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Veröffentlicht am 19.05.2026

Ein Märchen mal anders

Goldmarie - Das Mädchen im Turm
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"Goldmarie" von Alex J. Nitrak ist eine düstere, märchenhafte Romantasy, die bekannte Motive aus Frau Holle und Rapunzel aufgreift und sie in eine deutlich dunklere, fast schon bedrohliche Welt überführt. ...

"Goldmarie" von Alex J. Nitrak ist eine düstere, märchenhafte Romantasy, die bekannte Motive aus Frau Holle und Rapunzel aufgreift und sie in eine deutlich dunklere, fast schon bedrohliche Welt überführt. Schon der Einstieg macht klar: Das hier ist kein klassisches Märchen mit klaren Gut-und-Böse-Grenzen, sondern eine Geschichte voller Prüfungen, Versuchungen und moralischer Grauzonen.

Im Mittelpunkt steht Marlie, Rapunzels Tochter, die nicht aus Abenteuerlust, sondern aus Verantwortung handelt. Ihr Ziel – das hungernde Königreich zu retten – verleiht ihrer Reise von Anfang an Gewicht. Gleichzeitig wird sie in das geheimnisvolle Wolkenreich von Frau Holle gezogen, das auf den ersten Blick wie eine Belohnung wirkt, sich aber schnell als gefährliches Spiel aus Regeln, Prüfungen und unausgesprochenen Konsequenzen entpuppt.

Besonders stark ist die Atmosphäre des Buches. Das Wolkenreich wirkt gleichzeitig faszinierend und unheimlich, fast wie ein schöner Traum, der langsam kippt. Die zwölf Prüfungen sorgen für Spannung und Struktur, während die Idee der „Goldmarie“ immer wieder die Frage aufwirft, was Tugend eigentlich bedeutet – und welchen Preis sie haben kann.

Sehr spannend ist auch die Dynamik zwischen Marlie und dem geheimnisvollen Nachtkrapp. Ihre Beziehung ist geprägt von Misstrauen, Anziehung und einer ständigen Ungewissheit darüber, wem man eigentlich trauen kann. Genau dieses Spannungsfeld trägt viel zur dunklen, verführerischen Stimmung der Geschichte bei.

Der Schreibstil unterstützt diese Atmosphäre gut: bildhaft, teils märchenhaft, aber mit einer klaren düsteren Kante. Allerdings ist die Geschichte stellenweise eher auf Stimmung und Symbolik als auf schnelle Handlung ausgelegt, was nicht jede:r Leser:in gleich stark anspricht.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Ein etwas anderes Buch

Gelb, auch ein schöner Gedanke
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"Gelb, auch ein schöner Gedanke" ist kein Buch, das sich einfach lesen lässt – nicht wegen einer komplizierten Handlung, sondern weil es emotional an Stellen trifft, die still und gleichzeitig unglaublich ...

"Gelb, auch ein schöner Gedanke" ist kein Buch, das sich einfach lesen lässt – nicht wegen einer komplizierten Handlung, sondern weil es emotional an Stellen trifft, die still und gleichzeitig unglaublich laut sind. Nefeli Kavouras erzählt von Krankheit, Abschied und Familie, aber vor allem davon, was mit Menschen passiert, wenn ein Ausnahmezustand zum Alltag wird.

Besonders berührend ist die Beziehung zwischen Ruth und Lea. Beide leiden, beide brauchen einander und trotzdem entfernen sie sich immer mehr voneinander. Ruth verliert sich in der Pflege ihres Mannes, während Lea sich nach etwas sehnt, das für andere Jugendliche selbstverständlich scheint: Normalität. Genau diese Spannung zwischen Verantwortung, Überforderung und dem Wunsch nach einem eigenen Leben wirkt unglaublich authentisch.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie das Buch erzählt wird. Die Geschichte bewegt sich zwischen poetischen Bildern, leisen Beobachtungen, Wut, Humor und Momenten, die plötzlich mitten ins Herz treffen. Es gibt Sätze und Gedanken, die sich nicht einfach lesen und wieder vergessen lassen. Trotz des schweren Themas wirkt das Buch dabei nie ausschließlich bedrückend – immer wieder blitzen Wärme, Zärtlichkeit und auch unerwartete Leichtigkeit auf.

Auch die ungewöhnlichen und teilweise fast surreal wirkenden Elemente verleihen der Geschichte etwas Eigenes. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die sich schwer einordnen lässt und gerade deshalb so besonders wirkt.

Wer eine geradlinige Handlung oder eine klassische Familiengeschichte erwartet, sollte wissen, dass das Buch seinen eigenen Rhythmus hat. Es lebt weniger von großen Ereignissen als von Gefühlen, Stimmungen und Zwischentönen.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Band 2

Burnham Dynasty 2
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"Burnham Dynasty" Band 2 entführt einen erneut in die Welt von Burnham Manor – eine Welt voller Familiengeheimnisse, gesellschaftlicher Erwartungen und Gefühle, die eigentlich nicht sein dürfen. Im Mittelpunkt ...

"Burnham Dynasty" Band 2 entführt einen erneut in die Welt von Burnham Manor – eine Welt voller Familiengeheimnisse, gesellschaftlicher Erwartungen und Gefühle, die eigentlich nicht sein dürfen. Im Mittelpunkt stehen diesmal Lily und Jacob, deren Geschichte von Anfang an spürbar macht, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, wenn Pflicht und familiärer Druck dazwischenstehen.

Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Die Gefühle wirken intensiv und glaubwürdig, gerade weil sie ständig zwischen eigenen Wünschen und äußeren Erwartungen hin- und hergerissen werden. Lily steht dabei vor schwierigen Entscheidungen und muss sich fragen, ob sie den Weg geht, den andere für sie geplant haben, oder den, den sie selbst möchte.

Neben der Liebesgeschichte sorgen die Geheimnisse rund um die Familie Burnham für zusätzliche Spannung. Das Erpresserschreiben bringt Bewegung in die Handlung und verleiht der Geschichte eine leicht dramatische, fast schon geheimnisvolle Note. Dadurch bleibt der Fokus nicht ausschließlich auf der Romantik, sondern es entsteht eine Mischung aus Familiengeschichte, Intrigen und emotionalen Konflikten.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und schafft es, die glamouröse Atmosphäre des Anwesens mit den Problemen und Unsicherheiten der Figuren zu verbinden. Die Geschichte entwickelt dabei einen guten Sog, der zum Weiterlesen motiviert.

"Burnham Dynasty" Band 2 verbindet große Gefühle, Familiengeheimnisse und gesellschaftlichen Druck zu einer unterhaltsamen Geschichte voller Drama und Emotionen. Besonders Leser:innen, die romantische Geschichten mit Geheimnissen und einer Hauch von Adelswelt mögen, dürften hier auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Laute Nächte

Laute Nächte
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"Laute Nächte" von Anne Freytag ist kein Buch, das mit großen Dramen oder spektakulären Wendungen arbeitet und genau darin liegt seine Stärke. Stattdessen erzählt die Geschichte von Menschen, die ihren ...

"Laute Nächte" von Anne Freytag ist kein Buch, das mit großen Dramen oder spektakulären Wendungen arbeitet und genau darin liegt seine Stärke. Stattdessen erzählt die Geschichte von Menschen, die ihren Platz im Leben suchen, von Verlust, Freundschaft, Neuanfängen und den Begegnungen, die manchmal alles verändern.

Besonders die Figuren machen dieses Buch aus. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte, ihre Unsicherheiten und ihre Ecken und Kanten mit. Gerade Kenni trägt viel mit sich herum: Trauer, Schuldgefühle und die Schwierigkeit, nach einem schweren Verlust wieder nach vorn zu schauen. Seine Gedanken und Gefühle wirken dabei authentisch und greifbar. Gleichzeitig bringen Figuren wie Elif eine ganz andere Dynamik hinein – laut, lebendig und voller Energie.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre. Anne Freytag schafft es, alltägliche Momente mit Emotionen aufzuladen, ohne dabei übertrieben oder kitschig zu wirken. Die WG in Wien fühlt sich schnell wie ein echter Ort an – ein Zuhause voller Gespräche, Begegnungen und kleiner Augenblicke, die oft mehr sagen als große Worte.

Auch die Zeitsprünge verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Zu sehen, wie sich Menschen verändern, wie sie sich verlieren oder wiederfinden, macht die Handlung besonders berührend. Dabei geht es weniger um ein schnelles Ziel, sondern vielmehr um den Weg dorthin.

An einigen Stellen nimmt sich die Geschichte bewusst viel Zeit für Gedanken, Stimmungen und zwischenmenschliche Momente. Wer eine Handlung mit dauerhaft hohem Tempo sucht, könnte das stellenweise etwas ruhiger empfinden.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Kuss des Basilisken

Kiss of the Basilisk - Verführerisches Gift
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Kiss of the Basilisk ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass hier nicht auf Zurückhaltung gesetzt wird. Zwischen gefährlicher Anziehung, verbotenen Gefühlen und jeder ...

Kiss of the Basilisk ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass hier nicht auf Zurückhaltung gesetzt wird. Zwischen gefährlicher Anziehung, verbotenen Gefühlen und jeder Menge Spannung liefert Lindsay Straube einen Romantasy-Auftakt, der sich bewusst dem Guilty-Pleasure-Gefühl hingibt und genau darin liegt ein großer Teil seines Reizes.

Tem startet als eher unerfahrene Hauptfigur in eine Welt voller Konkurrenz, Verführung und Erwartungen. Gerade weil sie sich zunächst unsicher fühlt, wirkt sie nahbar und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte weiter. Besonders die Dynamik mit Caspen sorgt für viel Spannung. Die gemeinsamen Szenen leben von spürbarer Chemie, verbotenen Gefühlen und diesem ständigen Knistern, bei dem man als Leser:in schnell merkt, wohin die Reise emotional geht.

Aber auch das Setting hat mich überrascht. Hinter der romantischen Handlung steckt mehr als nur Anziehung und Spice. Die Spannungen zwischen Menschen und Basilisken sowie politische Konflikte verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und sorgen dafür, dass die Handlung nicht ausschließlich von romantischen Entwicklungen getragen wird.

Die Geschichte liest sich sehr schnell weg und erzeugt einen hohen Unterhaltungsfaktor. Gerade Fans von Tropes wie Forbidden Love, Love Triangle oder Morally Grey Characters dürften hier definitiv auf ihre Kosten kommen.

An manchen Stellen hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich einige Entwicklungen sehr schnell entfalten und bestimmte Figuren oder Konflikte gern noch etwas mehr Raum hätten bekommen dürfen. Der Fokus liegt deutlich auf Emotionen, Anziehung und dem Tempo der Geschichte.

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