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Veröffentlicht am 10.01.2025

Yuki Castellano und ihr großer Fall

Das 10. Gebot - Women's Murder Club -
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Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Yuki Castellano mit italienisch-japanischen Wurzeln wurde von James Patterson und seiner Co-Autorin Maxine Paetro haben sich in diesem Band als Hauptplot ausgewählt. ...

Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Yuki Castellano mit italienisch-japanischen Wurzeln wurde von James Patterson und seiner Co-Autorin Maxine Paetro haben sich in diesem Band als Hauptplot ausgewählt. Ein großer Teil des Geschehens spielt sich also im Gerichtssaal ab. »Das 10. Gebot« ist der zehnte Band um den Frauen-Mord-Club, den ermittelnden vier Freundinnen um Lindsay Boxer vom SFPD.

Das 10. Gebot« beginnt im Prolog mit der Hintergrund-Geschichte, die sich über alle Romane dieser Reihe zieht. Sergeant Lindsay Boxer vom SFPD steht vor dem Traualtar, um ihren langjährigen Lebensgefährten Joe Molinari zu heiraten. Anschließend kehrt sie an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurück. Sie hat einen neuen Chef. Ursprünglich hatte Lindsay das Angebot erhalten, Chef der Mordkommission zu werden. Das hatte sie allerdings abgelehnt, weil sie trotz mehrmaliger Anrufe nicht ans Telefon gegangen war, obwohl sie von diesem Angebot wusste. Der Posten ging an einen Neuzugang in San Francisco und hieß also Brady, der erst vor vier Wochen von Florida nach San Francisco versetzt worden war.

Dieser gibt ihr gleich an ihrem ersten Tag nach der Hochzeit einen Fall, der ziemlich mysteriös wird, denn es wurde 15jähriges Mädchen gefunden. Sie lag vollkommen erschöpft am Straßenrand und wäre beinahe verstorben, wenn nicht ein älteres Ehepaar sie dort gesehen und in die Klinik gebracht hätte. Schnell stellt sich heraus, dass dieses Mädchen gerade ein Baby entbunden hat. Doch das Baby ist verschwunden. Lindsay muss mit ihrem Team das Baby finden. Dazu müssen sie herausfinden, was mit dem Mädchen passiert ist. Doch das Mädchen schweigt, sie will nicht mit der Polizei zusammenarbeiten. Und es stellt sich heraus, dass sie betäubt worden war und deshalb über mehrere Stunden nicht weiß was passiert ist. Aber offenbar war sie vergewaltigt worden.

In kurzer Zeit erfährt Lindsay mit ihrem Team von zwei weiteren Frauen, die über mehrere Stunden betäubt worden und vergewaltigt worden sind.

Parallel dazu versucht Yuki Castellano ihre Angeklagte ins Gefängnis zu bringen. Sie soll ihren Mann im gemeinsamen Haus erschossen haben. Die beiden Kinder waren oben in ihren Zimmern. Alle Indizien weisen darauf hin, dass die Ehefrau tatsächlich ihren Mann getötet hat. Die Ehe lief nicht mehr gut. Doch der Verteidiger ist der Meinung, dass wegen der offensichtlichen Indizienlage nicht in alle notwendigen Richtungen ermittelt wurde.

Er bittet Lindsay, den für das SFPD seit einem Jahr angeschlossenen Fall nochmal aus anderer Sicht zu betrachten. Lindsays Bauchgefühl sagt ihr, dass durchaus Zweifel an der Schuld der Angeklagten be4stehen könnten. Yuki ist erbost darüber, dass ihre Freundin ihr die Angeklagte wegnehmen will. Yuki Castellano hat generell viel Pech mit ihren Angeklagten und sie braucht so sehr endlich einen Fall, den sie gewonnen hat.

Es ist immer wieder unterhaltsam zu verfolgen, mit wie vielen Details die Autoren in den Strängen aufwarten. Gerade bei mehreren Strängen vermutet man häufig, dass sie am Schluss zu einem einzigen Strang führen. Das ist hier aber nicht der Fall.

Jedoch wird alles, was als Szene einmal begonnen hat, am Ende auch aufgelöst. Vor lauter Gerichtsprozess hatte ich beinahe einen der Stränge total vergessen. Als sich der Thriller gefühlt mit dem Ende des Prozesses zum Ende neigte, wurde ein am Beginn aufgemachter Strang weitererzählt und ich wurde daran erinnert, dass es noch viele Seiten bis zum Ende des Romans sind.

Das ist super gut gemachte Spannung und das Lesen dieses Thrillers gestaltet sich wie ein Film. Kein Wunder, dass mich die Thriller dieser Reihe an solche US-amerikanischen Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI erinnern. »Das 10. Gebot« mit Yuki Castellano, dem Küken im Club, ist genauso fesselnd und empfehlenswert.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 23.12.2024

Zwischen Ehrenmord und Diebstahl

Sinnlos
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Dieser Roman ist der siebte Fall für den Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team, den der Autor Thomas Michael Glaw nun veröffentlicht hat. Es ist ein Kriminalroman aus der Münchner Kunstszene, ...

Dieser Roman ist der siebte Fall für den Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team, den der Autor Thomas Michael Glaw nun veröffentlicht hat. Es ist ein Kriminalroman aus der Münchner Kunstszene, bei dem sich die Ermittlungen bis nach Wien erstrecken. Für mich ist es der erste Roman von diesem Autor, den ich damit kennengelernt habe.

Der Prolog des Romans eröffnet mit einem Mord, der mysteriös bleibt. Das weibliche Opfer liegt im Visier des nachtlichttauglichen Zielfernrohrs. Ihren Blick richtet sie über den Fluss, ohne wirklich hinzuschauen, bevor sie den Kopf abwendet. Dann erfolgt auf der anderen Seite des Flusses ein sanfter Druck auf den Abzug. Ein Zischen in der Luft. Das Opfer kippt nach hinten und bricht zusammen. Mysteriös ist dieser Einstieg schon, denn „Zischen in der Luft“? Mehr als interessant.

Der Roman startet nicht mit einem toten Körper, sondern mit dem brutalen Mord an einer jungen Dame. Man erlebt als Leser hautnah mit, wie die junge Frau beinahe sieht, wie ihr Leben durch einen Schuss endet. Die Mordkommission unter der Führung von Kriminalrat Benedict Schönheit wird überrascht und bekommt die Aufgabe, sich mit diesem Fall zu befassen.

Benedict Schönheit, der Hauptcharakter, ist ein verführerischer Mann, der geschickt mit Frauen umgeht. Dies wird durch seine Beziehungen zu drei unterschiedlichen Frauen deutlich. Einerseits hat er eine Lebensgefährtin namens Martina, die Journalistin ist. Andererseits lernt er in diesem speziellen Fall die junge Kunststudentin Eva kennen. Zudem gibt es eine Wiederbegegnung zwischen ihm und Monika, einer ehemaligen Studienkollegin, die nun Staatsanwältin im aktuellen Fall ist.

Obwohl die Tote die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, stammt sie aus dem Libanon. Vor vielen Jahren kam sie im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern als Asylbewerber nach Deutschland und erhielt Anerkennung. Vor einiger Zeit hat sich ihr Vater radikalisiert und ist zu einem extrem fanatischen Muslim geworden, der die Frauen der Familie vollständig unterdrückt. Die Tote konnte es zu Hause nicht mehr aushalten, insbesondere nachdem sie gezwungen werden sollte, einen Cousin zu heiraten. Sie floh nach München, versteckte sich vor ihrem Vater und ihrem sogenannten Verlobten und begann ein Studium an der Kunsthochschule. Nebenbei schrieb sie unter einem Pseudonym für die Süddeutsche Zeitung.

Der Autor lässt den Leser nicht lange Zeit, um in das Setting, welches hauptsächlich in München lokalisiert ist, gemütlich einzusteigen. Es geht sofort mit den Ermittlungen los und als Leser lernt man dabei die Mitarbeiter und Bekannten von Schönheit kennen. Es ist ein breit gefächertes Figurenensemble, von denen jeder seine Macken und Vorzüge hat und die dem Leser durchaus sympathisch sein können. Unterstützt wird dieses Ensemble durch eine Figurenliste zu Beginn des Romans, in welcher neben dem Namen ein Einzeiler steht, der etwas zu der Figur aussagt. Das ist mal etwas Anderes.

Weniger Tippfehler wären wünschenswert, da fehlende Wörter oder Buchstaben den Lesefluss in »Sinnlos« erheblich beeinträchtigen. Oft ist es notwendig, den Satz mit einer korrigierten Version im Kopf nochmals zu lesen, um ihn verstehen zu können. Ich persönlich mag mich auch nicht gerne mit langen, bis zu 60 Seiten langen Kapiteln auseinandersetzen. Da habe ich es lieber kurz und knackig und freue mich, wenn mich ein Autor darin unterstützt.

»Sinnlos« von Thomas Michael Glaw ist ein spannendes Buch, das mit einem raschen Einstieg in die Handlung überzeugt. Die vielen Irrwege und Wendungen halten die Leser auf Trab, während die zahlreichen Figuren eine willkommene Ablenkung bieten. Besonders das sympathische und menschliche Team sticht hervor, ergänzt durch witzige Frotzeleien und eine schleichende Romantik, die sowohl im als auch außerhalb des Teams für interessante Dynamiken sorgt.

Allerdings gibt es einige Schwächen. Die zahlreichen Tippfehler und teils fehlenden oder falschen Worte trüben das Lesevergnügen erheblich. Zudem sind die Kapitel oft zu lang, was den Lesefluss stören kann.

Insgesamt ist es ein unterhaltsamer Krimi, der trotz seiner Mängel aufgrund der fesselnden Ermittlungen und der lebendigen Figuren lesenswert bleibt. Ideal für Fans von kniffligen Rätseln und humorvollen Teamdynamiken!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 20.12.2024

Mittelalter live – ein faszinierendes und mitreißendes Erlebnis

Die Entscheidung der Hebamme
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Die aus Aschersleben stammende Autorin Sabine Ebert setzt in ihrem dritten Band der Hebammen-Saga mit dem historischen Roman »Die Entscheidung der Hebamme« die Geschichte von Marthe und Christian fort.

Es ...

Die aus Aschersleben stammende Autorin Sabine Ebert setzt in ihrem dritten Band der Hebammen-Saga mit dem historischen Roman »Die Entscheidung der Hebamme« die Geschichte von Marthe und Christian fort.

Es ist das Jahr 1179. In Magdeburg wirft Kaiser Barbarossa Heinrich dem Löwen den Fehdehandschuh während des Hoftags zu. Dies wird unweigerlich zu einem Krieg führen, der Christian und Marthe täglich die Sorge bringt, dass er auch ihr Dorf auf die eine oder andere Weise in die Turbulenzen hineingezogen wird.

Am Ende entscheidet sich Christians Lehnsherr, der Markgraf Otto von Meißen dafür, Christian als einen seiner Heerführer in den Kampf mitzunehmen, während Marthe vor einer anderen, sehr schwierigen Aufgabe steht: Otto hat nämlich während des Kriegszuges seinem machthungrigen ältesten Sohn das Kommando über die Christiansdorfer Burg von Marthe und Christian übergeben. Marthe und ihre einzigartigen Kräfte, die er für Zauber hält, sind ihm schon lange ein Ärgernis …

Sabine Ebert hat viele Aspekte der deutschen Geschichte im Mittelalter zu unterhaltsamen und spannenden Strängen ihrer Handlung gemacht. Ein Beispiel dafür sind die Hoftage, bei denen sich die höhergestellten Herren versammelten, um wichtige Angelegenheiten zu besprechen. Diese Treffen waren oft von Intrigen und politischen Ränkespielen geprägt. Ein berühmtes Ereignis aus dem Mittelalter war der Zwist zwischen König Barbarossa und Heinrich dem Löwen. Ihre Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss prägten die Geschichte dieser Zeit. Diese politischen Intrigen sind einer der Handlungsstränge, die für Spannung sorgen.

Ein weiterer spannender Strang in »Die Entscheidung der Hebamme« ist der Silberbergbau in Sachsen. Damals war der Bergbau eine bedeutende Einnahmequelle und führte zu wirtschaftlichem Wohlstand in der Region. Die Autorin lässt ihre Protagonisten ein wohlhabendes Dorf aufbauen, welches aber durch machtgierige Schnösel gefährdet wird. Somit gestaltet sie einen spannenden Strang, der sich im Rahmen der Familien abspielt, die in Machtkämpfe verwickelt werden, obwohl sie nur ein gutes Leben für sich und andere aufbauen wollen. Die Ungerechtigkeit und Skrupellosigkeit in diesen Strängen lassen den Leser mit gemischten Gefühlen zurück.

In einem historischen Roman sind die Anfangsseiten mit einer Zusammenstellung der in der Geschichte auftretenden Figuren beinahe unentbehrlich. Diese Figuren werden sorgfältig unterschieden in echte historische Persönlichkeiten und fiktive Figuren, die für die dramatische Gestaltung dienen. Diese Aufstellung erweist sich als äußerst nützlich und ermöglicht ein bequemes Nachschlagen.

Die Entscheidung der Hebamme ist ein fesselndes Buch, das historische Fakten mit einer spannenden fiktiven Geschichte um Marthe und Christian verbindet. Die Autorin schafft es, die Intrigen am Hofe und in der Familie lebendig zu beschreiben, sodass man die Figuren richtiggehend ins Herz schließt. Die Mischung aus Geschichte und Drama macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Perfekt für alle, die sich für historische Romane interessieren, aber auch für Profis, die einen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit werfen möchten. Ein absolutes Muss für Bücherliebhaber!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Spannend und kriminell mit einem Täter, der die Stadt erpresst

Das 9. Urteil - Women's Murder Club -
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Der neunte Band um den Frauen-Mord-Club mit dem bezeichnenden Titel »Das 9. Urteil« und Lindsay Boxer vom SFPD von James Patterson und seiner Co-Autorin Maxine Paetro ist wieder etwas anders als die Bände ...

Der neunte Band um den Frauen-Mord-Club mit dem bezeichnenden Titel »Das 9. Urteil« und Lindsay Boxer vom SFPD von James Patterson und seiner Co-Autorin Maxine Paetro ist wieder etwas anders als die Bände zuvor. Spielten zuvor häufig familiäre Probleme der Hauptfiguren auch eine Rolle bei der Erzeugung von Spannung, so bleiben die Familien zum größten Teil in diesen Band außen vor.

Was jedoch beibehalten wird, ist die Tatsache, dass mehrere Kriminalfälle parallel behandelt werden.

Es beginnt mit einem Einbruch. In dem Haus bzw. in der Villa eines berühmten und attraktiven Schauspielers und seiner Gattin durchsucht eine Einbrecherin die Gemächer nach Schmuck. Dabei wird sie überrascht, weil sie beim Davonstehlen an etwas stößt und Lärm verursachte, was die Bewohner aufweckt. Die Einbrecherin muss fliehen. Unmittelbar nach dem Einbruch wird die Ehegattin und Bestohlene tot aufgefunden.

Detective Lindsay Boxer vom SFPD ermittelt wegen Raubmords. Ihre Freundin Cindy vom Chronicle, die bislang über die Juwelendiebin berichtet hat und ihr den Namen „Hello Kitty“ gab, hofft auf weitere brisante Infos für ihre Zeitung.

Kurze Zeit darauf erfährt die Einbrecherin aus dem Fernsehen, dass die Ehefrau des berühmten Schauspielers bei dem Einbruch ermordet wurde. Die Schlagzeilen kochen hoch mit den Hinweisen, dass der seit einigen Wochen umtriebige Einbrecher nun einen Mord begangen hat. Das mag die Einbrecherin gar nicht auf sich sitzen lassen.

Doch inzwischen geht der Polizei und der Mordkommission ein anderer Fall geht ihr viel näher: Ein skrupelloser Mörder macht in den Parkhäusern der Shopping Malls Jagd auf junge Familien. Als Lindsay eine erste heiße Spur verfolgt, wird ein Bombenanschlag auf sie verübt. Jetzt geht die Angst um in San Francisco; besorgte Bürger fangen an, sich zu bewaffnen. Und während der Mörder die Stadt in Atem hält, trifft im Polizeirevier ein Paket mit gestohlenen Juwelen ein. Ist die Einbrecherin der Schlüssel zu der unheimlichen Mordserie …?

Allerdings hat die Polizei und die Mordkommission jetzt einen anderen Fall, der ihnen viel näher geht: Ein grausamer Mörder jagt junge Mütter mit ihren Babys in den Parkhäusern der Einkaufszentren. Wie aus dem Nichts heraus bringt der Täter die Mütter brutal und knallhart um, erschießt auch die meist nicht über ein Jahr alten Babys. Keinem wird klar, warum er auch diese kleinen Kinder umbringt, denn als Zeugen wären sie mit Sicherheit zwecklos. Lindsay verfolgt eine erste vielversprechende Spur, als plötzlich ein Bombenanschlag auf sie verübt wird. Die Angst breitet sich nun in San Francisco aus und besorgte Bürger beginnen, sich zu bewaffnen. Vor lauter Wut über den Kindesmörder hat die Gerichtsmedizinerin Claire vor laufenden Kameras dazu aufgerufen.

Leser werden durch beide Handlungsstränge gefesselt und vermuten zu recht eine Verbindung zwischen ihnen. Dies ist eine gezielte dramaturgische Entscheidung von den Autoren James Patterson und Maxine Paetro. Der Thriller wird zusätzlich durch seine extrem kurzen Kapitel von ein bis drei Seiten zu einem regelrechten Pageturner.

Obwohl die meisten Figuren bereits im neunten Teil zusammenarbeiten, finden auch in ihrem persönlichen Umfeld ständige Veränderungen statt. Während die vier Freundinnen im Mittelpunkt stehen, haben sie auch Ehepartner, Lebenspartner, Ex-Partner sowohl privat als auch beruflich, sowie Kinder usw. Die vier Freundinnen, die sich selbst als Frauen-Mord-Club bezeichnen, sind Detective Lindsay Boxer vom SFPD, Gerichtsmedizinerin Claire Washburn, stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Yuki Castellano und die Journalistin Cindy Thomas vom Chronicle.

Es gab bereits eine Menge aufregender Konflikte in ihrem Umfeld, was die Leser neugierig darauf macht, ob es neue geben wird und wie sie gelöst werden. Durch die Einbeziehung dieser Figuren in die Handlungen werden sie menschlicher. Die Ermittler, neben denen es neben Lindsay weitere gibt, mutieren nicht zu Superhelden, sondern sind verletzlich, angreifbar und manchmal am Boden zerstört. Dies geschieht manchmal auch sehr humorvoll, wie im vorliegenden Thriller, in welchem Lindsay Boxer vom SFPD eine ganz besondere Herausforderung bestehen muss.

Der Thriller wird aus zwei verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was ihn äußerst interessant macht. Lindsay Boxer gibt alle Ereignisse rund um sich selbst als Ich-Erzählerin wieder. In Szenen, in denen Boxer keine Rolle spielt oder nicht vorkommt, erzählt ein auktorialer Erzähler in der dritten Person. Die Unterschiede dieser beiden Perspektiven wirken jedoch beim Lesen keineswegs störend, sondern sind eher eine smarte Abwechslung. Wenn Boxer erzählt, wird es halt etwas persönlicher und vielleicht auch emotionaler, denn sie kann ihrer Wut freien Lauf lassen.

Liebhaber von US-amerikanischen Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI werden sich in den Thrillern des Woman’s Murder Club sofort heimisch fühlen. Die Reihe bietet alles, was man sich wünscht: Spannung, Ermittlungsarbeit, persönliche Konflikte und SWAT-Einsätze. Genau das macht auch Das 9. Urteil mit Lindsay Boxer vom SFPD so fesselnd und für mich empfehlenswert.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 14.12.2024

Der Totmacher treibt ein fieses Spiel mit den Detectives

I Am Death. Der Totmacher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 7)
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Dies ist ein Thriller von Chris Carter aus der Reihe um die Detectives Hunter und Garcia vom Los Angeles Police Department.

Was mit einer Entführung beginnt, entwickelt sich nach kurzer Zeit zu einem ...

Dies ist ein Thriller von Chris Carter aus der Reihe um die Detectives Hunter und Garcia vom Los Angeles Police Department.

Was mit einer Entführung beginnt, entwickelt sich nach kurzer Zeit zu einem Tötungsdelikt. Vor dem Los Angeles International Airport wird eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. Sie ist auf einem freien Feld auf besondere Weise drapiert. Der anonyme Anrufer, der die Leiche meldet, kann nicht in der Nacht nicht mal einfach so gesehen oder gefunden haben. Doch die Gerichtsmedizinerin macht einen ganz besonderen und unzweifelhaften Fund. Im Hals der Leiche steckt ein Zettel mit einer Botschaft: Ich bin der Tod.

Nur Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia sind in der Lage, den Täter aufzuspüren. Rasch entwickeln sie einen anfänglichen Verdacht. Doch plötzlich taucht eine weitere Leiche auf und erneut findet sich die Botschaft an der Leiche: Ich bin der Tod. Somit beginnt ein grausames Spiel …

Abgesehen von der Spannung, die den Leser an diesem Thriller nicht zuletzt auch wegen der extrem kurzen Kapitel kleben lässt, ist es immer wieder erschreckend, mit welcher Offenheit Chris Carter die Brutalität beschreibt. Leser sollten sich darauf einstellen, detaillierte und blutige Details über die Opfer und die Methoden des Killers zu lesen.

Auf ganz besondere Weise hat der Autor die parallelen Stränge miteinander verbunden. Damit ergibt sich eine extravagante Spannung, denn schließlich geht man als Leser davon aus, dass die Stränge früher oder später zusammengeführt werden. Aber mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Neben den sympathischen Hauptfiguren, die ich jetzt nicht zum ersten Mal in Aktion erleben durfte, gefallen mir besonders die Schauplätze in Los Angeles, die die Leser bereits aus den Krimis und Thrillern anderer Autoren wie Michael Connelly kennen. Sich in Downtown LA oder im PAB, dem Police Administration Buildung, oder in den Hollywood Hills oder der Santa Monica Pier wenn auch nur virtuell herumzutreiben, macht einfach Spaß.

Und mindestens genau soviel Spaß macht der gesamte Thriller, den ich sehr gerne empfehle.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024