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Veröffentlicht am 17.08.2022

Ein hoffnungsvolles Buch

Das Buch der Hoffnung
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Jane Goodall gehört vermutlich zu den bekanntesten Menschen der Welt. Doch außer der Tatsache, dass sie mit Affen gearbeitet hat, wusste ich bisher wenig über die mittlerweile 88-jährige. Daher habe ich ...

Jane Goodall gehört vermutlich zu den bekanntesten Menschen der Welt. Doch außer der Tatsache, dass sie mit Affen gearbeitet hat, wusste ich bisher wenig über die mittlerweile 88-jährige. Daher habe ich mich gefreut, dass mir das Bloggerportal "Das Buch der Hoffnung" als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Hoffnung ist etwas, dass man in der heutigen Zeit, die durch den Klimawandel, die Pandemie und einen Krieg in Europa geprägt ist, sehr gut gebrauchen kann. In ihrem Buch "Das Buch der Hoffnung" widmet sich Jane Goodall gemeinsam mit dem Autor Douglas Abrams ganz dem Thema Hoffnung. Dabei ist es ganz wichtig Hoffnung nicht mit Wunschdenken zu verwechseln.

"Man hofft, dass etwas geschehen wird, legt aber die Hände in den Schoß. Tatsächlich ist eine solche passive Haltung das genaue Gegenteil von echter Hoffnung, denn diese erfordert Handeln und Engagement."

Das Buch ist in Interviewform geschrieben. Dazu hat Douglas Abrams Jane Goodall mehrmals besucht und mit ihr gesprochen. Jane Goodall erzählt viele Geschichten, die sie in ihrem ausgefüllten Leben erlebt hat. So erfahren wir, dass sie bereits vielen Menschen auf der Welt geholfen hat, wieder zu hoffen. Sie berichtet u.a. über das Roots & Shoots-Programm bei dem sich weltweit in rund 50 Ländern Kinder und Jugendliche für Menschen, Tiere und die Umwelt engagieren. Koordiniert werden diese vom Jane Goodall Institut.

Mit ihren Geschichten zeigt sie uns, dass es möglich ist, auch mit kleinen Dingen Großes zu bewirken. Besonders bewegend fand ich zwei Geschichten über schwer geschädigte Bäume, die dennoch wieder geheilt werden konnten. Zwei fünfhundert Jahre Kampferbäume wurden beim Atombombenabwurf auf Nagasaki stark beschädigt. Von den Bäumen waren nur noch die unteren Hälften vorhanden und sie trugen keine Blätter mehr. Doch die Bäume haben überlebt und tragen bis heute jedes Jahr wieder neue Blätter. Ein chinesischer Birnbaum wurde bei den Terroranschlägen vom 11. September verschüttet. Der Baum war fast vollständig zerstört. Nur ein Ast zeigte noch Leben. Die junge Frau, die den Baum aufgespürt hatte, verhinderte dessen Entsorgung. Er konnte in einer Baumschule geheilt werden und steht nun wieder am Ground Zero. Diese Bäume sind zu Symbolen der Hoffnung geworden. Diese beiden Beispiele zeigen, dass die Natur starke Heilungskräfte besitzt. Wenn wir ihr etwas Unterstützung gewähren, können wir so vielleicht immer noch das Ruder herumreißen und den menschgemachten Klimawandel stoppen.

Mit ihren 88 Jahren kann Jane Goodall auf ein langes Leben zurückblicken, in dem sie nie die Hoffnung verloren hat. Nun liegt es an uns, ihr Lebenswerk fortzusetzen und auf eine bessere Welt zu hoffen.

"Ich empfinde Ehrfurcht und Faszination für diese Welt, in der wir leben. Aber wir zerstören sie, bevor wir sie ganz verstanden haben. Wir halten uns für intelligenter als die Natur, aber das sind wir nicht. Der menschliche Verstand ist ein Wunder, ja, aber wir sollten demütig sein und anerkennen, dass die Natur erheblich intelligenter ist."

Mir hat "Das Buch der Hoffnung" sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass es von möglichst vielen Menschen gelesen wird und so noch mehr Menschen dazu bringt, die Hoffnung nicht aufzugeben und etwas zu tun, denn wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.

Veröffentlicht am 15.08.2022

Wissen für Kids

MINT - Wissen gewinnt! Das große Usborne-Buch über das Universum
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"Das große Usborne-Buch über das Universum" aus der Reihe "MINT - Wissen gewinnt!" bietet einen guten Überblick über das Universum. Kinder ab 9 Jahren erfahren viel wissenswertes über unser Sonnensystem ...

"Das große Usborne-Buch über das Universum" aus der Reihe "MINT - Wissen gewinnt!" bietet einen guten Überblick über das Universum. Kinder ab 9 Jahren erfahren viel wissenswertes über unser Sonnensystem mit seinen Planeten. Jeder der acht Planeten wird ausführlich beschrieben. Auch der Zwergplanet Pluto sowie Asteroiden und Kometen werden besprochen. Alles wird durch Grafiken und Fotos veranschaulicht.

Danach folgen die Sterne und Sternbilder. Am Ende wird noch beschrieben, wie ihr den Himmel mit Ferngläsern oder Teleskopen beobachten und auch fotografieren könnt.

Das Buch vermittelt eine Menge Wissen aus dem Bereich der Astronomie. Dabei wird alles so erklärt, dass es auch gut verständlich ist. Es eignet sich für Anfänger, aber auch Kinder mit Vorwissen können noch so einiges dazulernen. Uns gefällt das Buch sehr gut und wird vergeben 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.08.2022

Spannende Ermittlungen in der Unterwelt

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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1922 - Alma Täuber arbeitet als Telefonistin im Kurort Baden-Baden. Sie liebt ihre Arbeit und ist mit Eifer bei der Sache. Eines Tages bekommt sie einen Teil eines Telefonats mit. Eine knarzige Stimme ...

1922 - Alma Täuber arbeitet als Telefonistin im Kurort Baden-Baden. Sie liebt ihre Arbeit und ist mit Eifer bei der Sache. Eines Tages bekommt sie einen Teil eines Telefonats mit. Eine knarzige Stimme sagte etwas von einem erledigten Auftrag und dass die Frau bei den Kolonaden zu finden sei. Diese merkwürdige Stimme geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als sie dann in der Zeitung liest, dass an den Kolonaden eine ermordete Frau gefunden wurde, meldet sie sich bei der Polizei. Diese will aber gar nicht richtig zuhören. Sie halten die Tote für eine Prostituierte und wollen den Fall schnell wieder schließen.

Lediglich der Kommissarsanwärter Ludwig Schiller hält es für möglich, dass ein Zusammenhang zwischen dem Telefonat und dem Mord besteht. Alma lässt das ganze keine Ruhe. Sie will wissen, wer die Tote ist. Dank ihres Cousins gelingt es ihr, in die Gerichtsmedizin zu kommen und so einen Blick auf die Tote zu werfen. Zu ihrem Erstaunen, hat sie die Tote schon einmal gesehen, doch nur wo?

Charlotte Blum erzählt eine spannende Geschichte um die Telefonistin Alma. Für ihre Ermittlungen im Fall der unbekannten Toten, nutzt sie auch die Hilfe ihres Cousins, der Medizin studiert, ihrer Mitbewohnerin sowie des Kommissarsanwärters Ludwig. Dabei begibt sie sich auch in äußerst gefährliche Situationen. Als sie dann beim Pferderennen auch noch einen weiteren Todesfall fast live miterlebt, kann sie nicht mehr mit ihren Recherchen aufhören, denn auch diesen Fall will die Polizei einfach abhaken. Die Ermittlungsarbeit gefällt ihr so gut, dass sie aufpassen muss, ihren Job nicht zu gefährden. Am Ende sind ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt und wir können sicher sein, dass dies nicht ihr letzter Fall war.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Gesprochen wurde das Hörbuch von Dagmar Bittner, die eine sehr angenehme Stimme hat und diese situationsbezogen gut einsetzt, egal ob im illegalen Casino, auf der Pferderennbahn oder bei einer Verfolgungsjagd. Mich hat das Hörbuch gut unterhalten und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Von mir gibt es 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2022

Die geteilte Stadt

Berlin Friedrichstraße: Tränenpalast
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Nachdem wir in "Novembersturm" den Bau des Bahnhofs Friedrichstraße miterlebt haben, erleben wir diesmal die letzten Kriegsjahre. Während Ella in Berlin bleibt, taucht ihr Sohn Michael unter und geht nach ...

Nachdem wir in "Novembersturm" den Bau des Bahnhofs Friedrichstraße miterlebt haben, erleben wir diesmal die letzten Kriegsjahre. Während Ella in Berlin bleibt, taucht ihr Sohn Michael unter und geht nach Moskau. Nach Kriegsende sind Großteile der Berliner Wohnungen zerstört. Lilli, die Tochter von Robert und Luise zieht mit ihren Zwillingen Anna und Carla sowie Ella in eine Wohnung. Johannes ist während des Krieges nach Frankreich geflohen und taucht plötzlich wieder in Berlin auf. Er will seinen alten Kiosk am Bahnhof wieder aufbauen und in Betrieb nehmen.

Da der Bahnhof Friedrichstraße direkt an der neu entstandenen Zonengrenze steht, gehört plötzlich ein Teil zu Ost- und ein Teil zu Westberlin. Zunächst ist dies kein Problem, doch im Laufe des Buches erleben wir, wie sich Ost und West immer mehr von einander lösen. Zunächst durch die Währungsreform und später durch den plötzlichen Mauerbau. Letzterer sorgt auch dafür, dass ein Teil der Protagonisten im Westen und ein Teil im Osten festsitzt. Als die Zwillinge älter werden, müssen sie erleben, wie die Partei immer mehr Einfluss auf das Leben der DDR-Bürger nimmt. Daher beschließt Carla in den Westen zu fliehen. Doch die Flucht verläuft anders als geplant...

Auch der zweite und letzte Teil wird wieder spannend erzählt. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Ihre Geschichte mit fiktiven Charakteren hat sie wieder hervorragend mit real existierenden Personen und dem geschichtlichen Hintergrund verwoben. So hat z.B. Michael nach seiner Rückkehr aus Moskau direkt mit Erich Mielke zu tun. Man merkt, dass sich Ulrike Schweikert im Vorfeld intensiv mit der deutsch-deutschen Geschichte beschäftigt hat. Grundlage für ihr Buch waren u.a. zahlreiche Zeitzeugenberichte. Besonders Lilli trifft es sehr stark. Erst muss sie erleben, wie die russischen Truppen mit den deutschen Frauen umgehen, dann wird sie durch den Mauerbau von ihrem Freund getrennt und später treibt die Partei ihre Kinder zur Flucht. Am Ende des Buches erfährt sie außerdem noch die Wahrheit über den Vater ihrer Kinder.

Mir hat das Hören des zweiten Teils wieder sehr viel Freude bereitet. Gelesen wurde es erneut von Sabine Arnhold. Mit ihrer ausdrucksstarken Lesart, kam während der 16 Stunden keine Langeweile auf. Von mir gibt es daher auch diesmal wieder 5 von 5 Sterne. Ich kann die beiden Hörbücher jedem geschichtsinteressierten Hörer empfehlen.

Veröffentlicht am 24.07.2022

Ein beeindruckendes Buch zur Sonderausstellung

Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte
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Die Himmelsscheibe von Nebra ist seit ihrer Entdeckung ein Magnet für Forscher und Besucher gleichermaßen. Gemeinsam mit dem British Museum hat das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle eine Sonderausstellung ...

Die Himmelsscheibe von Nebra ist seit ihrer Entdeckung ein Magnet für Forscher und Besucher gleichermaßen. Gemeinsam mit dem British Museum hat das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle eine Sonderausstellung durchgeführt. Diese fand unter dem Namen "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" in Halle (04.06.2021 - 09.01.2022) und "The world of Stonehenge" in London (17.02.2022 - 17.07.2022) statt.

Die Ausstellung zeigte neue Funde und Befunde aus Sachsen-Anhalt, die durch Objekte aus 14 Ländern ergänzt wurden. Passend zu der Sonderausstellung ist das Buch "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" erschienen. Für alle, die die Ausstellung noch einmal Revue passieren lassen wollen und auch für jene, die es leider nicht geschafft haben, die Ausstellung zu besuchen, werden die Ausstellungsstücke auf großformatigen Fotos präsentiert. Dazu gibt es Erklärungen verschiedener Archäologen.

Das Buch ist in die Bereiche
Das Ende der Steinzeit
Die Ersten Europas
Das Reich der Himmelsscheibe
Staaten und Armeen
Sakraler Ort - Sakrale Landschaften
Schätze aus Flüssen, Meeren und Bergen
Neue Horizonte
Katalog der ausgestellten Objekte

So kann der Leser tief in die Welt der Himmelsscheibe von Nebra eintauchen. Es ist beeindruckend, welche Ergebnisse die 20-jährige Forschung bereits geliefert hat. Ich selbst habe das Original der Himmelsscheibe bereits im Landesmuseum bestaunen können und auch den Fundort sowie die extra geschaffene Arche von Nebra besucht.

Wer die Himmelsscheibe von Nebra im Original betrachten will, muss sich noch etwas gedulden oder die Ausstellung im Drents Museum in Assen in den Niederlanden besuchen. Dort wird die Himmelsscheibe vom 06.08.2022 - 18.09.2022 gezeigt.

Mir gefällt das Buch sehr gut und ich vergebe 5 Sterne. Auch ohne die Ausstellung besucht zu haben, bekommt man mit ihm einen guten Überblick über die aktuellen Erkenntnisse rund um die Himmelsscheibe von Nebra. Für alle Besucher ist es eine gute Ergänzung und die Möglichkeit sich noch intensiver mit den gezeigten Exponaten zu beschäftigen.