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Veröffentlicht am 03.01.2023

warmherzig und ungewöhnlich

Vilma zählt die Liebe rückwärts
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Vilma Veierød ist 35 Jahre alt und hat sich auf eine höchst skurrile Weise im Leben eingerichtet. Sie lebt allein in Oslo, gibt dort Klavierstunden und bemüht sich lebenszeitverkürzende Dinge ...

Vilma Veierød ist 35 Jahre alt und hat sich auf eine höchst skurrile Weise im Leben eingerichtet. Sie lebt allein in Oslo, gibt dort Klavierstunden und bemüht sich lebenszeitverkürzende Dinge zu umgehen. Eines Morgens erhält Vilma dann ein Bündel Briefe von ihrem verstorbenen Vater, den sie nie kennen gelernt hat. Und während Vilma gebannt in die Vergangenheit ihrer Eltern eintaucht, nähert sie sich selbst jenem Mysterium, das sie bislang gemieden hat: der Liebe...

Der Schreibstil ist zwar sehr leicht verständlich und denoch genauso ungewöhnlich wie die ganze Geschichte rund um Vilma! Erzählt wird immer aus Sicht der Protagonistin, diese wechselt sich kapitelweise mit den Briefen des verstorbenen Vaters ab. Die Mischung dieser Geschichte ist höchst ungewöhnlich und zugleich sehr amüsant und warmherzig! Eine vergleichbare Geschichte habe ich vorher noch nicht erlebt, aber durch Vilmas ungewollt witzige Art wird das Hörbuch zu einem richtigen Vergnügen!

Ich lese eigentlich nicht sehr gerne Liebesgeschichten und hatte deshalb nicht so hohe Erwartungen an die Geschichte, aber ich wurde so positiv von Vilma und ihrer Geschichte überrascht, dass meine Erwartungen um Längen übertroffen worden sind!

Vilma ist eine sehr eigenwillige Protagonistin, die sehr zurückgezogen lebt und Mitmenschen eigentlich nicht an sich heran lässt. Doch ein Pfarrer, der aussieht wie Jesus, ein Klavierschüler der etwas anderen Art und ein Leichenbeschauer mit Tourette-Syndrom zwingen Vilma sich mit dem Leben auseinanderzusetzen! Ich fand die Geschichte deshalb auch so toll, da aufverschiedene Charaktere und Krankheiten eingegangen wird und diese der Geschichte einen ganz eigenen Reiz geben. Es sind nicht immer die Supermodels gefragt, die mit Leichtigeit den Mann ihrer Träume bekommen, sondern es sind hier ganz normale, etwas ungewöhnliche Menschen, die ihre eigene Geschichte schreiben. 

Ich habe das ganze als Hörbuch genießen dürfen, das von einer Frau gelesen wird, die Briefe des Vaters aber von einem Mann,´. Dies hat super zur Story gepassst und hat noch ein wenig Abwechlung hinein gebracht. Das Hörbuch wurde wirklich ganz fantastisch gelesen und deshalb empfehle ich es sehr gerne weiter an Menschen, die mal eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erleben wollen, weg vom Mainstream.



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Veröffentlicht am 29.12.2022

Die freiheit der frauen

Weil die Zukunft uns gehört
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Toni kommt 1919 in der süddeutschen Stadt an und ist voller Hoffnung und Träume. Sie möchte Medizin an der Universität studieren und Ärztin werden. Toni kommt in einer Damenpension unter, in der Frauen ...

Toni kommt 1919 in der süddeutschen Stadt an und ist voller Hoffnung und Träume. Sie möchte Medizin an der Universität studieren und Ärztin werden. Toni kommt in einer Damenpension unter, in der Frauen leben, die ebenfalls nach Wissen und Bildung streben. An der Universität ist sie dennoch immer Anfeindungen und Spott ausgesetzt. Schaffen die jungen Frauen der Pension es, ihre Träume zu verwirklichen? 

Das Buch ist aus der Sicht von Protagonistin Toni geschrieben, zusätzlich findet sich nach jedem Kapitel ein Brief, dass die Leiterin der Pension an ihre Tochter verfasst hat. Der Schreibstil ist einfach und leicht verständlich zu lesen, vorallem die Gedanken und Gefühle der Frauen zur damaligen Zeit kommen in der Geschichte gut zum Tragen. 

Toni war mir von Anfang an sympathisch, sie kommt aus den Bergen und das Leben in einer großen Stadt ist ein richtiges Erlebnis für sie! Ihre Art ist angenehm denn sie ist bodenständig und hat ein ruhiges und vernüftiges Wesen. Auch ihr Ziel Medizin zu studieren um so den Frauen und ihren Leiden helfen zu können habe ich nachvollziehen können. Aber auch die anderen Charaktere des Buches wachsen einem nach und nach ans Herz, besonders die Leiterin der Pension Ida und Tonis Freundin Emilia. 

In die Handlung des Buches musste ich erst reinkommen, ich hatte im Buch den Fokus auf das Medizinstudium von Toni erwartet und mit welchen Schwierigkeiten sie im Studium zu kämpfen hat. Dies stellt jedoch nur einen kleinen Teil der Geschichte dar, stattdessen geht es viel mehr um den Zusammenhalt der Freundinnen in der Pension, die ein-oder andere Liebesgeschichte und vorallem geht es ganz viel um das Thema Freiheit der Frauen und Emanzipation in vielen Bereichen. Stellenweise hat mich die Geschichte sehr mitreißen können, anderes wurde im Buch nur angerissen und wurde mir zu kurz abgehandelt. Die Gefühle und Entscheidungen waren meist nachvollziehbar, als Tonis Verlobter auftaucht, war Toni aber in meinen Augen auch zu blauäugig und brav in manchen Dingen.

Fazit: Insgesamt ein schöner historischer Roman, der den Fokus sehr auf das Thema Emanzipation und Rechte der Frauen legt, Teile der Handlung hätte ich mir aber noch etwas ausführlicher gewünscht.

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Veröffentlicht am 23.12.2022

Hat leider nachgelassen

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
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3.5 Sterne

Dies ist bereits der dritte Teil der "Hafenärztin-Reihe". Das Lesen des Buch wäre ohne Vorwissen möglich, da der Kriminalfall abgeschlossen ist, aber man verpasst sehr viel vom Privatleben ...

3.5 Sterne

Dies ist bereits der dritte Teil der "Hafenärztin-Reihe". Das Lesen des Buch wäre ohne Vorwissen möglich, da der Kriminalfall abgeschlossen ist, aber man verpasst sehr viel vom Privatleben der Protagonisten, das natürlich auf den ersten beiden Teilen der Reihe aufbaut.

In diesem Teil führt uns die Autorin wieder nach Hamburg ins Jahr 1911. Anne Fitzpatrick behandelt immer häufiger chinesische Frauen, die in Hamburg als Arbeitskräfte angeworben werden oder teils auch in Bordellen landen. Eine der Frauen stirbt in Annes Armen, nachdem der Täter gefohlen ist. Zusammen mit Kommissar Berthold Rheydt fängt sie an im Chinesenviertel auf Sankt Pauli, nachzuforschen. Derweil kommen sich Berthold und Helene immer näher. Helene ist ausserdem sehr in Sorge um ihre beste Freundin, die vor kurzem erst geheiratet hat.

Ich habe die ersten beiden Teile der Hafenärztin geliebt und fand diese sehr spannend, mitreißend und die Charatere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Deshalb wollte ich nun unbedingt das dritte Abenteuer rund um Anne und ihre Freunde lesen. Leider wurde ich diesmal aber doch entwas enttäuscht von einer ziemlich langatmigen Geschichte...

Positiv sind auf jeden Fall weiterhin die Charaktere der Reihe die man begleiten darf. Sie wachsen dem Leser unheimlich ans Herz und deshalb macht es Spaß diese immer wieder zu begleiten. Durch Nebencharaktere wie einem Apothekerehepaar, das zugleich für die Polizei arbeitet, trifft man zusätzlich auf originelle Persönlichkeiten die Spaß machen. Ausserdem wurde der Roman wieder sehr gut recherchiert und man lernt diesmal einiges über das chinesische Viertel Hamburgs, dass es heutzutage nicht mehr gibt. Hier empfehle ich dem Leser auch das Nachwort der Autorin, worin sie nochmal auf genau dies eingeht.

Leider war es das auch schon mit dem Positiven zu diesem Buch, und wenn ich die Charaktere nicht zuvor schon sehr ins Herz geschlossen hätte, dann würde das Buch wahrscheinlich auch nur 3 Sterne bekommen. Das Buch war im Vergleich zu den tollen anderen Bänden stellenweise sehr zäh, vorhersehbar und langatmig. Der Kriminalfall spielte eine eher untergeordnete Rolle, der Täter war schon in der Hälfte bekannt und das Buch drehte sich diesmal viel mehr um die verschiedenen Liebesangelegenheiten der Protagonisten. Ausserdem hatte Anne diesmal eine sehr untergeordnete Rolle und von der taffen, mutigen Ärztin war kaum etwas zu lesen. Zum Ende wiederum hat das Buch dann plötzlich angezogen und mir ging dann alles viel zu schnell und abrupt. Schade aber ob ich einen vierten Teil lesen werde, weiss ich noch nicht.

Fazit: Im Vergleich zu den tollen ersten Bänden deutlich schwächer.

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Veröffentlicht am 21.12.2022

Familie Steiner über die Jahrzehnte

Die Sehnsucht nach Licht
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In diesem Buch begleitet der Leser eine ganze Generation von Bergarbeitern und deren Familienmitgliedern im Schlematal im Erzgebirge von 1908 bis 2019. Fünf Generationen von Menschen erlebt der ...

In diesem Buch begleitet der Leser eine ganze Generation von Bergarbeitern und deren Familienmitgliedern im Schlematal im Erzgebirge von 1908 bis 2019. Fünf Generationen von Menschen erlebt der Leser mit, die Hoffnungen und Ängste der einzelnen Familienmitglieder und das Bewusstsein der Leute, dort jede gemeinsame Minute auszukosten da so mancher Bergarbeiter nicht aus dem Berg zurückkehrt.

Dies ist eine ganz wunderbare und sehr berührende Geschichte über eine ganze Familie von Bergarbeitern. Die Autorin versteht es sehr gut die einzelnen Personen der Familie authentisch zu beschreiben und gut auszuarbeiten. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und tiefgründig, ich habe die Welt im Schlematal hautnah miterleben dürfen und ich wurde richtig in die vergangenen Zeiten zurückversetzt.

Die Autorin hat verschiedene reale Hintergründe sehr passend und schön in die fiktive Geschichte eingearbeitet, so zum Beispiel die Arbeit im Bergwerk selbst, aber auch der Kurort mit dem Radiumbad oder das Leben unter sowjetischer Belagerung werden sehr authentisch gezeigt. Ich fand es immer wieder faszinierend wie eine Stadt und eine Familie mit all den historischen Ereignissen umgegangen ist und dennoch kamen auch die einzelnen Schicksale der Familienmitglieder immer wieder ganz hervorragend zu Tragen. Wie ist es wenn man gerade sein Haus gebaut hat und es dann gleich wieder verliert, wie ist es als junge Mutter sein Baby nach wenigen Wochen in einer Krippe fremdbetreuen zu lassen, weil man selbst wieder arbeiten muss...

Ich habe mit allen Mitgliedern der Familie Steiner mitfiebern könne, ganz besonders ans Herz gewachsen sind mir aber Wilhelm und Irma. Gegen Ende war ich sogar so gerührt, das ich das ein-oder andere Tränchen in den Augen hatte. Ausserdem hat die Autorin das Schlematal so toll beschrieben, dass ich nach diesem Buch große Lust verspüre selbst einmal dort hin zu fahren.

Fazit: Eine tolle und sehr bewegende Familiengeschichte über mehrere Jahrzehnte im Schlematal. Sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Lesenswerte Dystopie mit neune Ideen und wichtigen Themen

Die Töchter der ersten Mutter
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Nur wenige Menschen haben den Untergang der damaligen Zivilisation überlebt und eine neue Gesellschaft ist entstanden. Hier leben Kelihn und ihr Stamm im Einklang mit der Natur. Eine Gleichberechtigung ...

Nur wenige Menschen haben den Untergang der damaligen Zivilisation überlebt und eine neue Gesellschaft ist entstanden. Hier leben Kelihn und ihr Stamm im Einklang mit der Natur. Eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt es nicht, die Frauen übernehmen alle wichtigen Posten und fühlen sich als die "Auserwählten der Mutter Natur", während Jungen mit Beginn der Pubertät die Gemeinschaft verlassen müssen und später als Trumbadore alleine durch die Lande ziehen. Kehlin und die Mädchen werden stattdessen früh im Qua’man unterrichtet, einer geheimnisvollen Macht von Mutter Erde. Irgendwann ist es auch für Kelihn und ihren besten Freund Eolo soweit und sie werden getrennt. Kehlin erhält eine Ausbildung bei den Tu-a-teh, den hohen Meisterinnen des Qua’man und erst Jahre später treffen die Freunde wieder aufeinander....

Der Schreibstil des Buches ist unglaublich bildhaft und so hat mich die Geschichte sehr schnell in seinen Bann gezogen und ich war gefesselt von dieser neuen Welt, die so ganz anders ist wie die Unsere. Anfangs hat sich die Geschichte fast etwas paradisisch gelesen, alle Menschen leben im Einklang mit Natur und Tieren, es gibt keine Gewalt und jeder kann hier gut leben. Doch je weiter man liest, desto mehr fragt man sich in dieser Geschichte, ob dies nicht alles nur eine schöne Fassade ist und es dahinter nicht schon lange zu bröckeln begonnen hat. Ich fand diese Gedankengänge sehr fasznierend und spannend.

Die Autorin schafft es unheimlich toll die neue Welt der Natur zu beschreiben, die grünen Hügel, die Wälder, die Wiesen auf denen Pferde Weiden. Und doch gibt es immer wieder "Mahnmale" oder Erinnerungen der alten Welt, zerstörte Städte, alte Autowracks oder auch eine kaputte Autobahnbrücke. Ich fand dies sehr gelungen, da man sich so immer wieder vor Augen führen konnte, dass diese Geschichte nicht in einer Fantasywelt spielt, sondern das dies früher unsere Erde war. 

Die ganze Handlung wird in leisen Tönen erzählt, und dennoch macht es die Geschichte nicht weniger mitreißend. In mir wurden viele Gedanken angestoßen während des lesens, die von Spiritualität über Umweltschutz und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gegangen sind und die nach dem lesen noch eine Weile nachhallen.

Einen Stern ziehe ich lediglich ab, da für mich in der zweiten Hälfte des Buches einige Abschnitte hätten gekürzt werden dürfen. Das Ende ist dafür ziemlich actiongeladen und geht Tierliebhabern etwas an die Nieren. Die Geschichte hat keinen richtigen Cliffhanger und man könnte sie auch so stehen lassen, dennoch ist es ein sehr offenes Ende und lädt zu einem nächsten Teil ein. 

Fazit: Eine Dystopie mit ganz neuen Ideen und Gedankenanstößen. Mir hat sie gut gefallen und ich empfehle sie gern weiter.

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