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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2023

Kriminalroman in Portugal

Südlich von Porto lauert der Tod
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Mariana da Silva hat ihren ersten Kriminalfall um die Polizistin Ria Almeida in dem atlantischen Küstenort Torreira nahe Aveiro angesiedelt. Als Ria Almeidas Großvater stirbt, nimmt sie die Gelegenheit ...

Mariana da Silva hat ihren ersten Kriminalfall um die Polizistin Ria Almeida in dem atlantischen Küstenort Torreira nahe Aveiro angesiedelt. Als Ria Almeidas Großvater stirbt, nimmt sie die Gelegenheit wahr anläßlich der Beerdigung eine berufliche Auszeit zu nehmen und zu den schwierigen Entwicklungen ihres Stuttgarter Polizeijobs Distanz zu gewinnen.
Dabei gerät sie in ihrem Heimatort in die Ermittlungen zu einem Todesfall, in dem jedoch die Leiche bald verschwindet. War es Mord oder ein Unfall? Sie hilft dem in solchen Ermittlungen unerfahrenen Dorfpolizisten João und greift fast ungewollt immer weiter in die Ermittlungen zum Fall ein. Man merkt wie sehr sie an ihrem Job als Ermittlerin hängt.
Es entstehen Spannungen mit den übergeordneten Stellen der Polizei, und auch im Fall selbst ereignen sich plötzliche und überraschende Wendungen. Nebenbei werden Landschaft, Menschen und Küche der nordportugiesischen Region um Aveiro dem Leser ausführlich vorgestellt.
Ein unterhaltsamer und spannender Kriminalfall mit Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Lesevergnügen von Robert Seethaler

Das Café ohne Namen
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Lange habe ich auf neuen Roman von Robert Seethaler gewartet, und wieder hat er mir einige Stunden Lesegenuß geschenkt. Der Autor beschreibt diesmal die Geschichte eines Cafes, seines Betreibers, der Angestellten ...

Lange habe ich auf neuen Roman von Robert Seethaler gewartet, und wieder hat er mir einige Stunden Lesegenuß geschenkt. Der Autor beschreibt diesmal die Geschichte eines Cafes, seines Betreibers, der Angestellten und Gäste im Wien der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Eindrücklich stellt der Autor das Milieu eines Arbeiterviertels in Wien vor. Der Gelegenheitsarbeiter Robert Simon erfüllt sich seinen Traum und eröffnet voller Hoffnung in seine Zukunft ein einfaches Café. Die im Viertel wohnenden und im Café verkehrenden Personen wie auch deren Geschichten werden einfühlsam und lebendig beschrieben. Dabei gelingt es dem Autor eine melancholische Atmosphäre zu erzeugen. Eine so entstehende leichte Morbitität passt sehr gut zu Wien.
Es liegt ein leiser und ruhiger Roman vor, der fast zur Mileustudie wird. Die enge persönliche Verbundenheit Seethalers mit Wien ist deutlich spürbar. Meine Erwartungen in das Buch wurden voll erfüllt.

Veröffentlicht am 14.04.2023

Historischer Kriminalroman um einen Spionagefall

Der treue Spion
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In ihrem dritten Roman um den Münchner Ermittler Gryszinski führt uns Uta Seeberg in die Umgebung der Spionage in den Jahren 1896-1920. In München verschwindet ein Diplomat, der vermutlich Informationen ...

In ihrem dritten Roman um den Münchner Ermittler Gryszinski führt uns Uta Seeberg in die Umgebung der Spionage in den Jahren 1896-1920. In München verschwindet ein Diplomat, der vermutlich Informationen zu Telegrafie-Techniken besessen hat.
Die Ermittlungen führen Gryszinski auf eine Reise quer durch Europa, und der Ausgang der Ermittlungen ist unerfreulich.
20 Jahre später folgt Fritzi, Gryszinskis Sohn, den selben Spuren auf derselben Reiseroute. Er hofft die Ermittlungen seines Vaters zu Ende zu führen.
Der Roman wechselt zwischen den Erzählebenen des Vaters und des Sohnes Fritzi. So ergeben sich zwischen den Ermittlungsaktivitäten beider direkte Zusammenhänge. Die historischen Hontergründe sind von der Autorin sorgfältig recherchiert worden. Uta Seeberg stellt das politisch-gesellschaftliche Umfeld in Frankreich, Deutschland und Russland dieser Zeit eingehennd vor.
Es ist ein spannender Kriminalfall in einer Zeit, in der sich die Auseinandersetzungen des ersten Weltkrieges bereits früh abzeichnen.

Veröffentlicht am 14.04.2023

Wohlfühlgeschichte von Nina George

Das Bücherschiff des Monsieur Perdu
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Der Roman "Das Bücherschiff des Monsieur Perdu" ist der zweite Band aus der Reihe um das Bücherschiff. Man kann es jedoch - wie ich - auch ohne die vorherige Lektüre des 1. Bandes "Das Lavendelzimmer" ...

Der Roman "Das Bücherschiff des Monsieur Perdu" ist der zweite Band aus der Reihe um das Bücherschiff. Man kann es jedoch - wie ich - auch ohne die vorherige Lektüre des 1. Bandes "Das Lavendelzimmer" gut lesen.
Der Buchhändler Jean Perdu besitzt die Gabe, mit seinem Bücherschiff "Pharmacie Littéraire" empathisch auf die Bedürfnisse seiner Besucher einzugehen. Er entschließt sich seine Tätigkeit in Paris fortzusetzen und so fährt über die Kanäle Frankreichs zurück in seine Heimat Paris. Dabei verfasst er selbst eine "Enzyklopädie der kleinen Gefühle", die künftig als hilfreiches Nachschlagewerk für Buchhändler dienen soll.
Einfühlsam, warnherzig und interessant beschreibt Nina George die Protagonisten und Ereignisse des Romanes. Großartige emotionale Momente werden geschildert. Es war ergeifend die Veränderung die durch das Lesen der Bücher des literarischen Apotheker J. Perdu ausgelöst werden zu verfolgen.
Eine großartige (und aufbauende) Geschichte über die Kraft der menschlichen Beziehungen.

Veröffentlicht am 14.04.2023

Kurzweiliger und literarischer Roman

Melody
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Martin Suter hat seinen Roman um die Geschichte des Nationalrates Dr. Peter Stotz und der Melody Alaoui angelegt.
Der junge Jurist Tom Elmer tritt eine Stelle an, in der er den Nachlass des Dr. Stotz sichten, ...

Martin Suter hat seinen Roman um die Geschichte des Nationalrates Dr. Peter Stotz und der Melody Alaoui angelegt.
Der junge Jurist Tom Elmer tritt eine Stelle an, in der er den Nachlass des Dr. Stotz sichten, sortieren und nach dessen Tod verwalten soll. Dr. Stotz ist einflußreich, reich, jedoch schwer erkrankt.
Tom zieht in die Villa des Dr. Stotz, und bei den gemeinsamen Zusammenkünften und Diners berichtet Dr. Stotz von seinem Leben, im Besonderen von seiner großen Liebe zu Melody.
Der Autor entwickelt von Beginn an die Spannung des Romans, indem er zwischen den Beobachtungen und Handlungen aus Sicht des Tom und der Perspektive der Berichte von Dr. Stotz wechselt. Daraus ergeben sich die überraschenden und spannungsreichen Wendungen der Geschichte.
Der Roman ist litererarisch, logisch schlüssig und durch die Volten im Handlungsablauf unterhaltam und kurzweilig.
Zusammgefasst: ein Lesegenuß, dessen Lektüre ich empfehlen kann.