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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2022

Entwickelt sich temporeich, fasziniert und stimmt nachdenklich

Der zweite Sohn
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Aus der Kurzbeschreibung geht schon hervor, dass sich die Geschichte im Gangstermilieu bewegt. Gewalt wird in den Familien als Lösung für jedes Problem gesehen. Doch Jonny ist kein Killer. Sein Vater erwartet ...

Aus der Kurzbeschreibung geht schon hervor, dass sich die Geschichte im Gangstermilieu bewegt. Gewalt wird in den Familien als Lösung für jedes Problem gesehen. Doch Jonny ist kein Killer. Sein Vater erwartet von ihm, die Familienehre auf die Art der Familie wieder herzustellen. Schafft Jonny diese Gratwanderung? Kann er seinem Vater gerecht werden und gleichzeitig seine Frau und seinen Sohn halten? Oder ist er gezwungen sich für eine Seite zu entscheiden?
„Der zweite Sohn“ hat mich nicht nur mit seinen temporeichen Handlungen, sondern auch mit der tiefe an Gefühlen überrascht. So gelingt es Loraine Peck den inneren Konflikt von Jonny, Amy, aber auch die Verbundenheit von Nebenfiguren der Familie gegenüber, eindrücklich darzustellen.
Zum Nachdenken hat mich gebracht, dass wohl so manche Einstellung und Ansicht bis heute in manchen Familien vorherrschen. Erschreckend.
Der Schreibstil ist für mich extrem flüssig zu lesen gewesen. Ich konnte die Szenen leicht vor meinem inneren Auge entstehen lassen. Die Figuren fand ich plastisch und sympathisch angelegt. Bei beiden Hauptprotagonisten ist eine erkennbare Entwicklung ins Positive festzustellen.
Als Zusammenfasssung kann ich sagen, wir haben hier einen spannenden, sich sehr flott entwickelnden Thriller mit familiären Verwurzelungen, die für manchen Richtungswechsel sorgen. Aus meinen Augen wirklich empfehlenswert. Ich konnte das Buch schwer aus den Händen legen, so fasziniert war ich, obwohl ich sonst wenig Thriller lese.

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Veröffentlicht am 17.03.2022

Gut, aber die Suche ist mir zu halbherzig

Der sperrige Stammbaum
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Vom Titel her „Der sperrige Stammbaum: Ein Vater sucht nach seinen Söhnen“ habe ich mir mehr von dieser Suche erwartet.
Jeder geht mit Trennung anders um. Auch war der Bruch zwischen Wolfram und seiner ...

Vom Titel her „Der sperrige Stammbaum: Ein Vater sucht nach seinen Söhnen“ habe ich mir mehr von dieser Suche erwartet.
Jeder geht mit Trennung anders um. Auch war der Bruch zwischen Wolfram und seiner Frau in den 70igern, wenn ich es richtig gelesen habe, also zu einer Zeit, in der Väter noch nicht so viele Rechte hatten. Doch in meinen Augen hat Wolfram nie wirklich versucht den Kontakt zu seinen Söhnen konsequent aufrecht zu erhalten. Oder es kam eindeutig zu wenig durch.
Aber es macht mich immer etwas skeptisch, wenn die Exfrau als „die Böse“ hingestellt wird, die die Kinder vom Vater fernhält. Vielleicht wollte er zum damaligen Zeitpunkt einfach seine neue Freiheit genießen und mit der neuen Frau sich nicht die Bürde zweier Kinder aus erster Ehe aufhalsen? Auch so ein Ansatz ist denkbar – und gar nicht so oft falsch. Doch welcher Vater würde in späteren Jahren das zugeben? Da macht es andersrum doch viel mehr her.
Wie dem auch sei, für mich kamen die damaligen Umstände und die Zeit danach bis zum Beginn der halbherzigen Suche, zu wenig deutlich rüber. Sich jetzt, wenn die Söhne erwachsen sind, auf die Suche zu machen und erwarten, dass der Vater mit offenen Armen empfangen wird, ist doch völlige Utopie.
Schreibstil von Irmgard Rosina Bauer und ihre Aufgliederung der Familienzusammensetzungen finde ich hingegen sehr gelungen. Wenn auch die abgebildeten Stammbäume übersichtlicher gestaltet hätten werden können.
Vom Titel, also der Suche nach den Söhnen, bis zum wichtigsten Satz am Ende, „Loslassen – auch das konnte Frieden bewirken“, ist es ein weiter Weg und die nicht einmal 100 Seiten bieten dafür vielleicht zu wenig Platz.

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Veröffentlicht am 12.03.2022

Youngs Versuch der Einsamkeit zu entkommen

Love in the Big City
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Ich habe mich auf dieses Buch richtig gefreut um einen kleinen Einblick in das Leben von Young in Seoul zu bekommen. In dieser Hinsicht hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen. Der Leser bekommt einen ersten ...

Ich habe mich auf dieses Buch richtig gefreut um einen kleinen Einblick in das Leben von Young in Seoul zu bekommen. In dieser Hinsicht hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen. Der Leser bekommt einen ersten Eindruck von Arbeit und Leben. Leben in einer Ein-Zimmer-Wohnung, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht. Oftmals mit Mitbewohner. Arbeit ist ohne Ausbildung natürlich auch schwer zu finden. So weit so gut. Das Nachtleben von Young ist eine Flucht aus dem Alltag. Sein Sexualleben ein Versuch der Einsamkeit zu entfliehen.
Der Schreibstil von Sang Young Park wäre mir gut gelegen. Er vermittelt das Gefühl als würde man in seinem Tagebuch lesen. Allerdings hat mir etwas Schwierigkeiten bereitet, dass anscheinen immer wieder in der Zeit gesprungen wurde. Ob Young sich nun an einen früheren Freund, Geliebten, Lebenspartner erinnert, oder vom Leben als Kind bzw. Jugendlicher mit seiner Mutter erzählt, es kommt für mich meistens überraschend. Ein Rückblick ist nicht wirklich gekennzeichnet und erschließt sich nur aus dem Sinn. Das fand ich etwas mühsam.
Jaehee spielt eigentlich nur im ersten Teil des Buches eine Rolle. Sie lässt Young zurück und man erfährt von ihr nichts mehr.
Young versucht aus seinen Möglichkeiten das Beste zu machen, zumindest Abschnittsweise. Dann wirkt er wieder verloren und eigentlich ständig einsam. „Love in the Big City“ zu finden ist für ihn nicht einfach. Was er findet ist oftmals nur Sex für eine Nacht, der die Einsamkeit weiter erhöht.
Als dieses hochgelobte Buch, wie es hin und wieder gepriesen wird, kann ich es nicht bezeichnen, aber grundsätzlich als eine gut zu lesende Geschichte mit ein paar interessanten Details, sodass ich vier Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Reizvolle Umgebung, emotionale Lebensgeschichten, rundes Ende

Die Halligprinzessin
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Eine Hallig ist keine Insel. Das durfte ich hier lernen und erfahren wie hart das Leben auf einer Warft sein kann, aber mit Sicherheit zu Beginn des zweiten Weltkriegs war.
Karen Elste schuf einen Liebesroman ...

Eine Hallig ist keine Insel. Das durfte ich hier lernen und erfahren wie hart das Leben auf einer Warft sein kann, aber mit Sicherheit zu Beginn des zweiten Weltkriegs war.
Karen Elste schuf einen Liebesroman in ungewohnter Umgebung und beiden Zeitebenen. Die eine betrifft Ella in der Gegenwart und die andere ihre Urgroßmutter Charlotte. Aber es geht ganz gewiss nicht nur um die Liebe der beiden Frauen, sondern auch wie sie mit ihrem Leben auf der Hallig umgehen. Können sie sich damit anfreunden? Schaffen sie die Einsamkeit zu ertragen? Die Entbehrungen auszuhalten? Oder gibt eine der beiden Frauen irgendwann auf?
„Die Halligprinzessin“ ist ein fesselnder Roman mit vielen Einblicken in frühere Zeiten, die dann doch nicht so lange her sind. Im Zeitstrang von Charlotte hat mich gerade diese Kargheit und die mentale Kraft der damals jungen Frau fasziniert. Bei Ella war es ihr Mut und die Entschlossenheit. Die Parallelen der beiden Frauen sind unübersehbar. Auch wenn ich Ella hin und wieder etwas unreflektiert fand. Das Ende war dann aber schön rund und bis auf eine Frage alles geklärt. Und diese eine Frage wird vielleicht im nächsten Buch aufgelöst.
Der leichte Schreibstil und die farbenfrohen Beschreibungen machten mir das Lesen und die locker entstandenen Bilder im Kopf zum reinen Vergnügen, sodass ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung abgebe.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Kleine, harmlose bis heiße, erotische Geschichten

Im tabulosen Schoß der Lust | Erotischer Roman
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Eine Sammlung kurzer Erotikgeschichten finden wir „Im tabulosen Schoß der Lust“ vor. Insgesamt konnte ich 36 Kurzgeschichten auf 184 Seiten zählen. Sie sind alle unterschiedlich lange, von kleinen Snacks ...

Eine Sammlung kurzer Erotikgeschichten finden wir „Im tabulosen Schoß der Lust“ vor. Insgesamt konnte ich 36 Kurzgeschichten auf 184 Seiten zählen. Sie sind alle unterschiedlich lange, von kleinen Snacks mit vielleicht zwei Printseiten bis zu schönen, umfangreichen Kurzgeschichten.
Tony Carezza schreibt seine Erlebnisse, ob real oder erfunden, in einem lesefreundlichen Schreibstil. Die Sprache ist der jeweiligen Geschichte angepasst. Bewegen wir uns in einem etwas deftigeren Szenario, so finden wir auch die Sprache leicht herb, aber nie obszön.
Die Figuren wechseln vom durchschnittlichen Gegenüber bis zum Modeltyp. Etwas haben sie aber alle gemeinsam, einerseits die Lust am Sex und andererseits kommen sie beim Lesen sympathisch rüber.
Selbstverständlich kann nicht jede Kurzgeschichte jedem Leser gefallen. Ich fand den überwiegend größten Teil anregend, erotisch, heiß, authentisch und spannend. Ungewohnt und witzig ist die Geschichte Schwarz und Weiß zu lesen, die auf einem Rätsel aufgebaut und die Lösung erst am Ende des Buches zu finden ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist hell und einladend gehalten.
Meine Empfehlung geht an Freunde der prickelnden Erotik im Alltag und vielleicht noch ab und zu mit ganz leichten BDSM-Ansätzen, die sich mit Kurzgeschichten gerne aus dem Alltag ausklinken oder sich auf ein paar Stunden der Zweisamkeit einstimmen wollen.

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