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Veröffentlicht am 12.12.2025

Aschenputtel meets Reality

The Story Between Us
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Ella und Darce haben eine gemeinsame Vergangenheit. Mit abruptem Ende. Nach Jahren treffen sie sich ausgerechnet in Darces pompösem Zuhause wieder, denn Ella arbeitet für seinen Bruder, um mit dem Zuverdienst ...

Ella und Darce haben eine gemeinsame Vergangenheit. Mit abruptem Ende. Nach Jahren treffen sie sich ausgerechnet in Darces pompösem Zuhause wieder, denn Ella arbeitet für seinen Bruder, um mit dem Zuverdienst ihr mageres Gehalt aufzubessern. Das Leben im Trailerpark mit ihrer kleinen Schwester und der unzuverlässigen Mutter ist hart und alternativlos. Darce hingegen ist der Erbe einer millionenschweren Firma. Die Kluft zwischen ihnen könnte größer nicht sein. Aber da sind auch diese unleugbaren Gefühle, gemeinsame Erinnerungen und eine tiefe Verbundenheit. Wie viel Schmerz und Enttäuschung kann ihre fragile Beziehung ertragen?



Darce und Ella. Ella und Darce. Sie gehören zusammen und doch nicht. Es begann mit einer Freundschaft, aus der mehr wurde, doch Ella war und ist nicht gut genug für den Prinzen der Familie. Zwischen ihnen liegen Welten. Und das lässt Jella Benks den Leser auch schonungslos fühlen. Was die Geschichte authentisch macht. Wer auf ein modernes Aschenputtel-Märchen hofft, wird gnadenlos enttäuscht. Darce ist gefangen in seiner Rolle als reicher Erbe, während Ella versucht, aus eigener Kraft der Armut zu entfliehen.



Ganz ehrlich, ich habe Verständnis für Darce und seine Situation, aber er ist auch ein feiger Mistkerl. Mag sein, dass sein Charakter glaubwürdig ist, mir fehlte trotzdem der strahlende Held. Ella ist dagegen stark und mutig, was sicher einen gewissen Ausgleich zwischen ihnen schafft, aber mich hat das Verhalten der beiden teilweise ganz schön aufgeregt. Benks Schreibstil ist humorvoll und direkt. Ich mag ihre Art zu schreiben, aber ich finde, dass sie einige ihrer Stilelemente zu oft wiederholt, wodurch der Text weniger originell klingt. Die Story ist süß, es ist alles drin, was es braucht, um den Leser zu unterhalten, aber sie ist auch recht vorhersehbar. Für mich war’s ein kurzweiliger Snack für zwischendurch.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Nicht das Meer ist der Feind …

A Study in Drowning
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Effy studiert Architektur, doch ihre heimliche Liebe gilt der Literatur. Als das herrschaftliche Anwesen eines berühmten Autors renoviert werden soll, bewirbt sie sich für die Aufgabe und erhält überraschend ...

Effy studiert Architektur, doch ihre heimliche Liebe gilt der Literatur. Als das herrschaftliche Anwesen eines berühmten Autors renoviert werden soll, bewirbt sie sich für die Aufgabe und erhält überraschend den Zuschlag. Die Werke des Autors haben Effy ihr Leben lang geprägt. Kurzerhand reist sie in eine düstere Gegend am Meer, um Hiraeth Manor vor dem Verfall zu retten. Doch was sie erwartet, ist ein undurchsichtiger Hausbesitzer, ein Anwesen, das bereits halb im Meer versunken ist und ein unfreundlicher Literaturstudent namens Preston. Effys Arbeit scheint aussichtslos. Als sie und Preston eine verstörende Entdeckung machen, geraten sie zusehends in den Strudel gefährlicher Ereignisse …



Der Begriff „Atmosphärisch“ beschreibt diesen fantasievollen Roman perfekt. Es handelt sich um eine originelle Geschichte, die eine fiktive Welt mit düsterer Magie und der Objektifizierung der Frau verknüpft. Ein ernstes Thema eingewoben in ein raues Setting. Der Leser begleitet Protagonistin Effy bei ihrer Entfaltung vom Spielball zur selbstbewussten jungen Frau. Schon seit ihrer Kindheit sieht sie den mächtigen und bedrohlichen Elfenkönig, der nur darauf zu warten scheint, sie in sein Reich zu entführen. Niemand will ihr Glauben schenken, nicht mal die eigene Mutter. Sodass sie sich selbst kaum noch über den Weg traut.



In Hiraeth Manor muss sie sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit und dem übergriffigen Verhalten von Männern auseinandersetzen. Sie lernt den intelligenten und scheinbar arroganten Preston von einer ganz neuen Seite kennen. Ich fand sehr schön, wie er Effy zeigen kann, dass nicht alle Männer gleich sind. Die Zuneigung zwischen ihnen ist authentisch und entwickelt großes Potenzial. Aber genau das ist auch der Schwachpunkt. Insgesamt wartet „A Study in Drowning“ mit sehr viel Potenzial auf, ohne es vollständig auszuschöpfen. Mir wurde zu wenig Emotion transportiert und immer wieder verlor die Handlung an Spannung. Gerade beim Finale hätte ich so viel mehr erwartet.



Ava Reid verfügt über einen angenehmen und stimmungsvollen Schreibstil, der im Hörbuch von der wunderbaren Martha Kindermann eindrucksvoll transportiert wird. Ich liebe die sanfte und dennoch ausdrucksstarke Stimme der Sprecherin, die perfekt zu Effys Charakter passt. Aber auch sie konnte mich für die Geschichte letztlich nicht erwärmen. Ich würdige die überaus wichtige Message des Buches und die außergewöhnliche Fantasie der Autorin, aber für Herzklopfen und Gänsehaut hat es nicht gereicht.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Macht und Magie der Geschichten

Liga Lexis – Nachtschwarze Worte
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Annie kann es kaum fassen. Sie ist gar kein Mensch - sie ist eine Migra! Und damit berechtigt, eine magische Schule in Dublin zu besuchen, die ihr unter anderem das Reisen in die Welt der Bücher ermöglicht. ...

Annie kann es kaum fassen. Sie ist gar kein Mensch - sie ist eine Migra! Und damit berechtigt, eine magische Schule in Dublin zu besuchen, die ihr unter anderem das Reisen in die Welt der Bücher ermöglicht. Ihr absolutes Lieblingswerk „Silberkorn“ scheint allerdings kein normales Buch zu sein. Genauso wenig wie Annie eine normale Migra ist. Als der mürrische, aber irgendwie charmant-liebenswerte Caspian spurlos verschwindet, ist klar, Annie muss ihn finden, auch wenn es ihr eigenes Leben in Gefahr bringt …

Mit „Liga Lexis“ hat sich Autorin Mo Enders ein Fantasy-Spektakel ausgedacht, das Bookies ganz besonders berührt. Denn Hand aufs Herz, wer hat sich nicht schon mal gewünscht, in sein Lieblingsbuch reisen und die geliebten Figuren kennenlernen zu können?

Getragen wird die außergewöhnliche Story des Reihenauftaktes von Mo Enders‘ humorvollem Schreibstil, der sich rund und spannend liest.

Annie, eigentlich Anne aus Berlin, ist die Protagonistin der Geschichte, die aus ihrer Ich-Perspektive erzählt wird. Nur Caspian kommt ab und zu im personalen Erzähler zu Wort. So erhält der Leser einen umfassenden Einblick in die Handlung.

Annie ist eine selbstbewusste und mutige Schülerin, deren Herkunft nicht ganz geklärt ist. Sie ist sympathisch und interessant, nur emotional warm geworden, bin ich mit ihr nicht. Insgesamt sind die Figuren aber schön schrullig und einprägsam.

Die Handlung ist spannend, jedoch hatte ich so meine Schwierigkeiten, mir die Umgebung und die Zusammenhänge der verschiedenen Welten vorzustellen. Auch finden einige kleinere Zeitsprünge statt, die mich etwas irritiert haben. Erfrischend ist die fantasievolle Einbindung der Charaktere und Orte aus anderen Büchern. Mo Enders hat in jedem Fall eine originelle und liebenswerte Geschichte kreiert. Ich will ehrlich sein, mich hat sie nicht so sehr vom Hocker gehauen, wie ich es mir gewünscht hätte, aber meine Lesestunden waren dennoch vergnüglich.

Veröffentlicht am 12.12.2025

All you need is love

Yoga Town
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Als Yogalehrerin glaubt Lucy über eine gewisse mentale Stabilität zu verfügen, doch ein scheinbar unbedeutendes Erlebnis lässt ihre kleine, heile Welt aus den Fugen geraten. Warum fühlt sie sich so fremd ...

Als Yogalehrerin glaubt Lucy über eine gewisse mentale Stabilität zu verfügen, doch ein scheinbar unbedeutendes Erlebnis lässt ihre kleine, heile Welt aus den Fugen geraten. Warum fühlt sie sich so fremd im eigenen Leben? Und was ist damals passiert, als ihre Eltern in den wilden 60er Jahren nach Indien reisten, um den berühmten „peace of mind“ zu finden und stattdessen mit einem Baby im Bauch zurückkamen?
Als Lucys Mutter spurlos verschwindet, machen sie und ihr Vater sich auf die Suche. In Indien. Was als Rettungsaktion beginnt, wird zur spirituellen Reise in die Vergangenheit - nicht nur für Lucy, sondern auch für ihren Vater Lou …

Als ich „Yoga Town“ anfing zu lesen, hatte ich keine Ahnung, was für eine Art von Buch mich erwartet. Es hat mich voll erwischt. Ich bin komplett rein in die Geschichte, wurde gepackt von Daniel Specks eindringlichem Schreibstil und mitten in die Wildwasserbahn der Gefühle geschleudert. Erzählt wird in zwei Zeitsträngen. Einmal aus Lucys Ich-Perspektive in der Gegenwart und aus Lous personalem Erzähler 1968. Besonders spannend war es natürlich, mit Lou in die Love&Peace-Zeit einzutauchen und ihn in das magische Indien der Hippies und der Beatles zu begleiten. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder und zwei Frauen gerät er in die wildesten Situationen. Sie suchen nach der Erleuchtung, suchen nach Liebe.

Ich mochte Lou. Den großen Bruder, den liebevollen Vater. Einer, der alles richtig machen will und nie so ganz über seine Ernsthaftigkeit und sein Verantwortungsbewusstsein hinwegkommt. Ich habe sehr mit ihm gefühlt. Auch Lucy war mir sympathisch, aber ihre Rolle ist weniger intensiv. Dennoch fand ich es sehr bewegend, wie sich am Ende alles zusammenfügte. Mir gefielen besonders Daniel Specks faszinierende und weise Gedanken. Nicht nur die Figuren gehen auf eine spirituelle Reise, auch der Leser kann sich dazu eingeladen fühlen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Humorvoll-ehrliche Anatomie einer Trennung

Am Ende ist es ein Anfang
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Nach über vier Jahren Beziehung wird Andy in den Mittdreißigern von seiner Freundin verlassen. Jen, seine große Liebe. Wie geht man mit einer so schmerzhaften Trennung um? Und wie soll man überhaupt darüber ...

Nach über vier Jahren Beziehung wird Andy in den Mittdreißigern von seiner Freundin verlassen. Jen, seine große Liebe. Wie geht man mit einer so schmerzhaften Trennung um? Und wie soll man überhaupt darüber hinwegkommen, wenn man nicht einmal weiß, warum man verlassen wurde?
Ein langer Abschied beginnt. Mit vielen Höhen und Tiefen. Komischen Erfahrungen und dem unvermeidlichen Prozess der Selbstfindung als Single …

In Dolly Aldertons „Am Ende ist es ein Anfang“ bin ich völlig ahnungslos und unvoreingenommen eingetaucht. Für mich war es das erste Buch der Autorin und was soll ich sagen? Ich liebe ihren puren, direkten, schnörkellosen Schreibstil. Aber vor allem den unvergleichlichen Humor! So erfrischend, herzerwärmend und ehrlich. Ich hab mich gleich in die Geschichte einfinden können und Andy ist ein sympathischer Kerl. Für seine 35 Jahre ist er eigentlich zu albern, zu jungenhaft und zu naiv, aber genau das ist auch das liebenswerte an ihm.

Er ist Stand-up-Comedian, aber nicht sonderlich erfolgreich. Dennoch hält er an seiner Leidenschaft fest. Seine Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, wodurch seine Gedanken- und Gefühlswelt für den Leser greifbar und authentisch wird. Auch die anderen Figuren sind liebevoll ausgestaltet. Am liebsten mochte ich den schrullig-liebenswerten Morris. Aber auch Jen war mir sympathisch. Ganz überraschend lernt man sie später noch besser kennen, das fand ich sehr gelungen. Insgesamt ist das Buch herzerwärmend, tiefgründig und liebenswert. Mir hat’s unheimlich Spaß gemacht!