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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2025

Wenn Manhattan im Schnee knistert

All I Want for Christmas. Eine Weihnachts-Romance in Manhattan
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Pippa und Hunter wollen unbedingt verhindern, dass ihre besten Freunde heiraten – sie, weil sie perfekt planen will, und er, weil ihm das alles zu kitschig ist. Doch zwischen zickigen Wortgefechten und ...


Pippa und Hunter wollen unbedingt verhindern, dass ihre besten Freunde heiraten – sie, weil sie perfekt planen will, und er, weil ihm das alles zu kitschig ist. Doch zwischen zickigen Wortgefechten und Winterspaziergängen in New York entwickelt sich etwas viel Tieferes. Der Blickwechsel zwischen den beiden macht sie sofort nah‑bar, ihr Schlagabtausch liebevoll und frisch. Die Stadt im Schnee ist fast schon eine Hauptfigur: Man riecht den heißen Kakao, spürt das Glitzern der Lichter – ein echter Vorweihnachts‑Vibe.

Ein kleiner Hänger sitzt beim Tempo: Besonders ab Mitte wird’s etwas vorhersehbar, und einige Dialoge wirken fast zu süß. Dennoch: Ich habe mich glühend gefreut auf Zusammenkünfte und Schneeengel‑Momente. Die Geschichte wärmt – besonders, wenn die Kapitel dir zeigen, wie aus Abneigung Liebe wird.

Fazit:
Ein herzerwärmender Winterroman, der mit Humor, Feingefühl und dem Zauber von New York verführt – nicht überragend, aber mit viel Herz.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Identität in all ihren Facetten

Middlesex
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In Middlesex begleiten wir Cal, der als Calliope geboren wird und in einer griechisch-amerikanischen Familie in Detroit aufwächst. Die Erzählung verknüpft die Flucht der Großeltern aus Kleinasien, das ...

In Middlesex begleiten wir Cal, der als Calliope geboren wird und in einer griechisch-amerikanischen Familie in Detroit aufwächst. Die Erzählung verknüpft die Flucht der Großeltern aus Kleinasien, das harte Leben als Einwanderer in den USA und Cals eigene Jugend. Themen wie Herkunft, Migration und das Aufwachsen zwischen zwei Kulturen greifen dabei direkt in die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität über.

Der Roman ist dicht, detailreich und voller Atmosphäre. Die Familiengeschichte nimmt viel Raum ein, manchmal vielleicht etwas zu ausführlich, doch genau diese Fülle macht die Figuren und ihre Schicksale so greifbar. Cals Stimme ist nah, offen und klar, und gerade dadurch wird die Verbindung von Privatem und Gesellschaftlichem so stark spürbar.

Fazit:
Eine vielschichtige, intensive Geschichte über Zugehörigkeit, Veränderung und Identität. Kleine Längen gibt es, aber sie ändern nichts daran, dass dieser Roman lange nachklingt. 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Zwischen allen Fronten

Plutonium
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Plutonium erzählt, was wirklich passiert, wenn man jemanden zu Fall bringen will, der so tief im System steckt, dass er praktisch unsichtbar ist. Jess, die Hauptfigur geht diesen Weg, weil sie keine andere ...

Plutonium erzählt, was wirklich passiert, wenn man jemanden zu Fall bringen will, der so tief im System steckt, dass er praktisch unsichtbar ist. Jess, die Hauptfigur geht diesen Weg, weil sie keine andere Wahl hat.

Wer Waffenhändler wie Jenkins ausspionieren will, kann nicht von außen zuschauen. Man muss so nah wie möglich dran sien. Jess tut das körperlich, seelisch, strategisch. Und sie zahlt den Preis. Alles, was sie tut, ergibt Sinn. Auch das, was weh tut, auch das, was sie zerstört.

Die Geschichte ist international aufgestellt und glaubhaft. Es geht um echten Einsatz, um Täuschung, Nähe und Kontrolle. Geheimdienste, die sich nicht entscheiden können, ob sie Menschen schützen oder benutzen. Um Liebe, Sex, Verrat, so, wie es eben passiert, wenn alles ineinanderfließt.
Es gibt keinen sauberen Einsatz gegen so einen Gegner. Wenn man einen wie Jenkins fassen will, muss man weiter gehen, als einem lieb ist.

Klare Leseempfehlung.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2025

Der Kryptologe

Der Kryptologe
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Kriminalkommissar Arne Stiller hat es mit einem hochbrisanten Fall zu tun. Die Ehefrau und die achtjährige Tochter eines bekannten Reporters werden mitten in einem Einkaufszentrum entführt. Kurz darauf ...

Kriminalkommissar Arne Stiller hat es mit einem hochbrisanten Fall zu tun. Die Ehefrau und die achtjährige Tochter eines bekannten Reporters werden mitten in einem Einkaufszentrum entführt. Kurz darauf taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf, mit einer rätselhaften Botschaft des Täters. Für Stiller beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Nur wenn er den verschlüsselten Hinweis rechtzeitig entschlüsselt, kann er weiteres Blutvergießen verhindern.

Arne Stiller ist ein erfahrener Ermittler mit vielen Ecken und Kanten – direkt, unbequem, nicht unbedingt teamkompatibel. Nach einer Suspendierung steht er unter besonderer Beobachtung, doch der aktuelle Fall lässt ihm keine Zeit zur Zurückhaltung. Entführung, Mord und ein undurchsichtiges Zahlenrätsel verlangen ihm und seinem Team alles ab.

Neben der Ermittlungsarbeit erfährt man Stück für Stück mehr über Stillers Privatleben. Erzählt wird dabei nicht nur aus seiner Sicht. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik, Spannung und viele Theorien. Manche davon verlaufen in Sackgassen, andere führen auf völlig falsche Fährten, bis zum Schluss. Die Auflösung hat mich überrascht.

Als Schauplatz dient die Stadt Dresden, unter anderem mit Ermittlungen im Umfeld der Semperoper. Die atmosphärische Beschreibung lässt die Stadt lebendig wirken, als wäre man selbst dort unterwegs.

Fazit: Ein spannungsgeladener Thriller mit durchgehender Spannung, einem unkonventionellen Ermittler, überraschenden Wendungen und einer starken Atmosphäre. Klare Leseempfehlung.