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Veröffentlicht am 20.02.2025

die Suche nach den vermissten Mädchen

Ein Schrei, den niemand hört
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Dieser klasse Thriller ist der Auftakt der Reihe um Detective Chief Inspector Robert Kett, seines Zeichens Experte für Vermisstenfälle. Außerdem ist er charmant, wortgewandt, risikobereit und mit seinen ...

Dieser klasse Thriller ist der Auftakt der Reihe um Detective Chief Inspector Robert Kett, seines Zeichens Experte für Vermisstenfälle. Außerdem ist er charmant, wortgewandt, risikobereit und mit seinen drei Töchtern irgendwie auch überfordert.

In den meisten britischen Krimis steht die Suche nach vermissten Personen im Vordergrund. Dies könnte entweder der Realität entsprechen oder einfach ein beliebter Trend bei britischen Autoren und Verlagen sein. Solange die Spannung erhalten bleibt, kann dies jedoch nicht schaden. Bei Alex Smith ist dies definitiv gegeben, da er auch eine ordentliche Prise Humor einbringt. Nun aber zu den Einzelheiten.

DCI Kett erreicht Norwich mit seinen drei Töchtern – Alice (8), Evie (3) und Moira (18 Monate). Er ist vorübergehend von seinem Dienst bei der Metropolitan Police London freigestellt worden. Seine Frau Billie ist seit einigen Monaten verschwunden. Trotz intensiver Bemühungen der Polizei und von Robert selbst, bleibt ihre Suche erfolglos und steckt fest. Während er nach seiner Frau sucht, hat Robert scheinbar seine Töchter vernachlässigt, die ihn jetzt mehr denn je brauchen. Daher wurde er zu einer familiären Auszeit verpflichtet, die er mit den Mädchen in seiner Heimatstadt verbringen möchte.

Als DCI Kett in Norwich eintrifft, sind zufällig zwei elfjährige Mädchen verschwunden. Die beiden hatten Zeitungen für einen Zeitungshändler ausgetragen und sind während ihrer Tour wie vom Erdboden verschluckt. Obwohl er Zwangsurlaub hat und eigentlich in einem anderen Polizeibezirk arbeitet, wird Kett dank seiner Vermissten-Superkräfte zur Rettungsaktion eingezogen. Aber niemand hört DCI Kett sagen: Ich bin dafür nicht zuständig. Denn es geht um kleine Mädchen.

Unvergleichlich finde ich die Konstellation des alleinerziehenden Vaters, den sich ALex Smith für den Krimi hat einfallen lassen. Trotzt aller Sorge um die vermisste Mutter seiner Töchter versteht der DCI die verordnete Auszeit und bemüht sich sehr auch im Rahmen der regionalen Vermisstenfälle um seine Töchter. Doch es ist schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Die eine Tochter muss in die Schule, die zweite in einen Kindergarten und für die dritte, am wenigsten einsichtige, muss er eine Kinderfrau oder eine Tagesmutter finden. Besonders Moira sorgt für sehr viele wunderbare Situationen, die einem vor Lachen die Tränen in die Augen treiben.

Für den Humor und die ungewöhlichsten Situation sorgen aber auch die anderen Figuren im Roman. Ob das nun Ketts alter Kumpel und Polizeikollege Porter ist, der offenbar keinen Tee machen kann, sich aber stets bemüht, oder der Leiter der Polizei, Superintendent Colin Clare, der laut und schnaufend wie ein Choleriker sein Amt ausfüllt und bei jedem Misserfolg durch die Decke geht. Letzterer wird schnell von der kleinen Moira „Ninosau“ genannt, weil sie wohl bei irgendjemanden aufgeschnappt hatte, dass der Superintendet als Dinausaurier bezeichnet wurde, während ihn Evie gelegentlich „Pupskopf“ nennt.

Die Hintergrundgeschichte um die verschmundene Ehefrau von Kett funktioniert bestens, um die Spannung bis zum Schluss zu halten. Dafür bedarf es nicht nur die verschwundenen Mädels in Norwich, deren Suche von einer Reihe Wendungen und Verwirrungen begleitet wird. Falsche Spuren, falsches Bauchgefühlt. Immer wieder laufen Kett und die örtliche Polizei in eine Sachgasse, auch wenn sie so manches Mal nah an dem Enmtführer dran zu sein scheinen.

Alex Smith belässt es spannungstechnisch nicht bei einm Krimi mit Ermittlungen, sondern hat einen feinen Thriller präsentiert. Schließlich lässt er Euinbblicke aus einer anderen Perspektive zu. Diese Kapitel sind wunderbar mit einer anderen Schrift hinterlegt und als Leser gewinnt man einen Blick auf die entführten Mädchen. Manchmal hat man auch das Gefühl, aus der Sicht eines Täters zu schauen. Es ist jedenfalls grauenvoll und man wünscht sich, dass Kett und die Polizei dem Treibven schnell ein Ende bereiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser humorvolle Thriller um die vermissten Mädchen und ihre schicksalhaften Begegnungen beim Zeitungsaustragen nicht nur Spannung und unerwartete Wendungen bietet, sondern auch durch die spritzigen Dialoge der drei Töchter des Protagonisten und die ständigen Überreaktionen seines cholerischen Chefs für herzhaftes Lachen sorgt. Ein echtes Vergnügen für alle, die eine Mischung aus Nervenkitzel und Humor lieben! Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teile ihn doch auf deinen sozialen Medien und lass auch deine Freunde an diesem unterhaltsamen Abenteuer teilhaben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2025

Die Suche nach Schuld bei den anderen

Zorniger
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Dieser Roman von Eva Förster ist eine etwas 130 Seiten lange Erzählung über Schicksale im Leben und den Lauf der Dinge.

Die ersten Schicksalsschläge im Leben des Wolfgang Mühlberger werden den Lesern ...

Dieser Roman von Eva Förster ist eine etwas 130 Seiten lange Erzählung über Schicksale im Leben und den Lauf der Dinge.

Die ersten Schicksalsschläge im Leben des Wolfgang Mühlberger werden den Lesern gleich zu Beginn präsentiert, so dass nur noch die Frage übrig bleibt: Wie wird dieser Mann damit umgehen können?

Zunächst starb vor wenigen Jahren Mühlbergs Frau Franziska. Sie hatte Krebs. Alleine seine Frau zu verlieren war für ihn ein schwerer Schlag. Ein Schlag, bei dem er offenbar seine Tochter Nathalie, die Anfang Zwanzig ist, alleingelassen hatte.

Nathalie hatte sich letztendlich vor Kurzem selbst in die Psychiatrische Klinik einweisen lassen. Sie litt zu sehr an Depression. Dann kommt der Anruf aus der Psychiatrie und er wird informiert, dass seine Tochter in der letzten Nacht verstorben ist. Der Arzt bittet um Mühlbergers Erlaubnis, die Leiche von Nathalie obduzieren zu dürfen. Er wolle der Ursache für den plötzlichen Herzstillstand auf den Grund gehen und redet etwas von Broken-Heart-Syndrom.

Mühlberger denkt sich, dass doch dann jemand Schuld an dem Tod seiner Tochter haben muss. Er fragt: Wer trägt die Schuld an Nathalies Tod? Er versucht den Tod seiner Tochter zu rekonstruieren und Erklärungen zu finden. Er fährt in ihre Wohnung, durchforstet ihr Handy, liest Tagebucheinträge, trifft sich mit ihrer besten Freundin. An seiner Seite wird von einem Freund begleitet.

Erst jetzt lernt er seine Tochter ganz neu kennen. Er muss sich eingestehen, dass er nichts, aber auch gar nichts über seine Tochter wusste, dass er so gut wie nicht an ihrem Leben teilgenommen hatte.

Ebenso trifft er bei seiner Recherche im Leben seiner Tochter auf einen alten Studienkollegen von der Humboldt-Uni. Noch zu Zeiten der DDR hatten beide einen Auseinandersetzung, die dazu führte, dass seinem Kommilitonen die Karriere verbaut wurde.

Die Vergangenheit hat Mühlberger eingeholt und verdrängte Gefühle gelangen wieder an die Oberfläche. Doch was hat die alte Geschichte mit dem Tod seiner Tochter zu tun?

Eva Förster hat in dieser Erzählung die Schicksalsschläge im Leben eines Mannes zusammengebracht, der das Alte längst vergessen hatte. Zielstrebig für sie den Leser immer weiter zu der Frage, was da tatsächlich vorgefallen sein könnte. Neue Erkenntnisse führen zunächste zu Überraschungen und enden schließlich mit einer Wendung und einer Auflösung, die nicht gerade ein Happy End darstellt, aber doch plausibel als Abschluss hingenommen werden kann.

Bis auf Wolfgang Mühlberger sind die Figuren nicht mit allzuviel Tiefe ausgestattet. Sie sind funktional und nachvollziehbar in ihren Handlungen und Reaktionen.

Die Dialoge werden sparsam eingesetzt, schließlich spielt sich aber auch viel im Kopf des Protagonisten ab . Unendlich lange Gespräche werden die Leser suchen müssen. Mich hat es aber auch nicht gestört.

Mir hat die einfühlsame Geschichte gefallen und die sich entwickelnden Fragestellungern waren für mich spannend genug, um weiterzulesen, damit sie mir beantwortet wurden. Es ist mitnichten ein Kriminalroman, was auch niemand behauptet hat, und dennoch wird der Schuldige an einem Tod gesucht. Das geschieht mit einem Blick in den Kopf der Hauptfigur. Aufgrund der Kürze der Erzählung für jeden an Geschichten Interessierten schnell zu konsumieren.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 04.02.2025

schräher thrillöer mit humor und Spannung

Jackdaw
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Dieser Thriller von Daniel Cole ist ein etwas schräger, aber dennoch sehr spannender und humorvoller Thriller, den ich besonders genossen habe. Ich kannte diesen Autor noch nicht und bin erfreut, ihn jetzt ...

Dieser Thriller von Daniel Cole ist ein etwas schräger, aber dennoch sehr spannender und humorvoller Thriller, den ich besonders genossen habe. Ich kannte diesen Autor noch nicht und bin erfreut, ihn jetzt kennengelernt zu haben.

Der Roman fängt an mit diesen Wahnsinns-Klickzahlen in den sozialen Medien. Da sind Fotos aufgetaucht, die in Windeseile über zwei Millionen Klicks gesammelt haben und immer noch zählen. Und was ist drauf? Ein enthaupteter Promi-Körper, meine Damen und Herren! Einfach der Wahnsinn, oder nicht?

Na klar! Die Tatsache, dass es hier eine Leiche gibt und jemandes Kopf ab ist, ist total echt. Kein Fake! Detectiv Scarlett Delaney und ihr Ermittlungspartner Frank schnappen sich den Fall und legen los mit dem Ermitteln.

Derlaney hat es schwer bei der Polizei, denn sie ist die Tochter eines Serienmörders. Ihre Kollegen warten nur auf den Moment, dass auch sie zu einer Serienmörderin mutiert und mobben sie teilweise dafür. Schlechte Witze sind an der Tagesordnung. Frank hat von Anfang an zu ihr gehalten und ist sowas wie ein Mentor und väterlicher Freund. Vor Jahren hatte er sogar mit dem Gedanken gespielt, Delaney zu adoptieren.

Doch bei dem jetzigen Fall, es ist nicht der erste mit einer Enthauptung, wittert sie ihre Chance, allen zu beweisen, was sie drauf hat. Um den mysteriösen Killer Jackdaw zu fassen und damit endlich die Anerkennung zu bekommen, die ihr zusteht, ist sie zu allem bereit.

An einem Tatort trifft sie einen ungewöhnlichen Herrn, der ebenfalls ihr Vater hätte sein können. Das Besondere aber ist, dass dieser Mann an dem Ort eigentlich gar nichts zu suchen hat. Als sie ihn zur Rede stellt, meint er, er wäre Preivatdetektiv und von dem Vater des einen Opfers beauftragt worden, den Mörder zu finden, weil der der Polizei nicht traue. Dann macht er Delaney einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Und sie ist bereit zur Zusammenarbeit mit Henry Devlin, diesem zwielichtigen Privatdetektiv. Doch dabei gerät sie immer tiefer in eine düstere Welt voller Halbwahrheiten und Lügen. Für ihren Erfolg wagt sie immer mehr und überschreitet Grenzen. Schließlich wird Delaney klar, dass sie nicht nur einen Mörder jagt. Sie selbst steht auch auf dessen Liste. Es könnte ein tödlicher Fehler gewesen sein, den Menschen in ihrer Umgebung zu vertrauen …

Die Spannung dieses Thrillers wird natürlich in verschiedenen Ebenen aufgebaut. So erfährt der Leser zusätzlich zu dem zunächst bestialisch ermordeten Mädchen von 38 weiteren Mädchen, dir irgendwohin geliefert werden soll. Ebenso gibt es Einblicke eines KIllers und es gibt Aufträge und Verhandlungen.

Als Leser wird man mit seinen Gedanken also nicht nur bei der Ermittlungsarbeit festgehalten. Wie dies alles zusammenhängt, macht den Roman zu einem Pageturner.

Besonders unterhaltsam wird der Roman aber nicht nur wegen der Spannung, sondern er steckt voller Humor und Situationskomik. Man liest ihn quasi mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Schaut euch nur die krummbeinige Katze von Delaney an, die sie liebevoll Alkie nennt, weil sie mit ihren drei Beinen schwankt wie ein Betrunkener.

Und dann gibt es noch Delaney und Devlin, die sich zusammentun und ihren Wettkampf austragen, wer Jackdaw als Erster erwischt. Einfach köstlich!

Spannende und sehr amüsante Jagd nach einem bestialischen Serienkiller und deshalb höchste Empfehlung meinerseits.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 22.01.2025

Spannung, Spannung, Spannung!

Einsame Nacht
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Dies ist ein Kriminalroman um Kate Linville und Caleb Hale, der wieder in der Region um York beheimatet ist. Er passt eigentlich richtig zu Weihnachten, denn die Handlung beginnt kurz vor Weihnachten und ...

Dies ist ein Kriminalroman um Kate Linville und Caleb Hale, der wieder in der Region um York beheimatet ist. Er passt eigentlich richtig zu Weihnachten, denn die Handlung beginnt kurz vor Weihnachten und geht gerade bis ins neue Jahr hinein. Ein richtig schöner Schmöker für die kalte Jahreszeit.

Mitten in den Mooren nördlich von York fährt eine Frau durch die kalte Dezemberlandschaft. Dabei sieht sie ein anderes Fahrzeug am Rand der Straße stehen. Es ist das Fahrzeug einer Bekannten von ihr, die bei ihr einen Kochkurs besucht.

Anna wundert sich, dass ein Mann zu der Bekannten in das Auto steigt. Noch dazu in dieser unwirtlichen Gegend. Obwohl sie diese Beobachtung sehr verwirrt und in den nächsten Tagen auch belastet, will sie diese Beobachtung nicht der Polizei melden. Sie redet sich ein, dass es gute Gründe für ihre Bekannte und diesen Mann geben wird.

Doch am nächsten Morgen wird ganz in der Nähe eine tote Frau in einem Auto gefunden. Es ist nicht dieselbe Stelle, sondern noch ein Stückchen weiter auf einem Feldweg.

Zwar beschleicht Anna ein ganz schlechtes Gewissen, aber immer noch will sie sich nicht bei der Polizei melden. Schließlich weiß sie ja nicht, was es mit dem Mann auf sich hat. War es ein Freund? War es ein Fremder? Oder war es gar der Mörder, der bei ihrer Bekannten ins Auto gestiegen war?

Von diesem aktuellen Mord geht es für die Ermittlerin Kate Linville, die zudem gerade eine neue Chefin erhalten hat, schnell entlang einer Spur in die Vergangenheit. Offenbar ein Cold Case, der seinerzeit von Caleb Hale nicht gelöst werden konnte.

Das Figurenensemble wurde von Charlotte Link mit besonderer Dramaturgie zusammengestellt. Dabei sind nicht alle Figuren einfach in gut und böse ein teilbar, um sie leicht erkennbar zu machen. Aber es gibt auch Figuren, die ich persönlich so gar nicht mag, oder welche, deren Verhalten mir nicht zusagen. Da ist z.B. Anna, die offenbar nichts auf die Reihe bekommt und definitiv keine noch so winzige Entscheidung treffen kann. Obwohl sie eine der Hauptfiguren ist, hat sie mir gr nicht gefallen. Aber es ist letztendlich bemerkenswert, was die Autorin sie schließlich machen lässt.

Aber nicht nur in Sachen Anna, sondern eigentlich auf jeder Seite muss man als Leser damit rechnen, dass sich eine Situation komplett ins Gegenseitige wandelt.

Doch das Verhalten der Hauptermittlerin Kate in Bezug auf ihren ehemaligen Chef Caleb hat mich manchmal rasend gemacht. So treffsicher sie mit ihrem Bauchgefühl und Analysen bei der Aufklärung der Verbrechen ist, so daneben liegt sie dabei ihrem alten Boss gegenüber. Aber ich möchte mit meiner Kritik an diesen Figuren nicht über das Ziel Hinausschießen. Schließlich sind dies die Gewürze, die einen Roman verdammt spannend machen. Ohne die ein Krimi Recht fade wirken würde.

Insgesamt bietet „Einsame Nacht“ von Charlotte Link eine fesselnde Lektüre, die nicht nur durch die interessante Region der Handlung besticht, sondern auch mit stetigen Wendungen und neuen Erkenntnissen in den Ermittlungen begeistert. Die geschickte Verknüpfung eines aktuellen Mordfalls mit einem Cold Case sorgt für zusätzliche Spannung und macht das Buch äußerst unterhaltsam. Wenn ihr in die düstere Atmosphäre und die packende Story eintauchen wollt, kann ich euch dieses Kriminalroman nur wärmstens empfehlen! Vergesst nicht, uns auf unseren sozialen Medien zu folgen, um keine Neuigkeiten und spannende Diskussionen zu verpassen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 11.01.2025

auf der Jagd nach einem serbischen Kriegsverbrecher in San Francisco

Die 18. Entführung
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In diesem Thriller stehen die tollkühnen Ermittlerinnen des Women’s Murder Club vor einer schockierenden Entführung, die alles auf den Kopf stellt. Lass uns gemeinsam in die Welt der packenden Ermittlungen ...

In diesem Thriller stehen die tollkühnen Ermittlerinnen des Women’s Murder Club vor einer schockierenden Entführung, die alles auf den Kopf stellt. Lass uns gemeinsam in die Welt der packenden Ermittlungen eintauchen und herausfinden, was diese Geschichte so fesselnd macht!

Nach einer gemeinsamen Nacht in einer Kneipe verschwinden drei Lehrerinnen ohne eine Spur zu hinterlassen. Als eine von ihnen ermordet aufgefunden wird, erkennt Detective Lindsay Boxer vom San Francisco Police Department, dass sie nur noch sehr wenig Zeit hat, um die beiden anderen Frauen lebendig zu finden.

Eine Frau Anna aus Bosnien, die seit der Flucht von dort in den USA lebt, erkennt bei sich in der Nähe einen serbischen Kriegsverbrecher. Der war zwar in Den Haag verurteilt worden, musste jedoch nicht in Haft sein. Sie hatte all die Jahre geglaubt, dass er tot wäre. Plötzlich steht er leibhaftig vor ihr. Anna versucht, ihm mit dem Fahrrad zu folgen, erleidet jedoch einen kleinen Unfall. Joe Molinari hilft ihr auf und erfährt ihre Geschichte. Er beschließt, ihr zu helfen.

Deshalb arbeitet Lindsays Ehemann, Special Agent Joe Molinari vom Federal Bureau of Investigation an diesem scheinbar aussichtslosen Fall. Nachdem Anna ihm die Geschichte von sich und diesem berüchtigten Kriegsverbrecher aus Serbien berichtet hat, setzt er alles daran, um für sie Gerechtigkeit zu erwirken. Als Joes Informantin dann plötzlich ebenfalls zu den verschwundenen Frauen gehört, stoßen die beiden Fälle aufeinander. Joe, Lindsay und der Women’s Murder Club müssen erneut ihre Kräfte bündeln, um dieses Monster, das in der Stadt umgeht, aufzuhalten.

In dieser Reihe ist die Variantenvielfalt der Plots mit ihren Unterschieden immer wieder für eine Überraschung gut. Während in vielen Bänden die unterschiedlichen Handlungsstränge durchaus unterschiedliche Fälle bleiben und jeder Fall einzeln innerhalb des jeweiligen Bandes gelöst wird, führen die beiden Stränge in diesem Band ganz gezielt zueinander hin. In dem Moment, als das bosnische Kriegsopfer verschwunden ist, tauchen die ersten Zeichen auf, dass sie von demselben Täter entführt wurde wie zuvor die drei Lehrerinnen.

Der Aufbau dieses Romans ist mehr als passend gemacht. Im Prolog erleben die Leser Lindsay und Joe auf dem Weg in den Gerichtssaal in Den Haag. Danach geht es fünf Jahre zurück in die Vergangenheit und es wird geschildert, wie es dazu kommt, dass die beiden am Internationalen Gerichtshof sind. Ebenso wird dann am Ende des Buches im Epilog das Ergebnis des Prozesses in der Gegenwart weitererzählt. Mit Prolog und Epilog in der Gegenwart und der Handlung dazwischen in einer Rückblende wird eine tolle Klammer und die Jagd nach den Verbrechnern gebildet.

Leider bleiben in diesem Teil die gemeinsamen Treffen des Clubs der vier Ermittlerinnen etwas auf der Strecke. Die Freundinnen treten hier nicht allzu oft in Erscheinung, ausgenommen, die Gerichtsmedizinerin. Wer mehr über diese Thriller-Reihe erfahren möchte, sollte sich unbedingt den Artikel Spannende Thriller-Reihe: Women’s Murder Club von Patterson auf diesem Blog anschauen.

Das ist super gut gemachte Spannung und das Lesen dieses Thrillers gestaltet sich wie ein Film. Kein Wunder, dass mich die Thriller dieser Reihe an solche US-amerikanischen Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI erinnern. »Die 18. Entführung« mit dem Bezug zum den serbischen Kriegsverbrechen in Bosnien ist fesselnd und empfehlenswert.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025