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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2018

Eine emotionale, tiefgründige Reise zu sich selbst

Wie Nebel in der Sonne
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In „Wie Nebel in der Sonne“ finden wir uns mitten im Leben von Susanna und Mark wieder. Kapitelweise wird aus der Sicht von Susanna und Mark erzählt. Die Sprache ist leicht lesbar und wunderbar fesselnd ...

In „Wie Nebel in der Sonne“ finden wir uns mitten im Leben von Susanna und Mark wieder. Kapitelweise wird aus der Sicht von Susanna und Mark erzählt. Die Sprache ist leicht lesbar und wunderbar fesselnd gehalten.

Den Einstieg hat Astrid Töpfner sehr emotional aufgebaut. So begleiten wir direkt Susanna während der letzten Zeit mit ihrer krebskranken Mutter und deren Tod. Wie sie anschließend in ein tiefes Loch fällt, aber auch wie es ihr im Laufe des Buches mithilfe von Mark und ihrer Schwester Amaia gelingt, sich daraus zu befreien und ihren Weg zu finden. So ganz nebenbei entdeckt sie auch noch ein Familiengeheimnis und muss lernen damit umzugehen. Schafft es Susanna zu verzeihen?

Auch Mark sucht seinen Lebensweg. Er hat tief in seinem Inneren ein traumatisches Erlebnis verborgen. Aufgearbeitet und getrauert hat er nie. Kann er dies durch Susanna nachholen? Wird dieses verschwiegene Erlebnis; die Wahrheit rundherum, nicht doch noch zum Stolperstein für ihre aufkeimende Beziehung?

Susanna und Mark lernen sich zufällig in einer Bodega in Zürich kennen. Aus einer Laune, zu viel Wein und auch Trotz heraus, treten sie eine Reise nach Spanien gemeinsam an. Es ist faszinierend, abwechselnd erheiternd und emotional, zu lesen, wie sich die Tage und Stunden mit der unbekannten Person an der Seite für die beiden anfühlt, was der jeweils andere bei Mark und Susanna auslöst und wie sie sich unbewusst gegenseitig helfen können.

Der Titel „Wie Nebel in der Sonne“ kann für vielerlei stehen. Ich denke jeder Leser wird seine eigene Antwort darauf finden. Für mich bezieht er sich auf das Auflösen von alten Ängsten, von Trauer und Einsamkeit.

Ich kann eine Leseempfehlung für alle Romanliebhaber abgeben. Besonders, wenn sie nicht die gerade vorgezeichnete Liebesgeschichte vor sich liegen haben wollen. Ich hatte kurzweilige Stunden, da ich das Buch nicht mehr weglegen wollte.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Einsteiger, Neulinge und Interessierte sehr gut bedient

Anal - Lust statt Frust | Erotischer Ratgeber
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Der Ratgeber „Anal – Lust statt Frust“ von Tina Rose beinhaltet die wichtigsten Kapitel für einen guten Einstige in dieses Thema. Die Gliederung der Kapitel ist übersichtlich, die Überschriften treffend ...

Der Ratgeber „Anal – Lust statt Frust“ von Tina Rose beinhaltet die wichtigsten Kapitel für einen guten Einstige in dieses Thema. Die Gliederung der Kapitel ist übersichtlich, die Überschriften treffend formuliert.

An Schreibstil und Wortwahl habe ich persönlich nichts auszusetzen. Die Kapitel waren flüssig und verständlich zu lesen.

Wie bei jedem Ratgeber hat man auch hier ein gewisses Interesse am Thema, wenn man ihn zur Hand nimmt. Ob er für erfahrene Leser viel Neues bringt, kann ich nicht beurteilen. Für Neulinge und Beginner bzw. Interessierte finden sich sehr wohl hilfreiche Informationen.

Mir haben die sich wiederholenden Hinweise, dass man absolut nichts machen soll, was gegen das eigene Gefühl arbeitet (auch wenn dies eine Selbstverständlichkeit sein sollte, so sieht die Realität doch oft anders aus), und dass man in jeder Lage auf seine Gesundheit bedacht sein muss (wiederum eine Selbstverständlichkeit, die trotzdem schnell mal verdrängt wird – ach das eine mal…….), sehr gut gefallen. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, wie schnell die Gesundheit – körperliche und/oder seelische – Schaden nehmen kann.

Einzig hätte ich mir gewünscht, dass beim Thema Gesundheit kurz die wichtigsten Krankheiten angesprochen werden, auf die man sich (oder der Partner) testen lassen soll, bzw. vor denen man sich schützen soll. Aids ist allen bekannt, doch weiter wird hier nur mit einem Sammelbegriff gearbeitet. Und wer geht schon gerne zum Arzt und sagt: „Ach, ich hätte demnächst mal gerne Analverkehr, worauf soll ich mich testen lassen?“ Für den Arzt kein Problem, für den Fragesteller wohl eher.

Als Fazit möchte ich sagen, dass ich den Ratgeber trotzdem an Einsteiger, Interessierte und Neulinge empfehlen kann. Für Fortgeschrittene dürfte er eher weniger von Interesse sein.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Urlaubskost für zwischendurch

In Wahrheit wird viel mehr gelogen
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Als Carolin mit ihren 26 Jahren überraschend zur Witwe wird, stürzt sie in ein tiefes Loch. Da kann auch die Aussicht auf ein beträchtliches Erbe nicht sofort stimmungserhellend wirken. Hinzu kommt ein ...

Als Carolin mit ihren 26 Jahren überraschend zur Witwe wird, stürzt sie in ein tiefes Loch. Da kann auch die Aussicht auf ein beträchtliches Erbe nicht sofort stimmungserhellend wirken. Hinzu kommt ein nerviger Erbstreit mit der Familie ihres verstorbenen Mannes. Carolin versucht es mit Therapie, Alkohol und Schuhkäufen um all die Idioten rund um sie auszublenden.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, ein paar Passagen bringen den Leser auch zum Schmunzeln. Tiefgang sollte man sich allerdings nicht zu viel erwarten.

Meine Rezi halte ich bewusst kurz. Ich habe das Buch im Urlaub gelesen, mich gut dabei unterhalten, einfach, weil ich auch kein Buch zum Nachdenken wollte. Ja, stimmt schon. Es ist kein lustiges Thema, wenn jemand in dieses sagenhafte Loch fällt. Dennoch finde ich hier, dass die Geschichte eher auf den Unterhaltungswert ausgelegt worden war. Und der ist für meinen Geschmack einfach auf der Stufe der leichten Urlaubskost.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Farbenfrohe Liebesgeschichte zwischen Tradition und Umbruch

Die englische Fotografin
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In „Die englische Fotografin“ bewegen wir uns hauptsächlich in Indien. Eliza lebte hier als Kind mit ihren Eltern. Nachdem sie mit ansehen musste, wie ihr Vater bei einem Bombenattentat ums Leben kam, ...

In „Die englische Fotografin“ bewegen wir uns hauptsächlich in Indien. Eliza lebte hier als Kind mit ihren Eltern. Nachdem sie mit ansehen musste, wie ihr Vater bei einem Bombenattentat ums Leben kam, ging ihre Mutter mit Eliza nach England zurück.

Jahre später kehrt Eliza im Auftrag der britischen Regierung als Fotografin nach Indien zurück. Hier soll sie das Leben im Fürstenpalast und das der normalen Bevölkerung über ein Jahr hinweg dokumentieren.

Eliza lernt den Bruder des Fürsten kennen und bemerkt, dass sie für Jay Gefühle entwickelt. Kann diese Liebe zwischen einem indischen Fürsten und einer englischen Witwe eine Zukunft haben?

Dazu kommen Intrigen, Neid und die allgegenwärtigen Traditionen, die Eliza das Leben nicht gerade erleichtern. Auch ihre Mutter hat eine schwer zu verdauende Überraschung für Eliza. Kann Jay ihr eine Stütze sein? Gibt es eine Möglichkeit für die Liebenden auf ein gemeinsames Leben?

Dinah Jefferies beschreibt Indien´s Landschaft, die Traditionen und Lebensweise in diesem fernen Land mit farbenfrohen, plastischen und bildgewaltigen Worten. Der Schreibstil lässt ein flüssiges und leichtes Lesen zu.

Auch sind die Charaktere gut gelungen. So wird Eliza als junge Frau dargestellt, die an ihrer Aufgabe, in dieser männerdominierten Welt, wächst, manche Ansichten aber überdenken muss. Jay, der verantwortungsbewusste Fürstenbruder, muss seinen Weg inmitten zweier Welten, deren Traditionen, Achtung, Respekt und Liebe finden.

Der Leser wird mit dem einen oder anderen Nebenstrang und seiner interessanten Wendung überrascht und die Neugierde wie es weitergeht, immer weiter entfacht. Am Ende runden sich die verschiedenen Stränge zu einem harmonischen Ganzen, wenn auch mit vielleicht ungewöhnlichem Richtungswechsel.

Auch wenn wir uns im Jahr 1930 bewegen, so ist dieser Roman nicht mit Daten und Fakten zugetextet. Der Leser bekommt Einblick in die Geschichte Indiens damals, aber ohne durch geschichtliche Fakten die Handlung des Buches zu überdecken. In meinem Augen wunderbar gelöst. Von mir gibt es für „Die englische Fotografin“ eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.08.2018

Romantisches Cottage als Zuflucht und Rückzugsort

Cottage mit Meerblick
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Claire mietet sich für ein paar Wochen ein altes Cottage direkt am Strand. Sie will zur Ruhe kommen, sich neu definieren, aber vor allem: jeden Tag, der ihr geschenkt ist, aufs Neue bewusst leben und genießen. ...

Claire mietet sich für ein paar Wochen ein altes Cottage direkt am Strand. Sie will zur Ruhe kommen, sich neu definieren, aber vor allem: jeden Tag, der ihr geschenkt ist, aufs Neue bewusst leben und genießen. Sie hat ihre schwere Krankheit gemeistert, fühlt sich noch nicht so fit, wie sie gerne wäre. Aber hier in diesem Cottage mit dem Meer vor der Türe, wird sie ihre Ruhe finden und auftanken können.

Oder nicht? Was ist mit diesem verdammt gutaussehenden Ed im Cottage nebenan? Bringt er Claire aus ihrer Ruhe? Bleibt er der griesgrämige Kerl, der er bei ihrer ersten Begegnung zu sein scheint, oder könnte sich ein Urlaubsflirt – vielleicht sogar mehr entwickeln?

Claire ist eine starke, kämpferische junge Frau, die in jüngster Zeit in ihrem Leben nicht nur auf der gesundheitlichen Linie kämpfen musste. Doch irgendwann sehnt sich jeder nach einer Schulter zum Anlehnen – und sei es nur für ganz kurze Zeit.

Ed wirkt verschlossen, griesgrämig und dann wieder offen und interessiert. Was steckt hinter seiner verhaltenen, wechselnden Wesensart? Wird Claire einen Weg zu ihm finden können?

In „Cottage mit Meerblick“ werden wir von Caroline Roberts aus unserem Alltag mit herrlichen Bildern ans Meer versetzt. Wir leben und leiden mit Claire mit. Das Buch lädt zum Träumen und schmelzen ein.

Der Schreibstil ist angenehm locker und flüssig zu lesen, die Beschreibungen farbenfroh und bildgewaltig. Einzig bin ich ab und an über die Zeitleiste gestolpert, genauso wie die eine oder andere Szene nicht dort anschließt, wo sie vor zwei Sätzen noch war. Es stört die Handlung der Geschichte nicht, der Leser holpert allerdings über diese Stellen. Auch sind manche der Szenen mehr als kurz gehalten.

Doch im Großen und Ganzen hat mir das Lesen von „Cottage mit Meerblick“ sehr viel Spaß gemacht. Ich habe dabei Sehnsucht nach so einem Cottage am Meer entwickelt – vielleicht nicht unbedingt das von Claire, eher eines wie Ed es hat. Meine Leseempfehlung geht an alle die Romane mit etwas tiefgründigeren Themen versehen, wie hier unter anderem die Krankheit von Claire, und nicht die glatte, von der ersten Seite vorhersehbare, Geschichte lesen wollen.