich fand das Buch zu grausam für ein Jugendbuch. Ich weiß, dass das gerade der Trend ist, je genauer beschrieben, desto besser. Aber ich finde es geht zu weit. Ich will nicht en detail miterleben wie Kinder von Löwen oder Haien zerfleischt werden oder sonst irgendwie gefoltert und ermordet. Ich finde, das Buch wäre nicht minder erschreckend, wenn vieles nur angedeutet würde. 

  

Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie, endet aber nur mit einem leichten Cliffhanger, was ich immer gut finde. Ich persönlich rege mich über diese schockierenden Cliffhanger immer sehr auf, weswegen ich es zu schätzen weiß, wenn es mal nicht ganz so dramatisch endet.

 

Fazit: Leider war das Buch nicht wirklich mein Fall. Die Grundidee, die mich stark an „Die Tribute von Panem“ erinnert hat, gefiel mir gut, war in ihrer Gestaltung für mich aber viel zu grausam und brutal. Ich nenne das immer gern den „Game of Thrones“-Effekt: je blutiger und brutaler das Gemetzel, desto besser. Nur, dass ich das nicht mag. Ich persönlich ziehe es vor, wenn vor allem in einem Jugendbuch (!) mehr angedeutet, als beschrieben wird, wenn schon Menschen auf so brutale Art und Weise sterben müssen. 

Die Liebesgeschichte war für mich leider komplett unglaubwürdig. Es ging alles viel zu schnell und wirkte unlogisch und an den Haaren herbeigezogen. Mir kam es hier so vor, als hätte die Autorin eine Liste für dystopische Dilogien abgehakt: grausame Welt – Haken, blutige Gemetzel – Haken, Liebesgeschichte – die muss ja auch noch rein, Haken. 

Leider war das Buch nicht mein Fall. Die Grundidee hat viel Potential, das wie ich finde, nicht richtig ausgeschöpft wurde. Die Liebesgeschichte, hätte für mich deutlich mehr unterfüttert werden müssen, sich langsamer entwickeln müssen, statt so plötzlich von Liebe zu sprechen, vollkommen aus dem Nichts. 

 

Schade! Ich kann dem Buch leider nur 2 Sterne geben, mehr war leider nicht drin. 

Veröffentlicht am 27.09.2019

Sehr interessante Jugend Fantasy - ich will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht!

Lovely Curse, Band 1: Erbin der Finsternis
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Ariana, genannt Aria hat ihre beiden Eltern durch einen Autounfall verloren und nun lebt sie bei ihrer Tante die sie im Prinzip gar nicht kennt und mit der sie sich nicht wirklich gut versteht, auf einer ...

Ariana, genannt Aria hat ihre beiden Eltern durch einen Autounfall verloren und nun lebt sie bei ihrer Tante die sie im Prinzip gar nicht kennt und mit der sie sich nicht wirklich gut versteht, auf einer Ranch mitten im Nirgendwo in Texas. Der Ort wird von einer mysteriösen giftigen Algenplage heimgesucht und von seltsamen, plötzlich auftretenden extrem heftigen Gewittern.

Gleich am ersten Schultag schafft Aria es, sich die Bienenkönigin der örtlichen Highschool zur Feindin zu machen und damit scheinbar auch die ganze übrige Schule. Nicht einmal die Lehrer tun etwas gegen das Verhalten von Noemi. 

Zwei Jungs, die sie kennenlernt, scheinen dafür umso interessierter bei ihr zu landen. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Simon der beliebte Sportler, hinter dem auch Noemi her ist und Dean der Außenseiter mit furchtbarem Ruf und Arroganz-Problemen. Aria tut sich schwer in der Kleinstadt und alles scheint sich gegen sie zu verschwören. Dann färbt sich ihr Haar auch noch über Nacht weißblond und sie hat merkwürdige Träume. Was ist los in dieser Stadt? Und was hat das alles mit Aria zu tun? 

Mich hat das Cover dazu verführt mir das Buch genauer anzusehen. Ich fand es wunderschön und mysteriös zugleich. Es ist stellenweise mit Folie bedruckt und schimmert im Licht. Ich finde die Gestaltung wirklich wunderschön. 

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich war sofort „drin“ in der Geschichte. Es ist alles sehr mysteriös und wirkt irgendwie düster, als würde jeden Moment irgendetwas großes und gewaltiges passieren. Man spürt eine unterschwellige Spannung, aber weiß nicht woher sie kommt. 

 

Ich fand Aria sehr sympathisch. Sie war mir nicht zu Teenie oder etwas in der Art. Ich konnte mich gut in sie hineinfühlen und habe ihr die ganze Zeit die Daumen gedrückt. 

Simon wirkt auf den ersten Blick wie ein Traumprinz, aber ich bin mir was ihn angeht nicht wirklich sicher. Irgendwie sind da auch disharmonische Töne.

Dean ist ein Rebell, der aus einer „schlechten Familie“ stammt und daher von vielen Bewohnern der Kleinstadt abgelehnt wird. Zwischen ihm und Aria fliegen gewaltig die Funken und man weiß einfach nicht, was man davon halten soll, oder von ihm.

 

Das Buch ist geprägt von Wendungen. Es geschehen viele Dinge plötzlich ohne Vorwarnung, aber das macht auch den Reiz des Buches und der Handlung aus. Als das Buch beginnt, denkt man, man so ungefähr wohin die Reise geht, aber je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Puzzle Teile fallen teilweise buchstäblich vom Himmel und alles wird immer mysteriöser. Aber auch die Charaktere machen Wendungen und Wandlungen durch. Man kann sich bei diesem Buch zu keinem Zeitpunkt sicher sein, den Überblick zu haben, denn den hat man einfach nie.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich freue mich schon jetzt auf Band 2! Es ist ein Jugend-Fantasy Roman, der einige klassische Elemente enthält, wie die Erziehungsberechtigten, die falsche Schlüsse ziehen und einfach immer das Falsche tun, oder die Außenseiter-Protagonistin und natürlich nicht zu vergessen die Dreiecks-Geschichte. Was dieses Buch aber besonders macht, ist die Art, wie diese Elemente miteinander und dem Fantasy-Teil verwoben sind. Ich finde die Handlung originell und spannend. Ich bin wirklich gespannt, wie es nach der letzten großen Überraschung in Band 2 weitergeht. Das Buch hat keinen klassischen Cliffhanger, endet aber dennoch an einer spannenden Stelle und lässt einen mit vielen Fragezeichen zurück. 

 

Fazit: Mir hat das Buch wirklich gut gefallen! Ich werde Band 2 garantiert lesen. Ich bin richtig gespannt, wie es weitergeht und wie die Geschichte vor allem auf der mythologischen Ebene weitergeführt wird. Ich möchte nicht spoilern, deswegen kann ich nicht sagen, was mir am besten gefallen hat, nur, dass es die zugrundeliegende Mythologie ist. Das Buch schafft den Spagat zwischen Puzzle-Teile zuwerfen und genug im Unklaren zu lassen, um den Leser konstant bei der Stange zu halten. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Ich bin wirklich froh, es gelesen zu haben.

 

Ich kann das Buch aus vollem Herzen empfehlen!

Veröffentlicht am 23.09.2019

Ein faszinierendes Science-Fiction Abenteuer und mal wieder etwas ganz anderes

GOTTESZONE
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2273: Der Kontakt zu einer Kolonie, auf der ein wichtiger Rohstoff angebaut wird, ist abgebrochen. Die Crew eines Raumschiffs soll im Auftrag der Betreiberfirma nach dem Rechten sehen, doch es antwortet ...

2273: Der Kontakt zu einer Kolonie, auf der ein wichtiger Rohstoff angebaut wird, ist abgebrochen. Die Crew eines Raumschiffs soll im Auftrag der Betreiberfirma nach dem Rechten sehen, doch es antwortet niemand auf dem Planeten. Die Infrastruktur ist intakt, aber wo sind die Siedler?
Bei einem Erkundungstrip wird schließlich ein altes Ehepaar entdeckt, beide scheinbar einer Art religiösem Wahn erlegen. Aus ihnen bekommt man nur unzusammenhängende Worte heraus. Doch wenig später zeigen sich erste Symptome bei Crew-Mitgliedern. Aber religiöser Wahn ist doch nicht ansteckend! Oder doch?


Ich bin total begeistert von diesem Buch! Ich fand die Charaktere alle sympathisch und glaubhaft. Und auch die Handlung war für mich durch und durch stimmig, ebenso, wie die Auflösung.


Der Schreibstil ist sehr technisch. Man erfährt sehr viel über die technischen Möglichkeiten, die 2273 zur Verfügung stehen. Ich persönlich liebe es, wenn ein Science-Fiction Roman beiläufig mit Technik um sich wirft, die für uns Zukunftsmusik ist. Das macht das Ganze für mich immer sehr realistisch.

Das wichtigste für mich bei einem Science-Fiction Roman ist immer, dass die Zukunftsvision so dargestellt und beschrieben wird, dass ich das Gefühl bekomme, sie könnte „wahr“ sein bzw. wahr werden. Auf mich muss das alles glaubhaft wirken und das hat der Autor hier wirklich geschafft. Ich war fasziniert.


Noch ein paar Worte zur Gestaltung:

Das Buch hat sehr kurze Kapitel, die das Lesen sehr erleichtern, ebenso, wie die breiten Innenränder, die ich persönlich als sehr angenehm und leserfreundlich empfinde. Die Seiten sind sehr glatt und das Buch hat ein Lesebändchen, für die ich eine Schwäche habe, da man dadurch kein Lesezeichen dabei haben muss. Das Buch macht auf mich einen sehr wertigen Eindruck.
Was mir neben den breiten Rändern, dem Papier und dem Lesebändchen noch sehr gut gefiel, ist die Gestaltung der Kapitelanfänge. Dort steht neben Datum und Uhrzeit auch der jeweilige Ort, an dem man sich befindet, dadurch fällt die Orientierung leichter. Das kleine Raumschiff, dass man hier sieht, bewegt sich im Verlauf des Buches, was ein kleines Detail sein mag, aber ich fand es wirklich cool. Ich mag es einfach sehr, wenn auch die Gestaltung des Buches so wirkt, als habe sich jemand wirklich viele Gedanken darüber gemacht.


Fazit: Mir hat das Buch wirklich sehr, sehr gut gefallen. Ich mag ja Science-Fiction sehr gerne und dieses Buch passt wieder perfekt in mein Beuteschema. Aber es ist von der Handlung her wieder etwas vollkommen anderes und teilweise auch philosophisch, vor allem am Ende. Die Handlung, deren Verlauf, die Charaktere und die Auflösung gefielen mir alle sehr. Ich habe nur einen winzigen Kritikpunkt und das ist das Wort „äugte“, dass hier mehrmals verwendet wird und das ich persönlich einfach nicht mag. Allein die Tatsache, dass das mein einziger Kritikpunkt ist sagt denke ich einiges aus.

Ich kann das Buch absolut empfehlen, vor allem Science-Fiction Fans kommen hier auf ihre Kosten, aber das Buch ist wirklich für jeden geeignet.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Das Leid der Pendler und die Gleichgültigkeit der Deutschen Bahn schwarz auf weiß

„Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf“ – Wie die Bahn uns alle irre macht
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Hand aufs Herz liebe Bahnfahrer, wer kennt das nicht, man steht pünktlich am Bahnsteig, schaut auf die Anzeige, alles scheint gut, doch dann taucht plötzlich das gefürchtete weiße Info-Ticket-Band rechts ...

Hand aufs Herz liebe Bahnfahrer, wer kennt das nicht, man steht pünktlich am Bahnsteig, schaut auf die Anzeige, alles scheint gut, doch dann taucht plötzlich das gefürchtete weiße Info-Ticket-Band rechts neben der Zugverbindung auf. Ca. 5 Minuten soll die Verspätung dauern. Der geübte Pendler weiß schon: das wird nichts und wirft einen Blick in die App. Dort wird offensichtlich, was die Bahn noch nicht zugeben will: es sind in Wahrheit 25 Minuten Verspätung, Tendenz minütlich steigend (am Ende waren es dann zwei ausgefallene RE’s und ein freigegebener ICE, dank hineinstürmender wütender Menge). Der Grund dafür kann alles sein, von Zug kaputt, über Triebwagen kaputt über undefinierbare „Verzögerungen im Betriebsablauf“ bis hin zu „zu hoher Streckenauslastung“ oder einfach keine Information.
Wer regelmäßig mit der Bahn fährt kennt das alles. Gerade im Kölner Raum gibt es kaum einen Tag, an dem tatsächlich alle Züge pünktlich fahren. Warum ich so pessimistisch bin? Weil ich 5 Jahre zwischen Köln und Düsseldorf gependelt bin und es genau 7 Tage gab, an denen insgesamt alles pünktlich war. Und ja: ich habe Buch geführt! Da war alles dabei: von Personen im Gleis, über Selbstmörder, Zugüberholungen, Defekte, Schnee und Eis, Fußballspiele, Hitze, alles eben. Ich hatte einmal 5 Zugüberholungen in Leverkusen, dadurch hatte mein RE am Ende auch 1 Stunde Verspätung. Oder ich stand auch mal 3 Stunden in Langenfeld und habe auf den „Ersatzverkehr“ mit Bussen gewartet. Es kamen auch welche: 2 Stück für 6 S-Bahnen voll Menschen, das war schön kuschlig und natürlich haben nicht alle hineingepasst.
Mein Lieblingserlebnis hatte ich im Winter. Ich wollte für einen Kurs an die Uni an einem Dienstag, das weiß ich noch. Ich bin mit der S-Bahn nach Köln, um dort in den RE nach Düsseldorf umzusteigen. Auf halbem Weg hielt der Zug plötzlich an und es gab eine Durchsage: „Vor uns schneit es zu doll, ich seh nichts mehr, wir drehen um.“ – Ja lieber Lokführer, hinter uns schneits aber auch!

Warum ich all das erzähle? Weil die Reisenden, die ihre Erlebnisse in diesem Buch schildern, ähnliches und viel, viel schlimmeres im Jahr 2018 oder davor erlebt haben. Von nervend, über kurios zu unglaublich und teilweise sogar witzig (ich sage nur Holstein und backbord). Und das traurige an der Sache: diese Erlebnisse sind nicht einzigartig, das zeigt allein deren Masse.
Wie es auch die Sammlerin dieser Berichte, eine Redakteurin der FAZ übrigens, selbst zugibt: seit der Privatisierung der Bahn 1994 geht es für die Bahnfahrer, vor allem auch für die Pendler abwärts. Da muss noch nicht einmal ein Hitze-Rekord-Sommer kommen, die Bahn braucht keine Rekorde, um unpünktlich zu sein, das kriegt sie auch sehr gut alleine hin.

Ich habe die Lektüre des Buches sehr genossen. Ich habe mich bei vielen Erlebnissen selbst wiedererkannt, bzw. war selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation, andere waren selbst für mich unbegreiflich und schockierend.


Fazit: Bahnfahrer dürften ihre Freude an diesem Buch haben, ich hatte sie auf jeden Fall. Mein Galgenhumor wurde wieder einmal kräftig angekurbelt und ich bin bereit für meine nächste Bahnfahrt. Was denkt ihr: werde ich pünktlich ankommen?